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10.09.2007 02:04:03
Der Wildfang (#158)
Tal`banir
[size=4][b]Prolog[/b][/size]



Die Dunkelheit einer lauen Sommernacht hat die heisse Sonne des Tages eingeholt, Regen prasselt nieder, leise zischend verdampfen die Tropfen in der Glut eines Lagerfeuers und ihr Licht lässt die Konturen von zwei Gestalten in Kapuzen nur schemenhaft erkennen.

Eine dieser Personen, dreht kniend immer wieder an einem Spiess, an dem sich ein kleiner Hirsch langsam dreht. Die andere Person sitzt gegenüber auf einem baumstumpf und schaut nachdenklich in die tanzenden Flammen des Feuers.
Neben den beiden, bei denen es sich zweifellos um Männer handelt, Liegt ein dutzend Hirschfelle, fein säuberlich zu einem Bündel zusammengebunden.

„Was stimmt euch denn so nachdenklich?“ Meint der kniende Mann fröhlich. „Doch nicht etwa das bisschen Wasser von oben?“
„Nein, nein,...“ Erwidert sein gegenüber. „Der Regen macht mir nichts aus“
„Ach nicht? Und was dann? Frauengeschichten?“ Fragt ihn der andere lachend weiter.
Der gefragte schmunzelt und meint: „Nein auch da irrt ihr euch, ich schwelgte gerade in Erinnerungen an meine Kindheit hier in Calaneth.“
„Hmmm... Druhandan, ihr seit doch ein Elf nicht?“
„Ja, in der Tat das bin ich, genau so wie ihr ein Mensch seit Rufus.“
„Nun darum geht’s jetz nicht“ erwidert Rufus in energischem Tonfall. „ich meinte damit oder besser gesagt: Ich frage mich, Ihr Elfen lebt doch ewig, nicht? Nun, ist es denn wert das man in so alte Erinnerungen herumwühlt?“

Druhandan lacht bei dieser Frage und nickt. „ja ist es Rufus…mir ist meine Vergangenheit wichtig, zumal sie einen äusserst dunklen Flecken beinhaltet, den ich als Mahnmal in Erinnerung halten will.“ Seine dunkle, kupferrote, fast dunkelbraun wirkende Haut wird bei diesen Worten kurz etwas fahl, und seine sonst so klaren, grünen Augen verfinstern sich leicht, aber schnell ist er wieder gefasst und fährt fort:
„Und so alt bin ich nun auch wieder nicht. Rasch fügt er noch hinzu: „Nicht Alt für einen Elfen, gerade mal 110 Jahre“

Rufus lächelt und meint, den Bratspiess vorsichtig weiterdrehend: „Nun, und ich bin ein Alter Knochen für einen Menschen.“ Sein weisser Vollbart zittert amüsiert bei seinen Worten:
„Verzeiht die Neugierde eines alten Mannes, aber wollt ihr mir eure Geschichte nicht erzählen?“
Druhandan nickt und entgegnet: „Gerne, und ich nehme es euch auch nicht übel, wenn ihr mir danach liebend gern ein Messer in den Leib rammen würdet.“
Rufus blickt ernst zu Druhandan hoch, seine glasigen, fast weissen Augen, wirken dabei beinahe wie ein Spiegel aus blankem Eis, und meint: „Glaubt mir, ich habe schon vieles erlebt in meinem Alter und nicht nur Freude und Heiterkeit.“

Druhandan nickt nur und schaut wieder kurz nachdenklich ins Feuer.
„Nun“, meint Rufus, „aber ich denke ihr erzählt es mir besser beim essen, der Braten scheint gar zu sein“ vorsichtig nimmt er diesen vom Feuer und holt ein kleines Jagdmesser vom Gürtel um damit zwei grosse Fleischstücke davon abzuschneiden, eines reicht er auffordernd Druhandan. „Nehmt, solange es noch heiss und saftig ist“
Dieser nickt und greift nach dem Fleisch. „Danke euch“
„Gut, dann will ich euch nun meine Geschichte erzählen.“ Beginnt Druhandan nach dem schlucken eines kräftigen Bissen.
Rufus nickt kauend: „if höre fu“
17.10.2007 21:54:25
Re:Der Wildfang (#1909)
Tal`banir
[size=4][b]Kapitel 1[/b][/size]

[b]Erinnerungen[/b]

Der Regen hatte inzwischen erheblich nachgelassen und die Wolken machen dem mit Sternen gespickten Himmel platz, der durch die Baumwipfel nur stellenweise sichtbar ist.

