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14.08.2008 11:46:11
Von Geistern und Barden (#14788)
pollo
((Es war einmal ein Traum vom jungen Pala und der alten Lydya...Fleisch in Dosen auf Amdir. Natürlich geht es mehr um die Künstler und Barden auf Amdir und gemeinsame Aktionen miteinander. So haben wir uns gedacht, dass eine Anfangsgeschichte die Künstler erst einmal zusammenbringen soll.
Die Geschichte ist keinesfalls festgelegt, jeder der möchte kann und soll darin mitmachen oder mitschreiben. Also immer frei heraus.
Falls ihr Fragen habt, schreibt mir einfach eine PM hier im Forum oder quatscht mich im Spiel an.))



Es ist noch früh am Morgen als Ronald der Holzfäller seine Axt nimmt, um sich auf den Weg zumachen, der ihn an den Rand des Silberwaldes führt.
Mit leichten Widerwillen denkt er dabei an die riesige Esche, die ihm Vatur der Zimmermann markiert hatte. Er würde sicher den halben Tag benötigen nur um diesen Riesen zu fällen.

Kurz vor einer Wegbiegung wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als er das schnelle Aufschlagen von Pferdehufen, sowie das Rumpeln eines Wagen hörte.
Mit einem leichten Schmunzeln dachte er bei sich: [i]"Wenn der Kutscher nachher so schnell über die riesige Wurzel weiter vorn am Wegesrand fährt, riskiert er einen Achsbruch."[/i]
Langsam verlies er den Weg und stellte sich an den Rand in der Erwartung, dass der Wagen sogleich um die Wegbiegung geschossen kam.

Als der Wagen nur noch wenige Schritt entfernt sein musste, endeten die Geräusche abrupt.
Verwirrt stand er da und schaute zur Wegbiegung.
Langsam trabte er los. [i]"Hatte es den verrückten Kutscher doch schon hier aus der Kurve getragen?"[/i], dachte er leicht panisch bei sich und blieb schließlich in der Biegung stehen.
Musternd sah er sich die Umgebung an, von einem Gespann, geschweige denn einem Wagen war weit und breit nichts zu sehen.
Das Gesicht skeptisch in Falten gelegt lies er seinen Blick in die Richtung gleiten, aus der er gekommen war. Weit hinten sah er noch einiges der Stadtmauer von Mirhaven.
"Verdammt ich steh eindeutig zu früh auf.", murmelte er noch bei sich, als er sich wieder umdrehte.

In diesem Augenblick schwollen die Geräusche wieder an und auf dem Weg hielt der Wagen mit ungeheurer Geschwindigkeit direkt auf ihn zu. Voller Angst und in Erwartung von Pferde und einem Wagen niedergetrammpelt zu werden konnte er sich nicht mehr Bewegen und hielt völlig hilflos schützend die Axt vor sein Gesicht.
Sein ganzes Leben lief in einem Sekundenbruchteil vor seinem inneren Auge ab, als die Pferde samt Wagen im vollen Galopp über ihn fuhren.
Doch hatte ihn das Wagengespann weder umgerissen noch sonst in irgendeiner Weise verletzt. Es war schlicht und einfach durch ihn hindurchgegangen. Weder spürte er eine Berührung noch einen Luftzug der von diesem seltsamen Gefährt ausging.
Bleich vom Schock und einem Herzstillstand nah verließen ihm seine Kräfte. Mit zittrigen Knien viel er auf die Selbigen und verharrte so mehrere Stunden.

Unter Peitschenschlägen brechte der Wagen weiter den Weg entlang und Ronald hörte nur noch ein herzhaftes bösartiges Lachen welches dem Kutscher entfuhr.
Schließlich verschwand er spurlos auf dem Weg nach Mirhaven.
14.08.2008 19:19:09
Aw: Von Geistern und Barden (#14797)
lori4ever
Eines frühen Abends zur Sommerzeit, spielte die kleine Marie Apfelgär am Waldesrand in der Nähe ihres Heimatdorfes Hohenbrunn. Sie hatte den ganzen Tag über eine beträchtliche Menge Holz und Steine zusammengetragen, denn sie wollte am Folgetag mit ihren Geschwistern einen herrlichen Unterstand am Waldessaum bauen, von dem aus man die Wiesen und ihre scheuen Gäste wie allerlei Wildgetier beobachten konnte.

