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14.12.2011 19:52:36
Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#53989)
Lealand
Da stand er also, endlich am Ziel seiner Reise, die ihn über den halben Kontinent hierher gebracht hatte, um eine Nachricht zu überbringen. Den ganzen letzten Tag war er marschiert und auch die Nacht durch, da es so gut wie unmöglich war in der Ebene von Andorien ein Lager aufzuschlagen, ohne das alle fünf Minuten ein Goblin ins Zelt getrampelt kam.

Die Strahlen der ersten Sonne des neuen Tages kamen hinter dem Horizont hervor und hüllten die Feste vor ihm in eine majestätische, beinahe göttliche Morgenröte. Lealand kniete sich auf der Brücke gen Osten nieder und sprach sein Morgengebet, auf den sonst üblichen Frühsport verzichtete er in diesem Falle, davon hatte er innerhalb der letzten beinahe 24 Stunden genug gehabt.

Als er an das Tor trat wurde ihm bereits geöffnet und zwei bewaffnete Wächter stellten sich ihm in den Weg. "Licht mit Euch Wanderer." begrüßten sie ihn "Bitte nennt Euren Namen und Euer Begehr." Diese Art der Begrüssung war Lealand sehr geläufig und daher war der erste Teil seiner Antwort schon fast eine Routinesache. "Lathander zum Gruße Edle Wächter." er verneigte sich und sprach dann weiter "Mein Name ist Lealand Dorn. Morgenritter unter dem Banner der Aster und Streiter unseres Herrn Lathander. Ich bin im Auftrg meines Prälaten hier, mit einer versiegelten Botschaft zu Händen von Fürst Desmond Pakusch persönlich." nachdem er geendet hatte verneigte er sich erneut und wartete die Reaktion seiner Gegenüber ab.

Die beiden Wächter wirkten einen kurzen Augenblick leicht verunsichert, ganz so, als ob sie solch eine Vorstellung nicht jeden Tag hören würden. Nach kurzer Zeit baten sie ihn dann innerhalb der Burgmauern am Tor zu warten, während einer von Ihnen mit einem anderen Mann sprach. Als der zweite Wächter zurückkam versuchte er eine formelle Verbeugung vor Lealand und sagte dann: "Bitte habt einen Augenblick Geduld werter Ritter. Der Verwalter wird Fürst Pakusch von eurer Anwesenheit unterrichten."

So wartete Lealand also darauf, das letzte kurze Stück seines langen Weges zurück zu legen und endlich den Mann kennen zu lernen, auf den sein Prälat und Lehrmeister so grosse Stücke hielt. Ganz langsam kam in ihm wieder dieses Gefühl, diese Ahnung auf, daß er nicht nur hergeschickt wurde um eine Nachricht zu überbringen. Ein ums andere Mal hatte er sich diese Gedanken schon gemacht und alles, was er in den paar Tagen seit seiner Ankunft auf dieser Insel erfahren hatte bestärkte ihn in seinen Vermutungen nur. Wie hatte die freundliche Dame Yien doch zu ihm gesagt? "Hier auf Amdir ist das Normale unnormal!" Was genau das bedeuten mochte, würde er wohl noch früh genug erfahren. Fürs Erste gab er sich damit zufrieden kurz vor der Erfüllung seiner ersten, eigenen Queste zu stehen und Fürst Pakusch die Nachricht aushändigen zu können.
23.12.2011 17:55:32
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#54409)
Lealand
Aber es kam anders und die Aussage der Dame Yien wollte einfach nicht aus Lealands Kopf, so oft hatte sie sich schon bewahrheitet, seit er auf der Insel war und sollte es auch in Zukunft tun, was er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal erahnen konnte.

Ein Mann kam und sagte, er würde Lealand zu Ritter Pakusch führen, dem Sohn des Fürsten Desmond, da dieser schwer krank das Bett hüten müsse und keine Besuche empfangen dürfe. Also würde er am heutigen Tage seine Nachricht wohl nicht übergeben können, denn die Worte seines Prälaten waren klar: "Zu Händen von Desmond Pakusch auf der Insel Amdir." und nicht zu denen seines Sohnes. So ließ sich der Junge Paladin in das innere der Burg führen. Dort geleitete ihn der Mann, der ihn am Tor abgeholt hatte in einen prunkvollen Saal und bat ihn, sich einen Moment zu gedulden, bis Sir Willard, der Sohn von Fürst Pakusch eintreffen würde.

