Zurück zu "Irgendwo auf Amdir... [RP-Forum]"

19.03.2011 02:02:40
Geschichten aus Shou Lung (#47430)
Xiu
Jun lächelte erfreut, nicht nur das Hendrik Wissen anstelle von Gold als Bezahlung vorzog, er hatte auch noch Interesse etwas über Ihre Heimat zu erfahren. Gerne nahm Sie sich die Zeit ihm über das Große Kaiserreich und Ihrer Heimatstadt zu erzählen solange es ihn erfreuen mag.
Im nahezu leeren Speisesaal der Bergfeste begann Sie, bei ein paar Stücken Obst für sich selbst und wenn er will einer Flasche Wein und Braten für ihn, zu erzählen:

"Meine Heimat nennen wir Shou Lung, receiver of the Dragon. Shou ist vielleicht eines der größten Reiche die es geben mag oder jemals gab, sicherlich aber das älteste von allen." Erkennbar solz fährt die junge Shou fort. "Der Sohn des Himmels regiert in der verbotenen Stadt in Kuo Te Lung und übersieht von seinem Jadethron aus das ganze Land.

Ich selbst bin in Yao Sai, einer kleineren Grenzstadt mit bestenfalls 50.000 Einwohnern
aufgewachsen. Am Fuß des großen Gebirges gelegen und von allen Seiten vom Hai Dschungel
umgeben ist es ein Ort, ideal für Jäger, Holzfäller und Grenzhandel mit den Bergvölkern,
vor allem jene aus Tabot. Viele der Einwohner habe Ihre Wurzeln in Tabot, es gibt aber auch
einige wenige aus den zentralen Provinzen, sogar ein paar Gelehrte haben sich inzwischen
innerhalb der Stadtmauern niedergelassen. Die meisten von ihnen aber erst seit es in der
Stadt und in den umgebenden Wäldern wieder sicher ist." Jun macht eine kurze Pause, schiebt
ein weiteres kleines Stück Trockenobst in den Mund und wirkt allgemein nachdenklicher als
zuvor. "Mein Vat.....Stiefvater der ehrenwerte Li ist Stadthalter dieser schönen Stadt.
Bevor er kam war Yao Sai beherscht von Schmugglern und der Tsui Tong, gedeckt durch einen
korrupten und unfähigen Verwalter...." Hält inne als Sie bemerkt das Sie schon wieder
Ausdrücke aus Ihrer Heimat verwendet hat."....ähm...die Tsui Tong, das sind Menschen die
stehlen, morden und schlimmeres tun um an Macht zu gelangen."
Jun atmet tief durch und sieht mit glasigen Augen in die züngelnde Kerzenflamme vor sich. Sie wird für einige Momente sehr still bevor sie wieder fortfährt.
"Wart Ihr schon mal in einem Dschungel....er ist nicht zu vergleichen mit dem Wald auf Amdir, prächtige Pflanzen wachsen dicht an dicht hoch in den Himmel, überall Leben, am Boden im Blattwerk und hoch oben in den höchsten Wipfeln. Wie gerne würde ich nochmal den Hain meines Volkes sehen." Seufzt leise und schweigt, diesmal etwas länger als zuvor als Sie sich schließlich innerlich strafft und aufsieht. "Es ist spät werter Hendrik, wollen wir morgen weiterreden?"
19.03.2011 02:05:32
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#47431)
Xiu
((Von Soul of GJ niedergeschrieben mit seiner freundlichen Erlaubnis von mir hierher kopiert))

Wenn sie nicht darauf bestand ihr Ost selbst bezahlen zu wollen, würde er dies tun und auch Obst für sich bestellen. Da hier wohl kein Tee angeboten wurde begnügte er sich mit einem Glas Wein und einem Krug Wasser zum Braten. Sie anlächelnd hörte er ihr zu, während er leicht schmatzend genussvoll seinen Braten aß.

Bei der Erwähnung einer „kleinen Grenzstadt“ mit „nur“ 50.000 Einwohnern musste er schon schmunzeln. Er hatte zwar auf seiner Reise nun schon größere Städte gesehen, doch würde er eine solche Stadt wie sie beschrieb wohl nicht als „klein“ in Bezug auf Städte nennen.

