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20.08.2008 13:15:36
Oft ging seitdem die Sonne unter (#15010)
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Schweigend stand die junge Frau oberhalb des kleinen Sandstrands auf den Klippen. Ihr Blick auf die rot-orange glühende Sonne gerichtet, welche langsam hinter dem bläulich schimmernden Meer unterging. Oft hatte sie in der letzten Zeit hier gestanden und ihren Blick so auf das Meer gerichtet, nahezu jeden Tag. Schweigend stand sie da, die Arme vor der Brust verschränkt. Sehnsucht. Wehmut. Traurigkeit. All dies lag in ihrem Blick und verlieh dem so schönen Gesicht einen ganz speziellen Ausdruck. Verlangen. Es verlangte sie nach dieser Ferne. Nach diesem Ort. Dort, wo die Sonne unterging.

Auch die Bewohnern der Feste, vor allem der Gelehrte Auren, bemerkten das Verhalten der Frau und sahen sie immer öfter an den Klippen stehen. Einige munkelten sie habe wohl vor sich hinunter zu stürzen; andere zuckten nur mit den Schultern. Den meisten war es gleich, was mit ihr war, sie war eine Fremde.
Auren hatte versucht mit ihr zu sprechen, doch sie sagte nur er würde es sowieso nicht verstehen und es sei ihre Last, welche sie tragen müsse. Er könnte sie nicht von ihr nehmen. Dann lächelte sie dünn und ließ ihn im Schankraum stehen. Er blickte ihr nach, wie sie die Treppe hinauf glitt - ihre Bewegungen waren anmutig und fließend - dann drehte er sich zu Winthrop und bestellte einen Kelch Wein. [color=#FF0000] Ich werde einfach nicht schlau aus ihr. Jetzt ist sie seit fast einem Jahr hier. Irgendwann muss die Trauer doch vorbei sein.[/color] Er blickte Kopfschüttelnd zu dem Wirt. Winthrop lachte nur und versuchte ihn fröhlich aufzumuntern: [color=#800080] Sie wird sich schon fangen. Hier, trink erst mal nen kräftigen Schluck.[/color] Er stellte Auren den Kelch hin und widmete sich dann anderen Gästen.
20.08.2008 14:53:38
Aufbruch bei Nacht (#15022)
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Es war dunkel. Mond und Sterne versteckten sich hinter dicken Wolken. Es regnete; unaufhörlich fielen dicke Tropfen herab und verwandelten die Wege in schlammige, kaum passierbare Hindernisse. Jeder der es nicht sehr eilig hatte oder vor irgend etwas auf der Flucht war, blieb in dieser Nacht im Schutz seines Hauses oder den Mauern einer Burg auf die er während seiner Reise traf.

Die Frau hatte ein blaues Gewandt an. Es sah nicht besonders edel aus, war nicht sehr auffällig; ein schlichter, praktischer Schnitt. Die blaue Farbe war nicht so intensiv, wie es bei den Kleidern der Adeligen war, sondern blass. Doch der Frau gefiel es so. Es war ein guter Stoff. Sie hatte sich viel Zeit mit dem Kleid gelassen.
Die Wache am Tor schaute sie verwundert an, als sie ihr eine Hand voll Goldmünzen in die Hand drückte und sie bat ohne viel Aufsehen passieren zu dürfen. Es war ein junger Mann, gerade erst hatte er seine Ausbildung abgeschlossen. Er riet der Frau nicht bei diesem Wetter zu reisen, sondern auf besseres zu warten und sich dann jemanden zum Schutz mitzunehmen. Doch die Frau lächelte nur und schüttelte den Kopf. [color=#0000FF]Nein, ich kann nicht länger warten.[/color] Ihre Aussage war bestimmt und endgültig und die junge Wache sah schnell ein, dass es keinen Sinn hatte länger zu diskutieren. Sie nickte, nahm die Goldstücke an und öffnete dann leise das Tor einen Spalt breit, sodass die Frau hindurch schlüpfen konnte. Sie drehte noch einmal den Kopf, [color=#0000FF]Habt Dank.[/color] Dann verschwand sie in der Dunkelheit der Nacht.
20.08.2008 15:28:10
Erinnerungen und eine Frau die den Regen liebt (#15025)
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Sie drehte sich noch einmal um und betrachtete die dunklen Umrisse von Kerzenburg. Der Regen fiel auf ihre mitlerweile gewachsenen Haare und diese legten sich durchnässt eng an ihren Kopf. Eine Sträne fiel ihr ins Gesicht und ein Wassertropfen fiel hinunter auf ihre Lippen, wo er sich mit vielen anderen sammelte und dann weiter zum Kinn wanderte um von dort aus hinunter Richtung Boden zu fallen. Sie lächelte dünn, aber es war ein trauriges, wehmütiges Lächeln.
Auch damals hatte sie so auf die Mauern von Mirhaven geblickt, am Bug eines kleinen Handelsschiffs stehend. Auch damals war sie bei Nacht geflohen, hatte zu keinem gesprochen, nichts gesagt, keine Nachricht hinterlassen.
Sie zuckte kurz zusammen, als sie an die dunkle Gestalt aus dem Lazarett dachte. Er konnte ihr nichts mehr tun, sie war jetzt sicher vor ihm.
Sie wendete sich ab und streckte die Arme in die Nacht, sodass der Regen auf ihre Hände fallen konnte. Sie empfing ihn und versuchte dann nach ihm zu greifen, ihn festzuhalten. Leise ein altes Lied aus ihrer Kindheit summend, ging sie weiter. Ihre Stiefel traten in Pfützen, welche sich mittlerweile auf den Wegen bildeten und wurden immer dreckiger vom Schlamm. Auch der Saum ihres Kleides wurde mit Schlamm bespritzt, doch sie störte sich nicht daran.
Er konnte ihr nichts mehr tun.
Sie erinnerte sich daran, wie sie ihm den Dolch in den Rücken gestoßen hatte. Das Blut. Sein lautloser Schrei. Das Entsetzen in seinen Augen, als er sich umgedreht hatte. Das Leben was aus ihnen wich als er sie fassungslos angeblickt hatte. Sie hatte gewonnen. Er konnte ihr nichts mehr tun.