Lealand stellte seinen schweren Rucksack an die Wand und sah sich in dem Saal um. Er entdeckte eine Tafel, mit dem Kodex der Ritterlichen Beschützer, wie sich Fürst Pakuschs Mannen wohl nannten. Er ähnelte ein wenig den Richtlinien, die in seinem Orden galten, doch erinnerte er sich, am Tor eine ähnliche Tafel gesehen zu haben, die von Ruhm im Kampfe sprach. Er musste etwas schmunzeln, bei dem Gedanken, wie doch die Vorstellungen von Rittertum und den damit verbundenen Pflichten und der Verantwortung auseinander gehen konnten. Für ihn war der Kampf nur das allerletzte Mittel um Unrecht zu verhindern und Unschuldige zu beschützen. Ansonsten war es der Zustand, der vor allen anderen so gut es ging zu vermeiden war und Ruhm war etwas wonach er nicht strebte und das für ihn auch nichts Erstrebenswertes an sich hatte.

Anders verhielt es sich da mit der Ehre. Natürlich hatte man sich im Kampf ehrenhaft zu verhalten, doch auch oder grade Dies galt umso mehr für alle Belange des alltäglichen Lebens. Ob der ansässige König oder der arme Bettler in der Seitengasse, jeder von ihnen hatte dieselbe ehrenwerte Behandlung von einem Paladin zu erwarten. Niemandes Stand erhob ihn über Andere oder machte ihn zu etwas Besserem.

Als dann Willard Pakusch den Raum betrat und sich die beiden Ritter einander gegenseitig vorgestellt hatten, berichtete Lealand kurz von seiner Reise und dem Grund seiner Anwesenheit. Sir Willard verstand, daß ihm der junge Paladin den Brief nicht aushändigen konnte, ohne sein Wort zu brechen und so bat er ihn um Hilfe für seinen kranken Vater. Er fragte Lealand, ob dieser bereit wäre die Druiden der Elfen aufzusuchen und dort um Beistand für seinen kranken Vater ersuchen würde. Natürlich stimmte dieser zu, da er es als seine Pflicht ansah zu helfen, wo und wann immer es ihm möglich war.

Für die Dauer seines Aufenthaltes galt er nun als offizieller Gast und Verbündeter auf der Burg, ihm wurde ein Pferd gestellt, um seine Angelegenheiten schneller erledigen zu können und ein Quartier im Trakt der Ritter, das er nutzen durfte. Er bedankte sich bei Sir Willard und beschloß, nach dem anstrengenden Marsch durch die Ebene von Andorien der hinter ihm lag, tatsächlich erst einmal auszuschlafen. Allerdings nahm er vorher noch eine kleine Mahlzeit zu sich, da es auch einige Zeit her war, daß er zum letzten Mal etwas gegessen hatte.
23.12.2011 18:57:29
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#54411)
Lealand
Es war ein seltsamer Tagesablauf für Lealand, der sonst immer früh zu Bett ging, um beim ersten Licht des neuen Tages bereits wach zu sein, damit er den Morgen mit einem Gebet begrüssen und danach ein bis zwei Stunden körperlicher Ertüchtigung nachgehen konnte. Dies war der Weg Lathanders. Niemals aufhören an sich selbst zu arbeiten und stets sein Bestes geben. Ein wacher Geist in einem beweglichen Körper ist ein erstrebenswertes Ziel in den Augen des Fürsten des Morgens und so hielt Lealand seinen Körper durch jede Menge regelmässiges Training und seinen Geist durch die Lehren des Glaubens und der Nächstenliebe ständig in Bewegung.

Heute aber hatte er sich erst vormittags hinlegen können und seine innere Uhr war dadurch aus dem Rhytmus. So kam es, daß er nicht lange schlafen konnte und stattdessen die Burg besichtigte, hier und da sich in Gespräche mit den Bewohnern vertiefte und auch noch ein wenig Sport trieb. Bevor er dann, wie gewohnt, früh zu Bett ging, um am nächsten Morgen wieder die Sonne im Gebet begrüssen zu können und für den Tag gerüstet zu sein. Er beschloß zunächst nach Mirhaven zurück zu kehren, damit er sich dort mehr Informationen über die Satdt der Elfen holen konnte und möglicherweise sogar jemanden, der ihn dorthin führen konnte.

