28.11.2012 10:36:04 | [Abgeschlossen] Beim Bogenbaumeister (#65773) |
Mash | [b][u]Stück und Gegenstück[/u][/b] Daveks dünne Ledersohlen wandelten leise über das dichte Moos. Er schlich nicht mit Absicht, viel mehr war er sich dessen nicht einmal wirklich bewusst. Doch laut zu gehen, ja irgendein unnötiges Geräusch zu machen wäre für ihn gewesen wie das Stören eines empfindlichen Gleichgewichts, als könnte das allein diese Harmonie zwischen Mensch und Natur zerstören. Er beobachtete die Häuser und Tempel, zwar aus Holz und Stein, doch wirkten sie mehr mitgewachsen als von Händen errichtet. Die Elfen bewegten sich so natürlich, als wären sie ein Teil des Ganzen. Sie waren nicht wie die Wächter einer anderen Welt, wie die Waldläufer seiner Familie sich sahen. Davek war durchaus schon öfter in der Stadt gewesen. Dass ausgerechnet an diesem Morgen ihn diese fast poetisch zu nennende Stimmung überkam, hatte mehrere Gründe. Der wichtigste war, dass seine Vergangenheit ihn eingeholt hatte. Doch noch fühlte Davek sich nicht vollständig. Etwas fehlte. In seinen Augen eigentlich etwas kleines, unwichtiges, zumindest hätte er das früher so gesehen. Jetzt wusste er genau, was ihm fehlte: Sein Bogen. Nicht irgendeiner, Davek hatte zuvor schon viele gehabt und maß Gegenständen nie eine sentimentale Bedeutung zu. Nein, es war der besondere Bogen, den ihm Rivan geschenkt hatte, nachdem er fast am Wundbrand verreckt und nur durch Ainslee und Dante davor bewahrt worden war. Er war gleichzeitig Anerkennung wie auch Erinnerung gewesen an seine erste und möglicherweise Letzte Heldentat. Dann wurde er im Calaneth beim Versuch, Raul auszuspionieren, von der rätselhaften Elfe gefasst und gelangte nackt und in einem Faß eingesperrt nach Valvec. Die Tage darauf veränderten ihn. Zusammen mit dem Bogen verlor er dort ein Teil seines Selbst. Er machte sich keine Hoffnungen, den Bogen wiederzufinden. Rashal hatte erwähnt, dass die, die seinen Bogen stahlen getötet oder zumindest vertrieben waren. Rivans Geschenk war zerstört oder verschollen. Doch er hatte das Bild des Bogens, wie er ihn das erste Mal in Händen hielt, so genau im Kopf als wäre es vor einem Moment gewesen. Er sah das obsidianfarbene Holz und die Orchideenblüten an den Bogenspitzen. Es war elfische Bogenkunst gewesen, die ihm fremd war. Trotzdem würde er ihn wiedererschaffen, mit derselben Kunstfertigkeit, die in das Original geflossen war. Es wäre nie dasselbe, doch das war er auch nicht. So trat er in das Haus des Bogenmeisters in Elboria. Noch während er in der Tür stand, suchten seine Augen den Meister. Als er ihn fand, sprach er ruhig und mit Nachdruck, mehr wie eine Feststellung: [i] "Ich will einen Bogen Eurer Art bauen, wie ich ihn mal hatte. Bitte Euch, zeigt es mir's so zu machen. Fragt was Ihr wollt als Ausgleich."[/i] |
28.11.2012 20:55:42 | Aw: Beim Bogenbaumeister (#65807) |
DerAndreas | Ruhig und Geduldig beendete der Meister den Arbeitsschritt den er gerade durchführte. Es dauerte Minuten bevor er seine Werkzeuge weglegte um den Menschen lange Momente zu mustern. Endlich erhob sich seine Stimme in der Handelssprache der Menschen: "[color=green]Ihr wollt also einen Bogen elfischer Art [i]bauen[/i]. Es ist nicht zu lange her als ich daran scheiterte einen Kurzlebigen auszubilden in der Handwerkskunst des Bogners. Auch habe ich rückblickend keine gute Erinnerungen an jenen Schüler. Voraussetzung für einen längeren Aufenthalt in Elboria und die Lehre in meiner Werkstatt ist das beherrschen unserer Sprache. Darüber hinaus - nennt mir gute Gründe warum ihr ein Freud des Volkes Elborias seid - so dass euch solch eine Ehre zuteilwerden soll?[/color]" Die Augen des Bogners langen nun abwartend auf Davek. |
