13.03.2010 00:15:15 | "Wüstenfeuer" - Eine erzählte Geschichte (#35933) |
Suthek | Während einer von Amelws Geschichtensitzungen in Shanas Rose, liess auch Droidoc Silberfuchs es sich nciht nehmen, eine Geschichte vorzutragen. Er erzählte, und schauspielerte teilweise, um die Zuhörer von seinen Rollen zu überzeugen und sie in die Erzählung hineinzuziehen. Der erste Teil wurde nun erzählt, mehr wird folgen. ((Da die Story ein "Mehrteiler" ist/wird, habe ich mich entschlossen, sie hier noch einmal schriftlich niederzulegen, damit man beim hören des 4.Teils (oder so) sich auch noch einmal den ersten ins Gedächtnis rufen kann. Die Story ist von mir entwickelt und geschrieben.)) Die Ruinen Teil I Der Nomadenstamm war schon immer für seine heissblütige und wilde Art zu kämpfen in der Wüste bekannt, welch Feuer aber tatsächlich in ihrem Blut verborgen lag, das wussten nur die Legenden. Doch war es kein Zufall, dass die Mitglieder des Stammes beim Erreichen des Mannesalters einen drakonischen Spitznamen erhielten... Unsere Geschichte beginnt in einem Zelt etwas am Rande des Lagers, wo zur heissesten Tageszeit ein kleiner Junge geboren ward. Seine Mutter hob ihn hoch und gab ihm den Namen Yazid. Welchen Weg er noch beschreiben würde, das war ihr zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst... "Warte doch. Bleib stehen!", rief Numair, während er hechelnd hinter Yazid durch die Canyons rannte. Seit er mit 14 das Training als Krieger begonnen hatte, war er stets der beste Gewesen, wenn es darum ging, an einen anderen Ort zu rennen. Mit ihm mithalten konnte nur Jamil, der Junge aus dem Wüstenkloster in der Oase. Das Ziel war stets der gleiche Ort, die alten Ruinen, die am Ende des Canyons waren, der fast wie ein Labyrinth aufgebaut war und stets kamen er und Jamil fast gleichzeitig dort an und wanderten bereits durch die Ruinen, während Kareem, Hanif und Asadel noch durch den Canyon irrten. Numair konnte noch am besten mithalten und war bereits kurze Zeit später ebenfalls in den Ruinen. Diese 3 Jungen waren der Kern ihrer selbstgegründeten Abenteurergruppe: Yazid, der angehende Barbar des Nomandenstammes der blauen Wüste, Numair, in dessen Blut die arkane Macht des Hexenmeisters erwacht war und Jamil, der junge Mönchsadept aus dem Oasenkloster. Kareem, Hanif und Asadel waren Straßenjungen aus dem Dorf, das ebenfalls an der Oase lag, sie begleiteten die 3 Jungs, aber wirklich dazu gehörten sie nicht. Numair folgte Jamil und Yazid und betrat atemlos den Hof einer alten Ruine, die sie bisher noch nicht erkundet hatten. "Ich werde von mal zu mal besser. Nächstes mal komme ich mit euch mit", hechelte er, ein Grinsen aufs Gesicht legend, das von Jamil erwidert wurde: "Du und deine Magie. Sie hält wohl nicht lange genug, um uns zu erwischen. Yazid, glaubst du nicht auch...." Während er sprach, drehte er sich zu Yazid um und verstummte, die Augen vor Staunen geweitet, den Mund offen, als ob er den Satz später beenden würde. Dort, fast in die Schatten gehüllt, stand eine wahrhaftig gewaltige Statue eines Drachens. Licht fiel durch die Decke auf den Drachenkopf und erleuchtete einen Smaragd, der in eines der Augenlöcher des Drachen passte und hell blau strahlte. "Der Edelstein, der in das andere Auge gehört, muss runtergefallen sein", dachte Yazid, wohl laut, denn Numair antwortete: "Komm, den finden wir. Der muss ein Vermögen bringen." - "Oder vielleicht ist er der Schlüssel zu einem noch größeren Schatz.", beendete Jamil das laute Gedankenspiel der 3, was ziemlich häufig vorkam. Die drei Jungs blickten sich an und noch während Numair Lichtmagie auf sich