Schweigsam hörte er ihr weiter zu, als die von ihrem Stiefvater und dann von der Tsui Tong
erzählte und musterte sie ruhig den letzten Rest Wein trinkend, als sie für einen Moment schwieg. Den so eingeleiteten Themenwechsel nahm er hin und hörte ihr interessiert bei ihren Erzählungen über den Dschungel zu. Auf ihre Einleitende implizierte Frage schüttelte er leicht mit dem Kopf.

Als sie nach der Erwähnung des Hains ihres Volkes seufzte und schwieg musterte er sie nachdenklich. Und als sie das Gespräch vertagen wollte, nahm er den letzten Schluck Wasser und sprach anschließend:

„Sicherlich, wenn du nun ruhen möchtest reden wir ein anderes Mal miteinander. Ich werde nun nach Mirhaven reisen und in der Akademie die gewünschte Untersuchung durchführen. *Er lächelt sie an* Die Winde mit dir Jun.“

Dann murmelte er einige Worte und verschwand schmunzelnd im nächsten Moment.
19.03.2011 12:45:04
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#47436)
Xiu
Die Nacht brachte Jun wenig Schlaf. 3 Jahre redete Sie nicht über vergangenes und hatte die Ereignise in Sao Yai verdrängt. Nun holten Sie diese ein und wüten in Ihren Träumen.

Nichts, unendlicher Raum.......aus dem Nichts gebiert plotzlich eine Stadt, erhebt sich aus dem Dschungel der sie umgibt. Doch etwas stimmt nicht , die Stadt greift nach Ihr und zieht Sie zu sich, im nächsten Moment steht Jun auf einer Straße imitten der Stadt. Jun spürt das es sich um eine Illusion von Yao Sai vergangener Tage handelt.

Als Geist wandelt Sie unbemerkt durch die Straßen, keine der gesichtslosen Gestalten nimmt Notiz von Jun. Die Gebäude sind heruntergekommen, Müll liegt auf den Wegen, dazwischen bettelnde Kinder und wilde Hunde. Nichts scheint zu stimmen, noch nie hat Jun Ihre Stadt so verwahllost gesehen.

In der Ferne erblickt sie den Marktplatz, in der Mitte steht eine Gestalt mit einem großen Krummschwert. Jun erkennt die Waffe sofort, in einer Welt in der alles andere verschwommen ist, sticht einzig diese Frau mit dem Ihr so vertrautem Schwert hervor. "Mutter" schießt es Ihr durch den Kopf.

Kaum das die Szene greifbar wird, verschwimmt Sie wieder und wird durch eine neue ersetzt. Eine Lichtung im Dschungel, Leichen auf dem Boden, ein Kampf. Ein Vermummter Mann attakiert Juns Mutter. Sie scheint schwer angeschlagen und kaum noch Herr über den eigenen Körper. Jun möchte loslaufen doch kann sich nicht bewegen, hilflos schreiend muß Sie den Kampf vom Rand der Lichtung verfolgen. Die dunkle Gestalt schwingt 2 Kukris, das eine triefend vor Gift, vom anderen tropft unablässig Blut. Verzweifelt sieht Jun wie Ihre Mutter tödlich getroffen in sich zusammensackt.

Abermals wandelt sich die Szene. Mit einem mal fühlt Jun bittere Kälte, die Lichtung ist die selbe, ringsherum schwülheiser Dschungel, aber nun schneit es und ein großer Steinkreis erhebt sich in der Mitte der Lichtung. Inmitten des Steinkreise liegt eine Frau mit rosa Kleidung, sie atmet, in der Hand hält Sie schlaf das Krummschwert von Juns Mutter. Als sich Jun auf die rosa Frau zu konzentrieren versucht, bemerkt Sie das die dunkle Gestalt noch immer hier. Sie hat nun den Körper einer Frau, gehüllt in eine graue Kutte, das Gesicht von einer Kaputze verborgen. Die beiden Kukris gezückt nähert Sie sich der Frau am Boden .....Jun Schreit.... Mit einem male ändert die Gestalt Ihre Richtung und wendet sich Jun zu. Obwohl jede Faser zu laufen versucht kann sich die Shou nicht bewegen. Stattdessen sieht Jun mit Entsetzen wie sich die Kukris in 2 dunkle kleine Flammen verwandeln, sich vereinen und anwachsen, die Vermummte verschlingen und sich zu einer hohen lodernden Feuersäule erheben. Alles um Sie herum, die Lichtung, der Dschungel und die Stadt in der Ferne verschwindet, nur noch die Feuersäule die sich aus dem nichts erhebt.

