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28.10.2013 07:28:06
[Intern] In der Waffenkammer (#73479)
Lyvain
Viel war auf der Tafelrunde, trotz der Störung durch einige Personen von Valvec, besprochen wurden und noch mehr musste getan werden.
So machte Krom sich, nach einen kurzen Abstecher ins Lazarett, wo sein verletzter Arm verbunden wurde, auf den weg in die Waffenkammer.

Laut Rugar, waren viele der Waffen, die bis jetzt keinen Träger hatten, in einen grauenvollen Zustand und Krom hatte sich bereit erklärt sich darum zu kümmern.
Fina und Wulfie wurden ihm hierbei zur Seite gestellt um ihm zur Hand zu gehen.

Als Krom die Waffenkammer betrat, sah er sofort das Rugar nicht übertrieben hat, denn die meisten Waffen waren in schlechten Zustand oder sogar garnicht mehr zu gebrauchen.
Er nahm eine der rostigen Klingen in die Hand und zerbrach sie mit bloßen Händen.
[i] "Das Waffen auch schon besseres Tage gesehen..." [/i] brummte er und warf die nutzlose Klinge achtlos in eine Ecke.
Ohne auf Fina oder Wulfie zu warten machte sich Krom Schonmal an die Arbeit, die beiden würden irgendwann schon auftauchen.

Sein erster Schritt war es, die brauchbaren Waffen von den schlechten zu trennen und so unterwarf er jede Waffe einen prüfenden Blick, wie es nur ein Schmied kann.
Waffen die seine Prüfung nicht bestanden, flogen in die Ecke, zu der zerbrochenen Klinge, wo sich mit der Zeit ein beachtlicher Berg anhäufen würde.
28.10.2013 14:26:55
Aw: In der Waffenkammer (#73491)
Amari
[b][u]Fast gleichzeitig auf dem Hof der Winterrache ...[/u][/b]

[b][i]"Wulfhart!"[/i][/b], rief Isabelle über den Hof. Sie verwendete den Namen "Wulfie" nie. Nach dem, wie er ihrer Erfahrung nach hier behandelt worden war, tat ihm dieser Name nicht gut. Daher bemühte sich Isabelle, ihn bei seinem vollen Namen zu nennen, selbst wenn ihr die Abkürzung einmal durchrutschte.

Sie wusste, dass Wulfie Krom bei der Waffenkammer helfen sollte. Vielleicht überschätzte sie auch den Eifer des Jungen, aber sie wollte dennoch sicher gehen. Außerdem hoffte Isabelle, dass sie auf Wulfie einen gewissen Einfluss hatte - einen positiven natürlich.

Daher wartete sie geduldig bis Wulfie angerannt kam. Es war für Isabelle immer noch schwierig. Umgang mit Kindern - pah! Das war was, was Anderen passierte, aber nicht Isabelle. Doch das Problem hatte sie sich immerhin selbst angelacht mit Wulfie. Also musste sie diese Suppe auch auslöffeln. Außerdem ... naja, er war ja gar nicht so verkehrt - für ein Kind. Vielleicht war das auch sein einziges Problem für sie, dass er ein Kind war.

Aber das war zum Glück nur eine Frage der Zeit und irgendwann wäre er kein Kind mehr. Die Zeit musste sie eben überbrücken und dann könnte man sicherlich vernünftig mit ihm arbeiten. Bis dahin hatte sie sich aber vorgenommen, ihm ein wenig unter die Arme zu greifen, denn sie hatte etwas in ihm gesehen, was sie fördern wollte. Obwohl er ein Kind war! Oder gerade, weil er eines war? Ach, Isabelle wusste es selbst nicht genau und hatte auch bei all den Problemen zurzeit gar nicht die richtige Lust, darüber nachzudenken.

Als Wulfie dann angerannt kam, nickte sie ihm zu: "Die guten Götter zum Gruße, Wulfhart. Gut, dass ich dich erwische. Ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast. Aber der Herr Rugar will, dass du dem Herrn Krom in der Waffenkammer hilfst."