Stunden schritt sie durch die lautlose Nacht. Der Regen ließ nicht nach, im Gegenteil: er wurde noch stärker. Doch umso mehr es regnete, umso mehr besserte sich auch ihre Laune und als die ersten schwachen Strahlen der Sonne durch die dicke Wand aus Wolken drangen sprang sie hüpfend durch Schlamm und Pfützen.
[color=#0000FF]Ich komme[/color], rief sie, [color=#0000FF]Ich komme zurück.[/color]
20.08.2008 16:52:30
Ein toter Bote und seine Nachricht (#15031)
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Als der Bote auf halbem Weg nach Kerzenburg war fing es an zu regnen. Wütend schnaubte er und als es nach eingen Stunden noch immer nicht aufgehört hatte beschloss er ein Gasthaus in der nahe gelegenen Kleinstadt Beregost aufzusuchen und dort zu warten bis der Regen aufhörte. Der Mann hatte zwar gesagt er solle sich beeilen und auf schnellst möglichem Weg nach Kerzenburg reisen, doch was machte es schon, o der Brief einen Tag früher oder später ankam.
Zufrieden nicht länger draußen durch den Regen laufen zu müssen holte er eine der Münzen hervor, welche ihm der Mann bezahlt hatte - er war ungewöhnlich großzügig gewesen - und bestellte sich ein Bier, sowie ein Zimmer für die Nacht.
Es wurde ein sehr langer Abend an der Theke, er lachte und erzählte Geschichten von seinen Tagen in Amn. Doch es wurde auch sein letzter Abend an dieser und jeder anderen Theke. Als er spät in der Nacht betrunken auf sein Zimmer wankte wartete dort bereits eine ganz in schwarz gekleidete Gestalt auf ihn, und als er die Türe geschlossen hatte, seine Hose und das Hemd auf den Stuhl geworfen hatte und sich in das alte, knarrende Bett gelegt hatte, trat sie schnell und lautlos aus dem Schatten hinter der Tür hervor. Eine mit Gift benetzte Klinge blitze auf: schnell, ohne jegliche Wahrnung, tödlich.

Am nächsten Morgen fand ein Zimmermädchen seine Leiche. In der Tasche seine Mantels fand die Wache später folgenden Brief:

[color=#FF2200]Wir haben noch immer nicht was wir wollen. Deine Schwester ist tot, dein Bruder ebenfalls. Dein Vater hat uns verraten, sein Packt ist gebrochen - deine Macht verloren. Doch dein Blut ist das unsere und wird es immer sein.
Dies ist deine letzte Chance. Komm zu uns.[/color]
20.08.2008 17:44:28
Aufenthalt im Freundlichen Arm - Ein Traum (#15036)
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Am Abend des nächsten Tages kam die Frau zur Festung "Freundlicher Arm". Dort nahm sie sich ein Zimmer für die Nacht und nachdem sie gut gespeist hatte und ein oder zwei Kelche Wein getrunken hatte ging sie auf ihr Zimmer um zu schlafen. Am nächsten Morgen wollte sie früh aufbrechen und ihren Weg nach Baldur's Tor fortsetzen. Dort würde sie dann endlich ein Schiff finden, das sie wieder zurück auf die Insel bringen würde.
Es war dunkel, der Regen trommelte gegen das alte Fenster, dessen Ramen etwas undicht war; deswegen zog ein kühler Windzug durch den Raum. Von unten aus dem Schankraum ertönten gedämpft das Lachen und Singen der Betrunkenen und das gespielt unschuldige Kichern der Schankmaid.
Es dauerte eine Weile bis die Frau einschlief. Sie träumte das gleiche wie fast jede Nacht, seitdem sie damals von Mirhaven geflohen war. Der Traum war Bruchstückhaft, immer wieder wechselten Zeit und Schauplatz, doch sie wusste das es eigentlich Erinnerungen waren, das sie all dies erlebt hatte und das dies der Grund für ihre Flucht damals war.

[i]Die Gestalt betrat den Raum, völlig lautlos, schnell und ungesehen. Nur durch Zufall wurde sie ihr gewahr und versteckte sich ängstlich unter ihrem Bett. Leise und ohne auch nur den geringsten Laut von sich zu geben lag sie da. Ihr Herz schlug wie verrückt, sie wagte nicht zu atmen. Es schien eine Ewigkeit zu dauern.

Sie stand am Bug des Schiffes, denk Blick voller tränen auf die kleiner werdende Stadt gerichtet. In der Hand hielt sie den Zettel, den sie von der Frau in Hohenbrunn bekommen hatte. "Dein Bruder ist tot. Wir haben deine Schwester. Komm her, und kein Wort zu irgendwem. Wir beobachten dich."

Sie verließ das Schiff. Um sie herum geschäftiges Treiben. Für einen Moment meinte sie eine dunkle, ganz in schwarz gekleidete Gestalt zu erblicken, doch schon im nächsten Augenblick war sie in der Menge verschwunden.

Der Weg war lang gewesen, doch die ganze Zeit über trieb sie nur ein Gedanke vorwärts: Sie musste ihre Schwester retten, ihr helfen. Schlimm genug das sie unter diesem Fluch litt, ihre Schwester sollte da nicht auch noch mit reingezogen werden. "Vater was hast du nur getan!" - ein Schrei in der Nacht.

Sie brauchen dein Blut hatte ihr Vater damals gesagt, dein Blut. Du darfst es ihnen nicht geben. Egal um welchen Preis. Und jetzt geh.

Sie hasste ihren Vater für das was er getan hatte, sie hasste ihn. Er hatte sie, ihre Geschwister und ihre Mutter verraten. Hatte nach Macht gestrebt, sein großes Vermögen als Kaufmann hatte ihm nicht gereicht, er hatte sich mit finsteren Wesen eingelassen, ihre Macht empfangen. Dieser Fluch war auf sie übergegangen.