„An meine frühste Kindheit kann ich mich nur vage erinnern,“ beginnt Druhandan seine Geschichte, „Nairol, mein Lehrmeister in meiner Jugend, schilderte sie mir einmal bei einer Jagt: Er war damals auf der Fährte seines Abendessens, als er auf einmal in der nähe des Hains ein wimmern vernahm, er liess seinen Bogen fallen und ging in die Richtung aus der das Geräusch kam, und da fand er mich, mehr tot als lebendig, eingewickelt in ein paar Wolfsfellen,“

„Da hattet ihr aber mehr Glück als verstand,“ unterbrach ihn Rufus, der sein Mahl inzwischen beendet hat und gebannt in Richtung des Erzählers blickt.
„Da mögt ihr recht haben Grauhaar.“ meint dieser zustimmend, „Nairol meinte, als er es mir erzählte, er habe lange nach meinen Eltern gesucht, sie aber nicht gefunden.
Es sei untypisch für eine Elfe das sie ihr Kind aussetzt, da ja Zwischen Mutter und Kind eine speziell tiefe Bindung bestehe.
Nairol nahm mich schliesslich bei sich auf, er war es der mir meinen Namen gab. [i]Wildfang[/i] meinte er, ja ich war wohl wirklich ein Wilder fang gewesen.“ Druhandan kann sich bei diesen Worten ein Schmunzeln nicht verkneifen, „[i]Druhandan[/i] nannte er mich, weil er ich in der nähe des Hains der Druiden gefunden hatte, er meinte es sei ein Waldläufer Ausdruck für jenen Ort.“

Der Junge Elf steht kurz auf und nimmt zwei Grosse Holzprügel vom Stapel und wirft sie in die Glut, das Holz beginnt, wegen der Feuchtigkeit vom Regen, nur langsam zu brennen.
„Der Halbelf Nairol.“ Meint er mit einem Seufzer als er sich wieder setzt, „Er war es der mir alles beibrachte was ich weiss, das Bogenschiessen, Das überleben in der Wildnis, das Spurenlesen, einfach alles.“
„Er scheint ein weiser Mann gewesen zu sein euer Mentor.“
„ja,“ Druhandan lacht kurz auf „und ein verschlossener, strenger dazu.“
„Dies geht meistens einher.“ Rufus Grinst breit und lässt dabei seine drei noch verbliebenen Zähne im Oberkiefer aufblitzen, „aber bis jetzt war die Geschichte alles andere als Düster.“

Druhandan nickt. „Dazu komm ich gleich, wartet nur ab.“
„Gut, fahrt fort.“
„Nun, eines Tages, Nairol und ich hatten gerade mit unserer Morgendlichen Bogenübung begonnen, kam ein Edel gekleideter Herr zu unserer Hütte, Nairol grüsste diesen höhflich.
Der Herr, ein Mensch im übrigen, grüsste nicht einmal sondern kam direkt zur Sache:
Er meinte Nairol schulde ihm noch Geld, er wüsste weswegen, oder ob er es riskieren wolle im freien Schlafen zu müssen.“
„Hmmmm… verstehe,“ murmelt Rufus leise, „ging wohl um Schutzgeld?“
„Richtig, allerdings verstand ich es damals nicht.“
Rufus nickt, „und euer Mentor? Was hat er gemacht? Hat er gezahlt?“
„Ja, allerdings hat er gezahlt.“ Meint Druhandan in bitterem Ton und schaut dabei wieder ins Feuer, „und das ohne mit der Wimper zu Zucken.“ Er stütz sein Kinn auf seine Handrücken.
17.10.2007 21:55:11
Re:Der Wildfang (#1910)
Tal`banir
„Ich war Irritiert, wütend und enttäuscht damals. Als der Herr, mitsamt unserer Ersparnissen, wieder aus dem Wald verschwunden war, stellte ich den Stolzen Halbelf zur Rede, der meinte nur ich solle meine Wut zügeln, es gäbe dinge die man nun mal nicht ändern könne.“
Nach einer kleinen Pause, wie um die nächsten Worte zu überdenken, fährt Druhandan fort:
„Ich schluckte meinen Zorn nur mit mühe hinunter und lief, wohl um alleine nachzudenken in den Wald.Nairol machte nicht einmal anstalten mich zurückzuhalten.
Als ich nach einer schieren Ewigkeit nahe Elborias aus dem Wald kam, fasste ich einen Entschluss. Ich sprach den ersten elfen an den ich traf, es war ein Sonnenelf, und berichtete ihm von dem Vorfall.“