Gerade als Sie Jun verschlingt wacht Sie schweißgebadet auf.
24.03.2011 19:42:23
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#47507)
Xiu
Die Träume kehrten wieder. Manches mal bestimmt von vergangenen Szenen aus Ihrer Heimat, aber immer öfters mit aktuellen Ereignissen Amdirs vermengt. Personen und Orte von Amdir füllten die Leere auf, die Sie während der 3 Jahre auf der überstürzten Flucht und des Reisens nicht beachtet hatte. Jun wurde klar das Sie noch vieles aus Shou Lung mitgenommen hat, aber nie richtig verarbeitet. Es reichte bereits ein kleiner Gedanke um alles wieder aufzureißen.
24.03.2011 19:44:13
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#47508)
Xiu
Jun war erleichtert. Nach den Anstrengungen welche die nächtliche Suche nach dem zweiten Dunkelfeuer unter Mirhaven brachte konnte Sie endlich den Gestank der Kanäle abwaschen und mit einem Bad entspannen. Die Gesellschaft von Hendrik und Calla begrüßte Sie dabei sehr. Besonders Calla, Sie hatte großen Mut bewiesen und für den Moment Ihre Angst überwunden um zu helfen. Doch nun wo alles Überstanden schien wurde Calla wieder von Ihrer Angst eingeholt. Sie trank von diesem widerlichen Alkohol, zitterte und war lethargisch wie es Jun schien. Anstatt sich über Ihren eigenen kleinen Sieg, sowohl über Ihren Herren als auch Ihrer eigenen Ängste zu freuen, wurden Ihre Gedanken nur von der Furcht vor einer möglichen Bestrafung heimgesucht.

"Ich verstehe euer Furcht werte Calla, kenne ich Sie doch selbst sehr gut."
"Was wisst Ihr schon von Angst. Gar nichts."

Es wahr wohl dieser Satz von Calla und die Einsicht das Sie Ihre eigenen Ängste nur kontrollieren könne wenn Sie altes aufarbeitet, der Jun später veranlasste im Bad vor Hendrik und Ihr die Geschichte von Ihrer Flucht und wie es dazu gekommen war zu erzählen:

