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26.09.2011 18:19:14
Auf der Suche nach der Vergangenheit (#51973)
Fatboy85
Geboren an einem nichtssagenden Tag und in tiefster Nacht.

Verstoßen von der eigenen Mutter und als in Fetzen gehülltes Bündel wurde das Kind auf den Stufen des Waisenhauses von Athkatla zurückgelassen.

Schon früh stellte sich heraus, das es anders war. Es schrie in der Nacht, scheinbar gequält von ständigen Alpträumen. Andere Kinder mieden es und wenn es doch einmal zu Konflikten kam war das Kind nie der Auslöser -zumindest nicht augenscheinlich-, aber immer derjenige der sie wieder beendete. Dies geschah meist auf subtile Weise, immer im Rahmen des Systems und konnten für seine Gegner durchaus schwere Konsequenzen haben.
"Gute" Menschen waren waren einfach nur zu dumm um das Gleiche zu tun. Sie versteckten sich hinter ihrer Moral und waren doch im Grunde alle gleich. Zu feige oder zu dumm um die Welt mit seinen Augen zu sehen.
Das Gefühl der Macht fühlte sich gut an. Das herrschende System auszunutzen, das einen beschützte und seine eigenen Ansichten durchzustzen. Es linderte das Brennen in seiner Brust, das Verlangen.

Doch nach was verlangte es ihn? War es einfache Macht und die damit einhergehende Kontrolle über sein Umfeld oder gar sich Selbst? War es einen Weg zu finden, den brennenden Hunger in seinem Inneren zu stillen?

Eines war ihm klar. Um es heraus zu finden musste er etwas über seine Vergangenheit erfahren.
Er erfuhr vom Direktor des Waisenheimes, dass sich nur ein einziger Gegenstand zusätzlich zu ihm in seinem Bündel befand. Ein Stück Pergament mit zwei seltsamen Symbolen und einem Flecken getrockneten Blutes.
Die Zeit verging. Er hatte sich viele Feinde im Waisenhaus gemacht, diese wagten es jedoch ihn anzugreifen, auf Grund der Konsequenzen die sie zu befürchten hatten.
Bald beschloss der inzwischen junge Mann im Alter von sechzehn Jahren das Waisenhaus zu verlassen und nach seiner Herkunft zu suchen.

Doch was er auf den Straßen Athkatla's fand war für ihn ein Schock. Das schiere Chaos der Stadt schien ihn zu überwältigen. Seine Überzeugung, dass Ordnung um jeden Preis hergestellt werden musste verhärtete sich. Ordnung bietet Sicherheit. Für ihn. Und das war es was zählte. Der reine Gedanke an diese Ordnung verlieh ihm ein Gefühl der Sicherheit und lies den Hunger abklingen. Und so begab er sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit.

Als Erstes galt es heraus zu finden was die seltsamen Symbole auf dem Stück Pergament zu bedeuten hatten.
Athkatla gilt nicht Umsonst als Handelszentrum und stand in diesem Zusammenhang wohl nur Tiefwasser nach, der Markt war danach ein natürliches Zentrum für den Wissenserwerb. Jedoch auch Wissen kostet etwas. Alles hatte seinen Preis, auch dies war eine Lektion die sich der junge Mann einverleibte. Und so arbeitete er für das gesuchte Wissen. Seine Tätigkeiten bezogen sich zumeist immer auf den okkulten Bereich, sei es in einem Geschäft für magische Artefakte oder als Lehrling der Wahrsagerei. Zumeist half ihm sein unvergleichliches Charisma Türriegel zu entfernen und Eintritt in zuvor geschlossene Bereiche zu erlangen.
Doch das Wissen was sich vor ihm ausbreitete war zu komplex. Es schien Ähnlichkeiten zu geben, doch keine Antworten auf seine Fragen. Er musste eine offene Quelle des Wissens finden und er wusste auch schon wo er damit anfangen konnte.
Es erforderte eine gewisse Menge an Gold, doch er konnte sich Zugang zur Magierakademie erkaufen. Dort musste er, wie er es auch nicht anders gewohnt war, Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Als einfacher Laufbursche hatte er Zugang zu vielen Bereichen der Akademie und wurde so langsam zum Vertrauten auch höherrangiger Gelehrter. So konnte sich in einem augenscheinlich schwachen Moment eines von ihnen die erhofften Informationen sichern.

Das Pergament war Anker für einen dämonischer Pakt. Die zwei Symbole waren der Name des Paktpartners und der Tropfen Blut ein Teil seiner Seele, das den Vertrag besiegelte. Hastig fragte der Junge man nach der Bedeutung der Symbole. Magnar Belar, "Gebundener Geist". Endlich erfuhr er seinen Namen. Einen Namen, der ihm rechtmäßig Zustand und kein Ersatz der ihm zur besseren Identifikation gegeben wurde.

Dieses Wissen änderte Alles. Endlich hatte die Qualen die er immer noch verspührte einen Sinn. Doch ihm war auch klar, das kein Pakt ohne Gegenleistung vollzogen wird. In zweierlei Hinsicht. Das Paktopfer verliert am Ende seiner Lebenspanne seine Seele und erhällt im Gegenzug begrenzte Macht. Diese Macht, die durch die Existenz des Packtes heraus gesichert war, wurde jedoch bisher nicht in Anspruch genommen.
Wie sollte dies auch geschehen? Er hatte bisher noch keinerlei Ausbildung genossen, die ihm dies ermöglichte. Also konzentrierte er sich in den nächsten paar Monaten den Hunger in seinem Inneren nicht mehr zu unterdrücken, sondern ihn zu kanalisieren. Immer beobachtet von den unsichtbaren Augen in der Akademie. Nach vielen Monaten voll hartem Training gelang es ihm endlich. Die Klammern um seine Seele lößten sich kurzzeitig und leißen etwas von der diabolischen Macht der unteren Ebenen in die Realität sickern. Das Resultat war eher erbärmlich doch nach einigen Wochen Training konnte er konstante Ergebnisse hervorbringen.

Nun gab es nichts mehr was Magnar an diesem Ort hielt. Er wusste, dass er nur sehr geringe Chancen hatte weitere Informationen aus den Magiern der Akademie zu ziehen und beschloss aufzubrechen. Es ging nach Süden wo schwarze Magie Gerüchten zu Folge weniger beschränkt oder gar gefürchtet war als in Amn.
Es gab nur ein Problem, welches noch aus der Welt geräumt werden musste. Ein Verlust seiner Seele erschien Magnar weniger erstrebenswert, als die Macht, die ihm der Pakt lieferte. Er musste es also möglich machen das Eine zu negieren ohne das Andere zu verlieren.

Nach drei Jahren der Suche nach einer Antwort gelangte Magnar nun nach Amdir einer Insel mitten im Mehr im Süden von Faerûn. Dort so erhoffte er sich, würde er weitere Antworten finden. Eine seine Sinne umschmeichelnde Stimme gab ihm Recht.