Als die Strahlen der Sonne schon tief standen, vernahm sie plötzlich eine fast überirdisch schöne Melodie, die aus dem Wald zu ihr herüberdrang. Voller Neugier legte sie ein Bündel Äste aus der Hand und lief geschwind in den Wald, um die Quelle dieser Musik zu erforschen. Seltsamerweise schien die Musik immer nah zu sein, doch wie sehr sie auch lief, ihr Ursprung schien immer nicht gerade dort zu sein, wo sie war.

Als aber die Dunkelheit heraufzog, da begann sie sich allein im Wald doch etwas mulmig zu fühlen, obwohl sie ein tapferes, freches Mädchen war. Sie hielt mitten im Lauf auf einer Lichtung inne, und drehte sich suchend im Kreis. Da erspähte sie plötzlich eine schattenhafte Gestalt, und sie hätte schwören können, dass ein schwaches Glimmen von dieser Gestalt ausging. Sicher jedoch war sie, dass die Musik aus der Richtung kam, in der die Gestalt unter dem Schatten der die Lichtung umgebenden Bäume stand. Als sie aber noch überlegte, ob sie einen Schritt dorthin machen sollte oder doch lieber ganz viele, schnelle Schritte in die andere Richtung, da hörte sie ein hohes, schrilles Lachen in der Luft, die Musik verstummte, und von der Gestalt war auch nichts mehr zu sehen.

Doch die Nacht war über den Wald gefallen, und Angst drückte der kleinen Marie aufs Herz, die sich nun durch Dornen und Unterholz zurück zum Waldesrand zu schlagen versuchte. Nur mit Glück kam sie schließlich ganz zerrissen und zerschunden aus dem Wald und lief nach Hause. Ihr Vater, Fredegard, außer sich vor Sorge, empfing sie mit Schelte und wollte nichts von Geistern oder spukhafter Musik hören, so sehr sie ihm auch versicherte, die Wahrheit zu sagen. So mußte sie zu guter Letzt sogar ohne Essen ins Bett gehen, denn der Vater war bedacht, seine Kinder zu ehrlichen Personen zu erziehen.

Am Schanktresen die Gläser polierend, denn die Nachtruhe wollte ihn nicht mehr überkommen, schnaubte Fredegard leise vor sich hin: "Singende Geister? So ein Unsinn. Ich werde mir mal die Barden vorknöpfen, die hier von Zeit zu Zeit vorbeikommen. Und wehe, einer hat diesen bösen Streich mit meiner Kleinen gespielt! Was da nicht alles hätte passieren können."
16.08.2008 15:39:03
Aw: Von Geistern und Barden (#14851)
pollo
Ornak stand auf einer kleinen Anhöhe und behielt die kleine Lichtung auf der Meredocs Zauberturm stand im Auge. Der für einen Halbork recht kleine aber ebenso kräftige Jäger schloss ein Auge, hob eine Hand und brachte den Turm zwischen seinen Daumen und Zeigefinger. Dann drückte er zu und ein grollendes leises Lachen erklang. "Wiederwärtiger kleiner Zaubergnom. Eines Tages...".
Er stockte in seinem Satz, als er hinter sich das Knacken von Ästen hörte. Instinktiv ging er in die Knie und drehte sich dabei. Aus dem Augenwinkel heraus sah er eine Person hinter einer Reihe von Bäumen und Sträuchern verschwinden.

Seine Nasenflügel weitenden sich, als er versucht eine Fährte aufzunehmen und ihm zu folgen.
Vorsichtig lugte er um die Sträucher in die Richtung in der die Person verschwunden war. Als er niemanden sah kniete er sich hin und versuchte eine Spur im weichen Waldboden zu erkennen. Doch außer den üblichen Moosen und Farnen war nichts zu erkennen.
Gerade wollte er das Geschehene als Haluzination abtun als er das Zupfen eines Seiteninstrumentes vernahm.
Mit großen Augen schlich er sich langsam in die Richtung, aus dem er die Töne vernahm. Er war schon mehrere Schritt gegangen, als er merkte, dass die Töne nicht näher kamen, sondern immer auf gleichen Abstand blieben.
Etwas aufgeregter legte er einen Schritt zu. Als nach mehreren hundert Schritten die Melodie immer noch auf gleicher Entfernung blieb, rannte er los und rief etwas lauter: "Elender Lautenspieler, wenn du mich zum Narren machst, zieh ich dir dein Spielzeug über den Kopf."

