Zurück zu "Irgendwo auf Amdir... [RP-Forum]"

10.01.2008 21:53:40
Über Engel und Dämonen (#5172)
Lyc
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Eine leichte Brise spielte in den Baumkronen Elborias und fügte der Abenddämmerung eine leise Melodie der Ruhe hinzu. Mit langen Schritten wanderte Myral durch die Hallen der Bibliothek seines geliebten Volkes, und seine Robe gab ein leichtes Rascheln von sich, als sie über den Steinboden glitt. Es schien als würde sie in die Melodie des Windes einstimmen wollen. In dieser trügerischen Harmonie hätte der Elf nur zu gerne über den Aufzeichnungen der Bibliothek die Zeit vergessen. Doch in seinem Geiste spielte eine andere Musik. Dunkle Akkorde und sorgenvolle Töne überstimmten diesen herrlichen Klang des Friedens.
Myral war im Leseraum der Bibliothek angekommen, als er seinen Stab an einem der Regale lehnte, ein Buch mit leeren Seiten aufschlug und eine Feder in ein Gefäß Farbe sinken ließ. Er musste die Ereignisse der vergangenen Tage zu Papier bringen, das Wissen was erlangt wurde schützen, seine Gedanken sammeln und auf diesen Seiten ordnen.
In feinster Handschrift formte er seine Zeilen in Espruar, Buchstabe um Buchstabe, Wort um Wort, und so wich die Dämmerung der Nacht und die Nacht dem Morgen des neuen Tages. Erst das laute Zwitschern einer Goldammer riss Myral wieder aus seinen Gedanken. Er streckte sich auf dem hölzernen Stuhl ausgiebig, blätterte mit prüfendem Blick über die geschriebenen Seiten und nickte dann zufrieden, wobei er das schwere Lederband, in welches die Pergamentseiten eingebunden waren schloss. Folgende Worte schrieb er auf den Buchrücken [b]Über Engel und Dämonen[/b].
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10.01.2008 21:55:03
Über Engel und Dämonen (#5173)
Lyc
Diese Zeilen wurden verfasst, um zu bewahren, was nicht in Vergessenheit geraten darf, um von Erfahrungen mit Wesen höchster Macht zu berichten und deren Warnungen und Sorgnisse mit allen Bewohnern Amdirs zu teilen. Zweifelt Ihr an der Aufrichtigkeit eines der hier verfassten Worte, so zweifelt ihr an Myral Ruaean, Hüter der Magie, Gesandter der Akademie Silbrigmonds.