Da vorne war sie die Burg. Sie würde ihre Schwester retten. Sie musste nicht auch noch sterben. [/i]
26.08.2008 17:21:06
Räuber (#15367)
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Am nächsten Morgen hatte der Regen aufgehört. Die Frau war früh aufgebrochen und zusammen mit einem Händler zog sie die Straße entlang in Richtung Norden. Der Händler besaß einen kleinen Wagen, welcher von einem schon älteren Esel gezogen wurde. Er transportierte verschiedene Waren: Kleidung, Schuhe; unter ein paar Decken war auch ein Stapel Schwerter und Dolche versteckt und die Frau meinte eine Kiste mit Brandwein gesehen zu haben. Er war so freundlich und ließ sie oben auf dem Wagen sitzen, während er langsam neben her ging. Ihren Bäutel mit ihren wenigen Sachen (ein wenig Gold für die Schifffahrt und einige private Dinge, darunter ein blauer Saphir und ein Bäutel mit kleinen Katzenaugen - sie erinnerte sich noch an den ruhigen und verschlossenen Mann, welcher ihr diese Steine geschenkt hatte - ).

Sie waren schon längere Zeit unterwegs, es war schon nach Mittag; die Straße führe gerade durch einen kleinen Wald - sie wahr noch sehr matschig, sie kamen nur langsam vorran. Plötzlich traten einige Gestalten aus den Gebüschen am Wegrand; es war ungefähr ein halbes Dutzend. Der Händler auf dem Wagen schrie entsetzt auf. Nach einem Moment des Schrecks nahm er seine Beine in die Hand und rannte so schnell wie möglich in die Richtung aus der sie gekommen waren. Matsch spritzte von seinen Stiefeln hoch. Das zischen einer Bogensehne. Ein Kurzer Aufschrei. Das Platschen als der Körper in den Schlamm fiel.

In diesen wenigen Augenblicken hatte sich die Frau vom Wagen geschwungen. Wie aus dem nichts erschienen plötzlich zwei Kukris in ihrer Hand und ehe der erste Räuber wusste was mit ihm geschah, war seine Kehle schon mit einem sauberen, präzisen Schnitt versehen. Ohne zu schreien sackte er in sich zusammen.
Die anderen versuchten die Frau zu fassen; Pfeile flogen in ihre Richtung, doch sie war so schnell und flink, so schwer zu fassen, dass sie allesamt ihr Ziel verfehlten. Dann war sie mit einem Mal verschwunden. Suchend blickten sich die Banditen um und im nächsten Augenblick flogen zwei kleine Dolche durch die Luft und bohrten sich in die Stirn des einen und in die Brust eines anderen Räubers. Der erste war sofort tot, der zweite sackte stöhnend zusammen und hielt sich die Wunde. Panik erfasste die Angreifer. Unruhig drehten sie sich immer wieder um, ihre Bögen gespannt und ihre Schwerter gezogen, doch sie konnten die Frau nicht entdecken. Plötzlich ging ein weiterer Räuber zu Boden, er hatte direkt neben dem Wagen, nur ein wenig abseits von den übrigen beiden gestanden. Seine Kehle war sauber aufgeschnitten und eine kleine Stichwunde zierte sein Herz.
Das letzte bischen Mut entwich aus den Herzen der angreifer und panisch ergriffen sie die Flucht. Weit kamen sie nicht in den Wald hinein, da fielen sie getroffen zu Boden. In ihren Rücken steckten tief zwei Kurzschwerter, ironischer Weise ihre eigenen, welche sie in Panik hatten fallen lassen.

Die Frau stieg wieder auf den Wagen und spornte den alten Esel zur Weiterfahrt an. Nur einmal schaute sie kurz über die Schulter zu den toten Räubern und dem Händler. Ihr Gesicht zeigte keine Regung; die vergangenen Ereignisse hatten sie gegenüber soetwas hart gemacht, jedenfalls hatte es nach außen einen solchen Anschein.
01.09.2008 08:21:07
Erinnerungen (#15590)
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[i]Gewaltige Entladungen ihrer Macht. Die Welt um sie herum brannte. Schreie, Panik. Überall Feuer. Die Burg wankte.

Ein höhnisches Lachen. Um sie herum alles dunkel.

Sie lief, so schnell sie konnte lief sie über die Felder und Wiesen auf den Wald zu, hinter ihr die Rufe der Verfolger.

Sie kauerte sich hinter einen Busch. Wartete. Wartete. Nach etlichen Stunden wagte sie hervor zu schauen. Nichts, sie waren weg.

Erschöpft trat sie die Heimreise an. Wochen, Monate vergingen. Ihre Schwester war tot.

Was war geschehen? Erst langsam merkte sie, dass sie ihre Kraft nicht länger herbeirufen konnte. Was war in dieser Burg geschehen?

Erschöpft erreichte sie die Bibliotheksfestung. Sie würde hier einige Zeit rasten und vielleicht in den Büchern hier ein paar Antworten finden. Als Kind war sie öfters hier gewesen.[/i]
01.09.2008 08:34:00
Eine lange Reise (#15592)
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Sie Stand an der Reling des Schiffes und blickte auf die kleiner werdende Stadt.
Am Tag zuvor war sie durch das große Tor von Baldur's Tor gefahren. Sie hatte den Wagen verkauft, sich von den Waren das genommen, was sie brauchen konnte und auch diese an einen kleinen rundlichen Händler verkauft, der keine Fragen stellte. Dann war sie zum Hafen gegangen und hatte die reise gebucht. Es würde eine lange werden. Erst mit dem Schiff die Küste hinunter, dann einige Wochen übers Land und schließlich wieder auf das Schiff nach Amdir. Sie hatte diese Reise schon einmal gemacht.
Danach hatte sie das Haus gesucht, in dem sie ihre Kindheit verbracht hatte; doch das Haus stand nicht mehr. Eine Frau erzählte ihr, dass es ein Feuer gegeben hatte und das Haus völlig abgebrannt war. Sie nickte und bedankte sich für die Auskunft, dann ging sie weiter um noch einige Orte ihrer Kindheit aufzusuchen.

