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14.02.2015 10:01:23
Chaos auf dem Handelsweg, AO räumt auf (#88697)
Arthemie
Die Ereignisse überschlugen sich. Eigentlich waren die Gefährtinnen ausgezogen, die Zutaten für das Ritual der Luftgeister zu suchen. In der Zwischenzeit braute sich nahe der Bucht ein Unwetter zusammen. Einige Gefährten bauten eilig Zelte ab, andere versuchten, die Lagergegenstände in Sicherheit zu bringen. Es muss wohl chaotisch gewesen sein. Blitze brachen los, entzündeten kleine Feuer im nahen Gehölz, welche durch den Regen sogleich wider gelöscht wurden. An sich war die Lage im Griff.
Als Liri und Salina vollkommen durchnässt hinzueilten, hatte in der Zwischenzeit allerdings ein Zelt gebrannt, Vrok marschierte ihnen schwankend entgegen und das Geschrei nach einem Angriff war groß. Arvon eilte Vrok hinterher, Cashan schrie etwas von Bewegungen, er selbst verschwand dann im Regen, das Chaos brach von neuem auf. Liri hielt zunächst mit einigen Anderen die Stellung in der Zuflucht, falls Signale nach Mirhaven geschickt werden mussten. Doch die Schreierei auf dem Weg wollte nicht abebben. Ein unsichtbarer Angreifer, ein in Rage geratener Cashan …
Als dann auch Salina und die Übrigen hinzueilten, hatte Cashan einen im Regen sichtbaren Umriss gestellt, Liri sang für sich und einige Gefährten, dass sie sehen konnten, was sich dort verbergen musste. Vrok kam auch schimpfend wieder hinzu, noch mehr Chaos …
Cashan war so wütend, weil der versteckte Angreifer Zelte in Brand gesteckt hatte, mittels eines Zaubers, vollkommen gleichgültig, ob jemand darin lag, oder nicht. Dann der Zauberangriff auf Vrok, die einzige Regel der Zuflucht war gebrochen. Niemandem schaden. Warum hatten sie es getan? Das wusste niemand, doch Shyba war es, die ihre Herrin Yuki erkannte. Die Vorgeschichte hatte ja längst die Runde gemacht, von Yukis, aus Liris Sicht Spiel mit Vrok und Vribag, mit welchen sie lange gesprochen hatte, dann der Gegenschlag von Vrok, bei dem Yuki verletzt worden war. Aber sie konnte es nicht gut sein lassen, nein. Sie hatte es wieder getan.
Im nächsten Moment schlug Cashan auch schon zu, ins unsichtbare Leere und verfehlte dort nicht Yuki, sondern Maga Thea, welche sich dann aus der Unsichtbarkeit löste. Sie rang alles um sich mit einer Verzauberung nieder, was Cashan noch wütender machte. Als Thea ihn aus den Fesseln löste, prallte ein heftiger Schlag gegen deren Kiefer, ein Krachen war zu hören. Immer wieder warf Yuki Festhaltezauber in die Runde, aber dafür schien es zu spät. Nelphie schimpfte laut auf die Magas ein, Arvon wollte intervenieren, auch Liri hatte Cashan gepackt, ihn zurückzuzerren, denn er wollte weiter auf Thea einhieben. Sie hatte ihn eigentlich fest in Händen. Anne wurde wütend und konnte dann auch nicht mehr an sich halten, Vribag stapfte aufgebracht umher, die riesigen Pranken an der noch riesigeren Axt, Vrok schimpfte auf alle Hexen Amdirs … es wurde immer schlimmer.
Dann kam der Finale Zauber, alles erstarrte. Maga Thea warf eine mächtige, fesselnde Verzauberung in die Reihe, das war der Moment, in dem Cashan starb. Er versteinerte einfach, die Magierinnen gingen auf der Ätherebene fort. Anne folgte ihnen wohl noch ein Stück, doch das war in diesem Moment zweitrangig geworden. Cashan war verloren. Er war längst vollständig Stein geworden.

