Zurück zu "Winterwächter [RP - Forum]"

23.08.2013 11:42:29
[Intern] Die Tugenden der Winterrache (#71873)
Mash
[b][u]Die Tugenden der Winterrache[/u][/b]


"Zusammengeschnürt wie ein Faß war der Dwar. Und wie der sich noch gewunden hat." Jorlef verdrehte die Augen, steckte die Zunge zwischen die Zähne und ahmte unter lautem Gejohle seiner Kameraden eine zappelnde Raupe nach. Die Taverne der Burg Winterrache war der beliebteste Ort für die neuen Winterwächter, um die Eintönigkeit des Wachdienstes im Bier zu ertränken. Die Riesen verhielten sich ruhig. "Für solche Schweine hab ich ja nun kein Mitleid. Der hats schlicht nicht anders verdient. Ist ja nur Räubergesindel. Kommt ganz sicher aus Valvec, woher auch sonst. Wisst Ihr noch was die mit Jun Li gemacht haben? Und Sir Archibald? Wär sicher niemand traurig, wenn wir ihn dafür auf ein Karrenrad spannen und ihn quieken...."

Ein tönernes Scheppern beendete Jorlefs Satz. Er hatte nicht bemerkt, wie das Lachen in den Gesichtern seiner willigen Zuhörer gefroren und ihre Augen groß geworden waren. Schließlich hatte der schon einige Zeit in seinem Gang zum Faß verharrende Küchenmeister Torstor den Bierkrug mit dem Kopf des übermütigen Winterwächters bekannt gemacht. Bevor der benommene Jüngling sich fangen konnte, fand er sich bereits einen Spann über dem Boden in den Pranken des mächtigen Nordmannes wieder. Das Fenster erschien Torstor ein gutes Ziel. Er blickte finster in das verwirrt drein blickende Gesicht des Winterwächters Jorlef. Teufel, WUSSTE der Bursche etwa nicht, wofür er seine Abreibung erhielt? "Kopf zu jetzt", murmelte der Küchenmeister als er ihn auf seinen Platz zurücksinken ließ. Die anderen am Tisch blickten ihn an wie ein Gespenst, und ein oder zwei hatten tatsächlich an ihren Waffengurt gegriffen. "Alles neue Winterwächter, die Kerls, und keinen Dunst von nichts", dachte Torstor. Er holte sich beim Wirt einen neuen Krug und trat nach draussen. Er brauchte frische Luft. Rugar musste jetzt endlich durchgreifen.

Schließlich fand er Rugar in der Krypta. Eine neue Steinplatte mit dem nachgebildeten Leib Sir Archibalds darauf belegte seit einigen Tagen den neuen Platz. Der Burgverwalter schien übernächtigt, abwesend und reagierte alles andere als überrascht von dem Bericht des Küchenmeisters. "In der Tat", so sagte er, "dies ist nur der Gipfel des Berges. Wir waren keine guten Vorbilder."

Einige Tage später war ein neuer Aushang an den Toren der Festung zu sehen:


[quote]Ritter und Winterwächter, Brüder und Schwestern der Winterrache,


die Tage sind dunkel für uns und unsere Herzen schwer. Sir Archibalds und seiner Männer Fall hinterlässt tiefe Wunden. Wunden nicht nur zwischen Rittern und Winterwächtern, sondern auch in unserem Glauben. Viele Winterwächter kennen unsere Gesetze nicht, und viele der alten Ritter haben sie vergessen. Wir, die Winterwächter, dürfen trotz allen Widrigkeiten niemals vergessen, wer wir sind: Die Verteidiger von allem, was Gut und Licht ist auf Amdir. Niemals dürfen wir vergessen, was uns dazu macht. Wir müssen aufrichtig, hilfsbereit, tapfer und gerecht sein. Wir müssen uns aufopfern und ehrenvoll handeln. Wir müssen in allen Dingen Spiritualität und Demut zeigen. Doch ohne es je gelernt zu haben, sind alle diese Werte nur leer. Deshalb rufen wir eine Queste für alle Winterwächter und alle Guten Wesen Amdirs aus: Lebt diese Werte und sammelt, wie ihr sie erlebt.