Die Stadt wurde immer kleiner. Sie stand an der Reling und blickte zu ihr hinüber. Plötzlich kamen Erinnerungen. Damals, der Tag am See - kurz vor ihrer Flucht. Würden sie noch immer dort sein? Würde sie sie wiedererkennen? Wie sollte sie ihnen alles erklären, wenn sie fragen würden?
Sie wusste keine Antwort und schaute nur weiter auf das Wasser, das Land und die kleiner werdende Stadt. Sie hatte nun Zeit darüber nachzudenken.
16.09.2008 22:55:51
Der erste Schritt in eine alte und neu Welt (#16315)
door
Die Reise war geschafft. Sie stand wieder an der Reling eines Schiffes, doch diesmal wurde die Stadt auf welche sie blickte größer und nicht kleiner. Mirhaven; viel Zeit war vergangen als sie das letzte Mal auf diese Stadt geblickt hatte. Die Perspektive war ähnlich gewesen, doch damals war sie geflohen und nicht angekommen.

Das Schiff hatte die Docks erreicht. Sie wartete geduldig, bis die Passagiere, welche es eilig hatten die Insel betraten. Sie selbst hatte es nicht eilig. Endlich war sie wieder hier und so schnell würde sie nicht wieder gehen.
Zwar war sie noch immer nicht sicher, diese Hoffnung hatte sie schon länger aufgegeben, doch hatte die Reise, ihre Flucht sie eines gelehrt: Sie konnte nicht fliehen, es hatte keinen Zweck. Man würde sie immer wieder finden. Sie hatten Mittel weit größer als sie geglaubt hatte. Doch auch wenn sie hier nicht die Sicherheit hatte, die sie gerne gehabt hätte, so hoffte sie doch hier ihre Freunde wieder zu finden. Lydya, Andariel, Andy, die kleine Ariana - es waren so viele - Mard, in welchen sie sich am Ende sogar angefangen hatte zu verlieben.
Was war mit ihnen geschehen in den letzten zwei - oder waren es drei gewesen - Jahren? Waren sie überhaupt noch hier, würden sie sie noch erkennen und, - das wichtigste von allem - würden sie ihr vergeben, dass sie so einfach ohne ein Wort zu sagen geflohen war. Sie würde ihnen die Geschichte erzählen müssen, die ganze Geschichte - auch wenn es ihr schwer fallen würde - aber dann würden sie verstehen ...

Sie atmete noch einmal tief durch, dann nahm sie den recht großen Beutel und verließ mit langsamen Schritten das Schiff. Als ihr linker Fuß die Planken des Stegs berührte lächelte Shana glücklich. Sie war wieder da.
20.09.2008 19:17:30
Wiedersehen mit Mard (#16430)
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Tief in Gedanken versunken saß sie auf einem der Grashügel vor der Elfenstadt und blickte aufs Meer hinaus. Sie war von Mirhaven aus zu Fuß gegangen. Den kleinen Spaziergang hatte sie sehr genossen, mit Freude hatte sie die ihr noch immer vertraute Landschaft betrachtet.
Nun saß sie, einen langen Schatten im Licht der untergehenden Sonne werfend, dort im Gras und blickte auf die leicht schäumenden Wellen.

Ein Mann trat in ihr Blickfeld und sein Schatten verdunkelte ihr Gesicht. Sie blickte nicht sofort auf, doch nach ein paar Momenten schaute sie ihn freundlich lächelnd an. [color=#0000FF]Hallo, ich bin Shana.[/color]
Der Mann sagte nichts, sondern schaute sie bloß ausdruckslos an. Er war in eine - wohl von einer Waldwanderung leicht beschmuntzte - Lederrüstung gekleidet. [color=#FF0000]Wollt ihr euch nicht etwas überziehen?[/color] Sein BLick war weiterhin regungslos.
Shana schmunzelte und schaute kurz auf ihre doch recht knappe Bekleidung. Dann schüttelte sie den Kopf und lächelte [color=#0000FF]Ach, ich fühle mich doch sehr wohl.[/color]
Der Mann hob nur eine Augenbraue und wandte sich dann ab. In diesem Moment waren leise Schritte hinter ihr im Gras zu hören.
[color=#008000]Ist euch nicht kalt, gute Frau?[/color] - Sie brauchte ein paar Augenblicke bis sie die Stimme erkannte. Einen Moment saß sie versteinert da, dann stand sie auf und drehte sich langsam um.
[color=#0000FF]Hallo Mard.[/color] Mehr sagte sie erstmal nicht, lächelte nur und schaute ihn aus zugleich glücklichen und traurigen Augen an. Da ihr nichts besseres einfiel - sie hatte zwar oft an diesen Augenblick gedacht, sich aber nie überlegt, was sie sagen würde - fügte sie noch hinzu: [color=#0000FF]Ich bin's.[/color]
[color=#008000]Wie?! ..... Wo?! - Was - Hä - Warum - Äh.[/color] Mard stand völlig regungslos da und starrte Shana an. Einen langen Augenblick schauten sie sich tief in die Augen. Schließlich fragte er, immer noch nach Worten und Fassung ringend: [color=#008000]Bist du es wirklich?[/color]
Sie nickte nur stumm. Dann gab sie sich einen Ruck und lief die paar Meter auf ihn zu und umarmte ihn. Dabei drückte sie ihn fest an sich. Leise flüsterte sie: [color=#0000FF]Es tut mir leid.[/color]

