13.04.2013 13:22:42 | Galorin schläft bei den Fischen? (#69503) |
Mash | Mit weit aufgerissenen Augen sah Galorin die Reling des Kneipenschiffes "Blutiger Eimer" auf sich zufliegen. Mit einem dumpfen "Klock" küsste seine Nasenwurzel das unnachgiebige Holz. Bunte Lichter tanzten vor den Augen des Zwergs. Dann zog einer der Umstehenden ihn an seinen Haaren nach oben. Die Kundschaft des Eimers war nicht gerade zimperlich. Vor allem nicht, wenn sie fürs Verprügeln auch noch ín ihrer zweitliebsten Währung, einem Faß Rum bezahlt wurden. Sie lachten lauthals und schütteten ihm irgendein stinkendes Gesöff ins Gesicht. Er schrie auf, zog und schob an seinen gefangenen Armen und Beinen, Fäden dicker Spucke schleuderte er in die Gesichter seiner Peiniger. Als ein Faustschlag ihn verfehlte, schnappte sein Kopf vor und er schloss seine Zähne um den Arm des Unglücklichen. Mit rollenden Augen zog er an dem Stück Fleisch, das er im Mund hielt, als wolle er es schlicht hinausreissen. Der Mann schrie wie am Spieß und Galorin hätte ein gutes Stück mitgenommen, wenn nicht drei paar Hände seinen Kiefer mit Gewalt auseinander gezogen hätten. [i]"Der ist glatt durch den Wind. Schmeisst ihn endlich über Bord. Da kommt wer!"[/i] Galorin wurde an seiner Rüstung gepackt und hochgezogen wie ein kleiner Hund am Genick, dann rollten sie ihn über die Reling. Er versuchte sie noch zu fassen, doch das ölige Holz ließ ihn abrutschen. Dann schlossen sich die schwarzen Fluten über ihm. Er zappelte und strampelte in absoluter Dunkelheit, doch die schwere Plattenrüstung zog ihn hinunter wie ein Stein. Nach kurzer Zeit sanke er sachte mit dem Rücken auf Grund. Wütend schlug er nach oben in der Hoffnung, die Oberfläche zu erreichen, doch er fand nichts ausser Wasser. Er versuchte es mit einem Schwimmzug. Im Gegensatz zu den meisten Zwergen hatte er zumindest gesehen, wie es gehen sollte. Doch es tat sich nichts. Nur Luftblasen entwichen aus seinem Mund, als er seine Wut hinausschrie. Seine Gedanken standen in Flammen, so fixiert waren sie, dass er den nahenden Tod nicht einmal wahrnahm. Einzig und allein wollte er, diesen verfluchten Unbekannten mit der Kapuze und seinen Freunde auf ihren Knien um Gnade betteln sehen. Er musste hinauf, niemand legte sich so mit ihm an und kam davon. NIEMAND! Mit den Zähnen zog er die Kettenhandschuhe von den Fingern. Dann packte er einen der Lederriemen, die seine Plattenrüstung fest hielten. Mit den Schnallen hielt er sich gar nicht auf. Mit aller Kraft zog er daran. Er spannte seine Brust als wolle er die Rüstung in einem Mal sprengen. Der Riemen spannte sich. Noch ein klein wenig... Dann gingen seine Kräfte zu neige. Die angehaltene Luft entwich mit ins Meer. Mit ihr ging die Wut. Galorin starrte in die Dunkelheit. Seine Gedanken wurden langsam. Er war traurig, aber nicht ängstlich. Eine Schlange stahl sich durch die Schatten zu ihm nach unten. Er griff danach und bkeam sie zu fassen. .... Ein Tau!? Wenn er gekonnt hätte, hätte er gelacht. Seine Arme bewegten sich von selbst. Zug um Zug machten sie. Dann durchstieß sein Kopf die Wasseroberfläche. Er wurde hinausgezogen. Keuchend landete er auf den Pflastersteinen des Piers. Eine Gestalt stand neben ihm: Sein Retter. [i]"Tymora sei Dank, du atmest noch."[/i], sagte sie. Verschwommen nahm Galorin ihn war: Ein hagerer Kerl, er sah ärmlich aus wie die anderen Fischer und Dockarbeiter. Lange blonde Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht. Das Gesicht war jugendlich und mit nicht einmal den Flaum eines Bartes. Ein Jungspung also. [i]"Ich musste warten, bis diese Kerle sich wieder verzogen hatten. Bastarde. Ich konnte nicht einfach zusehen, wie sie dich ertränken. Ich bin Aiden. Nicht alle, die hier leben sind Mörder, weisst du."[/i] Galorin hustete nur Wasser als Antwort. Aiden legte ihm die Hand auf die Schulter. [i]"Was hast du da überhaupt drin gesucht? Im Eimer gibt es nur Gesindel und Piraten, das weiss doch jeder." "Da... Danke."[/i], konnte der Zwerg zwischen den kräftigen Atemzügen hinauspressen. [i]"Ich wollte nur was trinken und dann wurd ich... argh!"[/i] Das Salzwasser brannte sich durch seine Wunde am Rücken. Bis jetzt hatte er sie nur dumpf wahrgenommen, doch nun traf ihn der Schmerz mit voller Wucht und ließ ihn das Gesicht verziehen. Aidens junges Gesicht verrat offene Besorgnis: [i]"Du solltest besser ins Lazarett. Die Heiler dort helfen dir." "Ich will nicht... nur ein Kratzer...Lass mich"[/i], entgegnete Galorin müde und versuchte die Hand wegzuschieben. Doch der junge Mann ließ nicht los und sah ihm in die Augen:[i] "Keine Angst, die verlangen kein Geld von dir. Ainslee und Dante heilen die Armen immer und geben ihnen zu essen. Komm, ich bring dich hin." [/i]Schwankend kam der Zwerg auf die Beine. [i]"Ich sagte... mir geht es gut..." "Nein, tut es nicht. Du blutest." "ICH SAGTE MIR GEHT ES GUT!"[/i] Er riss seinen Kopf herum zu dem verblüfften Jüngling, der ihn nur wie ein Esel mit offenem Mund anstarrte. Galorins Finger schlossen sich um Aidens Kleidung und mit einem lauten Kampfschrei warf er seinen Retter über den Pier in das Hafenbecken. Als er das Platschen und die Hilferufe hörte, ging es ihm tatsächlich etwas besser. Er hielt die Hand auf seine Seite und humpelte in die Gasse hinein. Nein, er war nicht tot. Er würde zurückkommen. Oh ja. Breit grinste er durch seine Zahnlücken in sich hinein. Es machte... zu viel Spaß. |