„Euer besuch schien nicht von Erfolg gekrönt zu sein? Wie Ich eurem Tonfall entnehme.“
„Ihr seid ein aufmerksamer Beobachter Rufus, nein er war alles andere als erfolgreich.
Anstatt mir Unterstützung zuzusichern meinte der Sprecher, ein ziemlich arrogant wirkender Sonnenelf im Übrigen, diese Angelegenheit ginge die Elfen in Elboria nichts an, zumal es keinen der ihren betrifft.“
„Aber Nairol war, wie ihr gesagt habt ein Halber Elf.“ Entgegnet Rufus.
Druhandan nickt „Das schien dem Elfen allerdings egal zu sein, zumindest machte er diesen Eindruck auf mich, auch wenn er andererseits an mir ziemliches Interesse zu haben schien.
Vermutlich weil ich von Reinem Elfischem Blut bin.“
Druhandan schlisst kurz die Augen und atmet die laue Luft des Waldes ein.

„Als ich wieder zurück bei Nairol war, erzählte ich diesem unverblümt das ich beim Elfenrat war, er wiederum lächelte nur und sagte nichts mehr weiter. Ich gab es schliesslich auf weitere fragen zu stellen und widmete mich wieder meinem Training mit dem Bogen.
Einige Wochen später, ich hatte den Vorfall schon beinahe wieder vergessen, kam besagter „Herr“ wieder zu unserer Hütte.“
„jaja, so sind sie die Hunde, wissen immer wo der grösste Futternapf steht.“ Meint Rufus wissend.
17.10.2007 21:55:51
Re:Der Wildfang (#1911)
Tal`banir
„Allerdings wollte ich diesmal nicht tatenlos daneben stehen. Ich spannte meinen Bogen, die Pfeilspitze in Richtung des Banditen zeigend, und wies ihm zu gehen.
Der Bandit schien sich nicht im Geringsten um meine Drohung zu kümmern, im Gegenteil, er schien mich zu Ignorieren und meinte zu Nairol das er wüsste was passieren würde wenn er nicht zahle.
Nairol befahl mir in Scharfem Ton den Bogen zu senken und mich zu entschuldigen.“
„Und? Habt ihr ihm folge geleistet?“
Druhandan schüttelt langsam den Kopf. „Ich weiss nicht was damals in mich gefahren ist als ich die Bogensehne losliess und sich der Pfeil surrend von ihr löste, der Mann hatte nicht die geringste Chance, er röchelte kurz und fiel im Herz getroffen, tot vorn über.“
Rufus wollte etwas entgegnen, klappte seinen Mund allerdings ohne einen Laut wieder zu.

„Danach ging alles so verdammt schnell und ich erlebte es wie in Trance. Nairol starrte eineige Augenblicke auf die Leiche und sah mich wütend an, ein streit entbrannte, ein Wort ergab das andere, als ich auf einmal, Ich weiss nicht wie ich dazu kam, einen faustgrossen Stein in der Rechten hand hielt und ihn mit voller wucht gegen meinen Meister schleuderte, dieser hatte wohl nicht damit gerechnet, denn er machte keinerlei anstalten dem Stein auszuweichen, der Stein traf ihn mitten auf die Stirn und er sackte zusammen und blieb liegen.“
Druhandan blickt aus trüben, leeren Augen in Richtung Rufus.
„Als ich wieder zu mir kam stürzte ich in Panik zu ihm hin und schüttelte ihn, aber es war zu spät, er war tot.“ Der Waldelf steht auf, geht um das Feuer in Richtung Rufus und blickt zu diesem herab.
„Ich habe an diesem Tag zwei Leben ausgelöscht Rufus!“ Seine Stimme klingt schmerzvoll anklagend. „Ich habe dieses Geheimnis noch keiner Seele erzählt, ihr seit der erste.“
Rufus schaut zu Druhandan hoch, seine Augen zeigend ein tiefes Mitleid.
„In der Tat, ein wahrlich schmerzliche Geschichte.“
„Und sie geht noch weiter.“
„Ja?“
„Ja,“