Nach einem Moment der Umarmung ließen sie wieder voneinander ab. [color=#008000]Wo bist du denn nur gewesen?! Wir haben so lange nach dir gesucht. Ich habe solange gesucht.[/color] Mard hatte seine Sprache wiedergefunden und seine Gedanken etwas geordnet.
[color=#0000FF]Es tut mir leid.[/color] Mehr konnte sie nicht sagen. Dann setzte sie sich ins Gras und weinte, ob vor Freude oder Trauer, das wusste sie selbst nicht in diesem Augenblick. Es war wohl etwas von beidem. Vorerst schweigend setzte sich Mard daneben und legte ihr seinen Umhang über die Schultern.
20.09.2008 19:33:58
Die kleine Aja (#16431)
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Sie mochte die kleine Hin vom ersten Augenblick an. Sie konnte nicht genau sagen warum, aber sie konnte sie einfach nur lieb haben.
Sie traf Aja auf ihrer Suche nach Lydya und als sie ins Gespräch kamen, stellte sich heraus, das Aja Lydya kannte! Doch leider wusste auch sie nicht, wo man diese finden konnte. Nachdem sie noch ein wenig zusammen gesucht hatten, gaben sie es ersteinmal auf und gingen nach Hohenbrunn, wo sie gemeinsam dem Wirt zwei Flaschen Rotwein stibitzten; das heißt Shana stibitzte sie, während die ahnungslose Aja den Wirt ablenkte. Dann saßen sie draußen am Lagerfeuer und tranken Wein, unterhielten sich, scherzten und lachten. Es war ein gemühtlicher Abend.

Wenige Tage später traf sie Aja erneut. Diesmal vor dem fahrenden Händler in Mirhaven. Sie ging gerade Richtung Stadttor, als sie hinter sich ein freudiges Rufen hörte: [color=#FF6600]Shana![/color]
Lächelnd drehte sich um und blickte hinab auf die kleine Hin, welche nun vor ihr stand: [color=#0000FF]Hallo Aja.[/color]
[color=#FF6600]Was machst du denn hier?[/color], fragte die HIn neugierig.
[color=#0000FF]Ach, ich bin mal wieder auf der Suche nach Lydya, irgendwo muss sie ja stecken.[/color] antwortete Shana ein wenig traurig. In diesem Moment traten zwei Personen durch das Stadttor hinter Shana und blickten in Richtung der beiden.
20.09.2008 19:34:42
Lydya (#16432)
door
Aja lächelte nur breit und freudig. [color=#FF6600]Dreh dich mal um und schau mal,[/color] sagte sie nur und Shana drehte sich um. Vor dem Stadttor standen Lydya - in der gleichen Lederrüstung und dem gleichen Rucksack wie damals - und der Schneider Beldar, der Halbelf mit der Augenklappe.
Einen Moment blickten sie sich alle stumm an, dann ging Shana zögernd auf die beiden zu und als Lydya die Arme ausbreitete warf sie sich schluchzend hinein.
[color=#0000FF]Es tut mir so unendlich leid.[/color] Die Worte waren kaum zu verstehen; Tränen der Trauer, der Schuld, der Freude liefen ihr übers Gesicht. Lydya drückte sie nur feste an sich, dann löste sie sich und schaute ihr tief in die Augen. [color=#008000]Wo bist du nur gewesen?[/color]
Betreten und schuldig blickte Shana sie an: [color=#0000FF]Das ist eine lange Geschichte; es tut mir so leid.[/color] Sie schluchzte immer noch. [color=#0000FF]Ich erzähl dir später alles, ganz bestimmt. - Ich bin so froh dich...[/color]
Lydya lächelte plötzlich. [color=#008000]Na wenigstens bist du wieder da.[/color] Und sie drückte Shana noch einmal ganz feste an sich. Als sie sich wieder voneinander lösten musste auch Shana ein wenig lächeln. Dann schaute sie zu Beldar, welcher die ganze Zeit über im Hintergrund gestanden hatte und begrüßte ihn. Er antwortete knapp und es wohl auf den Punkt bringend: [color=#FF0000]Hallo Shana, schön das du wieder da bist.[/color]

Sie standen vor der Schneiderei in Hohenbrunn. Sie war schon vor ein paar Tagen hier gewesen und hatte sich "zurück gemeldet". Jetzt trat sie zusammen mit Lydya, Aja und Beldar ein. Drinnen sah es noch genauso aus wie früher, ein paar andere Bilder zierten die Wände, aber sonst war alles gleich geblieben. Sie setzten sich auf Hocker, welche mit einem weichen Stoffpolster überzogen waren.
Eine blonde und auffallend schöne Frau kam herrein. Sie schaute sich in der Schneiderei um und lächelte der kleinen Gruppe kurz zu. [color=#800080]Hallo, ich suchen einen Schneidermeister.[/color] Während die anderen Wein tranken nahm Beldar sich ihrer an.
20.09.2008 19:41:13
Wiedersehen mit Andariel (#16433)
door
Lubosch oder so ähnlich hieß der Händler. Er belagerte sie von dem Moment an, als sie das Schiff verließen, fragte nach Fragmenten seltener Artefakte und der gleichen und versuchte seine Waren an den Mann (oder in diesem Fall besser die Frauen) zu bringen.

Shana ging es schlecht, wie fast immer nachdem sie mit dem Schiff gefahren war. Eigentlich ging es ihr von dem Moment an schlecht, wo sie das Schiff betreten hatte, doch mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Nur schwerlich konnte sie den Würgereiz unterdrücken, sodass sie sich nicht über den halben Pier übergeben musste. Lydya stützte sie.
Mit einem leichten Erstaunen und einem schmunzeln auf dem blassen Gesicht stellte sie fest, dass es ihr gar nicht schlecht gegangen war, als sie vom Festland nach Amdir übergesetzt hatte.

Der Händler redete pausenlos weiter, fragte nach Fragmenten, bot andere im Tausch dagegen an. Eine Elfe in einem blauen, recht auffälligen Umhang betrat den Pier und kam auf die Gruppe zu. Als sie näher kam erkannte Shana das Gesicht.
[color=#0000FF]Andariel.[/color] Nach kurzem Zögern ging sie lächelnd auf die Elfe zu und umarmte sie. Dann ging sie einen Schritt zurück und fragte grinsend: [color=#0000FF]Ich habe gehört, du spielst jetzt mit den Zwergen?[/color]
20.09.2008 19:50:46
Besuch auf Valvec (#16434)
door
Einige tage später traf sie auf Lydya und Andyneth. Sie begrüßte beide herzlich - Andyneth den sie das letzte mal an jenem Tag am See vor mehr als zwei Jahren gesehen hatte, hatte sich schon ein wenig verändert.
Während die zwei sich im Silbernen Drachen etwas ausruhten, frühstückte Shana erst einmal.