Kurz ließ sie das ein wenig sacken bei Wulfie, denn sie ahnte, dass er ganz aufgeregt und begeistert dabei sein würde - oder aufgebracht, weil er wusste, wer oder was Krom war. Daher passte sie einen Moment ab und blickte Wulfie ein wenig ernster an: [b][i]"Der Herr Krom ist ein Halb-Ork. Das weißt du, oder? Aber er ist auch ein Winterwächter. Ich hoffe, auch das weißt du, was das bedeutet, aye? Er gehört zu uns. Ich weiß, dass es schwierig sein kann, da mal drüber hinwegzusehen, denn Halb-Ork ist Halb-Ork. Und ich bin auch immer mal wieder skeptisch. Aber bisher hat sich der Herr Krom gut gehalten und gut benommen - im Gegensatz zu manch Anderen mit ähnlicher Herkunft. Von daher bitte ich dich: Behandle ihn mit Respekt, aye? Ich habe schon mehrfach an der Seite des Herrn Krom gekämpft. Er ist zuverlässig, er ist loyal, er ist aber auch ein wenig eigen. Und er ist einer unserer Brüder - ein Winterwächter. "[/i][/b]

Abschließend lächelte sie - doch dann zuckte sie wieder zusammen, denn sie bemerkte, dass es schon wieder nicht klappte. Was sollte das? Erst bei der Tafelrunde und jetzt auch? Wieso bei allen Göttern ...? Isabelle betastete kurz ihren Mund, nickte dann aber Wulfie zu - bemüht freundlich trotz fehlenden Lächelns. Ob das gelang? Vermutlich nicht. Scheiße! Na gut, dann muss das eben über Worte gehen.

[b][i]"Du hast vielleicht mitbekommen, was draußen passiert ist mit den Valvecern. Entschuldige, wenn ich daher ein wenig angespannt wirke gerade. Es ist nicht ... wegen dir. Es ist ... irgendetwas Anderes. Ich weiß es selbst nicht genau. Also: Hilf ihm bitte so, wie du mir helfen würdest, aye?"[/i][/b]

Das war ihre Lektion, die sie Wulfie mit auf den Weg geben wollte - in der Hoffnung, dass Wulfie nicht zu übereifrig irgendwie auf den Halb-Ork losgehen würde oder so. Man konnte bei solchen jungen und euphorischen Kindern ja nie wissen. Außerdem wollte sie, dass es keine weiteren Probleme gab. Sie hatten jetzt sowieso bereits genug Probleme ... mit Valvec.

Aber wenn das Lächeln eben nicht ging, dann vielleicht ...? Ja, das ging. Auch wenn Isabelle sich doch sehr dazu durchringen musste, denn Körperkontakt war bekanntermaßen nicht so ihr Ding - zumindest wenn es um Zuneigungsbekundung damit ging. Daher zögerte sie zwar kurz, wuschelte Wulfie aber abschließend durch das Haar: [b][i]"Ich weiß, dass du ihm gut helfen wirst. Also auf, eile rasch zu Herrn Krom in die Waffenkammer!"[/i][/b]
28.10.2013 18:32:16
Aw: In der Waffenkammer (#73496)
Namiel
In einem anderen Teil der Kammer sah man eine Elfe stehen, welche nach und nach die Rüstungen und die Schilde in der Kammer kontrollierte. Jedesmal schien sie eine gefühlte Ewigkeit jedes Stück genau zu kontrollieren bevor sie wohl entschied, ob das Stück noch in einem guten Zustand war oder ob es einer Reparatur bedurfte oder gar nur noch Altmetall war.

Sie schien sich auch nicht an dem Rumgwerfe des Halborken zu stören und einfach Stunde um Stunde ihrer Arbeit nachzugehen. Selten sah man sie in jenen Stunden, das sie von der Arbeit abliess, um sich eine Pause zu gönnen.

Auch bot sie jedem Winterwächter oder Ritter der es wünschte, das sie ihre Rüstungen auch kontrollierte, um sie eventuell zu reparieren.
03.11.2013 16:43:10
Aw: In der Waffenkammer (#73554)
winter
Fina trat nicht sofort in die Waffenkammer ein, doch als sie erschien, trug sie ein Tablett auf dem mehrere Schalen mit dampfender Suppe und ebenso ein Krug ein paar Becher standen. Im Krug befand sich, wie man rasch heraus finden konnte, warmer Met. Jenes Tablett stellte sie auf einen Tisch, so das sich ein jeder davon nehmen konnte der wollte.