Druhandan setzt sich wieder an seinen Platz und blickt wiederum gedankenverloren ins Feuer.
„Ich begrub meinen Mentor in der Nähe der Hütte, die Leiche des Halunken schaffte ich tiefer in den Wald auf dass die Wölfe sich an ihm laben konnten.
Als ich einige Monate später, es war kurz vor der Abenddämmerung, von der Jagt zurückkehrte, sah ich auf der Bank vor der Hütte einige Elfen, darunter auch jenen Sonnenelfen aus Elboria, sitzen.
Sie standen auf als ich näher kam, begrüssten mich kühl und fragten mich wo Nairol sei, seine Lieferung an Fellen sei längst überfällig.
Ich erklärte ihnen das Nairol tot sei, erschlagen von einem Banditen und ich wiederum diesen Banditen selbst erschossen hätte, als ich ihn gerade dabei erwischt habe als er die Leiche plünderte.“
„Ihr habt sie angelogen?“
Druhandan nickt nur. „Ich sah keine andere möglichkeit.“

„Die Elfen schienen sich damit zufrieden zu geben, verabschiedeten sich und gingen wieder aus dem Wald. Ich dachte erst das war es nun als ich ihnen nachblickte, irgendwie spürte ich das dieser Hase noch nicht geschossen ist.
In der Tat kam ein paar Tage später dieser Sonnenelf, er stellte sich nun endlich mit dem Namen Glorfindel Na’synel’ry vor, wider bei mir auftauchte.
17.10.2007 21:56:31
Re:Der Wildfang (#1912)
Tal`banir
Er meinte er wisse um die wahren Begebenheiten von Nairol’s Tot und ich solle doch in den Schoss der Elfengemeinschaft von Elboria zurückkehren. Ich entgegnete das ich nicht wüsste was er meine.

Es folgte ein längeres Gespräch in dem Glorfindel die Grösse des Elfenvolkes, insbesondere der seines Volkes, den niederen Völkern wie den Barbarischen Menschen. Er erzählte über die Kronkriege, die Reise nach Immerdar und ihre Ankunft auf Amdir.
Als er mich schliesslich fragte ob ich nun mit ihm gehen würde, lehnte ich dankend ab und meinte mir gefalle es hier.
Er erhob sich darauf hin, meinte nur knapp ich würde schon noch zur einsicht kommen und ging.
Glorfindel besuchte mich nun regelmässig um mich zu überreden doch noch nach Elboria zu kommen, und immer lehnte ich ab, weil es mir im Schoss der Grünen Mutter besser gefiel.“
Druhandan blickt schweigend ins Feuer.

„Das wars?“ Meint der Grauhaarige, als Druhandan keine anstalten macht weiter zu erzählen.
„Das wars!“ meint der gefragte darauf hin. „Sein letzter besuch war vor knapp einem jahr, kurz bevor ich euch kennen gelernt habe und wir uns zusammengetan haben um die Abenteurer hier auf der Insel Führen und gelegentlich Handel mit Fellen zu betreiben.“
Rufus nickt. „Und warum erzählt ihr mir dies nun? Nach so langer Zeit des gemeinsamen Reisens?“
Druhandan seuftzt, „weil dies unser letzter gemeinsamer Abend sein wird, ich habe nun endlich genug zusammengespart um die Reise aufs Festland zu bezahlen und werde die Insel Morgen verlassen.“
„Verstehe,“ seufzt Rufus „Ihr wollt aber nicht behaupten ihr flieht?“
Druhandan schüttelt den Kopf. „Bestimmt nicht, ich möchte nur mit eigenen Augen die Länder und orte sehen von denen Glorfindel mir erzählt hat, mich treibt es in die Welt hinaus.“ Der Jäger Grinst. „Ich möchte Immerdar sehen.
„Das kann ich verstehen und ich akzeptiere dies, wenn auch mit schwerem Herzen.“
„Danke euch Rufus Grauhaar“
„Nichts zu Danken Jäger Wildfang, verzeiht mir ich bin müde und werde ein wenig schlafen, auch wenn ich kaum welchen finden werde nach eurer Geschichte, aber ich bin ein Mensch und brauche im Gegensatz zu euch den Schlaf.“ Kaum sind die Worte gesprochen, erhebt sich Rufus und Legt sich auf sein, mit Wolfsfellen ausgelegten, Nachtlager.
„Ruhet sanft, ich werde derweil wache halten.“
17.10.2007 21:57:18
Re:Der Wildfang (#1913)
Tal`banir
Als Druhandan kurze zeit später in richtung Nachtlager schaut, zeugt ein heben und senken des Brustkorbes von Rufu’s Schlaf.
Druhandan wendet seinen Blick wieder in Richtung Feuer und ergibt sich seinen Gedanken, „Nairol“ seufzt er hin und wieder leise vor sich hin.

