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02.11.2012 13:21:07
[Kelrath] Hinauf zum dunklen Gifpel (#64805)
Algarond
[b][u][center]Hafenluft und harte Keulen[/center][/u][/b]

Nicht einmal ein Schmerzensschrei kam noch über seine Lippen, als ihm der Matrose den Arm brach. Der heftige Schlag auf den Schädel kam schneller und mit ihm das Brechen von eben diesem. Man hätte das Knacken hören können, sollte ihm jemand später berichten, man glaubte er wäre tot. Doch Kelrath war noch nicht tot, als er auf dem Boden aufschlug. Besinnungslos und auch schwer verletzt, aber eben noch am Leben.

***

Schmerzhaft stach das eigentlich schwache Licht in seine Augen, als er versuchte diese zu öffnen. Zu schwer die Lider, zu schwach der Körper. Dunkelheit.

***

Wieder kam der Schmerz, diesmal zwang er seine Augen sich zu öffnen. Die hölzerne Decke, die er sah, schien das Licht förmlich zu verschlucken. Wo war er? Zuhause? Nein. Angestrengt versuchte er den Kopf zu drehen, zu sehen wo er war. Was war passiert? Wie eine Feuersbrunst schoss der Schmerz bei der Bewegung durch seinen Schädel. Ein kurzes Stöhnen noch. Dunkelheit.

***

Wieder das schwache Licht, wieder die hölzerne Decke. Wo war er? Ein leises Rascheln war zu hören. Wie von Roben vielleicht. Panik stieg ihn ihm auf, der Drang den Kopf zu wenden war riesig. Diesmal nicht, nein, der Blick blieb wo er war...an der Decke.

[i]„Dankt Talona...ihr lebt.“[/i] sprach eine rauhe Stimme.

Kelrath versuchte sich an einer Antwort, doch nur ein Krächzen entsprang seiner Kehle. Erneut das Rascheln, dann der Duft von etwas Verbranntem. Waren das Kräuter? Dunkelheit.

***

Die Decke schon wieder...und das Rascheln von Kleidung. Die Stimme war ebenfalls wieder da.

[i]„Ihr solltet euren Kopf nun bewegen können.“[/i]

Vorsichtig drehte Kelrath den Kopf und sah eine alte Frau. Graues, strähniges Haar hing ihr beinahe bis zur Hüfte. Ein graue Robe bedeckte ihren ausgemergelten Körper. Eisblaue Augen blickten ihn milde aus dem pockenvernarbten Gesicht an.

[b]„Waaaaa.....weeeee....“[/b] krächzte der junge Mann, und der Kopfschmerz kehrte zurück. Weniger heftig diesmal, aber schlimm genug.

[i]„Was geschehen ist? Euch wurde der Schädel eingeschlagen.“[/i] gab die Alte zur Antwort. [i]„Wer ich bin? Eine einfache Heilerin, alles was ihr euch leisten konntet.“[/i] fügte sie bitter an.

Langsam und müde erhob sie sich aus dem wackeligen Stuhl, und flösste ihm etwas heisse Suppe ein. Hustend und würgend brachte er diese hinunter.

[i]„Zwei Zehntage noch, vielleicht drei und ihr solltet wieder auf den Beinen sein.“[/i]

***

Wenig einfühlsam und sanft war der Abschied, oder vielmehr der Rausschmiss gewesen, den Tarani, die Heilerin ihm zuteil werden liess. So stand er da, die lumpige Kleidung am Leib, ohne jeglichen Besitz. Alles hatte Tarani genommen. Ausser seine zerissene und mit getrocknetem Blut befleckte Kleidung. Aber er war nicht besorgt. Müde und schwach, ja, aber nicht besorgt. Die schwere Verletzung hatte ihm Einsicht verschafft. Oder nein, vielmehr nur das klar gezeigt, was in seinem Inneren schon länger verborgen war. Den Verlust von Gold oder Lebenswandel nahm er gelassen hin, er sah es als Neubeginn.

Innerlich seufzend blickte er trotz allem mit leichter Wehmut den Hügel hinab aus das kleine Hafendorf, das seine Heimat gewesen war und liess alles zurück, als er sich umdrehte und Kurs auf die kleine Bergkette nahm, die sich in der Mitte der Insel erhob.
03.11.2012 15:02:17
Aw: [Kelrath] Hinauf zum dunklen Gifpel (#64884)
Algarond
[u][b][center]Auf dem Gipfel[/center][/b][/u]

Die starke Abendsonne heizte die ohnehin unerträgliche Luft auf ein Maß an, dass Kelrath unwillkürlich an die vielbenannten Höllen erinnerte. Der Schweiss rann in Strömen über seinen Körper, als er die beiden Eimer mit Wasser den felsigen Pfad hinaufschleppte.