Dann trat sie vorsichtig zu dem Halborken, nach einigen Augenblicken in denen sie scheinbar Mut sammeln musste erklang ihre Stimme unsicher und ein wenig ängstlich..

Was kann ich denn nun tun?

Geduldig sah sie dann zu ihm und wartete.
07.11.2013 06:34:54
Aw: In der Waffenkammer (#73606)
Lyvain
Als Fina eintrat, hielt Krom inne und musterte Fina, bis sie an ihn heran trat.
[i] Du können besorgen Handkarren, damit dann können weg schaffen das Abfall.
In Hof du bestimmt einen finden, sonst einfach fragen irgendwen. [/i]
Deutet mit einer Handbewegung auf den haufen unbrauchbarer Waffen in der Ecke.
[i] Müssen das Zeug zu Schmiede bringen, dann machen Krom neues Waffen draus.
Du das schaffen ja?
Wenn zu schwer, dann kommen zu Krom, dann Krom helfen dir, aber Karren holen und beladen du schaffen bestimmt. [/i]

Einen moment lang ruhten Kroms blutrote Augen noch auf Fina ehe er sich dem Tablett zuwandte und am Krug darauf schnüffelte, dann nahm er sich eine Schale Suppe und schlang diese hinunter.
Den Met würde er die ganze Zeit über nicht anrühren.
23.11.2013 10:40:14
Aw: In der Waffenkammer (#73796)
Mash
Der Haufen ausgesonderter Waffen wurde größer und größer. Die Winterwächter waren mitunter recht kreativ darin gewesen, Waffen notdürftig zu reparieren: Schartige Schwerter wurden auf der Rückseite geschärft, gebrochene Stiele mit einem dünnen Seil wieder zusammengebunden. Alles Relikte aus der Zeit, in der es keinen Waffenschmied auf Winterrache gab.

Eine Handvoll Waffen blieb übrig, aber kaum genug um eine gesamte Patroullie zu bewaffnen.

Wulfie arbeitete hart, um die alten Waffen nach draussen zu schleppen. Eines musste man dem Kleinen lassen: Für seine Größe war er alles andere als schwächlich.
23.11.2013 14:07:48
Aw: In der Waffenkammer (#73799)
Xiu
Jun sieht sich eine Weile an wie der Haufen an alten Waffen anschwillt um schließlich bei Isabelle vorstellig zu werden. In knappen Worten erklärt sie das ein Waffenappel notwendig sei und sie sämtliches Rüstzeug der Burg begutachten wolle. Wer etwas zu reparieren habe den stehen Ihre Dienste zur Verfügung. Immerhin seien eine große Menge an Mithralbarren und anderer Metalle auf Lager.
24.11.2013 10:40:09
Aw: In der Waffenkammer (#73806)
Amari
Isabelle nickte knapp und ernst zu Jun Li, woraufhin sie auch schon erste Worte an die nahen Winterwächter gab und dann später in ihrer gewohnten und nicht gerade leisen Kasernenstimme zum Waffenappell aufrief: [b][i]"Alle Winterwächter melden sich bei der Frau Jun Li zur Inspektion von Rüstzeug!"[/i][/b]
10.12.2013 11:15:13
Aw: In der Waffenkammer (#73979)
Lyvain
Nicht mal einen Tag nachdem die Schmiede eingeweiht wurde, sorgte Krom dafür, das der ganze Schrott in die Schmiede geschafft wird.
Von da an brannte fast ununterbrochen das Feuer in der Schmiede und man konnte Krom beobachten, wie er mit nackten Oberkörper inmitten der flirrenden hitze stand und mit kräftigen schlägen, seines muskulösen Armes, eine Waffe nach der andern schmiedete.
Alsbald würde auch der ganze Schnee um der Schmiede herum wegschmelzen und nurnoch schlammige Pfützen zurück lassen.
18.12.2013 12:46:20
Aw: In der Waffenkammer (#74074)
Mash
Von dem Moment an, als der erste Hammerschlag auf dem neuen Amboss durch die Festung klang, hatte Winterrache sich verändert. Die Winterwächter, noch immer kaum mehr als ein zusammengewürfelter Haufen Bauern, Hirten, Tagelöhnern, Heimatlosen und Abenteurern, schleiften unablässig das zwergische Metall, Kohlen, ihre alten Waffen und Rüstungen heran. Bisher hatten die meisten aus Not ihre eigene Ausrüstung mitgebracht oder sie einem Krämer abgekauft. Kein Winterwächter war gerüstet und bewaffnet wie der andere. Jetzt kamen sie alle zu Jun Li und Krom, auf Isabelles Appell hin.

