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09.01.2014 07:48:42
[Abgeschlossen] Laster der Gerechtigkeit (#74399)
Mash
Das Lachen auf Burg Winterrache, sonst ein gern gesehener Gast, wurde in den jüngsten Tagen seltener. Auf den Mauern schritten die Männer und Frauen mit ernsten Gesichtern. Getuschelt und geredet wurde im gedämpften Tonfall, mit Schmerz und Erwartung in der Stimme. Es gab nur ein Thema: Bald würde die kaltblütige Mörderin, die Dämonenbuhle Merlina Schwarzflügel ihren Prozess - und das verdiente Urteil erhalten.

Die Winterwächter hatten die unglaubliche Provokation, den Mord an einem unschuldigen Mann direkt vor den Toren der Burg, durchgeführt von Merlina und einigen anderen bekannten Valvecer Größen - nie vergessen und nie verwunden. Die Machtlosigkeit, die ihnen demonstriert werden sollte, hatte jeden von ihnen getroffen wie ein Pfeil. Merlina war in jener unglücklichen Position, dass sie die Einzige war die die Winterwächter durch einen Glücksfall zu fassen bekommen konnten - und nun konzentrierte sich all der aufgestaute Zorn auf sie. Ja, die Winterwächter kämpften für das Licht und das Gute in allen Menschen, doch Heilige waren sie noch nicht, und auch solche menschlichen Gefühle überfielen sie in jener Lage. Es war Verdienst der Ritter, vor allem von Lady Magalis, die das hitzige Gemüt der noch jungen Kämpfer besänftigten und sie davor warnten, Rache mit Gerechtigkeit zu verwechseln.

Der Saal der Tafelrunde wurde mit Wappen geschmückt: Auf der rechten Seite (wenn man zum zentralen Tisch der Ritter hinblicke) wurden die Wappen der Winterwächter und Ritter aufgehängt, daneben die Elborias und Telodurs. Auf der linken Seite wurde die Wand kahl gelassen: Dies waren die Plätze für die Valvecer Gesandtenschaft.

Sir Desmond fand man meist allein in der Kapelle, knieend vor dem Altar und scheinbar ohne seine Umgebung wahr zu nehmen. Noch immer lag Yunas Leichnam aufgebahrt, und es hiess dass Desmond plante ihn nach dem Prozess nach ihrem letzten Willen mit allen Ehren bestatten zu lassen.
12.01.2014 13:56:57
[Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74494)
Kriegerin
[u]Branka Ilmarin:
[/u]
Branka bekam das Beben der Mauer, das Hallen der Schritte auf den Weggängen, das Sirren der Pfeile mit. Aber sie sah nichts davon. Im Lazarett hielt sie sich zusammen mit dem Heiler Kaine bereit. Tücher wurden ausgebreitet, Laken aufgeschlagen, Tigel bereits geöffnet. Für die Gefangene Schwarzflügel oder für die Frau Jun würde der Kampf tödlich enden. Doch der schlimmste Moment war als draußen Stille einzukehren schien. Erst dann kamen die Berichte von einem Wesen mit flammenden Flügeln langsam herein und ließen Branka, die eh schon fahl vor Sorge war, noch zittriger ans Werk gehen.
12.01.2014 17:54:13
Aw: [Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74508)
Xiu
Der Prozess, das Urteil und Merlinas Einspruch, der Kampf auf der Brücke, Merlinas Freitod und das Flammenwesen das aus Ihr entsprang, aber auch dieses starb im kalten Wasser des Flusses. Oder stimmt es, was sie sagen? Dämonen und Teufel sterben nicht.
Jun Gedanken sind erfüllt von den Eindrücken des letzten Tages. Merlinas Worte auf dem Weg zum Kampfplatz „Wenn ich meine Deckung hebe und jetzt sage, stoß zu“ Sie wollte sterben, sie wollte kein Urteil. Doch dann, als ich nichts tat, sie nicht angriff, kämpfte sie doch. Sie hätte gesiegt, sie oder dieser Teufel, dieser Dämon. Was war das für ein Wesen? Es hat sie geheilt, es hat das Eis geschmolzen. Es hat härter zugeschlagen als jeder Mensch den ich kenne. War Merlina es die kämpfte oder ES? Habe ich das richtige getan? Niemand anderes ist zu Schaden gekommen, aber Merlina ist ertrunken. Ist sie wirklich tot, ist dieses Wesen mit Ihr gestorben. Ist Merlina das widerfahren von dem mir Lilithen erzählt hat. Ist Merlinas Geist von diesem Wesen gefangen? Das unausweichliche Schicksal an das beide so fest geglaubt haben?
Die Gedanken schwirren nur so, Jun merkte es kaum wie sie sich am Flussufer entlang kämpfen, schon lassen sie das Gebirge hinter sich und der riesige Silberwald erstreckte sich endlos vor Ihnen.
18.01.2014 14:29:40
Aw: [Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74594)
Mash
Das Schwert Tyrs war gefallen. Wie ein Stein wurde die Dämonenjägerin von den eiskalten Fluten des Flusses verschlungen. Ihre Flügel waren zerissen, der dämonische Hauch erloschen. Ihre verzerrte Miene hatte Schmerz gezeigt. Geschockt blickten die Winterwächter in die Schlucht, doch es war kein Zeichen mehr zu sehen. Das schreckliche Urteil hatte sich bestätigt. Gerechtigkeit - das war die Hoffnung die man in ihren Gesichtern lesen konnte. Die Hoffnung, dass durch Merlinas Tod Sühne für ihren Mord und ihre Dämonentriebe geleistet worden sei.