Als die zwei schließlich hinunterkamen, kamen sie schnell auf die Idee, das Andy ihnen ja mal Valvec zeigen könnte. Also brachen sie nach dem Frühstück dorthin auf.

Es war eine grauenvolle Insel, voller grauenvoller Personen. Nachdem Andyneth sie eine Weile herumgeführt hatte trafen sie auf eine stumme und eine blonde Frau, die Shana beide nicht wirklich sympatisch waren. Als die blonde Frau dann auch noch Velsharoon mit ihnen wünschte, hatte sie die Hand unter ihrem Gewandt schon am Dolch. Viel hätte nicht gefehlt und sie hätte sie angefallen.
Als sie dann die Stadt betraten, war ihre gute Laune, die sie am Morgen noch gehabt hatte, ganz vorbei. Sie konnte nicht verstehen, wie Andyneth hier arbeiten, hier leben konnte und wollte. Sie hatte Mitleid und Migefühl mit ihm und mit Lydya, der das alles auch sehr zu schaffen machen musste. Sie müssten ihn doch dazu bewegen können diesen abscheulichen Ort zu verlassen.

Äußerst erleichtert bestieg sie nach einem sehr kurzen Aufenthalt in der Stadt wieder die Schaluppe. Sie bestieg diemal sogar gerne ein Boot.

[i]Ein grauenvoller Ort. Und dann hat er mich auch noch gebeten den Anhänger der Göttin abzulegen.[/i] Sie erkannte Andyneth fast nicht wieder.
[i]Arme Lydya. Sie muss es wohl sehr schwer damit haben.[/i]
20.09.2008 20:00:09
Auf der Suche nach Mard - Die Bergfeste (#16436)
door
Einige tage nachdem sie mit Lydya über ihre Gefühle gesprochen hatte entschloss sie sich doch noch zur Bergfeste zu gehen. Es fiel ihr nicht leicht. Was sollte sie sagen? Und was würde er sagen? War es überhaupt gut, dass sie das tat, war es ihm gegenüber fair?
Fragen die sie auf dem Weg beschäftigten, doch sie ging weiter, zögerte nicht mehr, kehrte nicht um. Je höher sie in die Berge stieg, desto kälter wurde es und es begann leicht zu schneien. Shana zog den Umhang - Mards Umhang- enger um ihre Schultern.

Als sie die Feste erreicht hatte sprach sie zu den beiden Wachen: [color=#0000FF]Ich suche einen Ritter. Sein Name ist Mard, Mard Aylomen. Er soll ... Ist er vielleicht hier?[/color] Sie lächelt die beiden Wachen freundlich an. [color=#0000FF]Übrigens ich bin Shana.[/color]

((würde mich über eine Antwort oder dergleichen von Mard sehr freuen ;-) ))
23.09.2008 22:27:55
Eine enttäuschende Antwort (#16544)
door
Die Wache schüttelte nur den Kopf. Sie hatte Mard schon länger nicht mehr gesehen. Etwas betrübt ging Shana wieder.
[i]Schade, ich hätte gerne noch einmal mit ihm gesprochen. Und diese Nelifar, die hätte ich auch gerne einmal getroffen, wenigstens noch mehr über sie erfahren wollen. Und auch ...[/i] Sie bricht den Gedanken ab als sie zwei Goblins sieht und sich in einem Gebüsch versteckt, bis diese vorrüber sind.
[i]Was Lydya wohl grade mach?[/i] Sie schmunzellte [i]Sie wird sicher auch auf den Markt gehen, vielleicht treffe ich sie ja da. Und villeicht ist Mard ja auch ...[/i]
30.09.2008 08:37:20
Herzschmerz (#16753)
door
Fest drückte sie Lydya an sich und versuchte ihr Leid zu lindern. Sie fühlte mit ihr, die Trauer, den Schmerz. Lange Zeit standen sie so da, die Welt um sie herum war verblasst, es gab nur sie zwei. [color=#0000FF]Du wirst sehen, er kommt wieder[/color] flüsterte Shana. [color=#0000FF]Ganz bestimmt.[/color]
30.09.2008 08:47:49
Ein Kleid (#16754)
door
Am nächsten tag beschloss sie zusammen mit der kleinen Aja Lydya eine Freude zu machen. Irgendwie mussten sie die kleine Shaari ja aufmuntern können. Eine Weile überlegten sie, was sie ihr denn schenken könnten, dann kamen sie zu dem Schluss das es Zeit war, das Lydya ihre Lederrüstung mal für eine Weile verließ. Sie würden ihr ein schöes KLeid kaufen.

Sofort machten sie sich auf nach Hohenbrunn zu Viril. Auf dem Weg machte Aja - so glaubte jedenfalls Shana - sich einen Spaß daraus ihr ein Licht über den Kopf zu zaubern oder sie unsichtbar zu machen. Zu Shanas leichter Empörung stritt sie das alles jedoch ab und behauptete, wie damals als sie die Weinflasche geöffnet hatte, das Shana das alles selbst gewesen sei. Aber das konnte unmöglich sein, sie hatte diese Kräfte nicht mehr, da war sie sich sicher.

Als sie in Hohenbrunn ankamen stürzten sie sich sofort auf die Auslagen von Viril. Sie hatten sichtlich Spaß dabei und nach einer halben Ewigkeit des Anprobierens, Zurechtzupfens und einiger böser Blicke von Viril hatten sie ein schönes Kleid gefunden.