Seit langem das erste Mal sah man so etwas ähnliches wie eine Einheit. Die Angst vor einem offenen Konflikt mit Valvec war die letzten Wochen wie ein großer Felsen über den Köpfen der Männer geschwebt: Wie sollte man auf der einen Seite gegen die Riesen und auf der anderen gegen die Heere der schwarzen Stadt bestehen? Die wenigsten hatten sich dafür gewappnet gefühlt. Die sich langsam stapelnden, scharf geschliffenen Waffen, die tausendfach gehämmerten schweren Platten, das ständige hämmernde Geräusch der Vorbereitung: Es gab den Winterwächtern das Gefühl, dass sie es mit allem aufnehmen konnten.

Auch einige der acht legendären Ritter Winterraches weilten nun auf der Burg, ihre Missionen von denen sie niemandem erzählten wohl erfüllt (zumindest schloss man das). Sie bildeten die kampfunerfahrenen Winterwächter aus und hielten kleine Messen in der Kapelle ab.

Eines Tages...

Jun Li und Krom hatten von morgens bis tief nach Einbruch der Dunkelheit unablässig Rüstungen ausgebessert und Waffen geschmiedet. Nach der persönlichen Ausrüstung kamen die Werkzeuge dran, nach den Werkzeugen die Pferdegeschirre. Wulfie hatte sich auf einen Sack Zwergenkohle fallen lassen, den er herbeigeschleppt hatte. Er blieb eine Weile sitzen und schaut immer wieder zu den beiden Schmieden herüber. Das Feuer in der Esse begann langsam auszuglimmen, und irgendwann fasste sich Wulfie ein Herz:
[i]
"Frau Jun, Herr Krom.. wir haben doch schon so viele neue, schöne Schwerter. Die sind doch für alle Winterwächter, oder?" Er räusperte sich und schaute auf ihre Gesichter, wohl um ihre Reaktion abzuschätzen."[/i]
18.12.2013 18:18:19
Aw: In der Waffenkammer (#74084)
Xiu
Es dauerte einen Moment bis Jun begriff das Wulfhart auch sie angesprochen hat, sie wischte sich die Hände sauber und nickt zu dem Jungen. "Alle Schmiede hier arbeiten im Dienst der Burg." Lächelnd mustert sie ihn einen Moment lang. "Ihr habt kein eignes Schwert Herr Wulfhart?"
18.12.2013 18:49:00
Aw: In der Waffenkammer (#74085)
Lyvain
Auch das riesige Orkblut wandte sich Wulfie zu und btrachtete ihn aus Blutroten Augen, die im Schein des Schmiedefeuers zu lodern schienen.
[i] ''Alles was wir machen, sein für Winterwächter und Männer und Frauen, das es wert sein Rüstung und Waffen von uns zu tragen.'' [/i]
22.12.2013 12:24:19
Aw: In der Waffenkammer (#74154)
Mash
Wulfie ballte die Fäuste und machte einen Schritt näher an Krom und Jun hin. [i]"Ich, Wulfhart, bin aus ganzem Herz ein Winterwächter. Ich werde Winterrache mit meinem Leben verteidigen, ich bin kein Kind mehr. Wenn Ihr glaubt dass ich lüge, dann kämpft mit mir und seht wie tapfer ich bin!"[/i]

Mit hastigen, halb überschlagenden Worten stiess er die Worte des Schwurs hervor:

[i]"Ich gelobe die ewige Tapferkeit
Mein Herz kennt nur die Tugend
Mein Schwert verteidigt die Hilflosen
Meine Macht unterstuetzt die Schwachen
Mein Mund spricht nur die Wahrheit
Mein Zorn zerschlaegt das Boese"[/i]
22.12.2013 12:39:11
Aw: In der Waffenkammer (#74155)
Xiu
Jun lächelt Wulfhart an und nickt sachte.