"Ich bin in Yao Sai aufgewachsen, als adoptiertes und einziges Kind des Stadthalters Li. Den Namen meines leiblichen Vaters kenne ich nicht. Meine Mutter, Jen Zi, ist im Volk eine Heldin. Sie wurde ermordet als ich noch ein kleines Kind war, so wuchs ich als ihr lebendes "Denkmal" auf. Auch wenn ich Sie nie richtig kennengelernt habe ehre ich Sie und Ihre Taten. Nun...zudem war ich auch noch die Erbin des ehrenvollen Stadthalters Li." Sieht mehr als nur einen Moment , schweigend in das Wasser bevor Sie fortfährt. "Meine Kindheit und frühe Jugend war privilegiert und glücklich. Obwohl ich eine Waise bin, es hat mir nie an der Zuneigung der Menschen oder meines eigenen Volkes gefehlt. Es mag nur wenige gegeben haben die mehr Freiheit und Glück genossen als ich. Li behandelte mich immer als wäre ich sein eigenes Kind und ich war die Tochter von der heldenvollen Jen Zi....das alleine war für die Menschen Grund genug mich zu mögen." Macht abermals eine lange Pause. "Das alles habe ich in meiner Dummheit riskiert....und noch viel mehr."
„Ich habe mich immer viel zu sehr für die Welt da draußen, vor dem Tor der Residenz interessiert. Ich bin oft alleine in die Stadt und habe jeden Winkel den ich erreichen konnte ausgekundschaftet. Auf einer meiner Entdeckungstouren lernte ich ihn dann kennen, meine erste Liebe, Fuantze Wa. Er führte ein völlig anderes Leben als ich, ungebunden, keine Zwänge, niemanden Erwartungen die er erfüllen musste dachte ich zumindest, und ich dachte er sei in mich verliebt.........Wie dumm ich doch war. Damals wollte ich nicht verstehen und schlug alle Warnungen in den Wind. Ich traf mich heimlich mit ihm, lernte seine Welt kennen. Er hat mir viel beigebracht: lautlos schleichen und im Schatten verschwinden, Türschlösser ohne Schlüssel zu öffnen und anderes mehr. Das war alles sehr aufregend, eine spannende Zeit die ich mit ihm hatte. Die wichtigsten Lektionen die ich von ihm später … vermittelt …. bekam waren jedoch Misstrauen, Hass und Angst.“ Jun zieht die Beine an sich und atmet einmal tief durch. „Er hat mich in jeder Sekunde, mit jedem Wort belogen und ich war ein leichtes und williges Opfer. Ich vermutete das er zur Tsui Tong gehörter, eben jener Organisation von Verbrechern die Li bekämpfte und über welche man sagt Sie haben meine Mutter ermordet, dennoch war ich bereit alles zu tun was er von mir verlangte. Und ich tat es.“

((to be continued....))
24.03.2011 19:53:40
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#47510)
Xiu
„Li war beim Minister der Polizei eingeladen. Seinen Namen habe ich inzwischen vergessen, aber als Polizeiminister hatte er einen bedeutende Stellung im Kaiserreich inne und außerdem war er meines Stiefvaters Vorgesetzter.
Weil es Fuantze so wollte, stahl ich etwas vom Minister, eine Feder aus Jade......wie ich später erfuhr war die Feder ein außergewöhnliches Kunstwerk und der Minister wollte es dem Kaiser schenken.
Die Wachen bemerkten nicht wie ich mich aus dem Gästetrakt hinausschlich, niemand sah wie ich die Feder entwendete und Sie zu Fuantze brachte. Er gab mir einen Kuss und drängte dann ich solle so schnell als möglich zurück auf mein Zimmer gehen. Nun........Am nächsten morgen war die Aufregung groß als der Verlust bemerkt wurde, und natürlich war kurz darauf das Gerücht in den Straßen das der Polizeiminister selbst bestohlen wurde......er war fortan dem Gespött der Straße preisgegeben, er hatte sein Gesicht verloren. Das kümmerte mich nur insofern das ich unheimlich stolz auf mich war. Wie dumm ich doch gewesen bin.“

„Am selben Abend wurde mein Stiefvater Li zum Minister bestellt, als er wieder kam, war er totenbleich und er hatte meine Haarnadeln in den Händen.......Sein Gesichtsausdruck brach mir das Herz........Er gab mir wortlos die Haarnadeln und ging auf sein Zimmer.“ Tien Shen, sein Freund und einer meiner Lehrer blieb bei mir und erklärte das diese Haarnadeln dort gefunden wurden wo vorher die Feder lag, und er fragte mich wie den meine Haarnadeln dorthin gekommen seien. Eine gute Frage, hatte ich diese doch schon Wochen vorher bei Fuantze zurückgelassen.“

"Tien Shen erklärte mir weiter, dass mein Stiefvater den Auftrag bekommen hatte den Dieb zu finden. Der Minister ließ wohl keinen Zweifel daran, dass er den Dieb lieber tot als lebend sähe. Tien schelte mich den Dummkopf der ich war, drohte mir sollte ich etwas damit zu tun haben, erklärte mir, dass es hier um Politik geht, fragte intensiv wann ich die Haarnadeln zuletzt sah, wohin diese gekommen sein könnten und vieles mehr. Ich wollte ihm am liebsten alles erzählen, doch noch immer konnte ich nicht glauben das Fuanze etwas damit zu tun hatte, so sagte ich also nichts und wartete bis Tien des fragen und schimpfen müde wurde und zu Bett ging."