Am darauf folgenden Morgen brechen die zwei Fährtenleser ihr Lager ab und machen sich in Richtung Mirhaven auf.
Dort angekommen begeben sie sich direkt zum Hafen um ein Schiff zu suchen das Druhandan aufs Festland bringen soll. Als sie einen der Matrosen fragen meint er das, sein Schiff, die HOFFNUNG in zwei Stunden Richtung Festland auslaufen würde.
„Der Name Passt doch.“ Meint Rufus mit einem breiten Grinsen.
„In der Tat, und wo finde ich den Kapitän der HOFFNUNG?“ wendet Druhandan sich zum Matrosen.
„Kapitän Bracke sollte in der Hafenmeisterei zu finden sein.“ Entgegnet der gefragte.
„Habt Dank Seemann.“
Die beiden wenden sich der Hafenmeisterei zu und finden besagten Kapitän, ein kleiner breitschultriger Mann, mit Spitzbart und gezwirbeltem Schnauzer, schliesslich im Büro des Hafenmeisters.
Nach kurzen Verhandlungen steht fest, das Druhandan an Bord der HOFFNUNG in einer Stunde auslaufen wird.

Kurz bevor Der Waldelf den alles entscheidenden Schritt auf die Planken der HOFFNUNG wagt, stehen sich die beiden so ungleichen Jäger gegenüber, Rufus drückt Druhandan einen kleinen Gegensand, eingewickelt in Wolfsleder, in die Hand.
„Hier mein Gefährte, damit ihr an mich denkt, ich kann es nicht mehr brauchen, macht es aber erst auf See auf, nicht das Ihr noch auf die Idee kommt es nicht anzunemen.“
„Danke euch Rufus, ihr wart mir immer ein guter Zuhörer.“
Sie umarmen sich zum abschied und Duhandan betritt das Schiff.

Als die Hoffnung ausläuft, steht Druhandan am Heck der HOFFNUNG und nimmt das Päckchen von Rufus aus der Tasche. Er wickelt es vorsichtig aus und bringt eine unterarmgrosse, mit Schnitzereien versehene Flöte hervor. Druhandan lächelt bei dem Anblick des Instrumentes, das er so häufig bei Rufus sah und auf der er einst das Flötenspiel erlernte. Er hebt die Flöte an die Lippen und beginnt mit einer Schwermütigen Melodie.


Am Ufer steht Rufus und meint als er die Melodie trotz des Rauschen des Windes vernimmt:
„Machs gut du Wilder Elf, vergiss mich nicht und dein Geheimnis ist bei mir sicher.“
Eine Träne rinnt auf seiner Wange herunter, als er dem immer kleiner werdenden Schiff Nachschaut.
Als die HOFFNUNG schliesslich nicht mehr zu sehen ist, wendet er sich ab und macht sich auf in Richtung Handelstrasse.
21.10.2007 12:00:10
Re:Der Wildfang (#2034)
Tal`banir
[size=4][b]Kapitel 2[/b][/size]

[b]Die Rückkehr[/b]

Nebelschwaden tanzen nahezu geisterhaft über die Wellen, ein Schiff taucht wie aus dem Nichts aus dem Dunst der Morgendämmerung, seine Planken Schaukeln sachte hin und her, die Fahrt ist ob dem Wetter stark gedrosselt. Eine gute Ellenlänge unter der Rehling, auf den Schwarz geteerten Holzbrettern ist mit Weisser Farbe, die inzwischen allerdings eher grünlich schimmert, der Name EURELIAS aufgemalt.