Am nächsten Morgen ging alles seinen gewohnten Gang für Lealand. Mit den Strahlen der ersten sonne bereits wach sein, daß Morgengebet abhalten und danach intensiver Frühsport. Dann Frühstückte er ausgiebig, ließ sich etwas Proviant einpacken und sattelte das ihm zugewiesene Pferd. Eine Fuchsstute, die gut im Futter stand und auch ansonsten einen sehr guten Eindruck machte. "Ihr Name ist Melody und sie ist ein unglaublich ruhiges Tier, das auch im hektischen Getümmel nicht ausbricht. Ihr werdet sehr zufrieden mit ihr sein werter Herr, ganz sicher." stellte ihm der Stallmeister sein Reittier vor und in der Tat, schien die Stute ein sehr erfahrenes Streitross zu sein. Sie ließ sich ohne Probleme mit Lealands Zeug bepacken und scheute nichtmal ein kleines bißchen, als er sich in den Sattel hievte.

Er verabschiedete sich vom Stallmeister, dem Burschen, der ihm geholfen hatte sein Zeug zu tragen und von jedem Anderen, der ihm auf dem Weg zum Tor begegnete. Dann ging es über die Brücke, zurück auf die Ebene, über die er am Vortag noch in entgegengesetzter Richtung marschiert war, zur Handelsstraße und dann Richtung Mirhaven. Dort würde er sich dann auf die Reise zu den Elfen vorbereiten, damit Fürst Pakusch von seiner Krankheit geheilt werden konnte.
10.01.2012 12:45:17
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#54919)
Lealand
In Begleitung der Sonnenelfe Tarisala kam Lealand nach Elboria. Er war überwältigt von der Schönheit dieses Ortes und dem Frieden, den er ausstrahlte. Allerdings mußte er bald feststellen, daß auch bei den Elfen, die Bürokratie ihre ganz eigenen Gesetze hatte und es ihm unmöglich war einen Termin bei den Druiden zu bekommen. Stattdessen vertröstete man ihn und meinte, er solle sich gedulden und auf Nachricht warten. Selbst seine Einwände, daß es um das Leben eines Mannes ginge und jeder Tag zählen könnte halfen nichts, die Elfen schienen völlig unbeweglich in solchen Dingen, was den jungen Paladin ziemlich frustrierte. So blieb ihm also nichts anderes übrig, als nach einigen Tagen die Stadt der Elfen wieder zu verlassen und zu hoffen, daß er später mehr Erfolg haben würde. Er betete für den Fürsten Pakusch und dessen Genesung und verabschiedete sich auch von Tarisala, die noch in der Stadt Elboria blieb, die ihr wohl wesentlich mehr zusagte, als das triste Mirhaven, was Lealand voll und ganz verstehen konnte.
11.01.2012 14:51:52
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#54945)
Lealand
Lealand verbrachte die folgenden zwei Zehntage damit, so viel über die Insel, ihre Bewohner und die aktuellen Probleme herauszufinden, da er sonst noch verrückt geworden wäre, bei der Warterei auf Nachricht von den Elfen.

Während dessen lernte er einiges über Amdir, seine Bewohner und die Vorfälle, die die Inselbevölkerung beschäftigten. Zu dieser Zeit faßte er auch den Entschluß zu bleiben, was immer auch sein Prälat in dem Schreiben an Fürst Pakusch erwähnen mochte. Hier war er und sah, daß er gebraucht wurde, daß er helfen konnte, also würde er dies auch tun.

Ganz deutlich wurde ihm dies, als er an einem Treffen der versammelten Ritter von Fürst Pakuschs Orden teilnahm. Es waren wenige, wirklich wenige, die dort am Tisch saßen und einige, nun, Lealand konnte kaum glauben, daß jene mit solchen Manieren tatsächlich vereidigte Ritter sein sollten. Aber es geschah auch etwas unerwartetes, aber dennoch wundervolles, daß Lealands Hoffnung auf ein gutes Ende für Fürst Pakusch bestätigte.

