13.01.2012 08:00:10 | Unrast der Elemente (#55024) |
Ylenavei | [spoiler] Ich denke es ist längst einmal Zeit für einen eigenen Thread zu diesen Quests, nachdem sich am Felsenbaum nun einige Dinge gesammelt haben, die dort eigentlich nicht hergehören, da der Baum zum Informationsaustausch gedacht ist. Im Folgenden gibt es eine Zusammenfassung aller bisherigen Ereignisse aus Elfensicht, die ich den bisherigen Postings am Felsenbaum, dem RP und einem PM entnommen hatte, das Cypria mir aus Zeitmangel über die Weihnachtstage hat zukommen lassen. Mit Hypello ist bereits der nächste Schritt vereinbart, sodass letztlich auch die SL eine Chance erhalten, uns hier etwas weiter anzuleiten. [/spoiler] Erdbeben, Flutwellen, Eiseskälte, Elementargeister... gesammelte Notizen und Berichte von den vergangenen Wochen aus allen Teilen Amdirs häuften sich auf dem Tisch im Kaminzimmer der Taverne Sain Amdir. Leise seufzend liess Ylenavei den Blick über all das Papier schweifen. Es war an der Zeit Ordnung zu machen, Ordnung in all die Wissensfragmente zu bringen, die die fortwährende Unrast der Elemente Amdirs mit sich gebracht hatten. Die Eiseskälte war jener Auswuchs dieser Unrast, der die junge Waldelfe ihre gewählte Heimstatt am Spiegelsee vorläufig hatte aufgeben und im Sain Amdir Zuflucht suchen lassen. Die Taverne bot in diesen Tagen erquickliche Wärme, und der Tisch leistete willkommene Hilfe bei der Arbeit mit all diesen Schriftstücken. Für gewöhnlich verliessen sich die ihren beim Sammeln und Hegen von Wissen eher auf ihr Gedächtnis als auf Niederschriften, die in der Welt von Wald und Wildnis nur all zu vergänglich waren. Doch Ylenavei hatte in den vergangenen Wochen Notizen gemacht, nicht zuletzt, um im Wirbel der schlimmen Ereignisse irgendwo Halt zu finden. Nun mochte sich dieses Vorgehen auszahlen... In den wenigen Monden, welche die junge Elfe auf Amdir verbrachte hatte, hatte sie ein äusserlich ruhiges Land erlebt und die allzeit milden Temperaturen, die Wald und Flur prächtig gedeihen liessen, schätzen gelernt. Dann, vor einigen Wochen, waren in dichter Folge Erdstösse aufgetreten. In Mirhaven, in Telodur und am Schlimmsten wohl in Hohenbrunn hatte die Erde gebebt und teils erhebliche Schäden hinterlassen. Die Erkatamor hatten gemäss den Berichten des Vetters Anvil bewährte Methoden, um mit solchen Ereignissen umzugehen und die kleinen Leute in Hohenbrunn bewiesen eine bewundernswerte Unerschütterlichkeit beim Wiederaufbau ihrer Stadt. Sie hatten Elriels Goldspende daher dankbar angenommen und die grosszügige Schwester berichtete, dass auch der Brief im Namen des Hauses Elenath sein Ziel gefunden habe. Eine direkte Antwort hatte Ylenavei darauf nie erhalten, doch hatten die Hohenbrunner zur Zeit gewiss naheliegendere Dinge im Sinn als Elboria. Die hohe Stadt der Elfen schien in dieser Sache ohnehin eine aussergewöhnliche Lage zu haben, war sie doch nach Ylenaveis Kenntnis die einzige Siedlung, welche weder von Beben noch von anderen Zeichen der elementaren Unrast direkt betroffen war. Die milden Erschütterungen, welche von den Erdstössen in Hohenbrunn bis hierher gedrungen waren, hatten die eingesessenen Geschwister der gewöhnlichen Lebendigkeit einer Vulkaninsel zugeschrieben. Aus Mirhaven hatten Rivan und auch Elriel in noch jüngerer Zeit von neuen schweren Erdstössen berichtet sowie von einer Flutwelle und dem Erscheinen von Wassergeistern. Eben in jenen Tagen waren noch gänzlich anderer Schrecken über die junge Waldelfe hereingebrandet, sodass die Aufzeichnungen zu diesem Ereignis vergleichsweise knapp ausfielen. Kämpfe, Verschüttete, Verwundete, ein Halbork als fragwürdiger Held...all das schien ihr so fern. Rualihn, die Druidin aus Callaneth, hatte schliesslich von einem Weg gesprochen, das Rätsel um die rastlosen Elemente zu lösen. Nun, eigentlich hatte dies alles mit jener Schwester begonnen, die unter dem Felsenbaum von der Notwendigkeit gekündet hatte die Elemente zu besänftigen. Sie hatte eine alte Geschichte geweckt, die Geschichte einer Wassergenasi, welche auch manchen älteren Einwohnern Elborias noch bekannt war - wenn auch nicht sehr geschätzt, kündete sie doch von schmählichen Taten ihres eigenen Volkes. Arangato Taralom, der Tempelhüter, hatte Ylenavei berichtet, dass eben diese Geschichte die Elfe vom Felsenbaum so sehr beunruhigte: Sie handelte von den Sy'Tel'Quessir, den Waldelfen, die einstmals Calledon bewohnt hatten, welches heute 'die dunklen Augen' genannt wurde. Es hiess, diese einstigen Bewohner Calledons hätten irgendein Artefakt gestohlen, welches die Meerhexe ihr Eigen nannte, und damit den Zorn der Elemente auf sich gezogen. Calledon war in diesem Zorn untergegangen und die dunklen Auen kündeten bis heute von diesem schmählichen Schicksal. Die Elfe unter