Am Bug steht, die Hände auf die Reling gestützt, Druhandan. Sein Blick ist auf einen Punkt am Horizont gerichtet. Der Elf ist, wie es seinem Charakter entspricht, wieder einmal in Gedanken versunken, als hinter ihm ein kleingewachsener, mit einem auffallenden Schnauzbart ausgestatteter, Mann mittleren Alters auftaucht.
„Habt Ihr euch erholt Dru?“ meint er zu dem Jäger hinauf, seinen Kopf in den breiten Stiernacken legend. „Ihr habt euch seit dem Ablegen vor 12 Tagen nur sehr selten auf Deck Blicken lassen, und wenn dann habt ihr euch eiligst über die Rehling gebeugt um die Fische zu füttern.“

„Ja, es geht mir besser,“ entgegnet der gefragte, „Schiffe scheinen mich nicht zu Mögen, Käpt’n Bracke.“ Druhandan grinst breit bei den Worten und fügt hinzu: „und ich mag sie nicht.“
„Was verständlich ist, bei dem Erlebnis eurer ersten Schiffsreise.“ Der Kapitän senkt seinen Blick. „Bei Umberlee, dieses verdammte Riff damals, hat mir mein altes Schiff kaputt gerissen und wir beide hatten mehr Glück als verstand.“
Druhandan nickt, den Blick allerdings nicht vom Horizont wendend und meint mit leisem, beinahe flüsternden Ton: „ Mehr glück als die meisten eurer damaligen Besatzung.“
„Ich hätte halt doch auf meinen Steuermann hören sollen und mein Schiff nicht HOFFNUNG nennen sollen.“
„Ach Käpt’n, seht das gute darin, so konntet ihr mich auf meiner Reise begleiten und ich konnte mir keinen besseren Begleiter vorstellen als euch.“
„Danke für die Blumen Elf, aber ich bin ein Mann der See und auf Land wird mir Hundeelend, was aber nicht heissen soll das ich die Reise mit euch abwerten will.“
21.10.2007 12:01:16
Re:Der Wildfang (#2035)
Tal`banir
Der Kapitän schaut dem Blick Druhandan’s nach. „Aber lasst uns nicht in alten Wunden bohren“, meint er dann lachend, „Ihr könnt es kaum erwarten wieder in eure Heimat zu kommen wie?“
Der Waldelf nickt sachte und blickt zu dem Menschen hinunter, der sich inzwischen neben ihn gestellt hat „Ja Bracke, ich möchte den Geruch Calaneth wieder einatmen, die kühle der Quelle spüren und das flüstern der Blätter im Winde hören.“ [i]und einen alten Freund suchen[/i] fügt er in Gedanken hinzu und seine rechte Hand umfasst dabei einen länglichen Gegenstand der an einer Kordel am Hals befestigt ist.

„Und alte Bekannte aufsuchen was?“ Fragt ihn der Kapitän und Besitzer der EURELIAS.
Druhandan lächelt, „ich bin wohl in dieser Hinsicht leicht zu durchschauen?“
„Allerdings, ihr habt mich in den letzten 8 Jahren immer wieder mit Melodien beglückt von denen ich nicht wusste dass es sie überhaupt gibt und habt mir mehr als einmal von Rufus und eurer gemeinsamen Zeit als Fährtenleser und Fellhändler erzählt.“
„Wie es Ihm wohl ergangen ist? Ob er überhaupt noch lebt?“
„Wenn alles gut geht, könnt ihr die Fragen schon morgen beantworten, dann legen wir nämlich in Mirhaven an, deswegen habe ich euch vorhin gesucht.“

„Gut Käpt’n, Ich fragte mich schon wann diese Schaukelfahrt endlich zu ende geht.“
Der alte Seebär lacht schallend. „Ihr solltet euch in eure Koje legen und schlafen Dru, damit ihr morgen früh bei der Ankunft wach seid.“
„Ihr habt Recht Bracke“
„Dann geruht euch wohl.“ Meint der Kapitän zu dem an ihn vorbeieilenden Druhandan und ruft ihm, als dieser schon fast unter Deck verschwindet, noch nach: „Schlafen sollte eigendlich schnell gehen, ist wie eine schaukelnde Wiege.“ Lachend wendet Bracke sich schliesslich wieder seiner Mannschaft zu. „Heeeee ihr tripperverseuchten Taugenichtse, an die Arbeit, Jose Kurs setzen auf Süd-Ost!“
21.10.2007 12:02:16
Re:Der Wildfang (#2036)
Tal`banir
Am anderen Morgen, Druhandan lag noch Schlafend in seiner Hängematte, als ihn ein Rufen, gefolgt von einem poltern weckt.
„Aufwachen Dru, Mirhaven ist bereits in sicht!“ Ertönt es von jenseits der Kabinentüre mit der Stimme des alten Bracke.
„Einen Augenblick, ich bin gleich an Deck!“ Mit diesen Worten hievt sich Druhandan aus der Hängematte, taucht im Waschbecken kurz sein Gesicht ins Wasser und geht durch die Türe, an dem wartenden Kapitän vorbei, die Treppe hoch an Deck, dicht gefolgt vom Grinsenden Bracke.

