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16.02.2008 17:56:28
Flucht in ein neues Leben ... (#6762)
Sebulon
... die Geschichte des Halbling Willi Froschfänger

Das Herz, es springt bis zum Halse. Als möchte es augenblicklich den Körper verlassen. Der Halbling presst sich an die steinerne, schmutzige Wand, als wolle er augenblicklich mit dieser verschmelzen. Die Luft findet nur in kurzen Stößen den Weg in seine Lunge. Aber nur um nicht länger als ein paar Sekunden darin zu verweilen, um sogleich ebenso hastig wieder ausgestoßen zu werden.

Der Halbling zuckt zusammen, als eine raue Männerstimme erklingt:

[color=blue][i]Findet diesen Wicht, ich will ihn … koste es was es wolle![/i][/color]

Er besinnt sich und überwindet seinen ersten Schrecken. Rasch nimmt er seine Beine in die Hand und rennt um sein Leben. Im Grunde ging es auch um sein Leben. Sollten die Häscher ihn erwischen, wird sein Leben nicht mehr sehr lang sein. Doch der Halbling hatte vor noch ein sehr langes Leben zu leben.

Es war klar, er musste die Stadt verlassen. Aber wie, durch die Tore würde er nicht kommen. Die Häscher würden sie überwachen. Über die Mauer klettern, wohl kaum. Die Wachen würden nur unangenehme Fragen stellen. Sogleich kam es in seinen Sinn, der Hafen. Jawohl, der Hafen würde den Weg aus dieser Stadt bedeuten. Doch wie so immer, musste er zuerst in sein Versteck. Töricht, würde er ohne seine Habseligkeiten aufbrechen. Und schon gar nicht würde er seine Sammlung an seltenen Edelsteinen zurück lassen. Glücklicherweise lebte er schon einige Jahre hier in der Stadt und kennt so ziemlich jeden Winkel und jede Ecke.

Wäre da nur nicht diese Müdigkeit, wenn er in seinem Versteck ist, würde er ein paar Stunden ruhen. Nur zögerlich kam er vorwärts. Immer wieder wurde er aufgehalten, immer wieder musste er den Schutz der Ecken und Dunkelheit suchen, um seinen Häschern zu entgehen. Nach Stunden endlich erreichte er sein Versteck, erstmal den Vorratsschrank plündern. Zur Müdigkeit gesellte sich nun auch noch der Hunger. Doch der Vorrat sah schlecht aus, ein alter Kanten Brot und etwas Pökelfleisch, war alles. Egal, der es wird den Hunger ein wenig stillen. So schnell wie er das Essen ergriff, so schnell war es auch in seinem Magen verschwunden. Jetzt noch schnell die Habseligkeiten einpacken und dann für ein paar Stunden ausruhen.

[b]Während des Schlafes:[/b] [i]An einem reich gedeckten Tisch sitzt der Halbling. Seine schwarzen Haare wehen in sanfter Brise im Wind. Ringsherum wird gelacht. Andere Halblinge, seine Familie, Verwandte und Freunde. Sie alle waren gekommen. Es war der Tag an dem er erfolgreich seine Ausbildung zum Händler beendete. Im Hintergrund spielt fröhliche Musik und immer wieder wird diese von lautem Lachen unterbrochen.

Es knackt[/i]

Der Halbling schreckt auf, das Knacken kam nicht aus seinem Traum. Jemand spielte an der Tür herum und versuchte sich einlasse zu verschaffen. Er rieb sich die Hände, schließlich war die Türe mit einer kleinen Säurefalle versehen. Gebannt schaut der Halbling auf die Türe und unruhig wartet er auf das Zischen, wenn sich die Säure mit dem Fleisch vermischt. Da war es, das Geräusch auf welches er so sehnsüchtig wartete. Gefolgt von einem fürchterlichem Fluch.

Er riss die Augen auf, er kannte die Stimme. Es Grobald „Grobian“ Fluesterzunge. War es also schon soweit. Jetzt hatte man Grobian auf ihn angesetzt, nur wegen einer läppischen Goldsumme. Gut die Summe bestand aus zehntausend Goldmünzen. Warum wollten sie nicht verstehen, dass es für einen guten Zweck war. Egal, diskutieren kann man mit diesem Menschen nicht. Grobian, war bekannt für seine grobe Art.

Der Halbling sprang von seinem Bett und schnappte sich den Rucksack. Rasch sprang er zum Geheimgang, der in die Kanalisation der Stadt führt. Mit einem fürchterlichem krachen, sprang die Türe aus ihren Angeln. Gewaltsam wurde sie nun aufgebrochen und der Kopf des Grobian schaute hindurch.

Wie ein Schrecken fällt es ihm ein, die Edelsteine liegen noch auf dem Tisch. Grobian war nicht alleine. Typisch, immer kommen sie in Gruppen. Und das alles nur wegen einem schwachen Halbling. Der Halbling war entschlossen seine Edelsteine mitzunehmen. Schließlich, waren sie das einzige Überbleibsel seiner Heimat.

Rasch griff er in seine Tasche und holte eine kleine Kugel hervor. Sie war gefüllt mit einer schwarzen zähen Flüssigkeit. Rasch warf er sie den Häschern entgegen. Als jene auf dem Boden auftraf, füllte sich der Boden unter ihnen. Schmierig und glitschig, einige hatten ihre Mühe sich zu halten. Grobian selber verlor das Gleichgewicht und versuchte sich noch am Tisch festzuhalten. Doch vergebens, er riss den Tisch um und die Edelsteine verteilten sich im Raum.

Trauriger Schrecken stand dem Halbling ins Gesicht geschrieben. Nur widerwillig verließ er durch den Geheimgang sein Versteck und lies das letzte Rest seiner Vergangenheit zurück.