Jeder ist aufgerufen, gute Taten zu vollbringen oder zu beobachten, und wenn in einer davon sich unsere Tugenden widerspiegelt, uns davon zu berichten. Erzählt auch von Euren Erfahrungen und den Fallstricken die ihr mit einer Tugend gemacht habt. Diesen Schatz an Wissen wollen wir bündeln und an ihnen künftige Generationen unsere Tugenden lehren.

Im Auftrag des Burgherren Sir Desmond Pakusch, Großmeister der Ritterlichen Beschützer

Rugar Dorell
Haushofmeister zu Burg Winterrache
[/quote]



((Bedingungen für die Geschichten im Spoiler))

[spoiler]((Dies ist eine Gelegenheit für alle interessierten Spieler, im Laufe von SC Interaktionen oder kleinen Spielerminiquests angewandte Beispiele für die Tugenden der Winterrache zu finden. Bitte entweder die Geschichten im Foren-RP mit anderen zusammen ausspielen oder aus ingame Begegnungen entnehmen. Gerne dürfen auch kleine Spielerquests dazu erfunden werden. Hauptsache ist, dass die Tugend gut herauskommt und das Ganze aus Rollenspiel mit anderen Spielern entstand bzw. zu RP führt.))[/spoiler]
26.08.2013 09:47:30
Aw: Die Tugenden der Winterrache (#71950)
Mash
((Noch eine OOC Erläuterung))

[spoiler]Es sind ausdrücklich alle Winterwächter aber im allgemeinen alle, die der Burg helfen wollen aufgerufen. Die Liste der Tugenden kann auch im Wiki eingesehen werden: [url=http://www.amdir.de/components/com_joomlawiki/index.php?title=Winterw%C3%A4chter]http://www.amdir.de/components/com_joomlawiki/index.php?title=Winterw%C3%A4chter[/url][/spoiler]
08.09.2013 10:50:43
Aw: Die Tugenden der Winterrache (#72371)
Enaria
Ein Schreiber der den Erzählungen der Wächter glauben schenkt und jene in einem Buch über die Tugenden festhält.

[u]Eine Tugend: [b]Tapferkeit[/b][/u]

Es war am Tag der Tafelrunde, Isabelle Dumonde wurde von Sir Pakusch und Burgverwalter Rugar geehrt für ihre taten, die sie bisher begannt, in der Burg zu vollbringen.
Jenen Aufgaben wurden Tapferkeit und Mut abverlangt. Das Aktuellste Beispiel hierfür ist ein Angriff der Winterrache, wärend einer Tafelrunde.
Eine lauter Knall war zu hören, und es wurde Alarm geschlagen. Die Riesen wollten die Burg angreifen. Doch warum?
Schnell wurde ein Trupp aus Winterwächtern und Verbündeten die anwesend waren bei der Tafelrunde gebildet. Auf Befehl von Sir Pakusch liefen sie den Riesen entgegen um jene Abzufangen, ehe sie die Burg erreichten. Das Kommando hatte die Waffenmeisterin Isabelle Dumonde, doch wurde sie in einem Kampf mit den Riesen, die drei Dutzend zu sein schienen schwer verletzt. Weshalb der Paladin Corlian Ulthwe das Kommando übernahm.
Es heißt bei diesem Kampf wurden viele stark verletzt, sie seien mit Explodierenden Fässern beworfen worden und egal ob erfahrener Kämpfer oder nicht, jeden erwischte es auf irgend eine Art und weise. Doch heißt es auch, das Helm eine Schützende Hand über den Trupp hatte. Andere sagen Ilmater habe einiges an Leid auf sich genommen, wieder andere sagten die Taktik wäre entscheidend gewesen und nochmals andere behaupten sogar, das der Elfische Gottvater eine Hand über sie hielt. Doch mit einem sind sich alle einig. Die guten Götter waren bei ihnen und haben sie gestärkt.

Der Trupp war nur noch zwei drittel so stark als man erfuhr, das die Burg angegriffen wurde. Zuerst wurde ein recht sicherer Platz für die Verletzten gesucht. Dann machte sich ein Trupp aus den noch versehrtesten unter der Führung von dem Paladin zur Burg auf. Keiner konnte so genau sagen, wie sie wohl an den Vorposten der Riesen vorbei kamen ohne gesehen zu werden. Einige glauben es war Magie, andere sagen die Götter haben die Riesen geblendet. Was jedoch alle sagen, es wurde auf einmal sehr Laut den die Riesen schrien auf und nach und nach verstummten die Wut und Schmerzens Schreie der Riesen, doch die Jubelschreie der Menschen wurden Lauter und Siegessicherer.