Druhandan beobachtet, am Bug des Schiffes stehend, das treiben der Mannschaft als diese das Schiff zum Einlaufen bereit macht.
Als am Horizont bereits die ersten verschwommenen Konturen der Hafengebäude zu erkennen sind beschleicht den Waldelfen ein seltsam Melancholisches Gefühl, er saugt die salzige Seeluft mit einem lauten Geräusch ein und meint beim ausatmen:
„Bald zu Hause!“
„Höchstens noch eine Stunde dann haben wir angelegt Dru.“ Der Kapitän dreht sich, wohl wissend den Elfen nicht weiter zu stören, zu seiner Mannschaft und bellt weitere Befehle in Richtung der Mannschaft.

Knapp vor dem Hafen dreht sich das Schiff längsseits und mannsdicke Taue fliegen durch die Luft in Richtung Anlegesteg. Die Hafenarbeiter fangen diese geschickt auf und befestigen sie an den Pfosten des Steges.
Eine Planke fährt aus und schlägt krachend auf dem Boden auf, Kapitän Bracke schreitet diese herab, dicht gefolgt von Druhandan, der seit fast 2 Wochen wieder festen Boden unter den Füssen spürt und deswegen beinahe in die Knie geht.
„Langsam Freund, langsam, so geht es jedem der es nicht gewohnt ist.“ Meint Kapitän Bracke grinsend. „Ich muss nun erstmal in die Hafenmeisterei den Papierkram erledigen.“
„Gut, und ich sehe mich einmal um.“ Ruft Druhandan dem davoneilenden Kapitän nach.
21.10.2007 12:02:49
Re:Der Wildfang (#2037)
Tal`banir
Druhandan schlendert gemütlich in richtung des Hafenmarktes von Mirhaven als er an einer der Häuserwand eine Gestalt erkennt, die er auch nach so langer Zeit nicht vergessen hat.
„Euch hätte ich in einer Menschenstadt am allerwenigsten erwartet Glorfindel.“
„Ich habe euch erwartet werter Druhandan Wildfang der auszog um die Welt zu sehen.“ Entgegnet der angesprochene mit einer angedeuteten verbeugung, „Da nehme ich schon einmal eine solche Bürde auf mich.“
Druhandan zieht die Augenbrauen ein wenig enger zusammen. „Ihr habt auf mich gewartet? 8 Jahre lang?“

Glorfindel schüttelt den Kopf. „Keineswegs, als die Sonne den Horizont gestern verliess, machte ich mich von der hohen Stadt aus auf in Richtung dieses, von Menschenhand aus den Boden gestampften Molochs auf den Weg.“ Der Sonnenelf lächelt leicht. „Und als die Sonne den Horizont wieder küsste kam ich Schliesslich hier an. Wisset Bruder, ich habe gespürt das ihr bald ankommen werdet.“¨
„Ah ja? Und was wollt ihr von mir?“
„Erfahren wie es euch auf eurer Reise ergangen ist.“
„Hmmmm, gut ich werde es euch erzählen.“ Meint druhandan schliesslich nach kurzem zögern.
„Machen wir uns dann auf den Weg nach der Hohen Stadt? Im Saint Amdir könnt ihr mir dann alles in ruhe berichten.“
Der um einen Kopf grössere Waldelf schüttelt energisch den Kopf. „Nein, ich warte auf jemanden hier.“
„Einen Menschen? Klammert ihr euch immer noch an diese unwürdigen? Nun gut, gehen wir wenn es denn sein muss, in den silbernen Drachen.“

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren gehen die beiden Elfen in Richtung des Gasthauses. Dort angekommen setzen sie sich abseits an einen Tisch. Als die Bedienung sie nach ihren Wünschen fragt, bestellen sich die beiden je einen Saft aus gepressten Früchten.
Als Druhandan kurz daran genippt hat schaut er sein gegenüber an und meint mit ruhiger Stimme; „Gut dann werde ich nun meinen Reisebericht beginnen wenn ihr nichts dagegen habt.“
Glorfindel nick nur sachte und wartet auf Druhandan’s Bericht.

((fortsetzung folgt))