Die letzten Monde hattem ihm sichtlich gut getan. Der schlaksige Körper eines Jungen war zu dem drahtigen eines Mannes geworden. Seine Bewegungen waren geschmeidig und zeugten von seiner Geschicklichkeit. Beinahe sein ganzer Körper zeigte Striemen und Narben von den unzähligen Stockschlägen, die er ertragen musste.

Oben angekommen entleerte er die Eimer in den grossen Bottich, wie schon viele Male zuvor. Erschöpft hielt der junge Mann inne und liess seinen Blick über den kleinen Hof schweifen. Wie sehr er sie hasste, die Mönche der schimmernden Hand. Stoisch und ohne sichtbare Gefühlsregung hörte er ihnen zu, wenn sie über den Sinn des Lebens und die Wichtigkeit des Gewebes für das grosse Ganze faselten. Das war es nicht was er wollte. Was er wollte waren ihre Fähigkeiten im Kampf, ihre Disziplin und Effektivität.

[i]„Schüler!“[/i] schallte Meister Jawan's Stimme dröhnend über den Hof. [i]„Die Arbeit ist noch nicht beendet. Spute dich!“ [/i]

In seiner Hand hielt der strenge alte Mann seinen Stock. Kelrath hasste den Stock und ihn...kalter berechnender Hass, die blinde Wut gab es inzwischen nicht mehr. Gehorsam machte er sich wieder auf den Weg zu dem kleinen Fluss.

***

Hart schlug sein Übungspartner auf dem Boden auf. Ein perfekter Wurf. Stolz wallte ihn Kelrath auf. Er beherrschte die waffenlose Kunst des Kampfes immer besser. Mit der Disziplin wuchsen auch die Fähigkeiten. Die Zauberei allerdings, die ihm die Anhänger der leuchtenden Hand schmackhaft machen wollten lehnte er ab. Es verbesserte nicht sein nicht allzu gutes Ansehen.

Sein Gegner war wieder auf den Beinen und griff erneut mit dem hölzernen Messer an. Ein schneller Schritt nach vorne, blocken mit dem Handgelenk, ein Griff und eine Drehung. Wieder schlug der andere Schüler hart auf dem Boden auf. Vielleicht zu hart, er blieb stöhnend liegen.

Mit sich selbst zufrieden wandte sich Kelrath ab. Ihn kümmerte nicht, ob Thard, sein Mitschüler verletzt war oder nicht. Es war ihm einfach gleich. Gleich waren ihm auch die anderen im Kloster. Meister wie Schüler. Ein Dutzend armselige Geister, die ihren Lebenszweck in Zauberei und Kampf suchten, nur um dann doch hinter den Mauern zu hocken und nichts damit anzufangen.

***

[i]„Genug!“ [/i]bellte Jawan laut über den Hof.

Doch der junge Mönch mit dem roten Haar erhob sich wieder vom Boden. Mühselig diesmal, aber er konnte noch stehen. Er würde nicht nachgeben, bis er den Alten getroffen hatte. Ein Schlag, ein Tritt. Mehr wollte er nicht. Seine Erhabenheit und Arroganz bestrafen. Ruckartig sprang er auf und stürmte Kelrath auf Jawan zu und tauchte in eine Vorwärtsrolle. Tritt. Dunkelheit.

Kaltes Nass ergoss sich über ihn, riss ihn plötzlich aus seiner Bewusstlosigkeit- Es war bereits Dunkel und nur das Licht einiger Fackeln erhellte flackernd die Gesichter der Männer, die ihn umstanden. Alle standen sie um ihn herum. Sein Blick fiel auf den kleinen Haufen mit seinen Habseligkeiten.

[i]„Ich verweise dich dieses Ortes. Geh und komme nie wieder, denn für dich gibt es keine Hoffnung.“ [/i] erklang die ruhige Stimme des Abtes.

