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27.09.2014 08:56:07
Untersuchung der gefangenen Ratten (#81030)
dead Rabbit
Es war schon spät als Shirin sich den Behandlungsraum des Mirhavener Hospitals ansah. Es war kein Labor wie sie es gewohnt war, für die anstehende Aufgabe würde es jedoch ausreichen. Die Schwestern welche in der Nacht über die Patienten wachten waren nicht unbedingt begeistert, aber da des Nächstens seltener neue Patienten kamen, überließ man der roten eben den Raum für ein paar Stunden.

Eine Weile lang stand Shirin einfach nur in der Stille des spärlich beleuchteten Raumes, dann ging sie an den schweren Tisch, der sonst den Feldscheren bei ihrer Arbeit diente. Zuerst einmal sorgte sie für das nötige Licht, stellte ein paar Kerzen und ein kleines Öllämpchen auf den Tisch und entzündete diese, dann nahm sie ein Bündel aus dunkelrotem Leder aus ihrer Tasche und entrollte es, darin verschiedene chirurgische Instrumente: Skalpelle verschiedener Größe und Klingenform, Klemmen, Spreizer, Pinzetten und Scheren. Eine schwarze Schürze war das nächste, was sie aus der Tasche zog, schließlich wollte sie sich die Robe nicht mit dem Blut der Ratten beflecken. Ein paar kleine Phiolen für mögliche Proben, Tinte, Feder und Pergament vollendeten ihre Vorbereitungen und sie wendete sich den Tieren zu.

Als erstes nahm sie die Ratten, die Cynthia in den Kanälen gefangen hatte. [i]"Objekt 1: R. Rattus, Gefangen mit letaler Falle, Mîrhaven Kanäle"[/i], notierte sie auf das bereit liegende Blatt. Vorsichtig entfernte sie die Falle von dem toten Tier und legte sie beiseite, dann betrachtete sie das Tier genauer: [i]Wie war der Zustand des Fells? Gab es Auffälligkeiten, kahle Stellen, Geschwüre oder Entzündungen? Wies sie Verletzungen auf, abgesehen von der todbringenden durch die Falle?[/i] Außerdem besah sie sich die Augen des Tieres, öffnete dessen Kiefer um auch einen Blick in den Rachen zu werfen. Alle Erkenntnisse notierte sie geflissentlich. Nach der äußerlichen Beschau drehte sie den Kadaver auf den Rücken, fixierte ihn mit ein paar Nadeln in dieser Position und griff nach einem Skalpell.
Mit einem Daumen streckte die den Kopf des Tieres etwas vor, dann vollzog sie einen geraden Schnitt von der Kehle des Tieres bis zu dessen Schwanz. Zwei weitere Schnitte auf Höhe der Beine folgten und sie legte das Messer zur Seite, legte die Bauchhöhle des Tieres frei und fixierte die Haut mit ein paar Nadeln seitlich des Tieres. Erneut griff sie zur Feder und notierte sich die ersten Eindrücke, [i]waren Schwellungen erkennbar, Verfärbungen?[/i]. Wieder zum Skalpell greifend begann sie das Tier weiter zu sezieren, entnahm den Magen des Tieres um dessen Inhalt zu untersuchen. Einen Teil davon, sowie weitere Organe wie Herz, Nieren, Leber, gab sie schließlich in jeweils eine Phiole um diese Proben später nochmal zu betrachten.

Sie beseitigte die Überreste des Tieres, stellte die gewonnen Proben zur Seite, reinigte kurz die verwendeten Instrumente und widmete sich einem der lebenden Tiere, die Cynthia gefangen hatte. Mit einer (zur Sicherheit behandschuhten) Hand hielt sie das quiekende Tier auf dem Tisch fest, ein präziser Stich knapp unterhalb des Schädels durchtrennte dessen Genick und führte den Tod der Ratte herbei. Dann wiederholte sie geradezu methodisch die Schritte, die sie bei der vorherigen Ratte durchgeführt hatte. Zuerst untersuchte sie das Tier auf äußere Auffälligkeiten, dann folgte sie Sektion. Wieder betrachtete sie dabei erst den allgemeinen Zustand des Tieres, ehe sie einzelne Proben entnahm. Außerdem füllte sie diesmal ein wenig Blut ab und stellte es zu den anderen Proben, ehe sie ihre Notizen um die Eindrücke der zweiten Untersuchung ergänzte und wieder ihre Werkzeuge reinigte.

Schließlich nahm sie sich die Ratte vor, die Rashal samt Falle aus der Gasse geborgen hatte. Anscheinend hatte man dort einen toten gefunden, der die gleichen Merkmale aufwies wie die Leichen, die Stadträtin Fearis zuvor beschrieben hatte.
[i]Gab es Hinweise darauf das das Tier dem gleichen Schicksal zum Opfer gefallen war wie der gefundene tote, oder war es einfach der Falle zum Opfer gefallen?[/i]
Besonders gründlich untersuchte sie das Tier, sezierte es wie die vorherigen Tiere und entnahm auch bei diesem wieder Proben.

Nachdem sie auch die Reste der letzten Ratte beseitigt hatte, ihre Notizen vervollständigt und alles gereinigt hatte besah sie sich die genommen Proben, welche ordentlich in kleinen Blöcken aufgestellt warteten, um nicht verwechselt zu werden und besah sich die jeweiligen Organe im Vergleich: [i]Gab es signifikante Unterschiede? War eines anders gefärbt als die übrigen, besonders vergrößert oder verkümmert?[/i]
Ehe die das Hospital wieder verließ, saß sie noch eine Weile im Licht der kleinen Öllampe, ging nochmal durch ihre Notizen und betrachtete die genommenen Proben.
29.09.2014 16:49:18
Aw: Untersuchung der gefangenen Ratten (#81129)
Lisk
Am Ende ihrer Untersuchungen hatte sie in etwa folgendes auf ihrem Pergament stehen, das trotz aller Sorgfalt doch den ein oder anderen Spritzer an Körperflüssigkeit abbekommen hatte:

[quote][u]Objekt 1: R. Rattus, Gefangen mit letaler Falle, Mîrhaven Kanäle[/u]
Kotverklebtes Fell (Kanalisation), gebrochenes Rückgrat (Falle), vereinzelt Zahnverlust (Ursache unbekannt), abgemagert (Mageninhalt: gering, Unrat aus der Kanalisation), keine sonstigen Auffälligkeiten

[u]Objekt 2: R. Rattus, lebend bis zum Zeitpunkt der Obduktion[/u]
Ungepflegtes Fell, vereinzelt Zahnverlust (Ursache unbekannt), abgemagert (Mageninhalt: kaum vorhanden, Fasern von Stoff und Leinen), keine sonstigen Auffälligkeiten

[u]Objekt 3: R. Rattus, Gefangen mit letaler Falle, Mirhaven Seitengasse neben verhungerter Leiche[/u]
Ungepflegtes Fell, gebrochenes Rückgrat (Falle), Zahnverlust (Ursache unbekannt), bis auf die Knochen abgemagert (Mageninhalt leer), keine sonstigen Auffälligkeiten

[u]Bemerkungen zum Organvergleich:[/u]
Während sich die Proben von Objekt 1 und 2 einigermaßen glichen und Stadien von Hunger aufwiesen, zeigten sich diesselben Symptome bei den Proben von Objekt 3 in starker Ausprägung.[/quote]