Mit großen Schritten hielt er auf einen kleinen Tümpel zu, als er vor sich eine Person in einer Lederrüstung und Schlapphut sah die direkt auf das Wasser zuhielt. Mit einem gekonnte Sprung tauchte die Person samt Hut im Wasser unter.
Verwundert über das was er gerade gesehen hatte blieb Ornak stehen und schaute ungläubig auf die Wasseroberfläche. Dann breitete sich ein Grinsen in seinem Gesicht aus. "Ich warte einfach, bis du Luftholen musst.", sagte er laut gen Tümpel.

Einige Minuten vergingen, dann beugte er sich langsam über die Wasseroberfläche und versuchte etwas im trüben Wasser zu erkennen.
Plötzlich wich er zurück, als er dort wo sein Spiegelbild sein sollte, der Kopf eines Ebers auftauchte. Verwirrt drehte er sich um die eigene Achse, doch ein Wildschwein war weit und breit nicht zu sehen. Langsam setzte er zu einem zweiten Versuch an, doch anstatt seines Spiegelbildes blickte ihn wieder der Eberkopf an.

Mit einer Hand griff er in das Wasser, um die Illision so zu zerstören, als er hinter sich Stimmen vernahm. "Da am Ufer das Schwein, der nächste Schuss gehört mir." An den Stimmen erkannte Ornak eindeutig das es sich dabei um Halborks handelte, die gerade auf Jagd waren.
Mit einem Satz sprang er los und verschwand im Dickicht. Doch die Stimmen hinter ihm hingen ihm an den Fersen. "Renn nur renn Schweinchen, gleich haben wir dich."
Völlig außer Atem rannte er um sein Leben und versuchte im Laufen zu Schreien. "Nicht schiessen, ich bin Ornak." Doch die Schritte und das Gelächter hinter ihm liesen nicht nach.

Noch einmal drehte er sich um und schrie etwas, als sein rechter Fuss plötzlich ins Leere trat.
Mit einem lauten Platsch landete er in dem Tümpel bei dem seine Flucht began.
Kaum Zeit nachzudenken wie es sein konnte, dass er im Kreis gelaufen war, strampelte er in Richtung Wasseroberfläche.
Als die kleinen Luftblässchen weniger wurden und somit einen Blick an die Oberfläche frei gaben, sah er am Ufer eine Gestallt mit Schlapphut, welche die Geräusche eines grunzendes Schweines nachahmte und darauf ein gehässiges Lachen folgen lies.
Als er prustend an die Oberfläche kam und sich umblickte, lag der Wald so fiedlich wie eh und jeh vor ihm und weit und breit war er allein.
23.08.2008 15:32:26
Aw: Von Geistern und Barden (#15232)
pollo
Seit einiger Zeit trägt der Wind, welcher von den Bergkämmen der Winterrache und zwischen den Tälern bläst, leise Lieder mit sich. Nur schwer sind diese zwischen dem eigentlichen Wehen wahrzunehmen.
Unruhig nehmen die wenigen Einwohner Winterraches, sowie die Besatzung der Bergfeste dieses wahr.
Einige berichten sie hätten sogar schon ein fahles Licht hoch oben an den Gipfeln und an den Pässen gesehen.
23.08.2008 19:06:13
Aw: Von Geistern und Barden (#15246)
lori4ever
"Wenn wilde Winde werken
und Dunkles düster dräut,
reitet der rasende Reiter,
zügellos sein Zorn.

Lockt mit list'gem Liede
den Tod hat er getäuscht,
und findet keinen Frieden.
Hört sein hallend' Horn!"