Ein Transport wurde vorbereitet und bewegte sich in Richtung des Verlassenen Dorfes, um die verletzten zu Bergen, als ein Nebelhorn über den Berg hallte. Es heißt, der Paladin hätte seine letzte Kraft mobilisiert und sei in seiner glänzenden Ritterrüstung losgestürmt.
Was dann alles geschah, wurde nicht weiter überliefert. Man weiß allerding, das alle Leben zurück gekommen sind.
08.09.2013 11:36:26
Aw: Die Tugenden der Winterrache (#72374)
Elerina
Sollte man einmal den alten Geschichten lauschen, würde man von weiteren Tugenden hören.

[u]Eine Tugend: [b]Hilfsbereitschaft[/b][/u]

Es mag sicherlich zwei oder auch drei Sommer zurück liegen. Doch mochte sich manch einer in Winterrache an den Ritter Angeal Drachenherz erinnern. Er war ein Kleriker Helms und pflichtbewusst ging er regelmäßig seine Patroullien. Oftmals allein, aber auch manches Mal von anderen begleitet.

Eines schönen Tages in Hohenbrunn traf er die junge Maga Cosima, die wie er oftmals in der Schneiderwerkstatt gearbeitet hatte. Als er erzählte, er sei wieder auf Patroullie und wollte diese fortsetzen, ging sie mit ihm. Der Weg war lang und lange Zeit ruhig. Sie gingen den Handelsweg nach Elboria, doch dort war nichts aufgefallen. Alles war friedlich.

Erst als sie auf dem Weg nach Mirhaven vor Shanas Rose ankamen, stand dort eine maskierte Gestalt. Doch kamen Stimme und Haar ihnen irgendwie bekannt vor. Als der Priester im Namen Helms grüßte, stieß der andere Mann gleich die erste Provukation aus:

[i]"Die Dunkeln Götter werden Helm hier nicht durchlassen."[/i]

Manch einer, so auch der Ritter mochte aus diesen Worten Blasphemie heraushören. So gab ein Wort das andere und der Mann beschwor eine Erinnye, die er auf beide hetzte. Mir Schwert und Schild stellte er sich dem Biest. Der damalige Maga beschloss, den Teufelsanbeter, den sie inzwischen als Naryl erkannt hatte, am weiteren Zaubern zu hindern. Eine magische Hand hielt ihn fest, ohne ihn zunächst zu verletzen. Der Kampf endete, sie wollten es dabei belassen und hofften, es war ihm eine Lehre. Doch dem war nicht so.
Weiter wirkte er mit seiner Magie auf sie ein. Schließlich beschwor er einen Insektenschwarm, der den Ritter seiner Kräfte beraubte und ihn in sich zusammen sacken lies.

Genug, dachte sich die Halbelfe nur noch. Tatsächlich wurde sie einmal wütend. Sie ballte die Faust, welche magisch durchscheinend gegen den Kopf des Hexers flog und ihn zu Boden schleuderte. Dann kam die Kälte, eisige Kälte gebündelt in einem mächtigen Strahl. Doch noch immer ging es dem Ritter schlecht danach. Der Hexer lebte, wenn auch mit nur noch schwachen Lebenszeichen lag er dort.
So stand sie am Scheideweg. Sollte sie den Angreifer, der so unbelehrbar war, vernichten? Oder sollte sie dem Mann helfen, er eigentlich sie schützen wollte? Rache oder Hilfsbereitschaft? Sie entschied sich für zweiteres. Mit einem Trank neue Kraft gegeben und durch Magie stabilisiert brachte sie ihn nach Mirhaven, um sich dort durch eine kleine Wärmetherapie erholen zu können.