Die elfische Waldläuferin Ylenavei, die an diesem Abend Gast der Ritter war, bot an zwischen ihm und den Druiden zu vermitteln, so daß ein Kontakt zustande kommen und man sich über die weitere Vorgehensweise besprechen konnte. Mit diesm Licht der Hoffnung ganz klar vor Augen brach Lealand dann, nachdem er noch einmal mit der Waldläuferin gesprochen hatte, zwei Tage später nach Elboria auf, um endlich voran zu kommen, bei dieser wichtigen Sache.
14.01.2012 16:44:46
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#55066)
Lealand
So viel war passiert. In so kurzer Zeit.

Die Harfner hatten eine Splittergruppe auf Amdir gebildet und unterstützten den Kampf gegen das Böse, er hatte Kontakt zu den Druiden der Elfen aufnehmen können und auch seine sozialen Kontakte auf Amdir etnwickelten sich stetig weiter. Lealand war kein Fremder mehr und der Anblick eines Aasimars, der durch die Straßen von Mirhaven schritt, erregte lange nicht mehr so viel Aufsehen, wie noch vor ein paar Zehntagen und er schien bei den meisten in der Stadt stets willkommen zu sein.

Er freute sich, daß die Dame Cosima seiner Bitte nachgekommen war und ihm den Brief hatte zukommen lassen, den ihm die Wirtin Marla eben überreicht hatte und den er, mit einer Tasse Tee in der Hand und auf dem Bett sitzend, gerade studierte.

Als er ihn zweimal gelesen hatte, um sicher zu sein nichts wichtiges übersehen zu haben, dachte er abschließend noch "Ich bin gespannt wie sich der neue Umhang anfühlt. Es gibt also doch gute Leute auf dieser Insel, mehr als die meisten ahnen. Man muß nur bereit sein auf sie zuzugehen und mit ihnen zu reden."
20.01.2012 13:54:50
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#55372)
Lealand
Verdammt, das war etwas, das Lealand nun überhaupt nicht gebrauchen konnte. Just in dem Moment, wo alles langsam ins Rollen kam, wo er endlich anfing die Zusammenhänge um die Vorgänge auf der Insel zu verstehen und in der Lage war selbst aktiv zu werden, ohne ständig jemanden fragen zu müssen, ob dies auch der richtige Weg sei, da kam ihm diese Verletzung dazwischen. Beim Kampf mit einem Golem, der das Dorf Hohenbrunn bedrohte, hatte er sich schwere Verletzungen am Rücken zugezogen und aufgrund des daraus resultierten, hohen Blutverlustes war er nun gezwungen sich zu erholen und körperliche Belastungen in den nächsten Tagen zu meiden.

Nun, er würde sicherlich nicht leichtsinnig sein und nach ein oder zwei Tagen so tun, als wäre nichts gewesen. Aber zwei Zehntage Schonung und in der Stadt bleiben? Gewiss nicht! Er war nicht zum Däumchendrehen hier. Nicht jetzt, wo er endlich einen Überblick hatte, zumindest teilweise, der Rest würde sich noch ergeben. Sein Plan ließ nicht zu, daß er sich selbst so lange aus Allem heraus nahm und darum würde er auch den Termin mit Fürst Thensen war nehmen.

Ganz abgesehen davon, daß dieser Termin ihm sehr wichtig war, eröffnete er für seine Begleiterin die einmalige Gelegenheit sich ungestört im Rathaus umzusehen. Eigentlich war seine Verletzung hier sogar nützlich. So konnte er Eileena als seine Pflegerin ausgeben, die ihn stützte und ihm half, die Einschränkungen durch seine Verletzung auszugleichen. Dadurch verletzte er nicht im geringsten seinen Ehrenkodex, da es der Wahrheit entsprach und so betraten die beiden gemeinsam die Amtsstube des Fürsten Thensen im Rathaus der Stadt Mirhaven.
20.01.2012 14:17:04
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#55374)
Lealand
Es war zum verrückt werden! Der junge Paladin mußte sich beherrschen, nicht laut zu fluchen. So frustriert fühlte er sich nach dem Treffen mit Fürst Marco Thensen, dem Bürgermeister der Stadt Mirhaven. Doch seine Disziplin und seine Erziehung ließen ihn eben diese Beherrschung bewahren und so entfuhr ihm nur ein etwas zerknirschtes "Bürokraten!", als er gemeinsam mit Eileena einige Schritte vom Rathaus entfernt auf dem Platz vor dem Tyr Tempel stand.