01.12.2012 16:31:22 | Aw: Beim Bogenbaumeister (#65866) |
Mash | Der Waldläufer blieb die ganze Zeit stehen, wo er war. Der Elf musste ihn gehört haben. Oder war er etwa taub? Eine seltsame Vorstellung für ein Volk, das nicht alterte. So entschied Davek zu warten. Neben dem hohen Alter hatte er auch von der legendären Geduld der Elfen gehört, eine Eigenschaft, die für die er großen Respekt hatte. Er selbst hatte bei der Jagd aber auch schon einige ereignislose Stunden regungslos im Schatten eines Baumes neben einer Wasserstelle gesessen. Wenn Geduld verlangt wurde, hatte er ausreichend davon. So lange sollte es allerdings nicht dauern: Der Meister antwortete bereits nach einigen Minuten. Für seine eigene Antwort nahm sich Davek ebenfalls Zeit, denn dies war einer der bedauerlichen Fälle, wo kurze Worten und Gesten nicht genügen würden: "Ein Schüler hat Euch enttäuscht. Der bin ich nicht. Ich bin Davek. Kann Euch keine Gründe nennen, denn ich bin kein Freund. Bisher legte kein Elf darauf Wert. Seht, ich komme und biete Euch meine Freundschaft. Wollt Ihr einen Beweis, so sagt mir welchen. Ich werde ihn in eurer Zunge bringen. Ist es nicht möglich, euer Vertrauen zu verdienen, dann sagt es gleich." |
02.12.2012 14:00:00 | Aw: Beim Bogenbaumeister (#65890) |
DerAndreas | Er lauschte ruhig und gelassen den Ausführungen und setzt nun zu einer Antwort in Elfisch an: "[color=green]Eine Ausbildung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Einen Bogen unserer Art fertigt man nicht gleich zu beginn der Lehre. Fünf Tage im Zehntag werdet ihr hier je zehn Stunden arbeiten und lernen. Die restlichen Fünf Tage habt ihr frei. Alle fünf Tage bekommt ihr ein Stück, dass ihr gefertigt habt zu eurer Verfügung, verkauft es und bezahlt davon die Taverne und eure Nahrung. Zeigt den Bürgern Elborias euren Respekt, lernt während eures Aufenthalts unsere Art und unsere Kultur kennen. Wer unserer Handwerkskunst beherrschen möchte soll auch unsere Kultur kennen und schätzen lernen. Zur Arbeit und Lehre gehört auch die Werkzeuge kennen zu lernen. Schärft die Messer und Stemmeisen an der Werkbank. Reinigt die Edelsteinmühle und wechselt das Sägeblatt an der großen Holzsäge.[/color]" Damit wendet sich der Meister der Wanne im Eck des Raumes zu und beginnt aus Baumwolle einige Fasern zu fertigen. |
13.12.2012 15:36:55 | Aw: Beim Bogenbaumeister (#66218) |
Mash | Die Worte in der klaren, melodie formenden Sprache verstand Davek nicht. Doch war es ein gutes Zeichen, dass der Elf in seiner Zunge mit ihm sprach: Ihn zu verstehen war die erste Bedingung, die ihm gestellt wurde. Um die anderen könnte er sich kümmern, wenn es Zeit dazu war. Sie vorher nicht zu kennen, hätte ihn unter gewöhnlichen Umständen beunruhigt. Doch diese Stimmung, die ihn draussen überkommen hatte, war alles andere als gewöhnlich. Ruhig nickte Davek und hob grüßend die Hand, bevor er sich abwandte und durch die Tür nach draussen trat. Draussen begegneten ihm die ewig zeitlosen, doch mißtrauischen Blicke der Elfen wieder. Da wurde ihm bewusst, dass er Hilfe brauchen würde, um die Zunge zu lernen... |