05.01.2015 09:03:07 | Vor dem Tempeltor (#85976) |
revenge | Lynathan hatte sich in eine rituelle Robe gehüllt, die nun lange Zeit ein eher tristes Dasein am Grunde ihres Reisegepäcks gefristet hatte. Das Gewand war aus so feiner und dünner Spinnenseide gefertigt, dass es auf unanständige Weise die Konturen ihres Körpers frei gab. Nichts sollte an diesem Zyklus zwischen ihr und der Dunklen Mutter stehen. Gleichwohl verbarg sie sich bis zur Ankunft vor dem Tor mit einem Mantel vor den neugierigen Blicken der Niederen und Unwürdigen. Sie hatte eine Stunde abgepasst zu welcher sich Ang und seine Sklaven für eine kurze Pause zurückgezogen hatten und trat bis an die Absperrung an das verschlossene Tempeltor heran. Das heilige Symbol ihrer launischen Göttin wog schwer um ihren Hals und diese Launen waren es wohl, die Lynathan noch Zweifel ließen, ob es ihr gelingen würde mit diesem Ort Zwiesprache zu halten. Ein Umstand, der sich gewiss keinen Weg aus ihren Gedanken heraus über ihren Mund bahnen würde und auch die Sprache ihres Körpers würde klar und sicher sein. Iym'shalee hatte versichert die Fallen alsbald zu entfernen und hatte [url=http://www.amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=50&id=57545&limit=6&limitstart=42&Itemid=128#85961]Nachricht[/url] gesandt, dass diese nun unschädlich gemacht wurden. So traute sich die Dunkelelfe doch ein wenig näher noch heran ohne das Tor selbst zu berühren. Die ersten Momente wollte sie nutzen, um Zwiesprache mit ihrem Inneren zu halten, während sie den Ort selbst in Augenschein nahm. Der blutige abgetrennte Kopf eines männlichen Menschen lag in einer kupfernen Schale in ihren Händen. Kein Opfer, das Lloth aus ihren Stiefeln heben würde, denn das Blut war geronnen und bereits einige Zeit an Händen und Klinge festgetrocknet. Dennoch hatte sie es vergossen im Namen ihrer Patronin und ein wenig Gefallen, würde die fürchterliche Göttin möglicherweise daran finden. Sie begoss ihn mit Öl, streute einige Kräuter und Rauchsubstanzen darüber und setzte ihn mit einem Funkenschlag in Flammen. Während die Drogen begannen ihren Geist zu benebeln und zu öffnen für allerhand Einflüsse, die sie in einem solchen Augenblick für nützlich hielt, richtete sich ihr Blick direkt auf das Tor. War es die Prüfung diesen tödlichen Mechanismus, der auf den Angeln der Pforte lag zu überdauern? Iym'shalee hatte ihr von der Unnahbarkeit dieser gefährlichen Falle - selbst für deren geschickten Hände und die klugen Gedanken der Faern - berichtet. Lynathan wusste, dass es die Spinnendämonin nicht selten auch nach dem heiligen Blut ihrer Dienerinnen dürstete. Oder war es mehr eine Prüfung des Geistes und des Glaubens, die ihr hier bevor stand? Immer wieder goss sie Öl nach, während sie sich diesen Gedanken hingab bis vom Schädel nurmehr ein verkohlter klobiger Überrest geblieben war. |
06.01.2015 13:06:38 | Aw: Vor dem Tempeltor (#86061) |
ArGon | Auf dem großen, offenen Akademiegelände befanden sich nur wenige Besucher, die sich gedämpft und leise in den Bereichen der Werkstätten unterhielten. Einige schienen wie Lynathan darauf bedacht zu sein ihre Identität zu verschleiern, während andere wiederum klar als Mitglieder der hiesigen Organisationen Vlos Ora und Renor Plakla zugeordnet werden konnten. Je näher sie den Tempel kam, desto stiller wurde es. Es schien als ob die Besucher einen ehrfürchtigen Abstand vor den mächtigen Toren des Tempels einhalten würden. Auch wenn sich neben den großen Toren um den Tempel herum noch immer einige riesige Gesteinsbrocken befanden, so schien er in einem beeindruckenden Zustand, bedachte man das einst die Decke alles auf dem Gelände mit Stein und Schutt begrub. Als die Priesterin sich