Als Palantir in die erschreckten Kinderaugen blickt, hält er inne:
"Aber, aber ihr tapferen kleinen Mirhavener, wer wird sich denn fürchten? Das ist doch nur eine alte Sage, die mir der Köhler im Silberwald erzählt hat."
Dann grinst er sie aufmunternd an. Aber ich erzähle euch das besser an einem schönen Sonnentag, wenn der Himmerl nicht so finster blickt!
07.09.2008 15:28:20
Aw: Von Geistern und Barden (#15929)
pollo
((Weiterführung aus [b][url=http://www.amdir.de/index.php?option=com_fireboard&Itemid=36&func=view&id=13442&catid=14&limit=10&limitstart=10#15417]"eine Welt aus Tönen"[/url][/b] zum Geisterbarden))

Sie hätten diesen Zwischenstop in Hohenbrunn nicht machen dürfen.
Fast sicher das sich der alte Gnom auf sein Zimmer zurückgezogen hat und gemütlich vorm Kamin saß, schaute sie jeden Tag in Hohenbrunn vorbei ob er nicht doch mal wieder auftauchte.
Wenn er nicht freiwillig herauskam, musste sie unter wohl oder übel die Apfelgär Kinder auf ihn losslassen. Sie würden sicherlich einen Weg finden ihn aus seinem Nest zu bekommen.

Shans Behauptung, dass es sich bei dieser Gestallt um den Plagenbringer handeln könnte lies sie indes nicht mehr los. Aber ob es da einen Zusammenhang neben der auftauchenden Musik gab? Sie wusste es nicht und es war mühselig sich darüber den Kopf zu zerbrechen, solang sie nicht mal ansatzweise eine Spur hatte.
08.09.2008 19:01:13
Aw: Von Geistern und Barden (#15975)
lori4ever
Er mochte Lydya zwar sehr gern, ungemein gern, aber war das ein Grund, ihn von Elboria am Ohr wegzuschleifen wie ein freches Kind, das einen Apfel gestohlen hatte? Etwas brummig fasste er nach der besagten Stelle. "Wenn das rechte Ohr jetzt länger ist als das linke, und man mich deshalb für einen Halbspitzohr hält, dann kann sie aber was erleben!"

Wie gut, dass ihre Wachsamkeit etwas nachgelassen hatte, als er ihr genaueres von dem seltsamen Instrument des Geisterbarden - so nannte er die fahle Gestalt - gegeben hatte. Als sie unterwegs innegehalten hatte, um sich zu überlegen, wie so so ein Instrument nachbauen konnte, war er flugs im Unterholz am Wegesrand verschwunden und heimlich nach Hohenbrunn gelaufen.

Seiner Meinung nach war sie etwas verrückt wegen ihres Wasserbezaubernwollens. Und dieses komische geisterhafte Wesen ausfindig zu machen, das konnte doch wirklich nur solch jungen, ungestümen Personen einfallen! Viel zu gefährlich in seinen Augen. Wer weiß, was einer noch verzaubern kann, der dem Meer gebietet?