Es war wohl nur die erste Enttäuschung darüber, daß seine hohen Erwartungen an einer Mauer aus überheblicher Ignoranz und vorsichtiger Diplomatie abgeprallt waren. Auch diese Einschätzung war nicht wirklich gerecht gegenüber Fürst Thensen, das wußte Lealand, doch er brauchte irgend etwas, auf daß er seine Enttäuschung fokussieren konnte.

Doch nach und nach legte sich auch das wieder. Der Bürgermeister war sehr freundlich, aber auch distanziert und hatte, nach Lealands Ansicht ehrlich und gewissenhaft Auskunft gegeben. Er war vorsichtig und das mußte er auch sein. Mirhaven war eine Hafenstadt und der Seehandel war mit sicherheit die größte Einnahmequelle der Stadt. Natürlich würde er nicht einfach eine Festung aus der Stadt machen können und natürlich mußte er mißtrauisch gegenüber Lealands Absichten sein. Selbst wenn er einwandfrei seinen Stand und seine Titel der Kirche nachweisen konnte, so war er immer noch ein Fremder in der Stadt, ein Gast.

Immerhin hatte der Fürst nichts dagegen, daß er sich mit angehörigen der Wache unterhielt und ihm sogar erlaubt eine Miliz innerhalb der Stadt auszubilden, wenn die Bürger dies wollten. Zudem hatte Eileena die offizielle Erlaubnis vom Fürsten erhalten, sich während ihres Aufenthaltes ungestört im Rathaus umzusehen und diese auch erfolgreich genutzt.

So war es also im Großen und Ganzen ein doch erfreuliches erstes Treffen mit dem Fürsten, nur brauchte Lealand eine gewisse Zeit, bis er dies auch realisierte. Ein paar Informationen über die Bewohner der Nebellande konnte ihm der Bürgermeister ebenfalls noch mitgeben. Das Einzige, das Lealand vergessen hatte, war sein Angebot am Tag des geplanten Blütenfestes der Wache auszuhelfen. Naja, vielleicht konnte er dies ja, mit Verantwortlichen der Stadtwache selbst klären.

Zunächst ließ er sich von seiner Begleiterin zurück bringen zum Gasthaus "Silberner Drache", wo er noch ein oder zwei Tage seine Verletzung auskurieren und in dieser Zeit weitere Pläne ausarbeiten würde.
06.03.2012 00:18:10
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#57345)
Lealand
War wirklich so viel Zeit vergangen, seitdem er das letzte Mal über all Das hier nachgedacht hatte?

Lealand stand auf den schneebedeckten Höhen der Winterrache, nur mit Stiefeln und Hose bekleidet. Seine angeborene Resistenz gegen Kälte ließ ihn die Temperaturen hier oben anders fühlen als die Menschen es taten. Er wollte den Kopf frei bekommen und dann in Ruhe nachdenken. Das ging am besten, nach körperlicher Betätigung und so hatte er sein Schwert mitgebracht, um hier allein zu trainieren, in der frischen Bergluft.

Der Anderthalbhänder in seiner Hand war aus gesegnetem Silberstahl gefertigt und über und über mit Juwelen besetzt. Er war, zusammen mit seiner Prunkrüstung und dem dazugehörigen Wappenschild ein Geschenk der Kirche gewesen, zur Anerkennung seiner Ritterschaft. In das Kreuz von Griff und Parierstange war auf beiden Seiten das Symbol der aufgehenden Sonne eingearbeitet, aus Amethysten, Rubinen und Kanariendiamanten und im Knauf war ein Rubin eingelassen, der die Grösse einer Walnuss hatte. Natürlich waren diese Geschenke ein Vermögen Wert und Lealand hatte dieses protzige Aussehen damals schon verwundert. Für ihn waren es nur Gebrauchsgegenstände, die auch ohne jeglichen Schmuck ihren Zweck erfüllt hätten.

Er versuchte nicht mehr daran zu denken und konzentrierte sich auf seine Übungen, den Schnee unter seinen Füssen und die Sonne über sich. So wie das Licht des Tages die Berge in makellosses Weiss verwandelte, so würde er helfen, das Licht der Güte und Hoffnung auf ganz Amdir zu verbreiten, auf daß es der feigen Niedertracht des Bösen niemals gelingen würde ihre Schrecken über die Unschuldigen zu bringen. Mit dem Bild von Eimyrja vor Augen war ihm klar, von nun an hatten jene, die dunklen Herzens waren nur noch Eines von ihm zu erwarten: Einen raschen und schmerzvollen Tod!
08.03.2012 12:46:08
Aw: Morgendämmerung über den Zinnen der Burg (#57455)
Lealand
Wieder zurück auf der Burg waren bereits einige Nachrichten eingegangen, was Lealand sehr freute. So konnte er mit den Vorbereitungen für seine geplanten Unternehmungen fortfahren. Allerdings hatte er immer noch nichts von Isabella gehört. Er hoffte, sie würde gut mit ihren Vorbereitungen voran kommen und ihn mit einbeziehen, wenn sie Hilfe benötigte.