Zuvor noch war Merlina mit Stolz aufgetreten. Sie hatte nicht vor dem Tribunal Desmonds und der Tafelrunde gebettelt. "Ich kann nicht ändern, was ich bin. Niemand kann das." - sie sprach von ihrem dämonischen Erbe, dass sie daran hindere dem Pfad zu folgen, den die Winterwächter ihr anboten. Die präzise Argumentation Sir Jonales aus Valvec und der persönliche Einsatz zweier Winterwächter, Jun Li und Krom, waren kurz davor gewesen das Urteil zu drehen. Doch es war Merlinas fehlender eigener Wille zur Reue und Umkehr, den Tyr - so glaubte Desmond - nicht verzeihen konnte. Erhobenen Hauptes wählte Merlina den Tod.

Die Dämonenjägerin forderte ein Gottesurteil, und Desmond, bewegt durch den Einsatz seiner eigenen Streiter für sie, musste es gestatten. Doch in jenem Zweikampf zwischen Jun Li und Merlina, aus dem nur einer lebend hervortreten durfte, geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte: Ein Dämon nahm Besitz von Merlina. Im Laufe des Kampfes verschmolzen Mensch und Dämon immer mehr miteinander, und beide erlangten ungeahnte Kräfte, denen Jun Li - und möglicherweise ganz Winterrache - ausgeliefert gewesen wäre.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer Macht stand Merlina still. Das fliegende Schwert Juns und die Pfeile Thalias durchbohrten sie. Panische, dämonische Schreie hallten durch die Berge. Und beide, Dämon und Mensch, fanden ihr Ende in den Fluten. Später fand man ihre Leiche im Silberwald und brachte sie zurück nach Winterrache, wo sie bis zu ihrer Bestattung ruhen sollte.

Doch obwohl die Geschichte nun beendet schien - niemand kannte sie vollständig, und niemand kannte die Wahrheit. Desmond hielt es für seine Pflicht, das zu ändern, auch wenn es Verwirrung geben würde, an der er nicht ganz unbeteiligt gewesen war. Aber das war der Preis der Wahrheit.

So begann er mit einem Brief an die berühmteste Bardin Amdirs, und eine Freundin der Winterwächter: Sara Ashalley.

[quote]An die Wohlverehrte Frau Sara Ashalley, Bardin und Leiterin des Theaterhauses zu Mirhaven,

es ist mir eine dringliche Bitte, mit der ich mich an Euch wende. Sicher habt Ihr in jüngsten Tagen vom Schicksal jener Frau Merlina Schwarzflügel gehört, welche auf Winterrache ihr verdientes Ende fand. Doch obgleich ich jenes Urteil nicht bereue, so ist es mein fester Glaube dass es wert sei, sie in Erinnerung zu behalten - für Dinge die sie tat und die sie bewegten, welche bisher für Viele ein Geheimnis gewesen sind. Wisset, dass ich nicht nur für sie spreche, sondern auch dass es meinen Winterwächtern lehrreich sein kann, zumal es jede Wahrheit wert ist, sich an sie zu erinnern. So erratet Ihr sicher bereits beim Lesen jener Zeilen meine dringliche Bitte, dass Ihr eine Erinnerung an ihr Leben und ihre Taten schreiben möget, so dass unsere Nachfolgenden lernen können, welche Wichtigkeit der Kampf für unser aller Schicksal hat. Es soll eine Lied-, Vers- oder Erzählungsform haben, je nachdem was Euch am besten dünkt. Für jene Zeit sollt Ihr ebenfalls eine Entlohnung haben, die Euch für die verlorene Arbeit entschädigt. So fraget und suchet die Spuren, die sie hinterließ, sammelet es und bringet die Wahrheit ans Licht. Ebenso suchet mich beizeiten zu einem Tee auf, und ich werde Euch erzählen, welchen bescheidenen Teil ich beitragen kann.

