Zurück zu "Irgendwo auf Amdir... [RP-Forum]"

26.02.2008 13:50:44
Zorn (#7210)
xaifos
Zornig starrte der stämmige Halbork auf den leeren Tisch im totem Albatros. Der letzte Besuch in Hohenbrunn hatte seine Meinung nur noch mehr verstärkt, daß es zeit war, sich bei diesem schwächlichen Gnomendreck ein wenig Respekt zu verschaffen. Hohenbrunn ist nur ein Dorf, ein winziges, unbedeutenes, dreckiges kleines Dorf zwischen den mächtigen Städten Mirhaven und Elboria. Wenn schon in Hohenbrunn niemand zitterte oder Respekt zeigte, wie sollte die Gruppe dann erst zu Einfluss in Mirhaven gelangen. Nein, dieses endlose Hinhalte-Taktik und dieses elende Versteckspiel ging ihn gegen den Strich und brachte letztlich gar nichts. Vor jemenden, den man nicht kennt, fürchtet man sich auch nicht. Der Zorn stachelte seine Phantasie an und im Geiste ging er schon durch, wie er einen Gnom nach dem anderen die Gliedmaßen ausriss und sie an ihren Innereien an die Bäume hängte.

Mühsam kämpfte er die Gewaltphantasien seiner orkischen Hälfte herunter und sein für einen Halbork ungewöhnlich scharfer Verstand übernahm wieder die Oberhand. Trotz, daß Barakan nie das Bedürfniss gehabt hatte, Pläne zu schmieden oder eine Führungsrolle zu übernehmen, so hatte er doch in seiner Zeit in seinem ehmaligen Stamm in Tiefwasser viel über das Bandenwesen gelernt. Hohenbrunn mit roher Gewalt bezwingen zu wollen, wäre Selbstmord. Nicht daß er Angst vor diesen abgerbochenen Halbwüchsigen hätte ... nein. Die Wachen waren im Gegensatz zu den geübten und disziplinierten Kämpfer der Zwerge oder der brutalen Wache und den Soldaten Mirhavens nur ein Fliegenschiss. Nein, die Gefahr ging von den alten Wächter-Konstrukten aus. Solange sich die Schwächlinge hinter diesen Maschinen verstecken konnte, fühlten sie sich stark. Es musste also nur eine Möglichkeit gefunden werden, diese Konstrukte auszuschalten oder sie unter die Kontrolle zu bringen, um die Hohenbrunner ihrer Mut und Sicherheit zu berauben.

Nur wer könnte wissen, wie diese Blechhaufen auszuschalten sind? Eventuell könnte dieser verrückte Bastler etwas nützliches Wissen ... ein Wissen, daß er sicherlich bereit war, preiszugeben, wenn man ihn erstmal ein paar Finge gebrochen hatte. Bei der Vorstellung grinste Barakan innerlich und nahm noch einmal einen Schluck Branntwein. Seine Laune hatte sich enorm verbessert.

Nach einer Weile stand der stämmige Halbork auf und verließ die Taverne. Sein Ziel hatte er klar vor Augen: Die Totensümpfe. Silk hatte ihm gesagt, das Drachenblut hatte sich dorthin zurückgezogen. Dort hoffte er, daß sein Vorschlag angenommen werden würde.
26.02.2008 21:05:38
Aw: Zorn (#7222)
xaifos
Es war heiß, dreckig und stickig. Barakan watete knietief durch das schlammige Wasser und knurrte gelegentlich, wenn sein Fuß im Morast steckenblieb.
Das Treffen mit dem Drachenblut war zwar nicht so verlaufen, wie er es sich erwünscht hatte, aber immherin hatte sie die Idee nicht abgelehnt, sondern sich selbst nur ausgeschlossen. Doch der unerwartete Rückzug kam ihn ungelegen und zeigte seiner Meinung nach gegenüber den halbwüchsigen Ratten nur schwäche ... oder noch schlimmer, Reue.

Wieder in der Sturmwasserbucht angekommen, suchte sich Barakan einen Boten. Knurrend drückte er dem Gauner einige Goldmünzen in die Hand. "Sagt folgenden Leuten, daß ich sie treffen möchte ..." Dann zückte er einen zweiten Beutel aus seinem Rucksack: "Wenn du deine Aufgabe gut gemacht hast, bekommst du diesen Beutel mit Gold extra. Und nun geh."
Der Bote verneigte sich grinsend und verschwand durch die Hintertür des Toten Albatros.