Die Erzählung nimmt ihren Anfang auf der kleinen Insel Heiwana Mura, nicht weit der Ebenen von Andorien. Die Händler des Dorfes erfüllten den Besuchern ihre letzten Wünsche, stellten ihre Gemüter auf den ausklingenden Tag ein, als eine ungewöhnliche Ruhe und freudvolle Atmosphäre über der Insel entfaltet wurde. Die Nacht begann langsam ihr schwarzes Kleid über Heiwana Mura auszubreiten, diesem dunklen Vorhang wich das Licht, und sogleich schmückte Selûne den Himmel mit einer wahren Sternenpracht. Keiner Wolke wurde es gestattet diesen Anblick zu verschleiern, und trotz der klaren Nacht war die Gegend von einer unheimlichen Wärme erfüllt. Ich bedaure es zutiefst, aber ich vermag nicht mehr zu sagen, warum mich mein Willen an diesen Ort band, welch Macht mich dort gefangen hielt, oder ob es gar nur die Faszination über diese traumhafte, kaum erkennbare Schönheit der Stille und natürlichen Harmonie war. Doch war diese Zeit des Friedens nicht von Dauer. Ein helles, in der Dunkelheit blendendes Licht erschien, und zwei Engelsgestalten kamen zum Vorschein, die sich selbst als Sefris und Tyrael vorstellten. Doch was dann folgte erschütterte mein Herz von Grund auf. Nicht nur, dass sie von einer Bedrohung berichteten, die ganz Amdir, wenn nicht ganz Faerun, an den Rand der Vernichtung zu drängen vermag, sie übertrugen die Führung einer Gruppe Abenteurer, die zur Abwehr dieses Schicksals bestimmt war, auch noch einem Menschen über dessen Vergangenheit sie zweifelhafte Andeutungen machten. So machte es sogar den Anschein als wären sie sich uneins, ob diese Person namens Ingunn ihrer Aufgabe gewachsen sei. Und so dankt mein Herz Corellon, dass er mir seine Dienerin Saliane Helia'solai an diesem Abend schickte, um den Abenteurern des jungen Volkes gemeinsam einen Rückhalt zu geben. Und ich vermag mit Stolz zu berichten, dass Salianes und meine Anwesenheit unsere Gefährten des jungen Volkes bisher vor größeren Schäden zu schützen vermochte. Sowohl ihn anzurichten, als auch welchen zu erleiden. Doch wenden wir uns nun dessen zu, was die volle Aufmerksamkeit Eures Geistes verdient hat.
Die Celesten berichteten von der Bedrohung einer Geißel. Eine Dämonin, die auf Amdir vor langer Zeit in einer Kette gebannt wurde, und welcher vor Kurzem die Flucht aus dieser gelungen sei. Welch ungeheurer Sturm der Verderbnis ein Wesen solcher Macht über die friedlichen Völker Faeruns zu entfachen vermag, muss nicht weiter erwähnt werden, dennoch treibt mich meine Besorgnis zur wiederholten Mahnung dieser Gefahr. So lasset Eure Augen erneut den Beginn dieser Zeilen suchen und meine Worte von Neuem lesen, wendet danach Euren Blick ab und nehmt Euch Zeit über deren Bedeutung nachzudenken.
10.01.2008 21:57:15
Über Engel und Dämonen (#5174)
Lyc
Der Gemeinschaft wurde aufgetragen Grom Radoc aufzusuchen, dem Meister der Bannkreise auf der Magierinsel Konvokai. Mit Hilfe seines Wissens um magische Verbannungen sollte es gelingen einen Gegenstand herzustellen, mit dem es möglich sei die Dämonin erneut zu bannen. Und so möchte ich nicht vernachlässigen zu erwähnen, dass mein Herz hell wie Selûnes Sterne erstrahlte bei dem Gedanken an dieses Treffen. So würden wir auf einen der mächtigsten Magier treffen, dem Meister einer so fantastischen Kunst. Doch sollte es zu dieser erfreulichen Zusammenkunft nicht kommen...
Die Eingangshallen der ehrfürchtigen Akademie waren kaum betreten worden, als bereits über den Tod des besagten Magus berichtet wurde. Es wurde auch sogleich auf seinen Nachfolger den Magier Mephos und seine zurückgebliebene Witwe Lucilla verwiesen. Mögen die Götter seine Seele wohlwollend aufgenommen haben. Der Vollständigkeit halber sei noch zu erwähnen, dass sein Tod bereits fünf Jahre zurückliegt.
Das Gespräch mit Mephos stellte sich als eine Enttäuschung heraus. So war dieser Halbelf mehr um sein eigenes Äußeres besorgt, als um die Geheimnisse der Magie und sein Wissen überstieg kaum das eines Lehrlings. Erschreckend wie sehr das Blut der jungen Völker die perfekte Natur unseres Seins zu verderben vermag. Möge dies unseren Brüdern und Schwestern eine Warnung sein, die Gedenken ihr Herz an ein Wesen eines anderen Volkes zu verschenken.
Nach dieser unerfreulichen Begegnung wandte sich die Gemeinschaft an Radocs Witwe. Diese Frau war so verstört, dass sie keins meiner Worte verstand und so führte Chiara Dannwein, eine der Abenteurerinnen, in primitiven Ausdrücken die Unterredung fort. Trotz der Einfachheit muss man anerkennen, dass dies zum Erfolg führte. Dennoch waren die Informationen der zerstreuten Frau so lückenhaft wie ihre Zähne, fluchte sie nur von einem Engel im Ossarium, dem ihr verstorbener Gatte sein ganzes Vermögen vermacht hätte.
Und so brach die Gruppe Abenteurer auf, um dem einzigen Hinweis Folge zu leisten. Nach langer Suche in diesem Ossarium, der letzten Ruhestätte der Toten, wurden sie wahrlich fündig. Eine Steinstatue in der Form eines Engels erregte die Aufmerksamkeit der Gemeinschaft und der alleinigen Körperkraft eines Mannes namens Arton war es möglich diese anzuheben und ein Buch unter dieser zu bergen. Ein weiterer Hinweis war in diesen Hallen nicht zu finden und so störten wir die Ruhe der Toten nicht länger als unbedingt nötig.
Das Buch ging vorläufig in den Besitz von Saliane über, wo es ihren sorgfältigen Studien unterliegen wird. Ich sehne mir bereits den Zeitpunkt herbei, an dem ich ihren Bericht in meinen Händen halte und selbst in der Lage sein werde das Buch zu studieren.
Weiteres gibt es vorerst nicht zu berichten.
10.01.2008 21:58:15
Über Engel und Dämonen (#5175)
Lyc
Sollte nun Euer Herz von Ängsten und Fragen gequält werden, so zögert nicht mich aufzusuchen und Euch vertrauensvoll an mich zu wenden. Ich werde Euren Durst nach Antworten stillen, soweit es mein eigenes Wissen zulässt.

So seid gewarnt Bewohner Amdirs!
Wisset, dass diese Dämonin frei auf Amdir schreitet,
wisset um die Gefahr, wenn ihr Eure Frauen auf die Felder und Wiesen schickt,
wisset um die Gefahr, wenn ihr Euren Einkäufen auf den Märkten der Städte nachgeht,
wisset um die Gefahr, wenn ihr Euch allein und schutzlos auf den unbewachten Pfaden der Insel bewegt,
wisset um die Gefahr, wenn ihr Eure Kinder aus dem sorgenvollen Schutz Eurer Augen entlasst!

Bewohner Amdirs,
wisset um die Gefahr!

Auf das bald fröhlichere Zeiten unsere Herzen erfreuen mögen, und wir uns an den Früchten des Lebens ohne Sorge ergötzen können.
Myral Ruaean, Hüter der Magie, Gesandter der Akademie von Silbrigmond