Der Teufelsanbeter kam mit schwersten Erfrierungen davon. Später wurde er aufgegriffen,doch er beging Selbstmord als er in der Zelle der Stadtwache auf Verhandlung und Urteil wartete.
Doch auch der Ritter überlebte so noch. Wo er wohl heute ist? Man weiß es nicht. Manche munkeln, er sei in der Zeit der Ebenenrisse zusammen mit einem weiteren Ritter und einer Verbündeten verschwunden. Selbst das hellsehende Auge Selunes konnte ihn nicht mehr erblicken. Man nahm an, er befindet sich nicht mehr auf Amdir. Doch das Beispiel dieser Geschichte bleibt in Herz und Geist erhalten.
08.09.2013 16:53:32
Aw: Die Tugenden der Winterrache (#72379)
Amari
Die Taverne der Winterrache war schon Zeuge von vielem - Glücksspiel, Sauferei und Prahlerei. Aber natürlich erzählte man sich auch noch andere Geschichten im schummrigen Schein der Kaschemme, während der eisige Wind draußen pfiff. Man sagt, dass in solchen Stunden, wenn die Kälte fast unerträglich wurde, solche Geschichten, die dann im Feuer des Kamins erzählt wurden, das Herz wärmten und stärkten.

[b][u]Aufopferung[/u][/b]

[b][i]"Ich verstehe das nicht, wieso hat die Waffenmeisterin die Quest ausgeschlagen?"
"Trottel, sie hat sie nicht ausgeschlagen."
"Doch, sie ist immerhin auf keiner."
"Ich wäre direkt zu meiner Quest aufgebrochen!"
"Dann hast du ihr nicht zugehört bei dem, was sie gesagt hat."
"Wieso, was hat sie denn gesagt? Ich war nicht dabei. Musste den Stall ausmisten."
"Du hättest sowieso nicht rein gedurft!"
"Und ob! Rugar hat..."
"Willst du jetzt hören, was sie gesagt hat, oder nicht?"
"Ja, ja, ich bin ja schon ruhig."

[/i][/b]Im Schankraum wurde es ein wenig ruhiger und es lauschten wohl doch noch ein paar mehr Ohren der ganzen Geschichte.[i][b]

"Die Lage auf der Winterrache ist schlecht - sehr schlecht. Seitdem die Ritter um Sir Pakusch ausgezogen sind, um die Wege sicherer zu machen sind wir knapp an Leuten. Die Riesen sind aggressiver geworden, die Goblins wollen uns belagern. Dann auch noch diese unheimlichen Gerüchte um Aurils Hinterlassenschaften in den Bergen. Von den Hinterhalten auf den Handelswegen habt Ihr auch sicherlich gehört - und den Drow."
"Aye."
"Wenn Isabelle auf ihre Queste gehen würde, dann müsste sie sich ganz dieser Queste verschreiben. Sie wäre keine Waffenmeisterin mehr für diese Zeit. All ihre Aufgaben müsste jemand anders übernehmen."
"Sind nicht wenige, habe ich gehört."
"Genau, und bei der Stadtwache ist sie ja auch noch."
"Exakt."
"Wir bauchen zur Zeit jeden Mann und jede Frau. Und Isabelle würde fehlen, oder?"
"Na, ich denke schon, jemand anders kann ihre Aufgaben übernehmen."
"Fehlen würde sie trotzdem und wie ich sagte: Wir brauchen jeden Mann und jede Frau. Der Angriff der Riesen hat das wieder deutlich gezeigt."
"Du meinst, sie hat es ausgeschlagen..."
"Nein, nicht ausgeschlagen. Sie hat Bedenkzeit sich erbeten."
"Dennoch. Ist doch fast genauso. Ich wäre direkt losgezogen!"
"Genau, du. Aber aye, sie hat ihre Quest noch nicht begonnen, weil sie uns nicht im Stich lassen will. Sie denkt, sie wäre hier noch gebraucht - und nicht nur hier, auch in der Stadtwache. Sie stellt ihr eigenes Wohl hinter das Allgemeinwohl. Zumindest habe ich gehört, dass sie schon immer von so etwas geträumt hat."
"Dann soll sie es doch machen!"
"Kann sie aber nicht, du Torfnase! Wie häufig muss ich dir das noch erklären?"
"Hm ..."
"Das ist Selbstaufopferung. Würde dir auch gut tun, mal mehr an Andere zu denken und nicht nur an dich."
"Das mache ich!"
"Klar, sieht man."