"Am nächsten Tag sendete mein Vater uns zurück nach Yao Sai, er selbst blieb auf Geheiß des Ministers, um Untersuchungen anzustellen. Unterwegs nagten Sorgen und Zweifel an mir. Noch nie sah ich Li derart verzweifelt und anstatt der sonst herzlichen Verabschiedung sagte er kein Wort zu mir als wir loszogen."

"In der Stadt angekommen dauerte es noch bis nach Einbruch der Nacht als es mir endlich gelang mich davonzuschleichen. Ich suchte Fuanze und fand ihn schließlich. Er war nicht alleine, bei ihm der Händler Shin und eine Frau an seiner Seite. Als er mich sah, grinste er nur zu mir, überließ das reden dem Händler:
Ah, die ehrenvolle Tochter Li, kommt doch herein, erhellt unser Heim mit eure Anwesenheit. Er grinste spöttisch.
Wer ist diese Frau Fuantze? Sie lachte hämisch, er grinste mich immer noch an.
Kommt doch herein werte Li. Während Shin mit einer einladenden Geste näher an mich heran kam beugt sich die Frau zu Fuantze und küsst ihn und er grinste mich boshaft an.
Nun verstand ich, ich verstand das ich nicht mehr als das Werkzeug einer Intrige gegen meinen Stiefvater war, eines Planes ihn loszuwerden. Zur Vollendung fehlte nur noch mich dem Minister als den Dieb vorzuführen. Mein Stiefvater würde in Schande entlassen werden und ein neuer, der Tsui Tong willfähriger, Stadthalter wartete sicher schon darauf das ein Posten frei wird.
Shin´s griff nach mir ging fehl, ich rannte bereits, ich rannte und hörte hinter mir seinen Ruf: Fang Sie ein du Hund, lass Sie nicht entkommen."

"Der Hund folgte seinem Herren."
24.03.2011 22:38:35
Geschichten aus Shou Lung (#47512)
Soul of GJ
Jun hatte Hendrik eine Geschichte angeboten dafür, dass er sich weiter um ein Gegengift für Tai Li bemühte. Doch dass sie ihm dies anvertraut hatte. Hendrik schwieg während Jun erzählte. Dass sie wie er ein Waisenkind war verband sie irgendwie, auch wenn sie doch ein ganz anderes Leben führte wie er. Nachdem Jun erzählt hatte sah er sie an, dann sah er zu Calla. Er hatte Mitleid mit Beiden. Als erstes war ihm in den Kopf geschossen, dass Calla ein schlimmeres Schicksal hatte. Doch je länger das Schweigen der Drei nun andauerte, fand er, dass dies schwer zu beurteilen war. Was war grausamer ? Gewaltsam aus dem alten Leben gerissen zu werden oder zu wissen, dass man dazu verführt wurde sein altes Leben selbst zu zerstören ?

Hendrik breitete dann seine Arme aus und nickte den Beiden zu. Er wollte ihnen etwas Halt und Trost bieten. Bald verließen sie dann auch das Badehaus.
13.02.2013 09:31:32
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#68002)
Xiu
Seit dem Abend im Badehaus verging ein weiterer Zehntag. Mehrmals am Tag besuchte Jun die Lichtung vor Mirhaven - auf welcher die schwarze Flamme unter Schutzzaubern und einen Steinhaufen begraben liegt - um nach dem rechten zu sehen. Sie machte Ihre täglichen Übungen um Körper, Geist und Seele zu schärfen; da Tai wieder bei Kräften war, meistens mit Ihr zusammen. Dann waren da noch ihre Aufgaben in der Schmiede Kowal, wo Sie vor wenigen Monden die Lehre begann. Alles im allem eine ereignislose Zeit.
Bis zu jenem Tag als plötzlich ein Hin vor Ihr stand, sie musterte und dann wortlos einen kleinen, versiegelten Schriftrollenbehälter in die Hand drückte. Noch bevor Jun irgendetwas sagen konnte wendete er sich ab und lief recht behende weg. Das Siegel gebrochen, gab der kleine Zylinder eine Pergamentrolle frei mit nur einem schnörkellosen Satz:

"Der Jäger hetzt die Beute bis sie Zähne zeigt"

Jun erstarrt innerlich. Sie wusste was es bedeutet.