"Geht zur Waffenmeisterin Herr Wulfhart, sie wird euch ein Schwert und Rüstzeug geben. Danach meldet euch bei mir und ich werde euch in beidem unterweisen."

Kurz mustert Jun den Jungen bevor sie fortfährt.

"Eines noch. Die Schmiedemeister können euch keinen Schwur abnehmen. Der ehrenwerte Beschützer Desmond Pakusch wird es tun sobald Ihr bereit seid. Trainiert hart, zeigt Ausdauer und lebt die Tugenden der Winterwächter und er wird euch bald als einen willkommen heissen."

[spoiler]Isballe und Jun haben bereits über Wulfi gesprochen. Sobald Amari wieder on ist bekommt Isabelle ein Holzschwert und Kettenzeug für Wulfhart[/spoiler]
27.12.2013 14:16:58
Aw: In der Waffenkammer (#74200)
Mash
Wulfies vorgeschobenes Kinn und trotzige rot leuchtende Wangen verblassten allmählich als Juns Worte seinen breiten Schädel durchdrangen. Er schnappte hörbar nach Luft und verbeugte sich vor Jun. "Ich werde Euch nicht enttäuschen, Ihr werdet schon sehen!"

Gefasst wandte er sich um und ging erhobenen Hauptes in Richtung der Feste. Als er um die Ecke gebogen war, liess er alle Zurückhaltung fallen und rannte wie von Sinnen los. "Ich werde ein Winterwächter! Ich werde ein Winterwächter! Juchu!"

Irgendwann würde er atemlos vor Isabelle zum Stehen kommen (nicht ohne einen Pagen vorher umgerannt zu haben, der die leeren Platten vom Mittagsmahl in die Küche tragen wollte und nun fluchend die Überreste auflesen musste). Atemlos presste er hervor: "Ich... bekomme Waffe und Rüstung... Frau Waffenmeisterin... bin bereit... Euer Knappe zu sein."
29.12.2013 15:47:19
Aw: In der Waffenkammer (#74228)
Amari
Isabelle war gerade nachdenklich dabei, den Gang entlang zu gehen. Das kleine Kästchen, das Desmond ihr vor Kurzem gegeben hatte, trug sie seitdem ständig bei sich. Es erleichterte sie und machte ihr die Tage leichter. Natürlich hatte es sie noch nicht geheilt, aber die Nähe zu diesem verlorenen Teil ihrer Seele schien zumindest vorübergehend den schleichenden Prozess wenigstens für eine Weile aufzuhalten.

Doch mit einem Mal wurde ihr all das wieder bewusst, als Wulfhart plötzlich vor ihr stand. Da half auch nicht die Kugel Desmonds, die sie sehr sorgsam versteckt bei sich trug - so dass niemand sie sehen sollte. Denn in dem Moment, als sie ihn anblickte, hätte sie sogar gerne gegrinst - das wusste sie. Sie kannte sich. Das wäre genau ein solcher Moment gewesen. Doch sie konnte nicht. Es ging nicht. Aber gerade vor Wulfhart wollte sie um so stärker sein, auch wenn sie vermutlich kurz den aufkeimenden Schmerz in ihren Augen nicht so direkt verbergen konnte.

Mit ernstem Blick schaute sie Wulfhart an und es bereitete ihr fast körperliche Schmerzen, denn da war etwas - ein Impuls. Sie spürte, dass sie gerne gelächelt hätte, doch dieser abgeschnittene Teil ihrer Seele schmerzte einfach und sie konnte ihn nicht bewegen. Was sie allerdings selbst nicht bemerkte war, dass es aus dem Beutel an ihrem Gürtel, an dem sie die Kugel mit dem Teil ihrer Seele verborgen hatte, stärker bläulich zu leuchten begann - genau in jenem Moment, als sie lächeln wollte.

