19.04.2012 11:52:18 | 'N irrer Vogel (#59009) |
Monsterslayer | Mit der Maske sah er wirklich enorm lächerlich aus. Er benahm sich auch so, aber das war doch gar nicht seine Art? Seit der Feuergeist sich ihn beinahe geholt hatte, hatte er kleine Probleme seinen Verstand zusammen zu holen. [i]Muss mich ausruhen - Muss etwas sehen. Und meine Personalpronomen wiederfinden...[/i] Er ließ sich auf dem Baumstamm nieder, der ein wenig abseits der Tore Mirhavens so einladend auf ihn wirkte. Verlockend und warm, genau wie der Geist des Feuers es war. [b]Ich bin Kaijin- Ich bin hier und nicht dort.[/b] Er nahm seine Maske ab und wischte sich über die Augen. Es beschlich ihn schon wieder das Gefühl, dass er nicht lange ernst bleiben konnte, wenn er ohne Maske in die Sonne blickte... Er setzte sie wieder auf und blinzelte. [b]In der Krypta gibt es Tote. Mit denen werde ich bestimmt ein schönes Gespräch führen können.[/b] [i]Oder was meinst du?[/i] Der Stein antwortete nicht. Steine waren unglaublich langsam. |
19.04.2012 14:10:51 | Aw: 'N irrer Vogel (#59019) |
Monsterslayer | [b]Ich gehe immer noch - Ich sollte ein Lied summen. Das heitert auf. Wobei... gehe ich überhaupt? Hier gibt es ja nicht einmal Boden.[/b] Er ging weiter und blickte nicht zurück. Er hatte seine Maske abgenommen und war beinahe sofort in Trance gefallen. Sein Körper saß nun vor dem Zelt und stierte mit leerem Blick die Sterne an. Doch das störte ihn nicht, denn er ging immer weiter. Plötzlich fürchtete er sich. Der Weg, den er ging, wurde von kleinen Flammen gesäumt. [b]Was, wenn der Geist des Feuers...?[/b] Aber er ging weiter und folgte den Flammen. Plötzlich stand er auf einer Lichtung in einem fremden Land. Der Tunnel durch den er gegangen war, dunkel und lang, existierte nicht. Er blickte sich um, doch alles war friedlich. Ein Bach plätscherte, ein Vogel zwitscherte und Bambuswälder begannen dort, wo saftige, grüne Wiesen aufhörten. Er wusste zwar nicht, was Bambus war aber er hatte ja auch keine Ahnung wo er grade stand. Inmitten dieses friedlichen Ortes stand eine graue Steinsäule. Die Inschrift war in Zeichen geschrieben, die er nicht verstand und dennoch ergaben sie Sinn. [b]'Zum Gedenken'... Witzig.[/b] Die Säule zog ihn an und er legte seine Hand auf den kalten grauen Stein. Doch der Stein war nicht kalt - Er brannte! Er konnte seine Hand nicht lösen, als die Säule in Flammen aufging und vor ihm aufloderte Er konnte nichts tun. Von einem Moment auf den anderen stand über ihm auf der Spitze der Säule ein Tier. Es hatte rotes Haar und eine spitze, schmale Schnauze und sah auch sonst genauso aus, wie er es von einem Fuchs gewohnt war, aber er hatte zwei Schwänze. [b]Wer bist denn du?[/b] Das Feuer war erloschen und der Fuchs blickte ihn an. Das Tier schien amüsiert, denn es musterte ihn eingehen. Als er seine Hand hob um es zu berühren sah er, dass dort wo seine Hand gewesen war ein neues Zeichen auf der Säule stand. [b]Seltsam, das war vorher noch nicht da. Die Worte lauten: 'Zum Gedenken, Kitsune Hoshi'[/b] Der Fuchs sprang von der Säule und schmiegte sich an ihn. Er berührte das Fell des Tieres und ließ ihn durch sein Gesicht lecken. [b]Geist des Feuers... komm mit mir![/b] Der Garten zerfiel und er kehrte in seinen Körper zurück. Auf dem Rückweg wies ihm das Feuer des Fuchses den Weg. |
25.04.2012 18:56:23 | Aw: 'N irrer Vogel (#59210) |