Nun haben Sie doch noch meine Spur aufgenommen. Gut, so Sei es, dann werde ich Ihnen entgegentreten bevor Sie nach Amdir finden. Ohne weiter Tageslicht zu verschwenden packte Jun Ihr Reisegepäck und ging zum Hafen. Sie wusste das diese Reise lange dauern würde, sie vielleicht nie zurückkehren konnte. Trotzdem hielt Sie sich nicht mit Verabschiedungen auf. Manche würden Fragen stellen, Was, Warum und mehr. Manche würden Ihr vielleicht auch helfen wollen. Aber das war nur Ihr Kampf und keiner sollte sich für sie in Gefahr begeben. Sie wusste nur zu gut was es heisst sich gegen die Tsui Tong und Ihre Häscher zu stellen.
Das Schiff segelte im Mondschein, mit der Flut zum Festland nach Durpar. Dort würde Jun mehr erfahren.
13.02.2013 12:08:30
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#68005)
Xiu
Zufrieden besieht sich Jun im Abglanz der Kupferscheibe. Die Haare offen und schwarz gefärbt, so wie bei den meisten Menschen Shou Lungs. Das weite knöchellange Gewand fällt wellig herab, die Kaputze tief in das Gesicht gezogen, wird sie nicht nur gut vor der grellen Sonne schützen, sondern auch Ihre blauen Augen im Schatten verstecken. Es sollte Ihren Häschern schwer fallen Sie auf dem ersten Blick zu erkennen.