"Jetzt wird sie sicherlich gerade so einen Abenteurerhaufen rekrutieren und mit Pauken und Trompeten das Land durchkämmen. Aber ohne mich! " dachte er lächelnd, während er seine Füße unter ein Schafsfell in einem von Fredegards gemütlichen Zimmern streckte. Immerhin: Glückspilz der er war, hatte er eine Goldmünze gefunden, als er nach der Begegnung mit dem Geisterbarden ans Ufer gespült wurde. "Das sollte für einige Tage in diesem hübschen Versteck reichen. Und wer weiß, vielleicht hat sich ihr Mut dann etwas abgekühlt."
09.09.2008 21:21:49
Aw: Von Geistern und Barden (#16014)
Tod
Sie erwachte, es war noch sehr dunkel um sie, sie sah sich im dunkel ihres Kinderzimmers um. Sie war durch ein eigenartiges Geräusch erwacht, etwas das sie nun vergessen hatte, sie sah auf ihre Puppen und Stoff Bären die an dem Fuß ihres Bettchens saßen. Die Sterne und der Mond warfen träges, weißes Licht auf die Holzdielen des Zimmers, quer über ihre Bettdecke und hinauf an die Wand gegenüber dem Fenster. Sie war sich sicher nur geträumt zu haben und drehte sich matt zur Seite, sich in ihr Kissen kuschelnd. Dann abermals das Geräusch, eine schnelle hohe Abfolge von Tönen. Sie saß Kerzengerade im Bett, ihr Herz pochte in ihren Ohren, sie sah sich um, alles war still, sie sah aus dem Fenster, ohne ihr Bett zu verlassen, um nichts in der Welt hätte sie jetzt unters Bett sehen wollen, oder auch nur riskieren das irgend ein Monster aus den Geschichten ihres großen Bruders nach ihrem Fuß packte, sobald sie das sichere Bett verließ, doch am Fenster war nichts. Auch warf nichts erschreckende Schatten an die weiße Wand, sie seufzte tief und dankbar. Allmählich sank sie wieder in ihre Kissen zurück und sah auf das leere Fußende des Bettes. Ihr Atem stockte, für einen kurzen Moment war alles um sie herum wie eingefroren, sie wurde wieder in das hier und jetzt zurück gerissen als ein roter, kleiner Ball aus einer finsteren Ecke des Raumes heran gerollt kam und unter ihrem Bett verschwand. Nein, um nichts in der Welt würde sie unter dieses Bett sehen, komme was da wolle ! Sie hörte abermals die schnelle Folge von Tönen... sie kamen unter ihrem Bett hervor. Sie versuchte sich zu besinnen, peitschte sich zu allem Mut, sie war eine 13 Sommer alte Frau, fast erwachsen und ihr dämlicher Bruder spielte ihr gerade einen Streich, sie würde nun unters Bett sehen und ihn anschreien ! Oder vielleicht... besser doch nicht ?
Sie lauschte in die Stille der Nacht, sie hoffte inständig darauf den gequetschten Atem ihres Bruders zu hören der versuchte geräuschlos zu atmet, doch es war absolute stille. Sie kniete sich langsam auf dem Bett hin, setzte sich seitlich und raffte mit ihrem kleinen schlanken Händen Stück für Stück die Decke des Bettes zurück, welche über alle Seiten hing. Sie atmete tief durch, es war nur ein Bett, es gab keine Monster, Mutter hatte es gesagt. Mit einem Ruck der Entschlossenheit sauste sie vorn über und blickte mit erstarrtem blick unters Bett, ihre blonden Zöpfe schlugen auf den Boden auf. Ihr Puls schlug laut wie Donner, sie sah... nichts.
Staubige Flusen, ein roter Ball und einige kleine Gespinste, nichts, es war nichts da. Sie lächelte, lachte sogar leise und hob den Kopf, setzte sich gerade hin, als sie auf das hell erleuchtete Fenster sah und eine große Hagere Gestalt erblickte, gekleidet in eine Lederrüstung, mit einem Schlapphut auf dem Kopf. Sie wollte schreien doch in diesem Moment schlangen die Puppen und Bären das zu einem Seil verdrehte Betttuch um ihren Hals, sie erstickte, sie kämpfte um ihr Leben, dann wachte sie schreiend auf.
Nur die Töne, hallten leise im Raum wieder, eine Abfolge, schneller, hoher Töne....
12.09.2008 14:55:19
Aw: Von Geistern und Barden (#16103)
pollo
Es kann wohl schon fast als Tatsache angesehen werden, dass sich den Menschen Trauer oder schlechte Erinnerungen tiefer ins Gedächtnis weben, als Freude und Glückseligkeit. Ähnlich einer Narbe auf der Haut, bleiben solch Ereignisse noch nach Jahrzehnten im Gedächtnis der Beteiligten, um sich völlig willkürlich nach oben zu graben und den Weg zurück in ihre Erinnerung zu bahnen.

Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein. Mag es daran liegen, dass das Böse direkt unter den Menschen lebt und ihm deswegen besonderer Beachtung geschenkt wird, oder das man eher aus schlechten Erfahrungen lernt.

So ist es nicht verwunderlich, dass Geschichten, Sagen oder Legenden über schreckliche Ereignisse einen besonderen Stellenplatz im Platz aller Kulturen der Menschen einnehmen. Sie nähren sich von Generation zu Generation aus Worten und Schriften und gehen den Weg von Unsterblichen... unvergessen für alle Zeiten.

((Fortsetzung folgt))
13.09.2008 15:28:03
Aw: Von Geistern und Barden (#16150)
pollo
Legenden, vor allem über Personen, nehmen einen Sonderplatz in der Reihe der wörtlichen Überlieferungen ein. An ihnen halten sich die Menschen im positiven, als auch im negativen fest und verweisen in schweren Zeiten auf sie.