den Toren näherte entgingen ihr nicht zwei weibliche Drow Vlos Oras, die etwas entfernt vom Tempel Stellung bezogen hatten. Von ihrer Position hatten sie einen zweifellos guten Blick auf die Tore des Tempels, doch schienen sie darum bemüht nicht zu sehr die Aufmerksamkeit von Lynathan auf sich zu ziehen und beschränkten sich nur auf eine wenige kurze Blicke in ihre Richtung. Vor den Toren angelangt war etwas ganz anderes was ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Wirkte die massive, riesige Tür die in die Dunkelheit der Decke eintauchte einschüchternd, so war sie nichts im Vergleich zu den Kräften die hinter ihr verborgen waren. War die Präsenz ihrer dunklen Göttin innerhalb des restlichen Handelsposten nur geringfügig für Lynathan gewesen, so schien sie sich an diesem Ort gewaltig zu bündeln. Mit dem Blick auf das Tor gerichtet, vernebelte sich langsam ihr Geist. Sie merkte wie sich die Präsenz von Lloth um sie herum zu verstärken schien. Für einen kurzen Moment bemerkte sie nun deutlich, wie die beiden weiblichen Wachposten sie nun offen aus Entfernung anstarrten. Doch Angesichts der Präsenz ihrer Göttin, war es für Lynathan nicht länger von Interesse. In Lynathan Geiste schienen sich die Tore langsam in Bewegung zu setzen, als ob sie von der gewaltigen Macht im Inneren aufgedrückt wurden. Schließlich öffnete sich ein kleiner, dunkler Spalt. Ihre Gedanken, ihr gesamter Geist wurden von den Gefühlen einer schier unbegrenzten Macht in einem Bruchteil einer Sekunde überrollt, als ob sie ein blitzschneller Schlag getroffen hätte. Schweißgebadet und keuchend fand sie sich vor den verschlossenen Toren wieder, während ihr Geist langsam wieder an Klarheit gewann. |
07.01.2015 10:15:08 | Aw: Vor dem Tempeltor (#86123) |
revenge | Dass sie nicht in tausend kleinen Fetzen die Felsen zierte, sagte Lynathan was sie wissen musste und es gab ihr - trotz allem - neuen Mut weitere Dinge in dieser Angelegenheit zu versuchen. Das Ziel musste sein ein Opfer zu erlangen, das die Mutter ausreichend gierig stimmte die Forderung ihrer Priesterin anzuhören. Zudem vermutete sie, dass die Gunst, die Lloth ihr in den Jahren gewährte noch nicht ausreichend angewachsen war, um die Macht, die hinter diesen Toren wartete in sich aufzunehmen. So musste mehr Blut im Namen der Spinnenkönigin vergossen werden und Lynathan würde vor allem eines aufbringen müssen: Eine gewisse Geduld. Dennoch wollte sie keine Zeit verschwenden und bereitete vor dem Tempeltor alles für kommende Schritte vor. Sie brachte einen Ritualkreis aus mit Blut vermischter Kreide aus und stellte acht kleine Kupferschalen auf den äußeren Ring dieses Kreises, der von acht Linien durchkreuzt wurde und so alle Schalen miteinander durch einen Mittelpunkt verband. Hier würde das Opfer liegen. Und da die Suche nach einem elfischen Leidenden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen würde, fasste sie den Plan einen Versuch mit einem menschlichen Opfer zu unternehmen. |
23.01.2015 08:35:30 | Aw: Vor dem Tempeltor (#87337) |
revenge | Die Ilharess, der Magus und ein Neuankömmling hatten sich gemeinsam mit der Priesterin tief in der Land des Feuerballs vorgewagt, um das erste Opfer zu Ehren Lloths zu finden. Das Schicksal meinte es wahrlich nicht gut mit den dunklen Gestalten, denn neben der hoch stehenden Sonne plagte auch noch Regen und die salzige peitschende Luft der See Augen und Nasen und ließ sie vollkommen durchnässt nach einem langen Marsch in der Höhle, die sie sich zum Ziel genommen hatten, ankommen. Lynathan war vom ersten Augenblick an unzufrieden, vor allem mit sich selbst, da ihre Berechnungen des Sonnenstandes noch immer fehlerhaft waren und so der Aufbruch nicht bei