Die Überfahrt nach Durpar war lang und nun noch der Weg zum Rand der Raurin. Wenn es stimmte was Kalem sagt werden dort einige Kopfgeldjäger sein. Sieben sagte er, mehr als befürchtet, aber bessere Neuigkeiten als erwartet. Sie sind des Suchens müde, keine Tsui Tong sondern nur auf die Belohnung aus, angeheuerte Söldner und Glücksritter die schon zu lange unterwegs sind, zu lange vergeblich suchen, zu viele Niederlagen erfahren haben. Sie sind müde, hoffnungslos, sie wollen nach Hause. Lediglich der Anführer der Gruppe hält Sie noch zusammen. Ein charistmatischer Schwertkämpfer und er sei gefährlich sagt Kalem, aber nicht besonders Klug wie er dann noch selbstgefällig hinzufügt.
Kalems Bericht machte die Shou wieder zuversichtlicher. Kalem mag ein goldgieriges, verschlagenes Wiesel sein, dennoch ist er ein Freund dem Jun vertraut. Er hat sich als vertrauenswürdig erwiesen indem er nach Verfolgern Ausschau gehalten hat, indem er die Nachricht gesendet hat und indem er Sie auf eine falsche Spur gelockt hat. Es gibt viele solcher falschen Spuren und Köder um Verfolger in die Irre zu leiten, erdacht von Tien und Jun selbst. Aber in diesem Fall hat Kalem die Verfolger, sprichwörtlich, in die Wüste geschickt. Jun lachte innerlich bei diesem Gedanken. Wer geht schon freiwillig in die Raurin, und wie viele die es getan haben sind jemals zurückgekehrt. Nun, Sie würde es morgen früh tun und Sie ist fest gewillt, ohne Verfolger, ohne Spuren wieder zurückzukehren.
16.02.2013 16:13:27
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#68059)
Xiu
Der monotone Singsang von Harim dauerte nun schon Stunden an, die Sonne brennt wie immer, der feine Staub dringt duch jede Ritze und klebt am Körper fest. Seit mehr als 4 Monden geht das nun schon so.
Harim ist ein guter Führer, wenn auch etwas streitsüchtig und überheblich. "Wann werden wir die Oase 'Einsamer See' erreichen?" Harim sieht mich mit seinem wettergegerbten Gesicht aus grauen Augen an. "4 Tage wenn es gut geht....3 Wochen oder 3 Monate wenn es nicht gut geht. Die Raurin ist unser Herr und wird bestimmen wann wir ankommen." "Was würde ich für ein Bad geben, wir haben uns...wie lange...2 Wochen nicht mehr gewaschen?" "Dann werdet Ihr es auch noch ein wenig länger aushalten Frau!" "Nennt mich nicht so Harim!" "Aber das seid Ihr, ein Schwert macht euch nicht zum Mann, sondern zu einer Frau die zu viel Sonne abbekommen hat." Das war es also, er ist wieder einmal verstimmt darüber, dass ich so gar nicht seiner Vorstellung entspreche, wie eine Frau zu sein hat, was sie zu tun hat und was sie zu lassen hat, das ich unabhängig bin, das ich eine Klinge trage und sie zu nutzen weis - natürlich würde er letzteres nie eingestehen, auch wenn er es inzwischen besser wissen sollte. Er ist da so ganz wie alle anderen Männern in diesem Landstrich. "Harim...Ihr könnt das besser. Ihr habt mir schon ganz andere Dinge an den Kopf geworfen." "Ah......wollt Ihr euch wieder streiten!" "Nein Harim, ich weis wohin das führt und das sich nichts ändern würde. Belassen wir es also dabei!" Harim nickt zustimmend, er weis nur zu genau wohin ihn seine zahlreichen Streits mit Li gebracht haben. Ein Themenwechsel ist in so einem Fall das Beste.
"Werden die Männer dort sein die Ihr sucht?" frägt er mich also. "Kalem sagte es und ich
vertraue ihm!" "Und wenn sie also dort sind? Was soll ICH dann tun? Alleine gegen sieben Schwertkämpfer antreten. Oh ich bin kein Feigling, in jungen Jahren hätte mich die Aussicht auf solch einen Kampf angespornt." Ich lächelte ihn so freundlich als möglich an, den kleinen Stich übergehend. "WIR tun erst einmal gar nichts, wichtig ist das Sie mich nicht erkennen und WIR herausfinden was genau sie antreibt und ob es noch andere Verfolger gibt."
Harim war natürlich nicht zufrieden mit dieser Antwort.
30.03.2013 09:52:03
Aw: Geschichten aus Shou Lung (#69115)
Xiu
Im nachhinein war es doch zu einfach. Die Söldner waren noch in der Oase, inzwischen ohne Pferde und Geld blieb ihnen auch kaum etwas anderes übrig als auf bessere Zeiten zu hoffen. Die Rauvin ist gnadenlos, Unerfahrenheit ist ein Fehler der sonst das Leben kostet, sie konnten von Glück sagen das es nur Ihre Pferde waren.

"So, da sind sie also. Was jetzt Frau" Ich sah ihn freundlich lächelnd an. "Ihr besorgt uns eine Unterkunft und viel von diesem gebrannten Palmwein" "Es heisst Arak!" Die Aussichten das ich mich womöglich mit 7 Schwertkämpfern anlegen könnte stimmte ihn missmutiger als er sonst ist. Ich gab mein bestes seine schlechte Laune zu ignorieren, was bei ihm allerdings nicht immer einfach ist "Was tut Ihr, wenn ICH die ganze Arbeit habe." Lächelnd sagte ich ihm was ich vorhatte, er sah mich mehr als kritisch an und machte sich so schnell er konnte auf diesen Arak und Unterkunft zu besorgen. Schon eigenartig wie solche Helden darauf reagieren wenn man von Magie spricht, ich sagte nicht mal das ich es gleich tun wollte. Das er nun weg war gab mir Gelegenheit das kleine Söldnerlager vom Schatten - Luxus, unglaublicher Luxus den ich seit Wochen nicht mehr hatte- unter einer Palme zu beobachten. Was kann man mehr wollen, Schatten, Ruhe von Harims ewigen Nörgeln und Zeit zum nachdenken mit Blick auf den Feind der nicht mal ahnt wie nah die Beute ist.