Das war der Moment, in dem Liri endlich das Kommando zurück erhielt. „Vribag, trag Cashan in den Tempel, Carvon, Lynnia, ihr kümmert euch um ihn. Die Hin gehen zur Silberwache und geben dort Meldung ab, Nelphie, du verständigst den arkanen Orden. Jetzt!“ und alle folgten. Anne kam wieder hinzu und wurde angewiesen, mit zur Wache zu gehen.
Vribag schleppte den steinernen Cashan mit Arvon dann ins Hospital. Arvon und Lynnia berieten, was zu tun sei, allein ein mächtiger Bannzauber eines Magiers konnte den harten Stein wieder zu Fleisch werden lassen, und es musste schnell geschehen. Arvon wollte, dass Thea das übernahm, um Wiedergutmachung zu leisten. Doch im Grunde war es für diese zu spät. Lynnia eilte dennoch, die Magas zu suchen. Liri löste derweil ihre Rüstung. In diesem Moment war es ihr vollkommen egal, welcher Magier kam, denn das Wichtigste war, dass Cashan gerettet wurde. So trat sie im Untergewand vor die Türe, ob die schwache Luft der stickigen Gassen ausreichen würde? Sie hatte keine Zeit, keine Wahl und keine andere Chance, so begann sie leise zu singen, mit dem Wind zu flüstern. Ihre ganze Angst und Pein legte sie in die leise Stimme und die gehauchte Melodie, die sie dann nach Valvec schickte, in die Unterkunft Enians. Ihr war es egal, wer es noch hören mochte. Sie wusste, wenn Enian sie hören konnte, würde er zu ihr eilen, auf der Stelle.
Cashan war übrigens auch nicht durch einen Kuss zu erwecken, das hatte Liri versucht.

Dann kehten Anne, Dory und Will von der Wache zurück, auch Nelphie kam noch einmal um nach den Gefährten zu sehen. Lynnia kam ebenso zurück und berichtete, dass die Magierinnen sich im Recht sahen und ein Bad nahmen.
Die Wachen, denen Anne berichtetet hatte, zunächst Vale, dann auch noch Sam und Rashal, machten sich derweil wohl auf den Weg in die Akademie, während denen, die im Hospital ausharrten nichts blieb, als zu warten.
Nachdem sie etwa die halbe Nacht gewartet hatten, um Cashan geschart, wurde es dann auch schon wieder laut im Vorraum, das Chaos entflammte von Neuem. Es marschierten erst die Wachen auf, Vale, Sam, Rashal, im Schlepptau hatten sie Yuki und Gina. Diesen folgte dann aber auch schon Enian, der durch die Portale von Valvec gekommen war und sich zu ihnen ins Hospital durchgefragt hatte, begleitet von Kisha.
Rashal erkundigte sich nach der Lage und Enian drängte sich trotz Gegenwehr von Sam in das Behandlungszimmer durch, wo er sich die Lage kurz besah, und auch schon das begann, wofür er gekommen war. Cashan befreien. Er wirkte einen längeren Bannzauber, benötigte einige Tropfen Blut als Fokus, sprach Formeln, wirkte und vollführte die entsprechenden Gesten. Alle hofften auf ihn. Alle warteten gespannt.
In der Zwischenzeit verließen Gina und Yuki das Lazarett wieder, sie waren nicht verhaftet und hätten selbst den Zauber von Cashan genommen, wäre ihnen Enian nicht ebenso zur Stelle gewesen.

Als der Zauber gebannt war, brach Cashan tot zusammen, sein Geist hatte ohne Hülle den Ort verlassen. Arvon und Anne waren sofort zur Stelle, Arvon betete, Anne schickte ihren Geisterführer aus. Sie entzündete Weihrauch, sprach zu den Geistern und ihr Führer schleifte den Totengeist von Cashan am Schlawittchen zurück in seinen Körper, welchen Arvon dann heilte und mit Liri im Lazarett bettete. Anne war sehr schwach durch das Ritual und wurde dann von Lynnia ins Bett daneben gelegt. So schliefen sie ein, Cashan und Liri im einen Bett, Anne und Lynnia in dem daneben.
Ohne den Beistand von Nelphie, Will, Dory, auch Shyba, Vrok, Vribag, Arvon, Enian und Kisha, sowie der Wachen Vale, Sam und Rashal, hätte Cashan nie wieder zu ihnen zurückgefunden.