[b]„Du weisst, dass ich wiederkommen werde, du alter Narr. Vergebung mag ein Teil von dir sein, von mir jedoch nicht.“[/b] zischte er düster und machte sich unter Blicken der unterschiedlichsten Sorte auf. Weg vom Kloster und, ja....weg von dieser verfluchten Insel. Seine Zeit hier war zu Ende.
05.11.2012 15:59:02
Aw: [Kelrath] Hinauf zum dunklen Gifpel (#64967)
Algarond
[center][b][u]Der Beginn einer Reise
[/u][/b][/center]
Hart ruckte das Schiff, als der Anker es ruckartig stoppte. Regungslos glich er die Bewegung mit seiner natürlichen Balance aus, während sein Blick unentwegt auf den beiden Matrosen haftete, die das kleine Beiboot zu Wasser liessen, dass ihn an Land bringen sollte. Geduldig wartete er und stieg die Strickleiter hinab und sprang in das Gefährt und liess sich an Land rudern.

Due salzige Luft zerrte an Kelraths schäbigem Umhang, als er vom Boot in den feuchten Sand des Strandes sprang. Ohne sich weiter mit den Matrosen zu beschäftigen starrte er den leicht ansteigenden Starnd hinauf zu der grossen Stadt, die dort emporragte. Zazesspur. Juwel Tethyrs.

Mit unbekanntem Ziel machte er sich auf zur Stadt. Er musste abwarten, was er dort vorfand, kannte er Städte solcher Größe doch nur aus Ezählungen.

***

Tausend verschiedene Gerüche und Geräusche nahm er war, als er sich durch das Chaos schlängelte, das man hier Markt nannte. Doch sein Ziel waren nicht die Stände mit ihren schreienden Händlern, sondern grosse Gebäude auf der anderen Seite des Platzes. Gekreuzte Äxte fand er auf dem Schild vor dem Gebäude vor, hier war er richtig. Also trat er ein.

Schwere, biergeschwängerte Luft schlug ihm entgegen, als er den grossen Raum betrat und sich erst einmal umsah. Allerlei Volk traf man hier an. Allesamt auf der Suche nach Anschluss, so auch Kelrath. Neugierig schritt er zu der handvoll Menschen, die sich vor dem Anschlagbrett versammelt hatte und las die Gesuche. Von Ruhm, Reichtum und Macht sprachen alle, wenn man sich nur ihrer Abenteurerbande anschloss, nur ein Aushang versprach anderes. Kurzerhand riss er diesen ab.

„Ruhm und Reichtum verspreche ich nicht. Aber unvergleichliche Erfahrung für denjenigen, der mit mir auf Reisen geht.“

Langsam drehte sich Kelrath auf dem Absatz herum und liess seinen Blick durch den Raum schweifen, mustere jedermann an den Tischen und der langen Theke. Bis sich sein Blick mit einem alleinsitzenden Grauhaarigen traf. Kurz starrten sie sich an und der Blick des Alten fiel auf das Stück Pergament in Kelraths Hand, was dieser zum Anlass nahm den kleinen Tisch anzusteuern.

[b]„Dies hier ist von euch?“[/b] sprach er, während er dem Alten fest in die Augen sah und das Stück Papier gut sichtbar hochhielt.

Sein Gegenüber erwiderte Kelraths Blick eine Zeit lang und sah dann zu dem Pergament.

[i]„Und wenn es das wäre?“[/i] gab er nur zur Antwort.

[b]„Dann...“[/b] antwortete Kelrath [b]„...könnte ich mich euch vorstellen und mein Interesse bekunden.“[/b]
06.11.2012 22:05:23
Aw: [Kelrath] Hinauf zum dunklen Gifpel (#65026)
Algarond
[center][u]Sucher des Vergessens[/u][/center]

Regungslos kauerte Kelrath im Schatten der alten Mooreiche und wartete auf Hodor, den alten Mann mit dem er durch die Reiche reiste. Was hatte der Alte wieder vor? Als er sich das noch fragte, tauchte sein Begleiter plötzlich im Schatten neben ihm auf, einen blutigen Dolch in der Hand.

[b]„Hoffentlich kein Kind.“[/b] sagte Kelrath trocken mit einer Spur Missmut in der Stimme, als er einen Blick auf den Dolch warf.

Hodor schüttelte nur den Kopf und wies mit dem Dolch ins Tal, hin zu dem schmalen Fluss, der sich dort wand. [i]„Zum Boot, schnell.“[/i]

[b]„Wir haben ein Boot?“[/b] kam die überraschte Frage, während er der Aufforderung folge leistete.

