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27.12.2013 17:43:22
Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74207)
Varulfen
Reiche Händler hatten die Angewohnheit, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu besitzen. Darauf legte es Abigail auch an, als sie mit einer Umhängetasche bewaffnet (und natürlich ihrer übrigen Bewaffnung, bestehend aus mehreren Schwertern, einem Schild une einem Kurzbogen) auf der Suche nach Barno Groschenwert war.

Würde sie sein Haus finden, dann würde sie dort demjenigen, der ihr aufmachte, die Tasche zeigen mit den Worten: "Ein Laufbursche namens Raimondo hatte das hier in der letzten Nacht an unserem Feuer liegen gelassen. Glücklicherweise hatte er ein lockeres Mundwerk und so wusste ich schon, wo ich zu suchen hatte."
29.12.2013 12:13:42
Aw: Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74224)
Mash
Abigail fand Groschenwerts Haus in einer Gasse hinter dem Marktplatz. Es war ein altes, hoch gebautes Fachwerkhaus mit einer geputzten Fassade, die früher wohl irgendwann einmal weiss gewesen war aber jetzt durch den Schmiederauch eher die Farbe bewölkten Himmels angenommen hatte. Jemand versuchte wohl, Wildrosen an der Hauswand nach oben wachsen zu lassen, aber die Ranken hatten schon nach einem halben Schritt kapituliert und hingen kraftlos herab. Als Abigail an der dunklen Holztür klopfte, öffnete ihr eine stämmige ältere Dienerin. Auf ihrem großen Kopf thronte eine viel zu kleine, aber völlig fleckenlose Stoffhaube, was man vom Rest ihrer Kleidung eher nicht behaupten konnte. Sie war bereits im Begriff zu sprechen, als Abigail ihre Geschichte erzählte. Als sie geendet hatte, griff die Alte nach der Tasche, klemmte sie sich unter den Arm und sagte: "Ihr seid ein braves Kind, dass Ihr sie zurückgebracht habt. Der Herr ist Euch zu großer Dankbarkeit verbunden." Sie tätschelte die Tasche und ihre schlaffen Mundwinkel hoben sich. "Gehabt Euch wohl.", meckerte sie noch und schlug die Tür zu. Einige Sekunden später allerdings öffnete sie sich schon wieder. "Ach ja, Eure Belohnung!", und dabei drückte sie Abigail ein paar Kupfermünzen in die Hand, die würden gerade mal für ein hartes Stück Brot reichen. Die Alte lächelte Abigail noch verkniffen zu und wollte die Tür wieder schliessen.
29.12.2013 12:35:55
Aw: Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74225)
Varulfen
Die Tür würde kein zweites Mal vor Abigails Nase zufallen, denn einer ihrer festen, beschlagenen Stiefel stand direkt im Weg. Mit einem wölfischen Grinsen präsentierte sie der Dienerin ihr Lieblingsfundstück aus dem Beutel, den ledernen Keuschheitsgürtel, den sie sicherheitshalber außerhalb ihrer Reichweite hielt.

"Wisst Ihr, die Geschichte dahinter interessiert mich gar nicht so direkt, aber ich bin sicher andere fänden das hier sehr unterhaltsam. Wollen wir nicht noch einmal über die Belohnung reden?"
31.12.2013 18:35:34
Aw: Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74247)
Mash
Das Gesicht der Alten verkrampfte sich zu einer steinernen Maske. Ihre Augen weit aufgerissen, stierte sie auf den baumelnden Keuschheitsgürtel. Ihre blitzblank saubere Haube rutschte von den aufgequollenen Haaren und segelte so langsam zu Boden, als wäre selbst die Schwerkraft über Abigails Verhalten schockiert. Dann endlich, nach Sekunden schnappte der natürliche Schutz aller Bediensteten ein und sie löste sich aus ihrer Verkrampfung, um die Tür zu öffnen. "Dann sprecht Ihr besser mit dem Herrn selbst, ich habe da nicht zu entscheiden."

So wurde Abigail (sollte sie der Einladung folgen) über eine schmale Holztreppe zu einem mit einem dicken gelben Teppich ausgestatteten Empfangsraum geführt, den einige Bilder von künsterlisch fragwürdigem Wert, sowie eine harte Holzbank schmückten. Dort würde Margaret (wie sich die Frau murmelnd vorstellte) Abigail bitten zu warten und an der großen Doppeltür klopfen, und hiernach Abigail für eine kurze Weile allein lassen.

Es dauerte nur eine kurze Weile, bis ein schlanker hagerer Mann mit geschorenem Schnauzbart heraustrat, der vor Wut zitterte. Sein Gesicht war rot wie ein Hummer, doch die Stimme klang beherrscht: "Ich höre, dass Ihr etwas gefunden habt was mir gehört. Es steht Euch zwar nicht zu, es an mich zu verkaufen, aber ich bin durchaus bereit für Eure Ehrlichkeit einen Finderlohn zu bezahlen. Ihr bekommt einhundert Goldstücke für diesen alten Gürtel und die Tasche, schlagt Ihr ein?"
01.01.2014 11:56:39
Aw: Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74251)
Varulfen
Abigail ließ den Keuschheitsgürtel in der Luft herumkreisen, während sie durch das Anwesen des Händlers, hinter seiner...Haushälterin herging. So langsam regte sich tatsächlich ihr Interesse daran, was hier vor sich ging. SIe war sich sicher, dass sie auf allerlei dunkle Geheimnisse stoßen könnten, die sicherlich amüsant wären. Aber jetzt grade schien sie die Situation ganz und gar unter Kontrolle zu haben und so hatte sie es am liebsten.

Als sie vor dem Händler stand, trug sie noch immer ihr wölfisches Grinsen auf dem Gesicht. Sie zog die Goldbörse aus der Tasche und hielt sie sich vor das Gesicht. "Wenn ich richtig gezählt habe, befindet sich hier drin die doppelte Menge von dem, was Ihr mir anbietet. Doch ich denke, dass Euch die Münzen nicht so wichtig sind, wie der Rest. Ich denke, ich habe mir das für meine Mühen und meine Schweigsamkeit schon verdient. Seht es doch so: Es hätte schlimmer kommen können!" Damit warf sie dem Händler die Tasche und den Gürtel vor die Füße.

"Tyrannos mit Euch, Herr Groschenwert!", so würde sie sich verabschieden und sich zum Gehen umdrehen. Die Goldbörse hielt sie weiter in der Hand, die sie zum Gruß als Faust geballt vor die Brust gehoben hatte.
06.01.2014 14:43:03
Aw: Der reiche Händler und sein Laufbursche (#74323)
Mash
Abigail konnte noch die Ader auf Groschenwerts lichtem Kopf pulsieren sehen, wie er schäumend und mit verkrampften Fäusten, zitternd vor Wut ihr nachstarrte. Es dauert nur einen Moment, bis er seine Sprachlosigkeit verlor: "Gieriges Vavlecer Miststück! Betrügerin! Das ist Erpressung! Das bringe ich vor den Stadtrat! Oohhh ja, Ihr habt Euch mit dem falschen Mann angelegt, jawohl!" So ging es noch eine Weile weiter, dann wurde es auf einmal still. Schließlich krachte eine der hässlichen Vasen, die im Empfangszimmer gestanden hatten. Margaret schrie laut auf.

Offenbar hatte Herr Groschenwert herausgefunden, dass Abigail hereingekommen war, ohne einen Namen zu nennen....