Zwei Arten von legendäre Personen lassen dabei immer wieder ausmachen. Jene die schon zu Lebzeiten Legenden sind und jene die nach ihrem Tode dazu verklärt werden. Nun haben Beide ihre Vorzüge und Schwächen. Während die Lebendigen ihrer Legende weitere Taten hinzufügen können, um so ihren Ruhm zu mehren, werden sie durch ihre reine Existenz auf dieser Ebene beschnitten, da ihr Sein und Tun für jede Person sichtbar ist und somit ein übernatürliches Handeln, welches den meisten Legenden wohl zugrunde liegt, nur wirklich selten zu sehen ist.
Legenden über tote Personen haben diesen Makel nicht und da sie sich weder ihrer eigenen Existenz noch ihrem Handeln mehr beugen müssen, können die Taten die sie vollbracht haben verklärt und übersteigert werden. Allerdings muss bedacht werden, dass keine Neuen Taten ihnen angerechnet werden können und somit ihr Status in der Reihe der legendären Personen fest zu sein scheint.

Eigentlich sollte damit alles geklärt sein, doch was passiert wenn eine Person sich anmaßen will oder dazu gebracht wird beide Arten der Legenden zu vereinen. Nun im Prinzip sollte das nicht möglich sein, tot ist tot und nicht lebendig, lebendig ist lebendig und nicht tot, eigentlich eine ganz einfache logische Schlussfolgerung.
Doch was ist mit jenen dessen Taten weiterhin geschehen, sie aber allgemein ihre Existenz verbergen oder angezweifelt wird. Sie können sich zu Legenden des zweite Grades aufschwingen und aus ihnen werden legendäre Legenden. Sie streifen ihren Namen und Taten ab und leben allein durch die Geschichten über sie. Lebendig gewordene Legenden die nicht mehr durch die Person leben, sonder die Personen leben von ihr.
In positiven Fällen kann dies ein Freiheitskämpfer sein, der nie greifbar ist und niemals gesehen wird und trotzdem in allen Landesteilen gleichzeitig zu zuschlagen scheint. Nicht der Freiheitskämpfer fügt demnach den Unterdrückern Schaden zu, sondern allein seine Legende.
Im negativen Fall ist dies die Person des Geisterbarden...

((Fortsetzung folgt))
14.10.2008 18:20:23
Aw: Von Geistern und Barden (#17250)
pollo
So lebt der Geisterhaft von seinen schlechten Taten weiter, verbreitet Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Einen ganzen Stadtteil von Mirhaven schien er ständig mit seinen bösartigen Spielchen in Atem zu halten. Doch er ging eindeutig zu weit als er das arme kleine Mädchen drangsalierte, so dass ihr Geist erkrankte und sie in eine Heilanstalt eingeliefert werden musste. So schlimm dies auch war, neben Palantirs Entdeckung an der Adlerküste, war dies der erste greifbare Hinweis und eine Spur die Andyneth, Yillvina und Lydya verfolgen konnten, als sie von diesen Drama hörten.

An dem Ort des Geschehens angekommen offenbarte sich ihnen im ersten Anschein nichts besonderes. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkten sie ein seltsames unerklärliches Verhalten von einigen Bewohnern und Andyneth. War er in der Nähe? Und wenn, wo war er?
Ein kleines Mädchen erzählte ihr das er sie immer Nachts besuchte und alle Kinder versuchten nicht einzuschlafen, um ihm somit zu entkommen. Noch im Gedanken von der Geschichte hin und her gerissen, vernahmen sie eine Melodie, die sie in den unteren Bereich des Wohnviertels führte.

In einer kleinen Nische fanden sie die geisterhafte Gestalt und eine Frau die heftig auf ihn einredete. Sie schien ihn zu kennen und wohl ein ehemaliger Wegbegleiter zu sein. Vorwürfe wurden laut, dass er die Musik verraten hat und sie für seine eigenen eitlen Zwecke einsetze, die Unsterblichkeit zu erlangen. Nachdem sich der Geisterhafte die Vorwürfe angehört hatte verschwand er mit einem gehässigen Lachen und Stille blieb zurück.

Dann wandte sich die Frau die sich als Mainu ausgab an die drei Gefährten und bedankte sich bei ihren wohl eher aussichtslosen Hilfe. Ein Geschenk bezeugte die Mühen und sie verließ die drei mit einem Gruß an die Harfe.