Sie gaben es Lydya, die sich hoffentlich sehr freute, noch am selben Abend und sie zog es auch sofort an. Dann setzten sie sich ans Lagerfeuer und tranken eine gute Flasche Wein.
30.09.2008 16:25:09
Glückliche Tage (#16775)
door
Nachdem sie ein paar Tage mit Lydya durch die Gegenden gezogen ist traf sie in der Hohenbrunner Schneiderei auf Beldar den sie schon seit dem Markt gesucht hatte. Dort hatte sie von eine Mann ein paar Felle bekommen. Sie wusste zwar nicht, von welchem Tier sie stammten, doch der Mann hatte auch gesagt, das sie anscheinend wertlos waren. Aber die Farbe gefiehl ihr gut und wollte sie dann doch noch Beldar fragen, ob er vielleicht wusste was das für Felle waren.

Der stand jetzt lächelnd vor ihr und sagte: [color=#FF6600]Das sind Tigerfelle. Sie sind sehr wertvoll. [/color]
Shana lächelte ihn an, als sich die Tür öffnete und eine wunderschöne Elfe die Schneiderei betrat. Beldar umarmte sie und gab ihr einen Kuss den die Elfe erwiederte. Schmunzelnd betrachtete Shana die beiden. [color=#0000FF]Jetzt weis ich auch warum du wusstest wo Beldar sich herumtreibt. - Hallo Yillvina.[/color]
Die Elfe lächelte und dann führte sie auf Beldars Bitte hin einige Kleidungsstücke vor, welche der Schneider ebenfalls aus Tigerleder gefertigt hatte. Sie bewunderte jedes Stück. Er war wahrlich ein Meister. Als Yillvina eine rote Robe vorführte fragte sie ihn ob er ihr auch so eine machen könnte und er nickte. Sie gab ihm die Felle, die welche er nicht brauchte konnte er behalten und er fertigte ihr sie Robe.
Glücklich umarmte sie ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

Wenig später ging sie mit Yillvina und Pjol in den Silberwald um dor Nüsse und Federn zu sammeln. Erst dachte sie, sie würden dort Hühner rupfen, doch die zwei Elfen erklärten ihr, das sie Adlerfedern sammeln würden. Auf den Schreck fügten sie dann noch hinzu, dass sie keine Adler rupfen würden, sondern die Federn lediglich aus den Nestern nehmen würden.
02.10.2008 18:26:03
Badetag mit Überraschungen (1) (#16852)
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Als die ersten strahlen der Sonne über die Dächer des idyllischen Hohenbrunn drangen war Shana schon wach. Eine Zeitlang hatte sie noch eng an Lydya gekuschelt am Lagerfeuer gelegen, dann war sie vorsichtig aus ihrer Umarmung geschlüpf. Einen Moment betrachtete sie die kleine Shaari noch liebevoll, dann gab sie ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und schlich leise hinüber zur Schneiderei.
Das Gras um den Markplatz herum war noch feucht vom Morgentau. Sie raffte ihre neue Robe etwas, sodass sie unten am Saum nicht nass wurde. Vor der Schneiderei wartete bereits Sine, ein kleines Halblingsmädchen, mit einem Korb voller duftenden Blüten. Shana lächelte es erfreut an. [color=#0000FF]Guten Morgen Sine. Gefallen deiner Mutter die Vorhänge?[/color]
Das kleine Mädchen nickt und gibt Shana den Korb. [color=#008000]Ich soll euch recht herzlich von Mama danken, Frau Shana.[/color] Die beiden verabschiedeten sich und Shana machte sich auf zum Eber.

Es war schon alles vorbereitet. Lächelnd kippte Shana die Blüten in die Wanne, die hinten auf dem kleinen Hof stand, entkleidete sich - die Robe legte sie vorsichtig auf ihren Umhang, auf einen kleinen - für Halblinge gefertigten - Stuhl, und stieg hinein. Das Wasser hatte eine angenehme Temperatur. Sie schmunzelte leicht, als sie an das Goldstück dachte, was sie dafür geopfert hatte, und zuckte dann mit den Schulltern. [i]Was solls, dafür gehts mir gut.[/i] Vergnügt plantschte sie eine Weile im herrlich duftenden Wasser.

Die noch leicht feuchten Haare erzeugten noch ein paar kleine Wassertröpfchen, welche hin und wieder hinunter auf die rote Robe tropften. Shana hatte die Wanne wieder verlassen, sich angezogen; sie schloss noch die silberne Schnalle ihres Umhangs, dann begab sie sich auf den Weg nach Mirhaven, um dort bei dem Händler nach ein paar schönen Wolfsfellen zu schauen.

Es war noch nicht ganz Mittag, da befand sie sich schon wieder auf dem Rückweg. Sie hatte ein paar schöne Felle - zu einem akzeptablen Preis - erstehen können.
Als sie den Handelsweg in der Nähe der Elfenstadt entlang schlenderte stand plötzlich, wie aus dem nichts gekommen, eine Frau vor ihr. Beide erschreckten sich etwas - die Frau wohl noch mehr, als sie selbst. Eine Weile unterhielten sie sich, wobei die Dame - welche sich als Frau Reverie Metherlance, eine Adlige, vorstellte - nicht ganz angetan von Shanas Umgangsformen war. Man konnte nicht sagen, das sie froh war, aber ein wenig Erleichterung verspürte sie schon, als ein Mann den Handelsweg entlang kam und sich die dame verabschiedete. [i]Tz Tz, bildet sich wohl was ein auf ihren Adel. Das heißt "habt ihr Frau Metherlance", und nicht "hast du". [/i] Innerlich kicherte sie ein wenig. [i]Wenn die wüsste.[/i] Einen Moment dachte sie an das Geld, das sie von ihrem Vater - ihrer Familie - hinterlassen bekommen hatte und daran, was sie damit getan hatte und musste innerlich noch mehr kichern. dann wandte sie sich dem Mann zu.
04.10.2008 13:00:45
Badetag mit Überraschungen (2) (#16901)
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[color=#0000FF]Ach ne! Lässt du dich auch noch mal blicken?[/color], erfreut lächelte sie den Mard an. [color=#0000FF]Hat aber lange gedauert. Ich habe noch einen Umhang von dir.[/color]
[color=#FF0000]Hallo Shana - behalt ihn, ich habe noch mehr - du hast nach mir gesucht?[/color]
Eifrig nichte sie. [color=#0000FF]Ich wollte mit dir über die Hochzeit sprechen und über euer Geschenk. Und vielleicht kannst du mir die werte dame ja mal vorstellen. Ein wenig Neugierde verspühre ich schon. [/color]
[color=#FF0000]Es wird keine Hochzeit geben. Sie hat mich wegen meiner Frauengeschichten verlassen.[/color] Sie schaute ihn mitfühlend an. [color=#0000FF]Was machst du auch immer für Sachen?[/color] Sie lächelte und dann unterhielten sie sich eine Weile über altes, neues und abgesagte Hochzeiten.