Die Planung und Durchführung der durchgängigen Überwachung aller Straßen zwischen Mirhaven, Elboria und Hohenbrunn durch bewaffnete Patrouillen war der erste wichtige Schritt, um die uneingeschränkte Sicherheit auf der Hauptinsel herzustellen. Wenn Händler und Reisende von sicheren Straßen berichteten und schwer gerüstete Streiter, die der guten Sache dienten, zum alltäglichen Bild auf eben diesen Straßen gehörten, ob es sich nun um Angehörige der ritterlichen Beschützer oder Streitkräfte aus Elboria oder Telodûr handelte, dann würde dies das Vertrauen der Leute gewinnen und ihren Glauben an das Gute stärken und mehren.

Doch an eben jenem Guten und dessen Absichten hätten selbst ihm gewisse Zweifel kommen können, wäre er nicht er selbst gewesen und in festem, unbeirrbaren Glauben aufgewachsen, daß unter dem gütigen Licht Lathanders ein jeder nur das Beste für die Allgemeinheit wollte. Als er den Brief las, der ihm vom Tempel als Antwort auf seine Anfrage bezüglich einer Zusammenarbeit übersandt wurde, fragte er sich doch selbst, ob er möglicherweise einen falschen Adressaten angeschrieben hatte. Aber auch, nachdem er den Brief ein zweites Mal durchgelesen hatte stand da immer noch dasselbe. "Er hat Wichtigeres zu tun?!?" Lealand mußte das Wort ein paar mal leise wiederholen, um zu begreifen, was er dort las. "Wichtigeres?! Was kann es in diesem Fall Wichtigeres geben, als das Angebot eines ganzen Ordens von Rittern und rechtschaffenen Streitern, gemeinsam mit dem Tempel den Glauben zu mehren und das Vertrauen in die Kirche zu stärken??" Ihm klangen wieder die Worte Yiens in den Ohren, die er gleich am Tag seiner Ankunft zu hören bekam: "Auf Amdir ist das Normale unnormal und umgekehrt!" Wie recht sie doch hatte. So oft hatte er diese Worte schon bestätigt gesehen während seines Aufenthaltes hier.

Kopfschüttelnd legte er den Brief beiseite, darum würde er sich später kümmern, denn nun galt es erneut zu handeln. Wie hatte er erst kürzlich noch, übeinstimmend mit dem ehrenwerten Evedar Argoin festgestellt: "Wir dürfen den Unschuldigen und Bedürftigen nicht unsere Hilfe versagen, nur weil jene, die eigentlich zu ihrem Schutz bestellt sind, sich unfähig oder desinteressiert zeigen! Gerade in diesem Fall müssen wir einschreiten und alles in unserer Macht stehende tun um Unrecht zu verhindern und unsere helfende Hand reichen!"

So setzte er sich an den kleinen Schreibtisch in seinem Quartier auf der Burg und verfasste ein Schreiben an die Priesterin Selunes, die er beim letzten Treffen auf der Burg kennen gelernt hatte. Zwar gab es dort keine Gelegenheit sich formell vorzustellen oder kurz zu unterhalten, aber da die Kirche Selunes in ihrem immerwährenden Kampf gegen die niederträchtige Dunkelheit Shars im Licht des Morgenfürsten ihren stärksten Verbündeten sah, hegte er keinerlei Zweifel daran, daß man gut miteinander auskommen und gemeinsam Lösungen finden würde. Das Wichtigste für Lealand waren zunächst die direkten Hilfeleistungen, die man gemeinsam erreichen konnte und die auch dort ankommen würden, wo man sie am nötigsten brauchte. Um die Einstellung des Tempelvorstandes würde er sich beizeiten kümmern, doch im Moment, hatte er [i]Wichtigeres[/i] zu tun!