24.06.2012 08:12:19 | [Schauspielhaus] Die gekaufte Braut (#60989) |
Corres.CT | [b]Das Vorsprechen[/b] Ein großes Plakat prankte am Theater, der Eingang war mit Blumengestecken verziert. Es sah aus wie bei einer Uraufführung, aber man konnte lesen, dass es sich heute nur um ein Vorsprechen handelte bei dem die Rollen für ein zukünftiges Stück verteilt wurden. Mit dem Öffnen der Tür trat Frau Chea Davis ein. Sie wurde im Foyer noch persönlich von der Direktorin des Hauses Sara Ashalley und ihrer rechten Hand Katlyn begrüßt, auch die Regisseurin hieß ihre erste potentielle Darstellerin herzlich willkommen. Nach einem kurzen auflockerndem Gespräch bat man sie auch schon auf die Bühne. Ich möchte hier nicht zuviel verraten aber sie verstand spielen die Anweisungen und was von ihr erwartet wurde. Es dauerte keine Fünf Minuten und sie verwandelte sich in die Hauptrolle als hätte sie ihr Leben gelebt. Es war erschreckend, und sie war bereit mehr zu zeigen, mehr aus sich herauszugehen, als es von einem bürgerlichen Publikum, wie es in Mirhaven lebt, vielleicht verkraftet werden konnte. Es war klar, die Rolle der Carla Königin wird von Chea Davis gespielt werden. Man sprach gerade noch Datails zu den Köstumen ab, als ein weiterer Teilnehmer das Parkett betrat. Sid Seymoore hatte sich bereits als guter Schauspieler bewiesen, aber man wollte trotzdem sehen wie er mit diesem Werk zurechtkam und ob er die Rolle des Königs in all seinen Etappen wie gewünscht wiedergeben konnte. Es dauerte eine gewisse Zeit, dann betrat er die Bühne - in einem Rüstungskostüm. Die Regisseurin erklärte die nächste Szene un die Rollen die daran vorkamen. Soviel kann ich vielleicht doch verraten, dass es in einem Gefängnis spielte. Jedenfalls sprang auch sofort wieder Chea Davis in ihre Rolle und so konnte man ein Schauspiel der beiden sehen, wie es Yien vielleicht nach mehrjähriger wöchentlicher Aufführung erhöfft hätte. Sid Seymoore als König Harald bracht esofort zum Ausdruck um was es in dem Stück ging, die Macht zu herrschen, den Willen alles und jeden in diesen tiefen dunklen Abgrund zu ziehen den ihm seine finstren Götter als sein Leben vorgaukelten. Immer mehr Schauspieler und Zuschauer trafen währenddessen ein. Fast schon hatte es Volksfeststimmung und die Regisseurin hatte ihre liebe Not alles zu dirigieren. Zum Glück stand ihr der Priester Lhoorn wieder zur Seite, der ebenfalls mit den Gästen sprach und sie an die richtigen Plätze führte. Für diesen Abend sollte noch eine Szene mit fünf weiteren Rollen zum Vorsprechen dienen. Auf der einen Seite sollten stehen ein düsterer Streiter, der zusammen mit seiner Leibwächterin, der Drachenfrau die Elitetruppe des Königs darstelle. Die jüngsten Erfahrungen der jungen Bardin und Direkorin Sara Ashalley mit solchen Subjekten prädestinierten sie geradezu für diese Rolle. Und auch Katlyn war die beste Wahl für die Rolle als Drachenfrau. Auf der anderen Seite sollten die hibbelige, liebenswerte und in allen das Gute sehende Kämpferin, der lüsterne Jüngling und der Erzmagus stehen. Die flinke Kämpferin wurde von der Bardin Lia in Angriff genommen, und obwohl ich glaube, dass sie das Original nicht kannte, verstand sie es ausgezeichnet die Rolle wiederzugeben. Sid Seymoore sprang in einen zweiten Charakter, dieses mal gab er den lüsternen Jüngling. Ein neues Kostüm und er erkannte was verlangt wurde, ein echter Schauspieler eben. Nur für den Erzmagus fand sich noch kein Darsteller. Die schüchterne Zoe wirkte regelrecht verängstigt auf der Bühne, sie hätte sicherlich Probleme gehabt einen sehr selbstbewussten alten Magus darzustellen. Sara und Katlyn auf der einen Seite, Lia und Sid auf der anderen hingegen brachten es dagegen wieder auf den Punkt worum es in diesem Theaterstück gehen soll. Der fanatische Glaube an das Böse drängte die guten Streiter immer mehr zurück, die völlig hilflos gegen soviel unbeugsamer Gewalt, langsam zurückweichen mussten. Später am Abend fand sich noch ein Darsteller ein, der den erzmagus hätte spielen können. Aber er würde erst zur Probe in der Woche darauf geprüft werden können. Auch für die kleineren Rollen, die erst in der Hochzeitszene auftauchen oder ein Gastspiel im Gefängnis geben, war es an diesem Abend schon zu spät. Aber jeder der sich in der Schauspielrei versuchen möchte war herzlich gern für die Proben eingeladen. |