10.04.2015 21:13:48 | [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#90801) |
Grauherz | Wie die Sonne über Mirhaven aufging würden Frühaufstehende einen überraschenden Anblick genießen können. Der ehemalige Scheiterhaufen - nun fast nur noch als Bories Scheiterhaufen bekannt - erhob sich wie immer an seinem Platze wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Doch nun hingen an seinem Mast viele Glöckchen und Wimpel - in grellem Pink! Fröhlich wehten sie im Wind und jede Bewegung ließ einen klaren Laut erklingen, der durch die Gassen und Strassen hallte. Und sobald sich die Augen von jenem erstaunlichen Anblick erholt haben mochten, würden sie einen Federhut auf der Spitze des Mastes erkennen - mit pinker Feder. |
11.04.2015 13:29:11 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#90806) |
-Depp- | Gemaechlich schlendernde Schritte fuehrten den Burschen in der Frueh vom Drachen in Richtung des Hafens. Still sortierte er seine Gedanken fuer alles, was ihn nach seinem ueblichen morgendlichen Spiel am Haufen im Rathaus erwarten wuerde, und so schwirrte er irgendwo zwischen Reihe 11 und 17 des Archives herum, als er seine Fuesse in Richtung der Wahrsagerin lenkte, die gerade beschaeftigt ihren Gaul fuetterte. [i]"Na, was steht heute an?"[/i] meinte er mit einem sachten Grinsen, als er neben sie trat, die Muenzen bereits in der offenen Handflaeche, die er ihr zum lesen hinhielt. [i]"Und bitte nicht wieder Buecher die mir auf die Birne fliegen, ich bin die Beulen der Letzten immer noch nicht ganz los."[/i] Amuesiert funkelten die Augen der Seherin, die mit einer Bewegung die Muenzen einstrich, aber heute wohl eine innere Eingebung haben musste, dass es garnicht noetig war die Hand des Blondschopfes naeher zu betrachten, um ihre Vorraussagung zu treffen: [i]"Oh, ich sehe wie dir heute dein zartes, rosanes Herz aufgeht." [/i] Mit dem Beigeschmack der leichten Irritation bei der Voraussage setzte der Junge seinen Weg dann fort, die Strasse gen Rathausplatz entlang, warf Arko noch ein Stueck Trockenfleisch hin, und sein Griff wollte bereits die Laute vom Ruecken loesen als er...stockte. Nicht wegen der Handvoll Leute, die recht verwundert um den Haufen herum standen und die neumodische Schoepfung bewunderten. Vielmehr wanderten die hellen Augen des Spielmanns ueber dieses kuenstlerische Meisterwerk, das sich seinem Antlitz zum Besten gab. Kurz zuckten seine Ohren in dem Moment der Unglaeubigkeit, als ein staerkerer Luftzug die Gloeckchen zum Bimmeln brachte. Sprachlos sank sein Kiefer ein kleines Stueck hinab, als er an dem ganzen Pink vorbei sah und seine Augen den Mast zur Spitze hinaufwanderten. Zu ihm. [b]Dem[/b] Hut. Ein kurzer, aufglucksender Laut war das Erste, was seine Kehle verliess. Jener wandelte sich rasch zu einem amuesiert-angetanen Lachen, das von einem noch immer etwas fassungslosem Kopfschuetteln begleitet wurde. Binnen Herzschlaegen waren alle Gedanken, die er auf dem Weg noch gehabt hatte, wie weggewischt. Zwei, drei lange Schritte spaeter hatte sich der giggelnde Bursche an den Leuten vorbei geschoben, kraxelte den Haufen hinauf, und blieb vor dem Mast stehen. Vergnuegt wie ein Kind vor einem geschmueckten Weihnachtsbaum tippten seine Finger ein paar der Gloeckchen zu einem leisen Bimmeln an, bevor sich die Knie des Burschen etwas beugten. Mit einem flotten Satz sprang er dann an dem Mast hinauf und angelte sich den Federhut von dessen Spitze. Die Holzscheite rummsten, als seine Fuesse wieder landeten, und schon drehte sich der Bursche auf dem Absatz den paar Leuten, die da noch herum standen zu. Gespielt schlacksig verbeugte sich der Spielmann an der Stelle, die Hand des ausgestreckten Armes den Hut einmal drehend... den sich der Narr auch gleich aufsetzte, als er sich mit seinem bekannt schalkigen Grinsen wieder aufrichtete. Kurz darauf hatte der Bursche auch schon seine Laute in der Hand und spazierte spielend auf dem Scheiterhaufen entlang - und was immer es war, das ihn zwischen Reihe 11 und 17 erwartet haette, an diesem Tag wuerde es den Burschen nicht zu Gesicht bekommen. |
11.04.2015 15:40:01 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#90807) |