sprach, rannte Yazid einfach Richtung Statue und verschwand in den Schatten. Darauf folgte ein lautes Krachen und ein Schrei, der in Tiefen der Ruine widerhallte, die es in einem Raum wie diesem nicht geben dürfte. Vom Licht-Zauber erhellt rannte Numair Richtung Statue, nur um am Fuß der Statue fast in ein Loch zu fallen, wo der Boden wohl unter Yazids Schritten nicht mehr standgehalten hatte. In diesem Loch sah er eine Schräge, die bis in die Schatten lief, die auch seine Magie nicht mehr erreichte. "Yazid? Yazid! Bist du in Ordnung?", rief Jamil, sein Gesicht drückte tiefe Sorge aus. Leise kam aus der Tiefe eine Stimme hervor: "Mir gehts gut, aber macht das bloss nicht nach!" Jamil atmete erleichtert auf und ging zu Numail: "Lass mal sehen, ob wir einen anderen Weg da runter finden." Während die beiden den restlichen Raum durchsuchten, richtete sich Yazid unten auf und blickte sich in dem Raum, in den er gefallen war, um. Abgesehen von dem Staub, der sich überall in der Ruine findet, konnte er nichts besonderes feststellen. Als er sich aufrichten wollte, fiel ihm etwas schweres in den Rücken, woraufhin er schmerzerfüllt zusammenzuckte. Als er danach griff, um es nach vorne zu holen, bemerkte er etwas schuppiges, das sich seinem Griff schnell entwunden hatte. Übrig blieb ein kleiner Stein, der sich bei genauem Hinsehen als bläulich schimmernder Saphir herausstellte. "Das muss das fehlende Auge sein", sprach Yazid, mehr zu sich selbst und umso mehr erschrak er sich, als eine Stimme ihm antwortete: "Das Saphirauge, der Schlüssel zu den tieferen Ruinen..." Yazid sprang auf und blickte sich im Raum um, stolperte dabei aber über ein paar Felsbrocken und schlug der Länge nach hin. Was er nun hörte, war ein unbestimmter Laut, von dem er nicht sagen konnte, ob es ein kleines Knurren oder ein Lachen war. Dennoch wurde er wütend, weil er immer noch nicht wusste, wer oder was ihn nun verspottete. Er blickte sich um, richtete sich auf und da... Teil II ...stiess er mit dem Fuß gegen einen Stein, der im Schatten lag. Vom Schmerz in seinem Fuß getrieben entstieh ihm ein Grollen, ein kehliger Laut, der an ein tiefes Knurren erinnert. Erschreckt ob des Lautes, den er sich selbst nicht zuordnen konnte, blickte er sich erneut im Raum um und dort auf einem Stein saß ein kleines Wesen, das einer Echse glich. Je länger Yazid das Tier betrachtete, desto merkwürdiger kam es ihm vor. 'Irgendetwas an dem Vieh ist komisch', dachte er sich, brachte jedoch nur ein "Hallo?" hervor, gerichtet an den, dessen Stimme er eben gehört hatte. Die Echse blickte Yazid schief an...und sagte auf einmal: "Ich höre dich doch, du musst nicht so schreien." Erschocken von der plötzlich so sprachgewandten Echse zuckte er zurück, vergass dabei aber, dass er immer noch an dem Stein stand. Er ruderte mit den Armen und fiel auf den Hintern. Da war es wieder, dieses knurrige Lachen, und es kam eindeutig von der Echse, die nun ihre Flügel ausbreitete und sich in die Luft erhob. 'Flügel! Also das kam mir an dem Tier so komisch vor.' "Bist du...ein Drache?", sagte er verwundert, aber eigentlich schon wissend, denn sie hatten sich bisher auf Drakonisch unterhalten. Yazid bemerke das weniger, da diese Sprache von klein auf in ihrem Stamm gelehrt wurde. "Ein Pseudodrache. Das ist ein bischen anders, aber im Grunde hast du recht." Nachdem Yazid sich aufgerichtet hatte - abklopfen brauchte er sich nicht, da seine Kleidung eh ständig voller Staub und Sand war - suchte er nach dem Saphir, der ihm beim Herunterfallen aus der Hand geflogen war. Doch in dem Dämmerlicht war er nicht zu erkennen, sodass