dem Felsenbaum fürchtete nun, diese alte Schuld könne die Elemente nun erneut aufgewühlt haben und letztlich Elboria bedrohen. Obgleich Ylenavei selbst der Sippe der Sy'Tel'Quessir entstammte, fand sie zu den Geschwistern ihres Volkes auf Amdir nur schwerlich Verbundenheit. Zu sehr hatte sie von diesen Befremden, Missachtung, wenn nicht gar Kränkung erfahren, um sich von den ihren auf Amdir angenommen zu fühlen. So mochte es der jungen Waldelfe ihrer Abstammung zum Trotz leicht fallen, eine mögliche Wahrheit in dieser Geschichte hinzunehmen. Dennoch empfand sie es als seltsam, als unpassend, dass der Zorn der Elemente sämtliche Regionen Amdirs traf und Elboria, die Heimat der Schuldigen, bislang verschont hatte. Selbst die allgegenwärtige Kälte, die jüngste Ausgeburt der elementaren Unrast, schien von der Insel der Verdammten, von Valvec auszugehen und nur in Ausläufern über die hohe Stadt zu streichen. Zudem hatte Rualihn davon gesprochen, dass die geprellte Meerhexe einzig das Element Wasser beherrsche und ihr Zorn die Unrast der Erde und...der Luft? nicht erklärte. Oder waren die Elemente doch enger miteinander verbunden, als die Druidin behauptete? Es wäre nicht das erste Mal, dass Rualihn sich irrte...oder etwas nicht recht preisgab. Denn was hatte sie über das Gleichgewicht gesagt? Erde und Wasser hätten ihren Schritt getan..nun müssten Luft und Feuer die ihren tun, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. War die Eiseskälte ebendieser Schritt der Luft? Mussten sie nun noch mit dem Aufbegehren des Feuers rechnen...und wäre dann letztlich alles vorbei? Rualihn hoffte, Ari'hel, der Geist des Landes Amdirs selbst, mochte auf solche Fragen Antwort wissen und sogar einen Weg kennen, wie die Elemente zu besänftigen waren, ehe sie die Insel gänzlich verschlangen. So waren Aeldorin und sie, Ylenavei, der Druidin in den Dornenwald gefolgt und in ihrem Schatten auf den Spuren Ari'hels gewandert. Groll und ungestillter Schmerz lagen in den Erinnerungen der jungen Waldelfe an diese Reise, doch hatten sie letztlich Baumbart den Elter, einen belebten Baum, gefunden, welcher ihnen einen Weg wies, um Ari'hels Gehör zu finden. Die Essenzen der Elemente sollten sie hierzu sammeln. Dies betrachtete Rualihn als ihre Aufgabe, und die Druidin würde wissen, wie sie zu bewältigen war. Doch ebenso hatte Baumbart von der Essenz eines Fey, eines Feenwesens gesprochen, welche ein Geschenk aus freien Stücken sein müsse, um ihren Zweck zu erfüllen. Und dieses Geschenk zu erbitten, oder vielmehr zu empfangen, hatte Baumbart ihr, Ylenavei, selbst anvertraut. Nach dem schmerzlichen Verlauf der Reise hatte diese Wahl des Elters die junge Waldelfe zutiefst verblüfft. Auf den Ebenen sollte sie nach einem Fey suchen, hatte Baumbart gesagt. Es war Rualihn gewesen, die sofort auf die Ebenen von Andorien geschlossen hatte. Doch im Nachhinein waren sie übereingekommen, dass es dort keine Feenwesen gab. Gab es auf Amdir, auf ihrer aller Heimatebene, überhaupt Fey? Das vermochte nicht einmal die Druidin zufriedenstellend zu beantworten. Ylenavei wusste nicht, wie sie auf anderen Ebenen als der ihren nach den Feen suchen sollte, nicht einmal, ob dies überhaupt möglich war...und am wenigsten, warum Baumbart ausgerechnet ihr zutraute, diese Aufgabe zu bewältigen. Vielleicht mochte Ne'vain in der Bibliothek eine dieser Fragen - oder vielleicht sogar mehr? - beantworten können. Der Sonnenelf gab sich den nichtelfischen Geschöpfen so fern, wie es für seine Sippe üblich schien, doch schien er ebenso zu helfen gewillt. So atmete die junge Waldelfe tief, als sie das Pergament zusammenrollte, das nun ihre geordneten Notizen trug und dem warmen Feuer im Kamin entsagte, um in die Bibliothek hinüberzugehen. Wenn Ne'vain sein Gelehrtenwissen teilte, mochte sie ihm vielleicht helfen, seine Suche nach Antworten bezüglich der Fey in eine erquickliche Richtung zu lenken. Ylenavei hüllte sich in ihr warmes Bärenfell, ehe sie in den schneidenden Wind hinaustrat, der in diesen Tagen unerbittlich durch das Elboria-Tal wehte. Es war an der Zeit Antworten zu finden, Antworten, die ihnen den Weg zeigen mochten, wie all dem hier zu begegnen war. |
13.01.2012 13:04:34 | Aw: Unrast der Elemente (#55036) |