Monsterslayer | Dieses Mal befand er sich auf dem Marktplatz. Die Maske lag neben ihm und er hatte einen verträumten Gesichtsausdruck, während er auf der Bank in die Sonne lächelte. Er selbst war weit weg. Mit Hoshi streunte er durch die Wälder und Wiesen seiner Kindheit. Der Kitsune brachte ihn zurück immer und immer wieder. [b]Ein Medium muss mit seinen Ahnen im Reinen sein.[/b] Er stand etwas abseits als sein kurzbeiniges und breitgesichtiges Ich in das Zelt lief, das kunstvolle Gebilde aus Stangen, Lederplanen und bunten Farben wurde von Lederschnüren, Knochen und räuchernden Öllampen geziert. [i]'Vater, Vater!' 'Sei ruhig, Junge! Du bringst deine Mutter aus der Ruhe. Außerdem sollst du mich in Anwesenheit Fremder mit ehrenwerter Schamane Schwarzschnabel ansprechen!'[/i] Der Schamane deutete auf ihn, und er fühlte, wie er mit mehr seines Seins in den Traum gezogen wurde. Sein Blick schwenkte unstet umher, bis er im hinteren Teil des geräumigen Zeltes hängen blieb. Dort kniete eine große, dunkelhaarige Frau in einem schlampig gezeichneten Zirkel an dessen Punkten hohe Flammen loderten. Die Brust der Frau hob und senkte sich in rascher Folge und von ihrer Stirn tropften Schweißperlen. [i]'Was tut sie?' fragte sein junges Ich. 'Sie bändigt die Geister der Elemente. Und jetzt Ruhe, sie muss sich konzentrieren!', herrschte den Jungen die große Gestalt des Vaters an.[/i] Er ging weiter auf die Frau zu, die da in dem Kreis kniete und nun mit rituellen Gesängen zum Beschwörung des Feuergeistes begann. Er kannte diese Gesänge. Er verwendete sie selber und heute war der Geist des Feuers ihm untertan. Die Gestalt der Mutter krümmte sich und schwebte einige Zentimeter nach oben, nach hinten gerissen von der Kraft der Gesänge. Er streckte die Hand aus um ihr zu helfen, doch sein kleines Ich eilte bereits herbei und griff nach der Mutter. Schwarzschnabel hielt ihn zwar zurück, aber das Kind riss sich los und trampelte angsterfüllt in den Kreis. [i]'Mama...?'[/i] Die Gestalt der Mutter bekam noch einen Ruck und krümmte sich noch heftiger. Er wusste nicht, dass menschen sich so verbiegen konnten. Im Kreis unter der Frau glommen die Linien nun hell wie Sonnenstrahlen. Die Linien fingen Feuer von den brennenden Punkten des Zirkels und schlossen die Frau in einem gewaltigen Ring aus Hitze ein. [b]Sie schafft es nicht, ich helfe ihr![/b] Doch wieder kam ihm sein kleines Ich zuvor und riss schreiend an der Mutter. Der Kreis schien zu flackern und wirbelte dann, als die Flammen sich rot färbten. [b]Nein![/b] Der Boden unter Mutter und Kind brannte lichterloh, als die Flammen plötzlich Gestalt annahmen. Die Flammensäule hatte nun einen Mund und so etwas wie ein Gesicht, als sie sich wie ein Wirbel um die eigene Achse drehte und drohte, alles zu verzehren. [b]Nein...[/b] Der Körper der Mutter brannte lichterloh und das Zelt blähte sich auf, als die Luft darin sich zunächst ausdehnte, aber dann von dem Elementar selbst verschlungen wurde. Der Kreis brach und die Luft verschwand im Maul des Feuergeistes. Schwarzschnabel hatte noch versucht mit seinen erbärmlichen Schamanenkräften eine Wasserwoge herbeizubeschwören, doch seine Lungen fanden keine Luft und er konnte die Worte nicht bilden, während die Arme hilflos in der Luft ruderten. [i]'Sommerbrise...'[/i] Die letzten Worte und Gedanken des Schamanen galten seiner Frau, als der Geist des Feuers auch ihn verschlang und seinen Körper aushöhlte. Der Junge saß im Kreis, als das Dorf um ihn in Flammen aufging. Ein Zelt nach dem anderen, wie kleine Zündhölzer und die Menschen wie trockenes Laub folgten. Er stand daneben und konnte nur beobachten. Die Erinnerung, an das Feuer brannte sich in die Augen des Jungen ein und er floh weit, weit hinfort. Bis über das Meer und weiter. [b]Ich kann nicht ändern, was geschehen ist. Ich kann nur meinen Frieden mit der Vergangenheit schließen und ihre Geister versöhnen.[/b] Der Fuchsgeist nahm ihn wieder mit zu dem Marktplatz, wo er mit offenen Augen dagesessen hatte und wie im Delirium gemurmelt. |