Nacht, sondern im grellen Schein des Feuerballes geschehen musste. Die Übrigen schienen bis auf Ang ihre Entscheidung hin zu nehmen. Der Magier konnte sich wie stets einige bissige Kommentare nicht verkneifen, die Lynathan nicht eben milder stimmten. Die ersten Menschen, welchen sie begegneten und die mutig noch ihr Heim zu verteidigten wagten, fielen daher ihrem Zorn und dem Blutdurst der übrigen Dunkelelfen zum Opfer. Sie nahm nicht nur das Blut an ihrer Klinge, sondern träufelte auch etwas von jedem Einzelnen in eine Phiole, die ihr später gute Dienste beim Gebet leisten würde. Eine ganze Weile zogen sie durch die Kammern, die die Menschen in den Stein geschlagen hatten. Ein inneres Gefühl und die Weisung der Knochen, die sie warf, führten die Priesterin zu einem kleinen Schatz der Räuber: Ein daumennagelgroßer Rubin, ein Edelgestein, das Blut trank und eine weitere wertvolle Beigabe zu ihrem Vorhaben. In einer weiteren Kammer tiefer in der menschlichen Behausung gelegen traf ihr Blick auf einen menschlichen Magier, Symbol für Klugheit, Bedachtheit und Macht, und im gleichen Augenblick schlug dessen beschworene Magie mitten in ihre Brust. Sie zog heiser Atem und von einer Eingebung ergriffen wusste sie: Das war er. Neben dem Blut, das ihr aus dem Mund drang, gab sie auch Ang die Weisung seine Magie über eben diesem zusammenbrechen zu lassen. Der Schlafzauber, der den Menschen griff, ging nahezu unter im Stöhnen und Schreien der Sterbenden rings um ihn herum, doch als die Stille des Todes einkehrte und die vier schwarzgewandten Gestalten auf ihr Opfer niederblickten, wurde offenbar, dass ihnen gelungen war wozu sie den beschwerlichen Pfad auf sich genommen hatten. Der Weg zurück war beschwerlich und es wurde Nym'rak, dem Neuankömmling, das zweifelhafte Vergnügen zuteil das schlafende Opfer bis in sein dunkles Gefängnis hinab zu tragen. Ein wenig glücklich mochten sich wohl alle schätzen, dass der helle Feuerball einem weniger hellen Mondschein gewichen war und die Nacht ihre Kühle über die Wanderer brachte. Lynathan kehrte noch mit Blut besudelt und den Anstrengungen der Reise in den Knochen zu den Toren des Tempels und verbrannte dessen Blut in berauschendem Kraut und zu einem stillen Gebet. Sie kniete bis ihre Beine taub und ihr Geist nicht mehr benebelt war. Alsbald würde die Jagd von Neuem beginnen und diese Zweite würde jedem Einzelnen nocheinmal deutlich mehr abverlangen. |
03.02.2015 09:50:54 | Aw: Vor dem Tempeltor (#87999) |
revenge | Auf der Suche nach dem zweiten Opfer waren neuerlich die Ilharess, der Späher, der Magier und die Priesterin weit in das Land des Feuerballs vorgedrungen, um den schmalfüßigen Spuren ihres nächstes Zieles zu folgen. Die Gelegenheit war günstig Nym'rak seinen Nutzen unter Beweis stellen zu lassen, obgleich das Risiko, dass er versagte beträchlich war. So ging der Späher seiner Wege mit einer großen Last auf seinen Schultern und der Ilharess, die seine Bemühungen überwachen sollte, im Nacken. Wieder hatten Lynathans Berechnungen des Sonnenstandes versagt, so dass das Licht erbarmungslos auf die kleine Gruppe herunterschien. Weit drangen ihre Blicke nicht, doch Nym'rak und Iym'shalee waren erfahren und weise genug sich auf die nahen Spuren zu konzentrieren, die teils von andauernden Regenfällen verwischt wurden. Sie verfolgten die schmalen Spuren der Elfe weit bis an eine Ruine heran. Leichtfüßig wie sie waren begannen die beiden Späher die Ruinen zu umrunden, während Lynathan immer weiter zwischen den Balken und halbhohen Mauern vordrang. Zu zögern lag ihr nicht im Blut und beim ersten länger anhaltendem Blickkontakt sprach sie die dunklen Worte ihrer Göttin und legte einen Bann der Lähmung über die