Mr.Hypello | Tag ein, Tag aus, schritt der Sonnenelf Ne'vain durch die endlosen Bücherregale der Bibliothek Elborias. Sein Vertrauter, das Feenwesen Ephendiel funkelte und glitzerte vor ihm weg und suchte seinerseits nach entsprechenden Nachschlagewerken. Sein eigenes in Gold und Grün gewandetes Zauberbuch hielt er wie immer behutsam in den Armen, als seine Linke mit nur einem Finger über die Buchrücken strich und einige Titel entlangfuhr. "Artenkunde...Die Ebenen..." wisperte er in Seelenruhe vor sich hin und ließ seine goldgrünen Augen darüber huschen. Die Problematik die sich hier stellte war die Leidenschaft für die Bücher und das Wissen an sich. Natürlich hatte der elfische Istar eine Vorstellung von dem was er suchte, die Aufgabe war klar. Es galt herauszufinden was es über Feys in Erfahrung zu bringen gäbe. Ihre Aufenthaltsorte, Bräuche, Informationen über ihre Essenz und wie es möglich sei, diese von ihnen zu erhalten. Leider fand sich in der Bibliothek Elborias allerhand lesenswertes und so geschah es nicht selten, dass der besonders für Außenstehende arrogant wirkende Elfe, sich vollkommen verzettelte und einen weiteren Tag seine Nase in ein völlig anderes Buch steckte. Dies war keineswegs, weil er die ganze Geschichte sabottieren wollte oder sie nicht für relevant empfand. Eher war es seine eigene Zerstreuung, die ihn jedes mal wieder davon abbrachte bei der eigentlichen Sache zu bleiben. So würde Ylenavei bei ihrer Unterstützung ihn des öfteren dezent darauf hinweisen müssen, was sie doch eigentlich suchten. Nachdem er jedoch irgendwann selbst in Fahrt gekommen wäre um seine volle Konzentration auf dieses Gebiet zu richten, würde er die Zügel anziehen. Mit einer ausgearbeiteten Liste von eventuell nützlichen Nachschlagemitteln bewaffnet, dem Eifer Ylenaveis gesegnet etwas zu bewegen und dem flatternden Pixie, der ebenso keine Ruhe fand, würden sie schon sehr bald die richtige Richtung einschlagen und zielstrebig suchen, was ihnen weiterhelfen könnte. Nun lag es viel mehr an dem Sammelbecken des Wissens, der Bibliothek und dem was es Preis geben würde. |
14.01.2012 17:26:25 | Aw: Unrast der Elemente (#55067) |
Ylenavei | Inmitten von staubigen Bücherstapeln spiegelte sich Ephendiels Funkeln wenig später in wilden goldenen Locken und leuchtete in bernsteinfarbenen Augen wieder. Der emsige Vertraute Ne'vains deutete soeben auf einen von ihm aufgespürten Ledereinband als Ylenavei neben den Gelehrten getreten war, gespannt, ob diese Spur ihnen endlich weiterhelfen würde. Es mochten bereits Stunden vergangen sein, seit sich die junge Waldelfe in der Bibliothek der Suche des Sonnenelfen-Gelehrten angeschlossen hatte, und das Labyrinth aus von Büchern überquellenden Regalen schien ihr unübersichtlicher denn je. Ylenavei zog es vor mit den Sinnen zu lernen, die Dinge direkt zu erfahren, anstatt sie zwischen pergamentenen Seiten zu suchen. Und ihre Sinne schrien einmal mehr danach, wie naheliegend das Ziel ihrer Suche doch sein könnte. "Er ist ein Pixie, nicht wahr?", fragte sie vorsichtig, ohne den Blick von Ephendiel zu lösen. "Schon nach dem Begräbnis ging es mir auf wie die Sonne an einem Frühlingsmorgen..." "Hmm..?" Ne'van sah fragend auf, dann nickte er stumm. Die Gedanken des Sonnenelfen schienen bereits in dem Buch verschollen, welches er aufgeschlagen in Händen hielt. "Ich habe an jenem Tag nicht zu fragen gewagt. Wenn die Geschwister erkannt hätten, wie nahe die Lösung unserer Aufgabe liegt..liegen könnte.. hätte ich ihnen dann erklären können, dass _das_ niemand von Euch..und von ihm...verlangen kann?" Nach einer nachdenklichen Pause fügte sie hinzu: "Könnte ich zulassen, dass irgenjemand von Aurora verlangt, die mir so bedingungslos vertraut, das Innerste ihrer selbst hinzugeben..und sei es um die Welt zu retten?" Die junge Waldelfe schüttelte den Kopf, als antworte sie sich selbst. "Es muss einen anderen Weg geben. Und ein solcher muss hier doch irgendwo zu finden sein..." |
15.01.2012 19:52:59 | Aw: Unrast der Elemente (#55106) |
Arcian27 | Die Suchenden würden zum nächsten Regalabschnitt kommen. Dieser lag ziemlich weit hinten und diese Bücher schien zumindest in diesem Jahrhundert keiner mehr gelesen zu haben. Beim Überfliegen der Buchtitel schienen vorallem folgende Bücher recht interessant zu sein: Blumen und Kräuter der Insel Immerdar, Die Lehren des Mondbogens, Arkane Magie für Anfänger, Mirhaven Reiseführer, Die Provinzen von Cyrodiil, Der Unterberg und Halaster, Die Neun von Niewinter, Von Trollen und Sumpfelfen, Tiefengesteine - Eine Abhandlung von Alberich Tiefenfels, Eskala die traurige Elfe, Elementare und Atronarche, Die Kunst des Schwertsingens, Pallas II, Adamantit das Himmelsgestein, Azuras Stern, Elfenlieder, Die Geschichte von Mazoga dem Ork, Tungdil und das Geborgene Land, Amdir Reiseführer, Golems & Geräte -Enzyklopädie von Tomrik, Von Nyphmen und Dryaden -Geheimnisse der Calaneth, Die Hügel des Südens, Die Geschichte Telodûrs, Elfische Schmiedekunst, Speisepilze, Waffen der Drow, Baelnorn gib deinem Ende einen Sinn, Die Hochmagie der Elodrin, Der Balrok in Telodûr, Geheimnisse von Samarach, Lautwasser Reiseführer, Gnomische Rezepte, Stahlrim, Aribeth - Gefallen, Wo rauhe Kräfte walten, Bofims Weltenschau, Glauben der Menschen - Band IX Kelemvor, |
16.01.2012 15:40:37 | Aw: Unrast der Elemente (#55137) |