Was danach wohl noch im arkanen Orden vor sich ging und wie die Suche der Wachen nach Gina und Yuki sich entwickelte, wird an anderer Stelle sicher erzählt werden.
14.02.2015 20:46:56
Aw: Chaos auf dem Handelsweg, AO räumt auf (#88715)
Arthemie
Liri hatte Cashan auch deutlich gemacht, dass Angriff keine Verteidigung war. Wut sollte dazu da sein, die seinen zu schützen. Sie sollte vor einem stehen und nicht auf einen Feind geschossen werden.
14.02.2015 20:49:08
Aw: Chaos auf dem Handelsweg, AO räumt auf (#88716)
Arthemie
Und Liri seufzte erst einmal theatralisch. Sie hatte Anne und die Hin zu der Wache geschickt, damit die Situation nicht weiter eskalieren konnte. Dass Anne dann auf dem Markt allen verkünden würde, was schlimmes geschehen war, Anzeigen, Gegenanzeigen, Gerichtsverhandlungen, Gesetze, fürstliche Konsequenzen …
Sie legte das Haupt schief, schnaufte und wusste einfach nichts mehr. Worum ging es noch gleich?
Schließlich fand sie die richtigen Worte. Wie konnten sie frei sein, ohne Mauern, nur mit der einen eigenen Regel, ohne einen Fürsten, der ihnen diktierte, alle gleich, nur ihren Herzen unterstellt … und gleichzeitig auf dem Markt wettern und bei einem Gericht nach Gerechtigkeit schreien? Was hatte dieses Gericht denn mit der Zuflucht zu tun?

Der arkane Orden war informiert, die Wachen alarmiert. Die Konsequenzen würden für Thea und Yuki ohnehin groß sein, gerecht sein. Am Ende wurde es doch immer gerecht. Die Zuflucht sollte nun tun, was sie immer tat. Überdauern, sich selbst heilen, sich und die, die sie brauchten schützen.
Die Götter richteten. Sie richteten auch gerecht durch ihre erwählten Vertreter bei Gericht, keine Frage. Aber dieses Gericht stand in keinem Zusammenhang mit dem, was geschehen war, zumindest aus Liris Sicht.

Und Anne verstand. Sie mussten wählen, entweder frei, ohne Stadt, dann aber auch ohne deren Schutz, oder mit der Stadt, dann aber auch mit deren Gesetz, und diese Gesetze verstanden weder Liri noch Anne. Anne verstand aber was Liri sagte und würde die Anzeige zurückziehen, hoffen und vertrauen, dass es selbst gerecht wurde.


Die ersten Konsequenzen waren ja bereits sichtbar, auch ohne Gericht …
14.02.2015 22:01:44
Aw: Chaos auf dem Handelsweg, AO räumt auf (#88717)
Varulfen
"Feuer, es brennt!", Rufe von außerhalb des Zeltes, während Wasser wie aus Eimern sich über das Land ergoss. "Jemand ist hier.", das Flüstern Cashans, als sie nachsah, woher das Chaos stammte. Magie, die sich in ihrer Mitte entfaltete, angekokelte Zelte.

Dann ein Halbork, der einfach davonstampfte. Das Feuer löschte sich im Gewitter selbst. Sie versuchten sich abzusichern, mit der Befürchtung, die Unsichtbaren könnten in jedem Moment wieder zuschlagen. Nur Cashan und Arvon gingen zuerst den Halbork suchen, der ohne Grund aus der Sicherheit der Gruppe geflohen war. Vrok, der sonst sicher geblieben wäre, um zu kämpfen.

Cashan kam zurück, als sie noch die Verteidigung des Lagers organisieren wollten. "Er steht am Handelsweg und rührt sich nicht." Waren sie das Ziel gewesen oder er? Nach und nach folgten alle.
Fußspuren im Regen, Umrisse, die sich zwischen den Tropfen abzeichneten, aber zu keinem Körper zu gehören schienen. Cashan schlich sich an einen der Umrisse an, die sich Vrok näherten. Er schlug zu. Mehr Magie entfaltete sich. Zwei Frauen wurden sichtbar, Yuki und Thea.

Sie nahmen anderen den Willen, einfach so, ohne Reue, ohne Skrupel. Versklavung durch Magie. Abfällige Bemerkungen, keinen Respekt vor Freiheit, Willen, Eigenbestimmung.
Als die Lage dann eskalierte, versteinerte Cashan, sie flohen durch die Geisterwelt. Weiter nur Abfälligkeit und Herablassung.

So etwas musste gestraft werden. Das konnte man nicht zulassen. Verantwortungslosigkeit bei solcher Macht...



Es dauerte eine Weile, bis der Strudel der Gefühle abebbte und Vernunft, Geduld und vor allem Weisheit sich wieder zeigten. Und das Prinzip der Zuflucht war wichtiger, als andere zu bestrafen.