Er zeigte ihr wo er sein Haus bauen wollte. Es war ein schöner Ort mit blick auf das Meer. Eine Weile saßen sie dort im Gras. Es regnete.
[color=#0000FF]Wollen wir nicht schwimmen gehen?[/color]
[color=#FF0000]Ich habe heute schon gebadet.[/color]
[color=#0000FF]Hm. Einmal meht schadet doch nicht, oder?[/color]
[color=#FF0000]Du kannst dich ja unter einen Wasserfall stellen und berieseln lassen.[/color] Er lächelte ein wenig.
[color=#0000FF]Gut, wenn du nicht möchtest. dann zeig mir mal den Wasserfall.[/color]
Sie machten sich auf den Weg in Richtung des zwergendorfes und der Binge und nach einer kleinen wanderung erreichten sie schließlich den dort gelegenen Wasserfall. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne schien hell und war auf sie hinunter. Es war bereits später Nachmittag.

Sie setzten sich ins Gras und blickten eine Weile aufs Wasser hinaus. Dann sagte Shana, dass sie jetzt schwimmen gehen würde und zog ihre Robe aus. Mard lächlte nur kurz und meinte er würde lieber hier sitzen bleiben. So sprang sie halt alleine ins kühle Wasser und plantschte ein wenig. Nach einer Weile kam sie wieder heraus und legte sich neben ihn ins Gras, die Augen geschlossen mit einem dünnen Lächeln auf den Lippen.
Plötzlich fing er an sie zu kitzeln. Sie kreichte ein wenig und lachte dann herzlich. Anfangs versuchte sie sich noch gespielt zu wehren und ihn ebenfalls zu kitzeln, doch durch seinen dick gefütterten Waffenrock machte das nicht wirklich viel Sinn. Nach wenigen Augenblicken gab sie auf und gab sich seiner "Folter" lachend hin.

Es wurde schon langsam dunkel. Sie hatten entschieden hier zu übernachten. Shana sammelte Stöcke und Holz um ein Feuer zu machen, während Mard ein Zelt aufbaute. Bald knisterte das Feuer vor dem Zelt, auf dessen Boden Shana noch ein paar weiche Pantherfelle gelegt hatte. Gemeinsam saßen sie in der Öffnung und wärmten sich am Feuer. Irgendwann lehnte sie sich an ihn und schlief ein.
10.10.2008 13:49:54
Aufbruch zu einer kleinen Reise (#17106)
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Sie wusste nicht recht, was sie von dem Mann halten sollte. Sicher, er hatte er geholfen: er hatte ihr das erz besorgt und die Edelsteine, und das obwohl sie sich nicht einmal genauer kannten. Er war freundlich und nett zu ihr gewesen, wenn auch seine Versuche sich ihr anzunähern zuweilen etwas plump und aufdringlich waren.
Mit einem Lächeln verscheuchte sie die Gedanken an ihn und nahm ihren Beutel, wo auch die Flasche (ein Geschenk von ihm) mit dem Mittel gegen die Übelkeit war. Sie würde mit dem Schiff zum Festland fahren, dann ein paar Tage zu Fuß unterwegs sein. Eine kurze Reise. Sie freute sich schon darauf ihre alte Freundin wieder zu treffen. Es war schon eine Überrachung gewesen, als sie vor Tagen ihren Brief erhalten hatte.

Gut das Aja Lydya bescheid sagen würde, dass sie für ein paar Tage auf dem Festland war. So musste sie sich keine Sorgen machen.
23.10.2008 13:23:32
Shana (#17739)
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Alles war gut. Niemand verfolgte sie, niemand trachtete nach ihrem Leben, niemand wollte ihre Seele. Und sie war so glücklich wie schon seit langem nicht mehr.
Der Tag an dem Chiara sie verlassen hatte war zwar schlimm gewesen - und auch jetzt dachte sie noch oft an sie zurück, doch nicht länger mit der anfänglichen starken Traurigkeit, sondern mit einem Lächeln.
Mit Lydya hatte sie wie immer ihre schönen Erlebnisse, daran hatte sich zum Glück nichts geändert - warum auch? Und Mard? - Nun vielleicht würden sie ja zusammen in sein Haus ziehen. - Wenn er es dann gebaut hat. Mit einem Schmunzeln dachte sie daran ihm rosa Vorhänge zu nähen.

Später am heutigen Tag würde sie mit Palantir, Cyanazur und vielleicht auch Lydya und Jula die Suche nach dem Liedbaum vorbereiten. Mit einem breiten Lächeln dachte sie daran. Was für eine interessante Gruppe, unterschiedlicher könnten sie kaum sein - außer sie fänden noch einen versoffenen Zwerg.

Auch freute sie sich schon auf Lillias und Angeals Feier, wo sie natürlich zusammen mit Mard hingehen würde.
22.12.2008 01:30:32
Glückliche Tage (#20686)
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Viel war geschehen. Sie war mit Mard verlobt, sie bauten ein Haus am Handelsweg.
Immer noch ging es ihr erstaunlich gut wie sie fand - nichts böses, kein Leid das von außen an sie heran drang. Sie konnte ihr Glück kaum fassen.
Sie hatten den Liedbaum gefunden, ihr Haar trug sie nun länger und es war von rötlichen Strähnen durchzogen. Alles was sie sich gewünscht hatte war in Erfüllung gegangen. - Fast alles.