[/i][/b]Kurz herrschte nachdenkliche Stille am Tisch und der Rest der Kaschemme ging wieder zum üblichen Lärmpegel über, während sich alle am Tisch dennoch eifrig weiter unterhielten.[i][b]

"Scheint sie sowieso häufiger zu machen."
"Wieso?"
"Naja, ich war nicht dabei, aber ... ich habe mal gehört, dass sie sich allein mit einer Bratpfanne einem Riesen gestellt hat und ihn abgelenkt hat, damit Davek mit wichtigen Hinweisen zu den Xanatharleuten zur Winterrache kann."
"Das hat sie erzählt?"
"Nein, nicht wirklich. Die erzählt sowas doch nicht. Ist ihr mal rausgerutscht bei einem ihrer cholerischen Anfülle - und nach ein paar Bier, als sie sich über Davek aufgeregt hatte. Sie hatte sich darüber aufgeregt, dass er wieder zurückkam."
"Na, ist doch klar, wieso er zurückkam."
"Das darfst du ihr aber nicht sagen."
"Bin ich blöd? Ich habe wirklich keine Lust, mit einem blauen Auge den Schnee zu schippen."

[/i][/b]Gemeinsames Lachen unterbrach kurz das Gespräch.[i][b]

"Schon merkwürdig, dass jemand so Impulsives sich doch so aufopfert für Andere."
"Ist trotzdem idiotisch, nicht auf die eigene Quest zu gehen, wenn Sir Pakusch einen für würdig hält."
"Es ist nicht idiotisch! Das ist Aufopferung! Idiot!"
"Ach, mir auch egal. Würfel endlich! Sonst werden wir hier nie fertig!"[/i][/b]
27.11.2014 07:08:49
Aw: Die Tugenden der Winterrache (#84460)
Vrishnagk
[u]Die Tugend der [b]Aufopferung[/b]:[/u]

Lilifér blickte nachdenklich aus dem hohen Fenster des warmen Kaminzimmers von Burg Winterrache, ein altes Schreiben von Haushofmeister Rugar im Auftrag von Sir Pakusch in den Händen, welches ihr bei der Archivierung des Protokolls der Tafelrunde in die Hände gefallen war, dessen Worte ihr immer noch in den Ohren nachklangen:

"Wir, die Winterwächter, dürfen trotz allen Widrigkeiten niemals vergessen, wer wir sind: Die Verteidiger von allem, was Gut und Licht ist auf Amdir. Niemals dürfen wir vergessen, was uns dazu macht. Wir müssen aufrichtig, hilfsbereit, tapfer und gerecht sein. Wir müssen uns aufopfern und ehrenvoll handeln. Wir müssen in allen Dingen Spiritualität und Demut zeigen. Doch ohne es je gelernt zu haben, sind alle diese Werte nur leer."

Unweigerlich kam ihr das Bild von Sir Eric vor die Augen, wie er sich in der Schlacht gegen den Golem aus Leichenteilen, die "Fleischbestie" zwischen diese und kampfunfähige Verteidiger geworfen hatte.
Sie konnte noch hören wie seine Knochen knackten, als der Hieb des Monsters ihn traf, spüren wie die Erde durch den Hieb erschüttert wurde und sehen wie das Licht in Sir Erics Augen mit einem letzten Hoffnungsschimmer erstarb, als ihre Blicke sich trafen.

Sie schloss die Augen, konnte aber nicht verhindern, dass eine warme Träne über ihre helle Wange lief und war froh, dass Niemand sie so sehen konnte.
Man schaute zu ihr auf, nicht erst seit der Schlacht, doch gerade seit dieser.
Sie musste ein Vorbild sein, Stärke und Entschlossenheit zeigen und den Winterwächter Hoffnung spenden, dass man ihre vermissten Kameraden wiederfinden würde.

Sie dachte an Sir Pakusch, der sie so herzlich aufgenommen hatte, fast väterlich, sie kannte keinen anderen Ritter, welcher so grundauf herzensgut und zugleich so weise war und sie dachte an Sir Celaldor, ihren Ritter, ein Vorbild für alle anderen der Burg in den Tugenden der Aufrichtigkeit, der Tapferkeit, der Ehrhaftigkeit und der Spiritualität und wünschte sich nur im Ansatz sein Maß an Disziplin, Ruhe und Geduld zu besitzen.

