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27.01.2012 17:00:29
Seltsame Begegnungen (#55695)
Djamira
Seltsamen Menschen zu begegnen war an sich ja nichts ungewöhnliches und bestätigte immer aufs Neue, was sie im allgemeinen von dieser Rasse hielt, aber so etwas?

Laihel war gerade dabei gewesen für ihren Meister frische Rohstoffe zu sammeln, als sie in den sonst so ruhigen Wäldern der Grünen Mutter in einen kleinen Tumult dreier Bhen mit einigen Wildschweinen geriet. Ihr gelang es sowohl diese als auch die Bhen zu beruhigen. Doch unabhängig davon ob dies alles nun echt war oder vielleicht auch nur inszeniert war, als die Kerle weg waren fehlte ihr ein kleiner Beutel, den sie stets an ihrem Gürtel trug. Die paar Münzen in diesem Beutel waren nicht der Rede wert, den Ring allerdings der sich darin befand, war sie nicht bereit aufzugeben.

So verfolgte Sie die Spur der Diebe bis kurz vor dem Dornenwald und legte dort eine Rast ein, an jeder Stelle, an der sie vor so vielen Monden ihren lieben Freund, den Dwar Bolnar zum ersten Male getroffen hatte. Während dieser Rast gesellten sich nacheinander drei Personen zu ihr, die zu diesem Zeitpunkt allesamt für Menschen hielt. Zwei davon, eine Frau Namens Yien’daxx und ein schwer gerüsteter Paladin Namens Lealand Dorn, wollten sie aus ihr unerfindlichen Gründen unbedingt bei ihrer Suche nach dem Ring begleiten. Sie nahm dieses Angebot etwas zögernd an, vor allem da der eine in eine klappernde Rüstung gekleidet war, die ein unbemerktes Annähern unmöglich machen würde. Der dritte dagegen, näherte sich der kleinen Gruppe, als diese gerade dabei war aufzubrechen. Er erschien zuerst lediglich als eine Stimme im Nichts. Die aus dem Schutze eines Unsichtbarkeitszauber heraus geführte Unterhaltung erschien Laihel äußerst verwirrend und da er mehrfach betonte all sein Streben gelte den Menschen und deren Machtverhältnissen untereinander, versuchte sie die wirren Worte auch gar nicht mehr zu verstehen.
Als sie dann endlich aufbrachen, folgte ihnen dieser Mensch, den die anderen Iroh genannt hatten jedoch ungefragt und auch ungewollt und ließ sich nicht abschütteln. Die weibliche Bhen nahm dies irgendwann zum Anlass, die Gruppe nach einiger Zeit zu verlassen.

Nur mit halben Ohr verfolgte Laihel die immer weiter gehenden und ihr größtenteils völlig unsinnig erscheinenden Diskussionen zwischen den beiden Menschen, die allerdings langsam aber sicher daraufhin hinaus liefen, dass der eine das Blut des anderen wollte. Sie konzentrierte sich lieber auf die Suche der Spuren, was ihr die beiden herumtrampelnden Menschen nicht gerade erleichterten. Jedoch entdeckte sie nach einiger Zeit, das Ende des ersten Diebes in einem Spinnenkokon. Der nächste der ursprünglich drei Männer schien in einem kurzen Kampf am hinteren Höhlenausgang dem eigenen Kumpanen zum Opfer gefallen zu sein. So blieb also nur noch eine Spur und die führte in die Höhle der Spinnenmatrone. An der Abzweigung des Pfades, der dort hinunter führte, kam es dann zu einem seltsamen Handel.

Der eine Mensch, der Iroh genannt wurde und offenbar ein sehr geübter Zauberwirker war, bot an, die große Spinne für sie zu töten, wenn der andere ihm dafür eine Phiole seines Blutes geben würde. Sie selbst hatte dieses Angebot abgelehnt, jedoch versuchte Iroh den anderen damit zu ködern, dass es dort unten ja möglicherweise Verletzte geben könnte, die noch zu retten wären. Der jungen Waldläuferin erschien dies abwegig und das sagte sie auch, andere Mensch jedoch ließ sich von seinem Vorhaben plötzlich nicht mehr abbringen. So stimmte sie schulterzuckend zu, sie selbst hatte in dem Handel ja nichts zu verlieren.