Ylenavei | Ephendiels Lichtschein glitt langsam über verstaubte Buchrücken. Eine Zeile seltsam unsortierter Titel, dann noch eine....als der Pixie plötzlich vor einem der Bände innehielt und funkelnd auf und ab wippte, weiteten sich Ylenaveis Augen. Manchmal lagen Spuren einfach zu nahe um gesehen zu werden... Ein jäher Hustenanfall schüttelte die junge Waldelfe, als sie den schweren Band "Von Nymphen und Dryaden - Geheimnisse der Calaneth" begleitet von einer Staubwolke aus dem Regal wuchtete. "Ne'vain..seht Euch dies hier einmal an!", sagte Ylenavei kaum dass sie wieder zu Atem gekommen war und nutzte so die Gelegenheit, dass der Gelehrte eben die Nase aus der "Hochmagie der Elodrin" hob. "Ich glaube, Ephendiel hat hier etwas gefunden." Der kleine Fey surrte herbei und beleuchtete nebst den herumstehenden Kerzen aufgeregt das Lesepult, auf welches Ylenavei das Buch fallenliess. Kaum dass Ne'vain sich zu ihr gesellt hatte, schlugen sie den Ledereinband auf, um das Inhaltsverzeichnis - wenn denn vorhanden - zu besehen. "Wenn es im Wald von Callaneth Nymphen und Dryaden gibt", murmelte die Waldelfe vor sich hin, "ist dieses Wissen selbst den Druiden verloren gegangen, oder gibt Rualihn einmal mehr nicht preis, was sie weiss?" Nun, vielleicht würden sie es hier und jetzt erfahren. |
16.01.2012 17:15:52 | Aw: Unrast der Elemente (#55141) |
Arcian27 | Beim Durchplättern des Buches war festzustellen, dass es viele Kurzgeschichten enthielt die von Dryaden und Nymphen handelte, von Männern die den Verlockungen jener erlegen waren und Lieder die ihre Schönheit besangen. Dies alles war romanhaft geschrieben und die Ortsbezeichnungen mehr als vage. Doch eine Geschichte erschien mehr als Bericht denn als Roman: [quote][i]Noroelle und die Nymphe Einst, als Calledon sich aus den Fluten hob und Faeriel durch ihre Trauer ihre Brüder und Schwestern des Mondes nimmermehr zurückkehren ließ, begab es sich, dass Noroelle, die Mutter von Dalaria der hohen Schwester der Auen, ihren 800 Sternenzyklus erblickte. Sie hatte ihr Wissen an ihre Tochter weitergegeben und schuldete dem Hause Ridaraanes wenig mehr. Immer öfter und länger weilte sie in der grünen Mutter. Als sie nach einem Mond.... ....Sie bat die Seldarelle Emerelle Baelfam'lyth, Mutter Marwaens, sie aus dem Dienste der Hohen Stadt zu entlassen und ihr das Ritual der Nandin zu gewähren. Die erwürdige Seldarelle erteilte ihr den Segen, hatte sich Noroelle doch ihr Leben lang in und um die Hohe Stadt verdient gemacht.... ....Dalarias Herz zerbrach an der Entscheidung der Mutter, sie war noch jung und fühlte sich verlassen. Die Aufgaben ihrer Mutter, die sie übernehmen sollte, schien sie zu erdrücken. Gerade 200 Sternenzyklen zählte sie.... ....sie eilte zu dem Hause Farenruil und bat den Ontaro des Hauses ihrer Mutter das Ritual dern Nandin zu verwehren.... ....Noroelle verstand die Wut ihrer Tochter doch würde sie im Laufe der Monde die Entscheidung ihrer Mutter verstehen.... ....So wandelte sie auf grünen Pfaden zum Teich der Quelle, wo das Wasser wild aus dem Fels sprudelte, dort fand sie die wilde Elfe.... ....die Chas'Tel'Quessir wieß ihr den Weg zum Teich der Nymphe.... ....Elaria war wunderschön, ihr bronzenes Haar viel wallend über ihre festen Brüste als sie aus dem Wasser glitt.... ....sie äußerte ihren Wunsch, doch die Nymphe spürte das Zerwürfnis zwischen Mutter und Tochter, so verlangte sie als Preis eine Locke von Dalaria, gegeben aus freien Stücken.... ....gemeinsam betraten sie die Lichtung, fest umschlungen. Die Nymphe lächelte und begann.... ....eine silberne Träne viel auf zarte Haut, die dunkler und dunkler wurde. Eine kleine Blüte brach hervor. Elaria nahm sie tröstend in den Arm. Lautlos verließen sie die Lichtung. Der Baum erblühte im Lichte des Vollmonds und eine zierliche Hand aus Rinde und Holz winkte den beiden zum Abschied.[/i][/quote] |
25.01.2012 07:52:46 | Aw: Unrast der Elemente (#55558) |
Ylenavei | Sacht glitt Ylenaveis grüner Finger noch einmal über die blassen Schlingen der filigranen Handschrift. Der Wandel der Zeit, Abschiednehmen, ein Friedensschluss... und eine Nymphe tief im Wald von Callaneth, verborgen in der Erinnerung der Chas'Tel'Quessir. Es war eine anrührende Geschichte von Liebe und grosser Weisheit, dachte die junge Waldelfe bei sich. Ne'vain schien dies ein wenig nüchterner zu sehen, doch waren sie und der Gelehrte nach wiederholter Lektüre und eingehender Beratung überein gekommen, dass das Geheimnis um Elaria und ihren Teich am umfassendsten in den Erinnerungen einer Zeitzeugin zu ergründen war. So hatte es zumindest Ne'vain ausgedrückt. Bis in diese Tage hinein wachte Dalaria als hohe Schwester der Auen über die Sy'Tel'Quessir auf Amdir, doch lebte sie inzwischen ebenso