Es konnte nicht sein, dass all diese Winterwächter, all diese Ritter für immer fort waren.
Sie ballte eine Faust und blickte wieder aus dem Fenster.

Sie musste einfach dafür sorgen, dass das Opfer der 12 Winterwächter in Hohenbrunn zur Verteidigung des Dorfes und zur Vernichtung des untoten Generals des Schwarzen Drachen nicht vergessen würde, denn es war ihre Pflicht sich selbst und alle jetzigen und zukünftigen Winterwächter an die Tugend der Aufopferung, welcher dieser im höchstem Maße nachgekommen waren, zu erinnern, diese weiterzutragen und selbst zu leben.

Doch nicht nur diese Tugend galt es stets im Herzen zu führen, sondern auch alle anderen Tugenden der Winterrache mussten mehr sein als ein bloßes Lippenbekenntnis, sie mussten verinnerlicht, mussten gelebt werden:

Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft, Tapferkeit, Gerechtigkeit, Aufopferung, Ehrhaftigkeit, Spiritualität und Demut.

Sie wandte sich um und eilte auf direktem Wege in ihr Zimmer, das Schreiben immer noch in der Hand mit entschlossenem Gesichtsausdruck. Dort angekommen holte Pergament, Tinte und Feder hervor und setzte sich an den Tisch, um den Aufruf von Haushofmeister Rugar Dorell zu erneuern, damit sich alle erinnern würden und die Tugenden der Winterwächter Einzug in Jedermanns Herzen finden würden.
Rugars Worte im Herzen und ein uraltes Lied zu Ehren Amaunators, des Vorgängers des Morgenfürsten Lathanders, welches ihre Mutter einst am Bardenkolleg in Silbrigmond vorgesungen hatte, im Kopf begann sie an alle Winterwächter zu schreiben:


[quote][i]Ritter und Winterwächter, Brüder und Schwestern der Winterrache,


ein dunkler Schatten ist über unseren Orden gefallen, als Sir Eric und elf unserer Brüder und Schwestern in Hohenbrunn ihr Leben ließen und Sir Desmond, Si Celaldor und 16 weitere Streiter des Guten verschwanden.
Tiefe Wunden bleiben zurück, unsere Herzen sind schwer mit Trauer, die Hoffnung scheint aus uns fliehen zu wollen, doch ich sage euch, Brüder und Schwestern, festigt euren Mut, stärkt euren Glauben, denn auch auf dem dunkelsten und längsten aller Pfade findet sich ein Licht an dessen Ende und an dieses müssen wir uns halten.
Um die Worte unseres geschätzten Haushofmeisters Rugar Dorell zu verwenden:

"Wir, die Winterwächter, dürfen trotz allen Widrigkeiten niemals vergessen, wer wir sind: Die Verteidiger von allem, was Gut und Licht ist auf Amdir. Niemals dürfen wir vergessen, was uns dazu macht. Wir müssen aufrichtig, hilfsbereit, tapfer und gerecht sein. Wir müssen uns aufopfern und ehrenvoll handeln. Wir müssen in allen Dingen Spiritualität und Demut zeigen. Doch ohne es je gelernt zu haben, sind alle diese Werte nur leer."

Deshalb will ich den vor eingier Zeit ergangen Aufruf unseres Ordens rufen erneuern und an die Queste für alle Winterwächter und alle Guten Wesen Amdirs erinnern:

Lebt diese Werte und sammelt, wie ihr sie erlebt.

"Jeder ist aufgerufen, gute Taten zu vollbringen oder zu beobachten, und wenn in einer davon sich unsere Tugenden widerspiegelt, uns davon zu berichten. Erzählt auch von Euren Erfahrungen und den Fallstricken die ihr mit einer Tugend gemacht habt. Diesen Schatz an Wissen wollen wir bündeln und an ihnen künftige Generationen unsere Tugenden lehren."

Lasst euer Vorbild Hoffnung sein in diesen dunklen Tagen, in dieser finsteren Nacht, für alle Wesen Amdirs, denn das Licht wird siegen, die Dämmerung wird wieder Einzug erhalten!


Hochachtungsvoll,
Lilifer Celebniriath
Marschallin der Winterwächter[/i][/quote]


https://www.youtube.com/watch?v=18nbrRg9W10