-emptySoul- | Einige Stunden zuvor: Wie die letzten Tage zur frühen Morgenstunde öfter, lenkte die Freiin ihre Schritte mit nachdenklicher Miene gen Nordstadt, passierte die Wahrsagerin (deren Weissagungen sie lieber mied) und bog am Brunnen ab. Ein Bogen um Arko und der Blick eher kritisch in dessen Richtung als sie den Stand des Bauern hinter sich lies. Durch den Kopf wanderte der eine oder andere Gedanke und man konnte den Zügen der Frau entnehmen, welcher Natur diese waren. So verschlossen ihre Mimik war, wenn sie sich beobachtet glaubte, so lesbar war sie in stillen Momenten. Aktuell war es Sorge, die sich in den Augen der Cormyrerin spiegelte. Sie lenkte die Füße schon linkswärts gen Rathaus, den Blick ohne Weitsicht gerade aus gerichtet als der Augenwinkel etwas erfasste, was nicht in die gewohnte Ordnung passte. Es war Rosa. Eine Braue hob sich an, dann die zweite als sie den streng frisierten Kopf auf dem schlanken Hals, schwenkte und ins Auge fasste, was da wehte und klingelte als sei es der Morgenröte selbst entsprungen. Eine Weile lang war der Ausdruck im Gesicht der Frau ambivalent; Schwankte zwischen missbilligender Irritation und Belustigung...bis die letzte Emotion einfach gewann. Zwar lies sie sich nicht zu lautem Gelächter hinreißen aber in die grauen Augen stahl sich mädchenhafter Schalk als sie den Blick einmal die Straße gen Hafen wandern lies und dann zurück, gen der Strecke die sie gekommen war. Die Stadt lag noch in frühmorgendlicher Döserei und kaum jemand hatte sich schon in die Gassen und auf die Plätze verirrt und so näherte sich die ach so stolze Adelige dem Scheiterhaufen und ... setzte tatsächlich die Füße darauf. Einen Stift aus der Arbeitsmappe ziehend begann sie eilend hier und da und wie (scheinbar) willkürlich, Buchstaben und kleine Buchstabenfolgen auf einzelne der Wimpel zu malen. Teilweise mit Strichen versehen oder Linien die für die allermeisten keinen Sinn ergeben würden. Die allermeisten - bis auf einen. Kaum ein paar Sanduhrmomente später lag der Scheiterhaufen wieder verlassen da, leise klingelnd und klimpernd und die Türe des Rathauses fiel mit einem schweren Klacken ins Schloss. |
13.04.2015 17:16:14 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#90873) |
-Depp- | Das verschmitzte Grinsen auf den Gesichtszuegen den Spielmannes, der am Abend mit einem vollbepackten Sack den Drachen verliess und gen Norden stiefelte, mochte bereits von nichts Gutem zollen. Die schelmisch funkelnden Augen und das immer wieder leise aufkeimende Glucksen, das seine Kehle verliess, taten ihr Uebriges um aufzuzeigen, dass er wohl irgendwelchen Unfug im Schilde zu fuehren drohte. Ein kurzes, vergnuegtes Zwinkern zu der Wahrsagerin und eine Runde Arco-Kraulen spaeter befand sich der Blondschopf dann auch schon im Rathaus. Neugierig spaehten seine hellen Augen umher, pruefend - doch wie ueblich war es zu den Abendstunden still und leer, die Beamten wohl bereits zu Hause bei Tisch mit Kind und Kegel. Die zwei ueblichen Nachtwaechter unterhielten sich leise vor den Treppen gen des Fuerstenbueros und des Gerichtssaals, sich in dieser ruhigen Schicht wohl die Erholung suchend, die sie ausserhalb auf den Strassen kaum finden wuerden. Der verschmitzte Ausdruck des Burschen wuchs daraufhin nur, als er wohl gerade heute - Tymora sei Dank - das Glueck gehabt hatte Menschen, keine Maschinen anzutreffen, und so bog er ohne grosse Umschweife in ihre Richtung ab. Halblaute Worte wechselte er mit ihnen, sich immer mal wieder kurz umschauend, als wolle er sicher gehen, dass die Drei wirklich die einzigen dort waren. Mit anscheinend immer groesser werdender Begeisterung weihte er die Beiden so in seinen Plan ein, versicherte natuerlich die absolute Sicherheit dieses Unterfangens, und nach einer kurzer Preisverhandlung nickte der Spielmann zufrieden, mit einem Ausdruck als koennte er die Beiden gerade vor Freude abknutschen. Stattdessen verabschiedete er sich aber mit einem schlacksigen Salutieren, und begann sein Werk. |
22.06.2015 20:08:24 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#93490) |
Kater | *Als der gute Spielmann das nächste mal an seinen Scheiterhaufen trat, mochte er zusaetzlich zu den rosa Wimpeln und Gloeckchen ein Schild am Pfahl vorfinden* [quote]Rumms du musst dich mehr um mich kuemmern ! In liebe dein Scheiterhaufen[/quote] *zusaetzlich dazu sind zwei Holzplanken etwas verschoben, ein normaler Passant mag den Unterschied nicht sofort bemerken, doch mag Bo es vielleicht auffallen* |