zurückgezogen wie die anderen Mitglieder des hohen Rates. So hatte Ylenavei in nahezu einem Jahr auf Amdir keinerlei Anzeichen gewahrt, dass im Heim Dalarias nahe dem Hain der silbernen Tränen tatsächlich Leben war. Nun jedoch war es an der Zeit, sich davon zu überzeugen. Die junge Waldelfe sah zu Ne'vain hinüber. Der Istar hatte sich bereits wieder in ein anderes Buch vertieft, beleuchtet von Ephendiels allgegenwärtigem Funkeln. Dies hier war seine Welt, dachte Ylenavei, die Wälder und ihre Wunder die ihren. Jäher Kummer liess sie schlucken, in diesem Gedanken innehalten. Die Wälder sollten ihre Welt sein, aber waren sie das wirklich noch? Seit Ylenavei auf Amdir weilte, hatten die hiesigen Sy'Tel'Quessir ihr wenig Vertrauen, wenig Achtung entgegengebracht. Insbesondere nach den Ereignissen im Dornenwald fühlte die junge Waldelfe sich mehr denn je entwurzelt, der eigenen Sippe fremd. Beinahe ebensosehr schmerzte sie die Zurückweisung seitens jener, die über die Wälder Amdirs wachten, der Smaragdenklave. Wenn die hohe Herrin Dalaria wirklich ihr Wissen mit ihr teilte, sie auf den Weg an den Teich der Nymphe leiten würde, würden die Hüter der Callaneth sie, Ylenavei, überhaupt auf ihren geheimen Pfaden willkommen heissen? Mit einem tiefen Seufzen schloss die junge Sy'Tel'Quess das grosse Buch, ehe sie sich dem Ausgang aus dem papiernen Labyrinth der Bibliothek zuwandte. Es war an der Zeit herauszufinden, ob es auf dieser Insel für ihre Seele eine Heimat gab. Die Sonne blinzelte durch grüne Baumkronen, als Ylenavei aus dem Dämmer der Bibliothek in das offene Tal Elborias hinaustrat. Das leise Lied des Windes in den Blättern und der Gedanke an Eir'Cael, jenen einen Bruder, der die Haltung der anderen Sy'Tel'Quessir so garnicht zu teilen schien, spülten Hoffnung in ihre Glieder, lenkten ihren Weg dem Hain am Spiegelsee entgegen. [...] Angesichts des hohen Zeltes, welches über dem Lager der Ridaaranes thronte, fühlte Ylenavei sich klein, gleichsam ausgeliefert. Einer der Waldläufer, die über diese Heimstatt wachten, war vor den Eingang getreten und sah mit gewichtigem Blick auf sie hinab. Die junge Waldelfe neigte ehrerbietig das Haupt, ehe sie nach einem zaghaften ersten Gruss endlich Worte fand. "Im...im Namen jener, die sich um die Unrast der Elemente sorgen und nach ihrer Befriedung streben, bittet Ylenavei Deihlana um das Gehör unserer hohen Schwester der Auen. Mir..ist eine Aufgabe erteilt worden, und ich suche Rat und Wegleitung, um diese zum Wohle...dieser Lande zu erfüllen." Vorsichtig sah Ylenavei auf, atmete tief, als sie der Wirkung der Worte gleichsam zagend und erwartungsvoll entgegensah. |
25.01.2012 11:56:41 | Aw: Unrast der Elemente (#55576) |
Arcian27 | Auf den zweiten Blick schien der Waldläufer recht freundlich. "Ihr findet die hohe Schwester am Glanzsee unter dem versteinerten Baum, dort meditiert sie. Habt keine Angst sie zu stören. Sie wird Verständnis für Euer Anliegen haben." Gleichzeitig deutete er hinunter zum See wo der Baum stand. |
27.01.2012 06:34:52 | Aw: Unrast der Elemente (#55667) |
Ylenavei | So wandte Ylenavei sich nach einem dankbaren Nicken dem Weg ins Tal hinab zu. Sie wählte einen Weg an dem See, auf welchem sie sich Dalaria offen unter ihren Augen nähern mochte. Als sie sich der Druidin auf bequeme Hörweite genähert hatte, senkte die junge Waldelfe in tiefer Ehrerbietung das Haupt, ehe sie einen Gruss formulierte. "Aaye, Etriel, hohe Schwester der Auen. Die Seldarine mögen über Euch leuchten und Euch meines Erscheinens wegen milde stimmen. Eure Schwester Ylenavei Deihlana sucht Hilfe im Namen jener, die sich um die Unrast der Elemente sorgen. Eure Torwache wies mir den Weg zu Euch, denn die Suche nach Antworten führte uns in eine Vergangenheit, welche Ihr uns mit Eurer Gunst erleuchten mögt..." |
27.01.2012 09:25:27 | Aw: Unrast der Elemente (#55676) |
Arcian27 | Dalaria saß auf dem Boden im Gras. Als die Stimme Ylenavei's erklang, öffnete sie die Augen und sah auf zu der jungen Elfe. "Uluvathae, junge Wen. Setzt Euch zu mir und stellt mir Eure Fragen. Ich werde antworten wenn ich es vermag." Mit einer Geste deutete Dalaria Ylenavei neben ihr Platz zu nehmen. |
27.01.2012 14:14:21 | Aw: Unrast der Elemente (#55686) |