Tyr geleite Euch auf Euren Wegen,

Sir Desmond Pakusch[/quote]
18.01.2014 15:32:09
[Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74598)
Kriegerin
[b]Keara´s Brief an Burg Winterrache:[/b]

[quote]Sir Desmond Pakusch,
Herrin Isabelle,
Winterwächter!

Das Schwarze Banner grüßt Burg Winterrache!

Ihr beherbergt in Eurem Mauern mehr als zwei Dinge, die ich begehre. Doch mir diesem Brief sind es nur diese zwei Leichen, die ich respektvoll geltend mache an mich herauszugeben. Die Leiche meiner Yuna und die Leiche der Anführerin des Intrigensumpfes Valvec und Teufelin Frau Schwarzflügel.

Falls ihr glaubt Valvec zu schaden, in dem ihr mir dies verwehrt, wisst was längst ausgesprochen ist, ich stehe nicht für den Intrigensumpf. Ich bin SEINE Streiterin!

Verwehrt Ihr mir die Leichen, so trefft Ihr im Fall Yuna nur mein eigenes blutiges Herz, nährt Schmerz und Qual. Sie soll nach Hause kommen. Es ist Zeit.

Verwehrt Ihr es mir im Fall der Teufelin Frau Schwarzflügel so liegen die Dinge anders, doch trotz all Ihrer Taten gegen mich vergesse ich Merlina nicht, daß sie mir einst ein Ballkleid und Tanzstiefel schenkte als ich mit nichts auf der Ascheinsel ankam. Auch für sie ist es Zeit. Für den Inquisitor, Saer Monteros Waffenbruder, ebenso. Drei Feuer in IHRER Nacht! Flammenschein auf uralten Schlossmauern! Ein Abschied, ein Neubeginn! Ein BANNER.

Tyrannos Vision verfestigt sich und jeder Weg führt immer und immer wieder nach Winterrache. Das Schwarze Flügeltier verkündete es, bevor es auf meinem Arm starb!

In furor victoria!

[i]Lady Keara [/i][/quote]


Die Qualität des Papiers ist nicht die beste. Doch jeder Buchstabe wirkt wie an seinen Platz befohlen. Es mangelt der Lady weder an Selbstbewusstsein noch innerer Stärke.

Man findet sie förmlich in den Worten selbst. Jedes für sich scheint kraftvoll zu vibrieren. Doch fehlen die für einen Tyrannen oftmals so charakteristischen Einschüchterungen.

Es scheint, als wäre alles schon entschieden und das Schreiben erfülle lediglich ihre Ritterlichen als auch Ihre Adligen Wurzeln der Etikette und Höflichkeit.

Unter den Zeilen prangt eine sehr große Zeichnung ihres Wappens. - Ein steigendes, geflügeltes Streitross, schwarz, auf grünem Schild -
19.01.2014 15:43:51
Aw: [Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74615)
Mard Aylomen
So kamm es, das sich anscheinend auch noch eine Dritte Partei Ansprüche erhob.[url=http://www.amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=29&id=74614&Itemid=128#74614]Wohl war es Merlinas Familie.[/url]
28.01.2014 16:57:10
Aw: [Prozess] Laster der Gerechtigkeit (#74756)
Mash
[u][b]Epilog[/b][/u]

Trotz Merlinas Tod schlief Desmond nicht leichter. Es beruhigte ihn nur wenig, dass jenes Urteil gerecht gewesen war, in jedem Sinne wie es ein Tyrgläubiger sich hatte erhoffen können. Und doch... sie würde immer gehasst werden, und es wäre nur schwer den Leuten begreiflich zu machen, welch ein großes Opfer Merlina in ihren letzten Atemzügen gebracht hatte.

Auch die Winterwächter schöpften Hoffnung, so waren doch zwei ihrer gefürchtetsten Gegner - Yuna und Merlina - fortan keine Bedrohung mehr. Desmond brachte es nicht über sich, sie mit seinen dunklen Vorahnungen zu belasten.

Als man weder in Mirhaven noch irgendwo anders je etwas mehr von Oarta dem Rachedämon hörte, wurden der "Höllenspielzug", der den Dämon gejagt hatte, von der Stadtwache frei gelassen. Sie übergaben ihre magischen Instrumente an die Akademie zu Mirhaven und verliessen Amdir. Da ihr Ziel erreicht war siedelten sie sich gemeinsam in Cormyr als Bauernknechte an, und übernahmen nach dem Tod des alten Besitzers den Hof. Keiner von ihnen heiratete je oder sprach über die Jagd.

Derweil wachte mehr als ein Paar wachsamer Augen auf die Geschehnisse um Winterrache.