Sie bemerkte zunächst nur den Pagen hinter Wulfhart, dann schaute sie wieder zu diesem: [b][i]"Wulfhart, ein Knappe zeigt aber Respekt. Auch vor Bediensteten"[/i][/b], sie nickte kurz in die Richtung des Pagen, der gerade noch am Zusammenräumen war. [b][i]"Vergiss nie, dass wir Winterwächter helfen. Nicht für uns selbst, sondern für Andere. Hilf ihm doch bitte, denn wegen dir liegt das immerhin auf dem Boden. Auch er ist ein Winterwächter und dient der gleichen Sache, wie du."[/i][/b]

Isabelle wartete auf Wulfharts Reaktion. Vielleicht wirkte ihr Blick ein wenig strenger als sonst auf Grund des fehlenden Grinsens, das sie zwar nicht immer auf ihren Lippen, aber wenigstens in ihren Augen zeigte. Dennoch war es kein unangenehmer oder mahnender Blick - schlicht ernst. Mehr nicht. So wartete sie. Es war ihr wichtig, dass Wulfhart diese Lektion lernte und zumindest beherzigte. Denn sie kannte das Ungestüme von sich selbst und wusste auch, dass solche Dinge all zu schnell in die falschen Richtungen schlagen konnten, wenn man sie nicht gut lenkte; so wie es damals ihr eigener Lehrmeister Casceydan und auch Frau Valeria gemacht hatten.

Die Waffenmeisterin holte tief Luft und seufzte kurz bei den Erinnerungen. Sie wollte es nicht zugeben, aber sie vermisste die beiden schon. Zu gerne hätte sie ihnen gezeigt, was sie erreicht hatte. Doch das ging nicht. Erst als Wulfhart dem Pagen geholfen hatte, sofern er ihm half, trat sie zu ihm und klopfte ihm auf die Schulter: [b][i]"Gut gemacht. Vergiss das nicht, aye? Ein Knappe ist nicht rücksichtslos. Denn das würde all seine guten Taten nichtig machen. Komm mit."[/i][/b]

Mit diesen Worten winkte sie Wulfhart mit sich und führte ihn die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer, das sie auf der Burg immer bezog. Es war ein recht einfaches Zimmer ohne viel Schnickschnack - ein Zimmer, das sicherlich gut zu ihr passte, aber wenig Weibliches an sich hatte. Eigentlich gar nichts, wenn man von dem Kamm und einem Spiegel auf dem Nachttisch einmal absah.

Sollte sich Wulfhart umblicken, würde er auch schon bald in einer Ecke des Zimmers die versprochenen Gegenstände von Jun Li entdecken, die Isabelle dort sorgsam aufbewahrt hatte: [i][b]"Denk daran: Ich bin keine Ritterin - noch nicht. Vielleicht werde ich es nie sein. Dennoch habe ich dir versprochen, dir auf deinem Weg zu helfen, soweit ich kann. Wäre ich Ritterin, würde ich dich als Knappe aufnehmen. Doch als Nicht-Ritterin steht es mir nicht zu. Bitte vergiss das nicht, denn ich will nicht, dass es auf Andere anmaßend wirkt, wenn sie denken, ich würde einen Knappen nehmen."[/b][/i]

Isabelle trat zu Schwert und Rüstzeug und reichte zunächst Wulfhart das Schwert: [b][i]"Sei vorsichtig damit. Es ist zwar nur ein Holzschwert, aber auch dieses kann gefährlich sein. Nutze es [u]für[/u] Andere - nicht gegen sie. Denke immer daran, was die Tugenden dir sagen. Und wenn du unsicher bist, wenn du nicht weiter weißt, wenn du eine Frage zu den Tugenden hast, darfst du gerne zu mir kommen. Auch wenn dich etwas bedrückt, wenn du Sorgen hast, wenn du Hilfe brauchst, aye?"[/i][/b]

Darauf nahm sie das Kettenhemd und hob es kurz an: [b][i]"Die Frau Jun Li wird dich im Umgang unterweisen. Auch ich kann dir gerne immer mal wieder etwas zeigen, wenn es die Zeit ermöglicht. Doch wie du weißt, bin ich auf meiner Quest - und es gibt viel zu tun. Hinzu kommt, dass ich noch ... ein kleines Problem seit einem Kampf mit diesem Rachedämon in Mirhaven habe, an dem ich immer noch zu knabbern habe. Während es mir nicht möglich ist, wende dich also bitte an sie. Sollte ich da sein, kannst du dich aber auch gerne an mich wenden - auch in diesen Kampfdingen. Nicht nur, was die Tugenden betrifft. Und wenn du willst, kann ich dir auf lange Sicht auch ein wenig etwas zu Taktik und Strategie erzählen."[/i][/b]

[b][i]"Heb einmal deine Arme hoch"[/i][/b], noch einmal musterte sie das Kettenhemd und wartete darauf, dass Wulfhart seine Arme hob.[b][i] "Normalerweise solltest du eine entsprechende Kleidung darunter tragen. Idealerweise einen Gambeson. Aber schlicht dicke Kleidung reicht auch. Sonst könnte es unangenehm werden. Und mit den Haaren musst du aufpassen bei den Ketten."[/i][/b] Danach ging sie prüfend um Wulfhart herum und nickte dann leicht, während sie ihn begutachtete.