Ylenavei | Mit dankbarem Nicken liess Ylenavei sich neben der Erzdruidin ins Gras sinken und atmete tief durch, ehe sie zu erzählen begann. Sie fragte Dalaria, was von der Unrast der Elemente an ihre Seele gedrungen sein mochte, berichtete, was ihr Gegenüber nicht wusste, von Beben und anderem Unbill, und von Rualihns Vermutungen über diese Rastlosigkeit der Naturgewalten, sowie von dem Ansinnen, Ari'hel nach der Ursache dessen zu befragen. Die junge Waldelfe schilderte ihre Reise in den Dornenwald, die Zwistigkeiten zwischen den Reisenden jedoch zunächst aussparend, wenngleich sie ihren Kummer nicht gänzlich aus Blick und Worten zu tilgen vermochte. Sie schilderte vor allem das Zusammentreffen mit Baumbart dem Elter, und ihre eigene Aufgabe, die Essenz eines Fey von einem solchen als Geschenk zu erhalten. Schliesslich berichtete sie von Ne'vains und ihrer Suche in der Bibliothek nach den Spuren der Fey, und dann, in zunehmend vorsichtigeren Worten, von der Geschichte um Noroelle und die Nymphe. "Jene Zeilen beschrieben vage den Weg in die Callaneth", schloss Ylenavei schliesslich ihren Bericht, "welchen Ihr gemäss dem Autor ebenfalls beschritten habt, Etriel. So kam ich zu Euch, um Hilfe zu erbitten bei der Suche nach ebendiesem Weg, und um Rat, ob und wie Elaria uns zum Wohle des Lebens auf Amdir beistehen mag." Jene letzten Worte drangen mit wachsender Mühe über die Lippen der jungen Sy'Tel'Quess, hatten die Zeilen in dem alten Buch davon gekündet, dass ihre Bitten um ein schier undenkbares Opfer auch hier eine tiefe Freundschaft mit Leid überziehen mochten. So erwartete Ylenavei halb hoffnungsvoll, halb beunruhigt auf die Erwiederung der hohen Schwester der Auen. |
31.01.2012 10:17:40 | Aw: Unrast der Elemente (#55829) |
Arcian27 | Dalarie hörte der jungen Elfe geduldig zu. Als Ylenavei endete sprach die Druidin mit ruhiger stimme zu ihr: "Einst wies die Chas'Tel'Quessir des Zirkels der grünen Mutter meiner Mutter den Weg zu Elaria. Doch die Nymphe wird nicht ohne Gegenleistung behilflich sein. Doch bittet die Führerin des Zirkels Euch zum Baum Noroelles zuführen. Sagt meiner Mutter mit diesem Dienst wäre ihre Schuld von damals beglichen. Das ist der erste Schritt um Antworten über die Unrast zu erhalten." Dalarie lehnte sich zurück an den Stamm des versteinerten Baumes und wartete geduldig ob ihre junge Schwester noch etwas fragen möge. |
01.02.2012 16:05:25 | Aw: Unrast der Elemente (#55892) |
Ylenavei | Ylenavei nickte ernst, und ein Schatten des Kummers huschte über ihr Gesicht. "Die Chas'Tel'Quess ist die Führerin des Zirkels..." Sie seufzte schwer. "Die Angehörigen des Zirkels - oder solche, die ihm nahestehen - , welchen ich bislang begegnete, brachten mir in der Vergangenheit weder Achtung noch Willkommen entgegen. Meine einzige Hoffnung, diesen Weg überhaupt begehen zu können, ruht also in der Bedeutung des Auftrags von Baumbart. Wenn dieser nicht genügt, um ein wenig Vertrauen zu gewinnen.... ein weiser Bruder wird mich begleiten, Soorer Eir'Cael'Tharva. Er mag den Weg zum Baum Eurer Mutter und zu Elaria zuendegehen, sollte der Zirkel ihn mir verweigern." Rasch senkte die junge Waldelfe den Blick, als die schmerzlichen Erinnerungen an die Dornenwaldreise der Oberfläche ihres Geistes entgegendrängten. Erst nach einigen Sekunden gelang es ihr, dankbar zu Dalaria aufzusehen. "Dennoch danke ich Euch aus ganzem Herzen für das Vertrauen, mit welchem Ihr mir den Weg in jene für Euch so bedeutsamen Gefilde weist. Wenn ich die Chance erhalte, meine...Fähigkeit, mein Wesen zu beweisen, so werde ich mit steter Hochachtung auf diesen Pfaden wandeln." [spoiler]Hinweis an Arcian: Im Eröffnungs-Post dieses Threads steht etwa im letzten Drittel kurz zusammengefasst, was Ylenavei bezüglich des Zirkels (und anbei auch der Waldelfen auf Amdir) so bewegt! [/spoiler] |
02.02.2012 12:37:16 | Aw: Unrast der Elemente (#55936) |
Arcian27 | Dalaria beruhigte die junge Elfe: "Die Enklave bildet nach außen hin eine geschlossene Front, das müsst Ihr verstehen. Bei ihren Zielen und Idealen müssen sie das auch. Das dürft Ihr nicht vergessen. So wirken sie zumeist abweisend und unfreundlich, doch allein die Tatsache, dass eine der ihren mit Euch die Reise in den Dornenwald angetreten hat, ist ein gutes Zeichen. So geht hin, ihre Führerin wird Euch gewiss nicht zurückweisen." Mit diesen Worten entließ die hohe Schwester der Auen Ylenavei. |
09.02.2012 07:43:31 | Aw: Unrast der Elemente (#56283) |
Ylenavei | Nur wenige Tage später sass Ylenavei auf dem Hügelkamm, der sich um Elboria herum erhob, und starrte versunken in die kindskopfgrosse Sphäre in ihren grünen Händen. Das Strahlen der Mittagssonne brach sich in dem glühenden Pulsieren darin zu einem lebendigen Funkeln von unbeschreiblicher Pracht und Intensität. Die junge Waldelfe gewahrte weder die Wärme der Sonne noch das filigrane Spiel der funkelnden Lichtreflexionen auf ihrem smaragdenen Antlitz. Das kleine Wunder, welches sie behutsam in ihren Händen barg, beherrschte ihre Gedanken völlig. Die vergangenen Stunden, der Weg, an dessen Ende ihr dieser Schatz anvertraut worden war, erschienen Ylenavei nach wie vor gleich einem unwirklichen Traum. Es war mitten in der vergangenen Nacht, die sich sternenklar über Amdir gewölbt hatte, als Eir'Ceal auf dem Feld vor dem Hügelwall Elborias erschienen