Elfe, welche erschrocken noch allein vom Anblick der dunkel gerüsteten Gestalt panisch davonzuspringen begann, in der Bewegung einfror und hart zu Boden stürzte. Die Absprache innerhalb der kleinen Gruppe funktionierten gut, denn nur wenige Herzschläge später standen die drei übrigen Dunkelelfen bereit, um die Elfe, die erbitterten Widerstand zu leisten bereit war, in Fesseln und Knebel zu legen. Ihre willensstarke Art und unablässige Bemühungen sich zu befreien, sollte der kleinen dunklen Gruppe den gesamten Rückweg über eine Plage sein. Mit entflammten Hass hielt Lynathan an diesem Tag das Zeichen des Corellons, das die Elfe um ihren schlanken Hals getragen hatte, in der Hand. Nur ein Tuch trennte sie von der direkten Berührung mit dem heiligen Symbol. Ihr Lächeln wurde boshaft und breiter. Die Göttin hatte sie wahrlich gesegnet mit diesem Opfer und alle hatten sich wie vorhergesagt als würdig erwiesen. Mit dem Blut einer Gottgesegnete würde sie der Göttin ein Frohlocken abringen... ja das würde sie. Indes hatte man die Elfe in ihrer Zelle eingeschlossen, gefesselt und geknebelt ob ihrer lauten emsigen Gebete mit der sie die Ohren der Dunkelelfen zu foltern gedachte. Ang und Nym'rak hatten abwechselnd die Wacht über das Opfer angeboten bis es seiner endgültigen Bestimmung zugeführt werden würde. ((An dieser Stelle nochmal einen ausdrücklichen Dank für die Möglichkeit hier eine reine Spielerquest umzusetzen: Danke sinnia :).)) |
17.04.2015 14:59:52 | Aw: Vor dem Tempeltor (#91039) |
revenge | Die Anrufung lag nun bereits einige Zeit zurück und die Erkenntnisse, die daraus gewonnen wurden, ließen Lynathan viel Raum für eigene Gedanken. Jene sponn sie vornehmlich in den ruhigen Stunden ihres Gebets, denn noch immer und überaus hartnäckig suchte sie die Tempeltore an jedem einzelnen Zyklus auf den sie unter Tage verbrachte. Kaum ein Zehnzyklus verging, wo sie es nicht ermöglichte ihre Gebete dort zu sprechen selbst wenn Reisen sie in die Ferne führten. Der verschlossene Tempel war für die Priesterin zur Obsession geworden und in seltenen Momenten fragte sie sich, ob sie es zu sehr wollte. Einjeder, der Lynathan aufzusuchen gedachte, konnte sie dort finden. Im Anschluss an ihr Gebet verweilte sie stets noch etwas, um für die Gläubigen präsent zu sein. |
21.06.2015 11:01:41 | Aw: Vor dem Tempeltor (#93421) |
revenge | Funken in der Dunkelheit. Lynathan spürte wie die Hitze und das verhasst Feuer näher kam, doch sie wusste nicht woher. Ihr irrender Blick fand keinen Hinweis darauf. Aus diesem und anderen Gründen war sie einmal mehr vor den Toren des einsamen Tempels zu finden. Noch immer war er verschlossen und die Priesterin nahm diesen Trotz ihrer Göttin als Zeichen der Herausforderung. Sie legte die toten Gebeine der Menschenfrau dort aus und ließ sie Stunde um Stunde dort liegen. Sie dachte nach und als ihre Gedanken einen Kreis geschlossen hatten, begann sie mit dem schwarzen Blut der Frau zu zeichnen: Linien, Kreise, kleine Figuren, Runen und Zeichen der Macht, begleitet von Worten, die Gebete und Anrufungen waren. Mit einem Mal war da das Gefühl aus der eigenen Welt entwurzelt zu sein. Um sie herum flirrte die Welt, zeigte sich in einem Schein von violett. So näherte sich die Dunkelelfe dem Tempel im ätherischen Raum und versuchte mehr zu erspähen als auf der materiellen Ebene möglich war. Noch trat sie keinen Schritt durch das geschlossene Tor, doch Lloth konnte wohl spüren, dass ihre Priesterin die Geduld verließ. Dass vieles in ihr sie dazu lockte eben dieses Tor zu durchtreten. Lynathan lauschte ihrem inneren, jener Verbindung zu Lloth, die sie einzigartig machte... hatte die Spinnenkönigin etwas zum Vorhaben ihrer Dienerin zu sagen? |