Yazid enttäuscht aufgeben musste. Dann jedoch wurde ihm klar, dass der Raum keinen Ausgang hatte. "Wie komme ich hier raus?" Der Drache liess ein kleines kichern (?) hören und flog dann zu einer Wand, um sich umzudrehen....und zu verschwinden. Erstaunt rannte Yazid hinter ihm her, nur um festzustellen, dass dort ein Gang um die Ecke lief, den er in der Dunkelheit nicht ausmachen konnte. Grummelnd über die Tatsache, dass er das übersehen konnte, wandte er sich zum Weitergehen um, als er ein Gewicht auf der Schulter spürte. Der Pseudodrache war zu ihm geflogen und hatte sich ganz spontan auf seiner Schulter niedergelassen und lag nun längs auf ihr, den Kopf auf die Vorderpfoten gelegt. Ein Gedanke schoss Yazid durch den Kopf: "Hast du eigentlich einen Namen?" Der Drache hob den Kopf. "Natürlich, aber ich glaube nicht, dass du ihn mit deinen Sprachkenntnissen aussprechen könntest." Beleidigt ob des Zweifels an seinen Draconisch-Kenntnissen bat wollte er ihn erst recht wissen. Was darauf folge war eine an knurrigen Lauten, von denen er zwar einige erkannte, aber bei den meisten relativ ratlos blieb. Als der Drache seinen ratlosen Blick sah, lachte er wieder und sagte: "Habe ich es nicht gesagt?" - "Ich hab ein bischen verstanden...aber das ist kein Name, der für alle ist. Da kam Kampf in deinem Namen vor, oder? Dann nenne ich dich einfach so, denn auch ich bin ein Krieger. Vargach ist eine gute Wahl...", antwortete er, mit sichtlicher erleichterung, den Namen nicht selbst ausspechen zu müssen, denn ihm war klar, dass Vargach recht hatte. Als sie durch den Gang, der bereits anstieg, weitergingen bemerkte Yazid schon, dass es langsam heller wurde. Vargach schien die Dunkelheit von Anfang an nichts auszumachen. Aber er war ja auch ein Drache. Schon wenig später brachen sie durch eine halb zerfallene Wand und fanden sich in einer der Ruinen wieder. Da vorne standen auch Numair und Jamil, denen beim Anblick des durch die Wand brechenden Yazid die Gesichtszüge entgleisten, bis Numair den Drachen auf seiner Schulter bemerkte. "Das...ist doch ein Vertrauter, oder Yazid? Dann hast du auch arkane Kräfte im Blut. Du kannst Hexenmeister werden." Yazid schüttelte den Kopf: "Nix da.", sprach er grinsend, "Ich bin Kämpfer. Mit Magie habe ich soweit nichts am Hut. Aber Vargach bleibt bei mir, er ist ziemlich toll." Vargach legte den Kopf auf die Vorderpfoten, schloss die Augen halb und blickte Yazid mit etwas an, das man wohl als Lächeln interpretieren konnte. Verwirrt blickte Yazid ihn an und fragte: "Was ist los?" Vargach änderte nichts an der Körperhaltung, aber antwortete: "Wer hat denn gesagt, dass ich ein 'er' bin?" und liess wieder dieses Drachenlächeln hervorkommen. Yazids Augen wurden langsam groß und das Blut stieg in sein Gesicht, während ihm klar wurde, dass er Vargach die ganze Zeit für ein Männchen gehalten hatte. "Ein...Mädchen..äh.Frau..eine Drachin?" Vargach legte ihren Schwanz um seinen Nacken und lachte: "Du bist echt süß, wenn du so konfus bist. Das ist lustig." Numair grinste, nur Jamil blickte verwirrt, da er nicht wie seine Freunde Draconisch sprach. Erst als Numail ihm die Sachlage erklärte, schaute er Yazid an, grinste kurz...und brach in schallendes Gelächter aus. Numail bemerkte kurz grinsend: "Das ist aber nicht sehr Mönchshaft.", während Yazid grummelnd mit Vargach neben den beiden herging. So gingen sie schwatzend und lachend wieder durch den Canyon Richtung Oase... Nachwort: Fast zur selben Zeit kamen durch einen Canyon am anderen Ende der Ruine 3 dreckige Jungen, durchsuchten die Leeren Ruinen und sprachen: "Nicht schon wieder..." |