Schnell liefen sie runter zum Fluss, wo sie ein kleines Floss bestiegen, das an einem Baum festgebunden war.

***

Hart trieb die Strömung das kleine Gefährt nach Norden, Richtung des Sees Esmel. Athkatla war ihr Ziel, was aber bei Hodor niemals wirklich in Stein gemeisselt war. Stunde um Stunde trieben sie, bis Kelrath die Geduld verlor und das Schweigen brach.

[b]„Also, was hast du getan?“[/b]

Hodor zuckte mit den Schultern und starrte weiter aufmerksam abwechselnd zu den beiden Ufern, während sein Gefährte das Floss steuerte und wartete. Einige Zeit später kam die Antwort.

[i]„Ich habe einen alten Freund gefunden und eine Rechnung beglichen.“[/i] kam die eisig kalte Antwort.

Der Steuermann in Zeilzeit wusste, dass es besser war nicht weiter zu bohren.

[b]„Wohin nun, o Freund?“[/b] kam die Frage in bitterem Ton.

Ein paar böse Blicke später kam die Antwort.
[i]
„Ich habe deine Fähigkeiten schätzen gelernt und doch fehlt dir etwas. Ich werde dir etwas zeigen.“[/i] kam die ausdruckslose Antwort.

***

Stirnrunzelnd stand Kelrath etwa fünfzig Schritte von dem alten, halbverfallenen Herrenhaus entfernt und wartete. Plötzlich erklang Hodors Stimme direkt neben ihm.

[i]„Komm, Kelrath. Die Zeit ist reif.“[/i]

Der junge, rothaarige Mann zuckte unwillkürlich zusammen. Eigentlich war er nicht schreckhaft, aber Hodors Talent einfach so in den Schatten aufzutauchen raubte ihm den letzen Nerv. Trotzdem war er eifersüchtig, so sehr er sich auch anstrengte, musste er sich doch eingestehen, dass er Hodors Heimlichkeit nicht das Wasser reichen konnte.

Er wollte ihm also etwas zeigen. Nun gut. Mit leisen Schritten gingen sie hinüber und betraten das baufällige Gebäude. Zwielicht empfing sie in der Eingangshalle, die die dort stehenden Gestalten nur als Schemen erkennen liess. Auffallend war die erhaben wirkende Gestalt in der Mitte der Halle. Gross und schlank trug sie eine auffällige Brustplatte, die man trotz der Dunkelheit gut erkennen konnte.

Hodor schritt auf die Gestalt zu und winkte Kelrath das es ihm gleichzutun. In drei Schritt Entfernung liess der Alte sich auf ein Knie nieder und senkte den Blick, Kelrath tat es ihm gleich. Mit einem leisen Rascheln begann die Gestalt die beiden zu umkreisen, scheinbar unendlich lange dauerte das Mustern.

[i]„Nun, Dunkler Bruder....“[/i] sprach die gepanzerte Gestalt Hodor an [i]„...dies ist also jener der Disziplin und Willen sein eigen nennt.“[/i]

Leicht runzelte sich Kelraths Stirn, als scheinbar über ihn gesprochen wurde. Einige Zeit des Schweigens folgte.

[i]„Es ist an der Zeit.“[/i] sprach der Unbekannte und griff schnell wie eine Schlange, schneller als Kelrath reagieren konnte mit beiden Händen nach Kelraths Kopf, vielmehr umfasste er ihn. Dunkelheit raubte dem jungen Mönch das Bewusstsein und er träumte von Schemenhaften Gestalten und Kampftechniken, von Gebetsmeditationen und und und....


[i]„Ich sah deine Vergangenheit, ich sah deine Fehler und deine Fähigkeiten, Kelrath aus Nordhafen.“ [/i]sagte eine bekannte Stimme, die nah und fern zugleich schien. [i]„Ich sah deine Taten und ich sah deine Ängste.“[/i]

***

Erstaunlich erfrischt setzte sich der junge Mann in der völligen Finsternis auf.

[i]„Die Herrin der Nacht schenkte dir eine Vision. Folge dieser und tritt mehre ihren Ruhm durch Wort und Tat. Verberge dich wenn nötig, zeige dich wenn angebracht. Lerne und lehre.“[/i] Einige Zeit herrschte Schweigen. [i]„Der dunkle Bruder, der sich Hodor nennt wird deinen Geist und deine Seele reinigen.“[/i] Ein leises Rascheln noch, dann Stille.