war. Es sei an der Zeit, aufzubrechen, hatte er verkündet, während Ylenavei eben noch gemeinsam mit Amelia die klare Nachtluft genossen hatte. Sogleich hatte die junge Elfe ein Gefühl der Unruhe erfasst, erwartungsvoll und beklemmend zugleich, hatte der Nacht jäh eine mystische Kühle verliehen... So sehr sich beim Anblick der hoch aufragenden Bäume der Callaneth die Unruhe in der Seele der jungen Elfe regte, so dankbar war sie für die Gesellschaft des geschätzten Bruders, welcher sie nun in die Schatten unter den Wipfeln des nächtlichen Waldes führte. Eir'Ceal hatte ihr bereits in den vergangenen Tagen geduldig sein Ohr geliehen, hatte sie vom unglücklichen Verlauf der Reise in den Dornenwald erzählen lassen. Obgleich die hohe Schwester der Auen später gesagt hatte, allein die Tatsache, dass Rualihn, die Druidin vom Zirkel, sie auf jene Reise mitgenommen hatte, ein Zeichen von Aufgeschlossenheit sein mochte, vermochte Ylenavei im Verhalten der Vertreterin der Enklave nach wie vor kaum Achtung zu erkennen. Nun war es an der Zeit zu ergründen, ob der Zirkel sie tatsächlich so sehr zurückwies, wie die Geschehnisse im Dornenwald es die gekränkte Waldelfe befürchten liessen. Sollte dies der Fall sein, wäre dies nicht nur wiederum schmerzlich für die junge Dienerin Kalreshaars, sondern mochte gar der Besänftigung der rastlosen Elemente im Wege stehen. So folgte Ylenavei ihrem Bruder Eir'Ceal um so dankbarer durch die nächtlichen Schatten, mochte er doch um der Geschöpfe Amdirs willen ihren Weg fortsetzen, wenn dieser ihr selbst verwehrt werden sollte. Aurora, die treue Panthergefährtin, sprang indessen ausgelassen durch das ihr so heimatlich vertraute Unterholz dahin. Nach langem Weg in Ylenavei bislang unbekannte Tiefen des grossen Waldes ragte schliesslich ein wurzeldurchzogener Wall vor den beiden Sy'Tel'Quessir auf. An Eir'Ceals Seite verharrend spürte die junge Waldelfe, wie ihr das Herz bis zum Halse schlug. Ihr Begleiter näherte sich eben einer wohl verborgenen Pforte zwischen den Wurzeln und klopfte daran. Mit angehaltenem Atem folgte Ylenavei dem Bruder kurz darauf in das Innere des Walls. Mehrere Personen wandten sich nach den Neuankömmlingen um, die in eine wohnliche Erdgrotte hineintraten. Für einen langen Augenblick fühlte Ylenavei sich gleichsam winzig werden in der Erwartung sogleich als Störenfried empfangen zu werden. Stattdessen gewahrte sie jedoch einzig gespanntes Schweigen, das erst von einem zarten Maunzen gebrochen wurde. Die junge Waldelfe entdeckte eine kleine Katze, die sich vertrauensvoll um ihre Beine wand. Ehe ihr bewusst wurde, was sie tat, beugte Ylenavei sich vor und liess ihre Hand durch das Fell des Tieres gleiten. Unvermittelt liess die Katze von ihr ab, und als die Waldelfe ihrem Weg mit den Augen folgte, gewahrte sie eine gleichsam vertraut und befremdlich wirkende Gestalt vor ihr aufragen. Die Chas'Tel'Quess war letztlich nicht grösser als sie selbst, doch die Wildheit der Lande, welche sich in ihren Augen mit dem Frieden der Wälder vereinte, liess sie weise und erhaben zugleich wirken. Diese unerschütterliche Ruhe wich selbst dann nicht aus ihren Augen, als Ylenavei sich mit Namen vorstellte und den Anlass ihres und ihres Bruders Hiersein nannte. Als die befürchtete Zurückweisung gänzlich ausblieb, fanden sich die Worte mit der Zeit leichter. Die junge Waldelfe berichtete so in Kürze von ihrem Anliegen, der Suche nach der Beschwichtigung der Elemente. Baumbarts Auftrag nannte sie als Anfang ihrer Reise hierher, berichtete von Ne'vains und ihrer Suche in der Bibliothek, welche sie schliesslich auf die Spur der Nymphe Elaria geführt hatte. Jetzt erst verhärtete sich das Gesicht der Wildelfe, und so etwas wie diffuse Sorge trat in ihre Augen. Die Nymphe fordere stets ihren Preis für ihre Hilfe, erwiederte sie, und, obgleich unausgesprochen, verriet der Klang ihrer Stimme, dass es sich um einen wahrhaft hohen Preis handeln mochte. Als Ylenavei ihre innere Unruhe zurückkehren spürte, entsann sie sich an Dalarias Worte. "Die hohe schwester der Auen kündete dergleichen bereits an. Deshalb riet sie mir, zunächst den Baum ihrer Mutter aufzusuchen..." Das Antlitz der chas'Tel'Quess entspannte sich. "Fürwahr, dies mag der bessere Weg sein." Worum sorgte sich die Führerin des Zirkels, schoss es Ylenavei durch den Sinn. Um die Geheimnisse der Nymphe? Um des Preises für ihre Hilfe wegen...gar um sie? - Lange Zeit für Gedanken fand die junge Waldelfe nicht, da ihr Gegenüber sich sogleich anschickte, sie persönlich zu Noroelles Baum zu führen. Ein Hauch des Bedauerns streife Ylenavei, als sie gewahrte, wie Aurora sich sichtlich zögernd von ihrem neu gefundenen Spielgefährten, einem weiteren Callaneth-Panther, der wohl einen der Druiden begleitete, löste um der