[b][i]"Doch, ich denke, das ist wieder einmal eine gute Arbeit der Frau Jun Li. Arme wieder heben, ich helfe dir wieder heraus"[/i][/b], vorsichtig hob sie das Kettenhemd wieder an. [b][i]"Pflege die Rüstung gut. Sie ist dein Schutz - und damit auch der Schutz deiner Schutzbefohlenen. Pflegst du sie nicht richtig, bringst du dich in Gefahr - und damit auch die Anderen. Das Gewicht einer Kettenrüstung ist nicht nur ein richtiges Gewicht, sondern auch ein symbolisches. Denn es ist ebenso die Last der Verantwortung. Doch im Gegensatz zu deiner Rüstung wirst du diese Verantwortung nie ablegen können. Dessen solltest du dir auch immer bewusst sein. Es ist schön, den Menschen zu helfen. Aber es bringt eben auch Pflicht und diese Verantwortung mit sich. Das darf man nie aus den Augen verlieren."[/i][/b]

Isabelle holte tief Luft, während sie dann zu Wulfhart blickte. Wieder zuckte etwas wie Schmerz durch sie, denn sie wusste, dass sie in diesem Moment sich gerne freuen würde - doch nicht konnte. Denn es machte sie durchaus stolz, so mit Wulfhart reden zu können und etwas von ihr weiterzugeben. Zumal sie in der letzten Zeit mehr als einmal schon vermutet hatte, dass sie nicht mehr viel Zeit haben würde, um das weiterzugeben, was sie gelernt hatte. Vielleicht ... ja, vielleicht hatte sie sogar eine Idee, wie sie Wulfhart anspornen konnte.

[b][i]"Wenn du dich anstrengst, wenn du dir viel Mühe gibst"[/i][/b], setzte Isabelle an. [b][i]"... du weißt, ich bin auf meiner Queste für die Winterrache. Ich schreibe meine Gedanken dazu in ein Buch. Wenn du dich gut anstellst, dann darfst du vielleicht schon vorher darin lesen."[/i][/b]
06.01.2014 13:22:44
Aw: In der Waffenkammer (#74319)
Mash
Die Zurechtweisung durch Isabelle schien Wulfie völlig unerwartet zu treffen, und der Junge zuckte überrascht und mit einem schuldbewussten Blick zusammen. Beschämt stürzte er nach hinten und lud die Scherben af die Platte des Pagen, wobei er vor Aufregung fast noch mehr Unheil anrichtete als nutzte. Er wagte es nicht, Isabelle in die Augen zu sehen, bis sie schließlich das Holzschwert herausholte. Zuerst zeigten sich Schrecken und Enttäuschung, doch mit jedem ihrer Worte wuchs der trotzige Stolz in seinem Gesicht. Als sie schließlich die Kettenrüstung über seinen Kopf gestülpt hatte, strahlten seine Augen vor Glück. Mit einer schnellen Bewegung steckte er das Holzschwert (in Ermangelung eines Gürtels) unter den Arm und verbeugte sich langsam und würdevoll. Mit seiner kräftigen Statur und dem würdevoll-verkrampften Ausdruck auf seinem Gesicht sah er wahrlich wie ein kleiner Ritter aus. Sein Schwert umklammernd, schaute er hinauf zu Isabelle während sie sprach. Als die Sprache auf das Buch kam, wurden seine Augen groß: [i]"Ich würde alles tun, um in dieses Buch schauen zu dürfen. Frau Isabelle, ich schwöre dass ich jeden Tag mit diesem Schwert üben werde und diese Rüstung niemals ablege, bevor nicht das Böse besiegt ist. Wenn Ihr diesen Dämon bekämpft, so ruft nur Euren treuen Knappen Wulfhart."[/i]