Mit großer Routine erledigte der Zauberwirker die Spinnenmatrone und nicht zum ersten Mal in dieser Höhle fragte Laihel sich, warum er sich das Blut, das er so begehrte, nicht einfach genommen hatte. Die Macht dazu schien er zweifellos zu besitzen. Auch hatte es in den Kämpfen gegen die Brut zuvor Situationen gegeben, in denen das Schwert des anderen nur wenige Handbreit vom Herzen des Zauberwirkers entfernt gewesen war. Aber offenbar liebten die Bhen solch sonderbare Spielchen.

Zu ihrer Überraschung schien das letzte Opfer der Matrone tatsächlich noch am Leben zu sein. Sie überließ es dem Paladin zu versuchen es zu retten, war es doch sein Antrieb gewesen hier herunter zu kommen. Sie selbst zerstörte in der Zeit die Spinnenbrut. Iroh riet ihr, sich dabei ihren Hass auf die Drow in Erinnerung zu rufen. Nun ja, sie hasste diese abscheulichen Kinder der verräterischen Lolth tatsächlich, aber diesen Hass auf alle Spinnenwesen auszudehnen erschien ihr unlogisch. Diese hier jedoch waren offensichtlich pervertiert genug um ihren Tod zu rechtfertigen. Als sie damit fertig war betrachtete sie das, was sie da gerettet hatten. Offensichtlich war selbst der Paladin nicht in der Lage für das zuckende Häufchen Leid, das einmal ein Mensch gewesen war, noch irgend etwas zu tun. Ihn zu erlösen, brachte er aber auch nicht über sich. Bhen waren einfach seltsam. Schulterzucken erledigte sie diese Tat der Barmherzigkeit mit einem einzigen Schwerthieb. Nur Augenblicke danach wurde sie des kleinen Beutels gewahr, den der Tote an seinem Gürtel trug. Erleichtert nahm sie ihn an sich. So war dies alles wenigstens nicht vollkommen sinnlos gewesen.

Lealand bestand noch darauf den Toten zu verbrennen und gab dem Zauberwirker dann tatsächlich das versprochene Blut. Erst als sie die Höhle und den Dornenwald hinter sich gelassen hatten erfuhr die Elfe, dass der Paladin wohl nicht der Mensch war, für den sie ihn gehalten hatte. Er war ein Mischwesen und in seinen Adern floss Blut einer anderen, höheren Ebene. Nun machte auch das Gefasel des Alten, nach dem er eine „Engelsrune“ schaffen wollte um damit Wesen aus anderen Ebenen beschwören und binden zu können einen Sinn. Noch weniger Sinn allerdings machte es für sie, dass der andere es ihm sozusagen freiwillig überlassen hatte, was sie sich jedoch nicht anmerken ließ. Er schien einem seltsamen Kodex zu folgen, der mit seiner Berufung als Paladin zusammen hing und den sie weder verstand noch wollte sich darüber allzu viele Gedanken machen.

Auf ihrem Weg zurück nach Elboria wuchs ihr Entschluss mit Aeldorin über diese seltsame Begegnung zu sprechen. Kurz dachte sie daran auch Ylenavei einen Bericht darüber zu geben, verwarf dann allerdings den Gedanken wieder. Vermutlich würde es die junge Schwester nur noch mehr darin bestärken, sich immer stärker in die Belange der Bhen zu mischen, wie sie sich seufzend eingestand. So würde sie wohl erst einmal abwarten.


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((ooc - das passierte vor den aktuellen Hinweisen am Felsenbaum, deshalb hab ich es mal in einen eigenen Thread gepackt. Aber da unserem Freund Iroh ja offenbar immer mal wieder auch Elfen über den Weg laufen, können wir u.a. diese Begegnungen vielleicht ja auch hier sammeln, falls wer Lust dazu hat))[/i]