23.06.2015 00:04:14 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#93500) |
-Depp- | Spaet war bereits die Stunde, als der Bursche die schwere Tuer des Rathauses hinter sich zuzog. Viel zu lange hatte er mal wieder in den steinernen Gemaeuern gesessen, zu viele Stunden mit der Arbeit verbracht, und ein weiteres Mal die Zeit vergessen. Sich die mueden Gesichtszuege reibend schlenderte er langsam an dem Aushangsschild vorbei, und wollte schon Richtung des Markts abbiegen, als ein beinah wehmuetig anmutendender Blick aus den hellen Augen sich auf [i]seinen[/i] Scheiterhaufen legte - und mit einem Mal seine Schritte stoppte. Nur Herzschlaege spaeter lenkte er sie weiter Richtung des Holzgebildes, schob sie die davor errichteten, steinernen Stufen hinauf, bis er vor dem am Pfahl baumelnden Schild stand. Leise klopfte das haengende Schild im Wind an den Holmast, als die Nachricht, die dort hinterlassen war, den Blondschopf wie ein Schlag ins Gesichts traf. Ein Schlag, den man den sonst so weichen, unbeschwerten Gesichtszuegen des Spielmanns deutlich ablesen konnte. Ewigkeiten mochten fuer ihn vergehen, wie er die Buchstaben so anstarrte, waehrend fuer andere nur wenige Atemzuege erfolgten. Schliesslich hob sich seine Hand, und langsam nahm er das Schild von dem rosa bewimpelten, noch immer vom Wind leise klirrenden Pfahl ab. Seine Augen wanderten ueber die Holzbalken, als er zuruecktrat, und kurz beugte er sich hinab, um sie wieder in die richtige Position zurueck zu schieben - bevor er sich umwandte und seine Schritte zaeh in Richtung des Drachens fortsetzte. |
16.07.2015 17:54:05 | Aw: [Bories] "Mann" trägt heute Rosa (#94305) |
-Depp- | [b][center][i]Kindertraeume[/i][/center][/b] Leise klickte es einmal..zweimal...als er den Schluessel in dem eisernen Schloss der hellen Holztuer herumdrehte. Ein kurzer, lauterer Ruettler folgte, als die Tuer dachte klemmen zu muessen, und der Stoss, den der Spielmann ihr mit seiner Schulter versetzte, brach die Stille in dem leerstehenden Gebaeude. Die Tuere quietschte etwas, als er sie langsam ein Stueck aufschob, und die ersten Schritte ueber die knarzenden Holzdielen in den abgedunkelten Raum setzte. Sacht brach das Licht durch die geschlossene Verriegelung des Fensters neben der Tuer, zeichnete in feinen Strahlen den von ihm aufgewirbelten Staub ab, und war trotz aller Spaerlichtkeit genug, um dem Halbelfen ausreichend Licht zu spenden, sodass er seinen Weg gen des Fensters finden konnte. Vorsichtig tasteten seine weichen Haende ueber die Holzverriegelung, bis er den Griff fand, mit einem Ruck umlegte und die Fensterlaeden aufschob. Blinzelnd drehte er den Kopf zur Seite, als die Mittagssonne sich nun flutend ihren Weg in den Raum bahnte und die Dunkelheit fluechten liess. Dick war die Staubschicht, die den hoelzernen Boden bedeckte, und erbost die Spinnen, die sich bei der Stoerung in den zahlreichen Netzen, die in den Deckenwinkeln hangen, bewegten. Die einfachen, buergerlichen Fachwerkwaende hatten schon bessere Zeiten gesehen, aber es war mitnichten etwas, das tuechtige Handwerkshaende nicht ausbessern koennten. Still griff der Bursche zu dem Seemannstuch, das an seinem Guertel hing, und band es sich als Mundschutz ueber die untere Haelfte seines Gesichts. Weiterer Staub wirbelte auf, als er seinen Weg durch den Raum und zwei Zimmer fortsetzte, auch dort die Fenster oeffnete und zwei kleinen Maeusen einen Haidenschreck einjagte, bevor er zurueck in den grossen Hauptraum ging. Langsam wanderten die Augen dann den Innenraum entlang, ueber Waende, Balken, Dielen, Ecken, den erloschenen Kamin, den zerstoerten Ofen, die eine Tuer die nur halb in der Ecke hing - und unter seinem Mundtuch zeichnete sich langsam aber sicher ein breiter werdendes Laecheln ab. Regungslos verweilte er eine zeitlang einfach in der Raummitte, die Umgebung um sich herum musternd, waehrend sein Kopf von allein begann die kleine Welt um ihn herum neu zu gestalten. Dann brach die Stille als er ob der trockenen, staubigen Luft ein paar Mal aufhustete, und wie als fasse er es als Zeichen loszulegen, griff er nach einem groesseren, zusammengerollten Pergament am Ruecken, liess sich inmitten des Drecks nieder, rollte das Papier aus, griff zum Kohlestift und begann sich an die Arbeit zu machen - und allem Anschein nach, war es ein ganzes Stueck Arbeit, das hier bevorstehen wuerde. |