kleinen Gruppe zu folgen. So ging es noch tiefer in den nächtlichen wald hinein. Bäume und Gesträuch glitten nahezu lautlos vorbei, als die drei schlanken Elfen gewandt durch das Gehölz glitten. Von Zeit zu Zeit beobachteten Tiere ihren Weg, und Ylenavei spürte ein Lächeln über ihre Lippen huschen, als sie im Grün geborgen, zwei der wunderschönen Grosskatzen der Callaneth erspähte. Kurz darauf fand ihre Reise auf Windes Flügeln ein jähes Ende. Vor ihnen ragte ein mächtiger alter und ebenso wunderschöner Baum vor ihnen auf. Sie seien am Ziel, sagte ihre Führerin, und kaum hatten sie für ihre Führung gedankt, war die Chas'Tel'Quess bereits in ihrem Wald verschwunden. Nachdenklich, vorsichtig sahen Eir'Ceal und Ylenavei an dem grossen Baum empor. Schweigen lag über dem schattigen Wald, ein Augenblick vollkommener Ruhe. Je länger dieses Schweigen anhielt, desto mehr beschlich die junge Waldelfe das Gefühl beobachtet zu werden. Jäh blinzelnd starrte sie den furchigen Baumstamm an. Hatte der Baum sie eben gerade angesehen? Das vermeintliche Gesicht war fort. Nur ein Schattenspiel? Plötzlich kam erneut Regung in die Rinde. Etwas schien darin zu gleiten, und während Ylenaveis Augen sich vor Staunen weiteten, löste sich eine zierliche Gestalt aus den Furchen des Baumstamms, anmutig, wie die Natur sie geschaffen hatte, und trat gleich einem Teil des mächtigen Gewächses zwischen den Stamm und die beiden Waldelfen hin. Das Antlitz der Dryade sprach von Verärgerung, und allein der Klang ihrer Worte verriet, dass ihrer beider Dasein an diesem Ort einer Störung gleichkam. Ylenavei fühlte sich gemustert, gleichsam durchleuchtet. Feiner Schweiss trat auf ihre Stirn, als sie mühsam Grussworte sammelte. "Unsere hohe Schwester der Auen, Dalaria, sandte uns her, auf der Suche nach Besänftigung der rastlosen Elemente", setzte die junge Waldelfe aus einer Eingebung heraus dem Gruss hinzu, und sogleich wurde der Blick der Dryade milder. Dies musste Noroelle sein, ging es ihr durch den Sinn, denn die Erwähnung Dalarias schien etwas in ihr zu wecken, dass der Aufmerksamkeit einer Mutter für ihr Kind gleichen mochte. Noch einmal berichtete Ylenavei in Kürze vom Ansinnen der Druiden die Elemente zu besänftigen, von ihrem Auftrag die Feenessenz zur Anrufung Ari'hels beizusteuern, von der Spur zu Elaria. Zuletzt wiederholte sie, was die hohe Schwester der Auen ihr mit auf den Weg gegeben hatte. Sie solle Noroelle um Hilfe bitten, verkünden, dass mit dieser Hilfe eine Schuld aus alten Tagen beglichen würde. Noroelle, die Dryade, lauschte ihr aufmerksam, und kaum hatte Ylenavei beteuert, wie bewusst ihr die Tragweite ihrer Bitte wäre, schien der Blick des anmutigen Wesens bereits abzuwinken. "Zu Elaria werdet Ihr nicht gehen müssen. Ich werde Euch meine Essenz überlassen, um meine Schuld von einst zu begleichen." Die Ruhe, mit welcher die Dryade diese Worte sprach, rührte Ylenavei an. In welch eine Verstrickung von Schuld und Opfern war sie hier hineingeraten? In demütiger Geste beteuerte sie, wenn einzig Liebe und Treue zu dieser Gabe führten, würde sie ihren Zweck erfüllen. Auch Noroelle schien zu spüren, was in der jungen Waldelfe vorging, denn sie erklärte sogleich, dass eben diese Gabe keinesfalls ihr Ende bedeute, sondern sie einzig schwächen und für einige Jahrhunderte daran hindern würde, ihren Baum zu verlassen. Von grösstem Respekt und tiefster Dankbarkeit ergriffen versprach Ylenavei, Dalaria die Worte ihrer Mutter zu überbringen, dass diese sie nach wie vor liebe... Noch während ihre Dankesworte verklungen waren, war die zarte Gestalt der Dryade bereits wieder mit dem Baumstamm hinter ihr verschmolzen. An ihrer Stelle war ein pulsierendes Wogen und Funkeln erschienen, welches sich zu jener wundervoll leuchtenden Sphäre verdichtet hatte, die Ylenavei nun, auf dem Wall um Elboria, in Händen hielt. Die junge Waldelfe atmete tief durch und blinzelte, ehe sie sich zwang, den Blick von dem seligen Funkeln abzuwenden und ihren Schatz sicher zu verstauen. Eir'Ceal hatte sich unlängst zur Reverie zurückgezogen, doch sie fand noch keine Ruhe. Es war an der Zeit, zu Dalaria zurückzukehren. So machte Ylenavei sich auf in den Hain, in welchem die hohe Schwester der Auen zu meditieren pflegte. Sie würde die Worte Noroelles überbringen, und, wenn ihr Herz den Mut fand, die Frage nach dem Preis der Nypmhe wagen, nach der Schuld, welche nun strahlend und funkelnd in ihrer Obhut lag. Dem, was darauf folgen würde, sah die junge Waldelfe mit wirklichem Unbehagen entgegen. Sie würde Rualihn aufsuchen müssen, um der Essenz der Dryade zu ihrer Bestimmung zu verhelfen. Vielleicht mochte dieser Beitrag zur Ergründung der elementaren Unrast ihr ja zu der Achtung verhelfen, welche die Druidin bislang so schmerzlich vermissen liess... |