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17.11.2020 13:51:58
[SL Durgi] Katzenjammer (#128462)
Chocobo
[spoiler][quote="Durgarnkuld" post=128449][b][u]Oberstadt – Katzenjammer[/u][/b]

Im Schein des vollen Mondes hörte man ein Konzert von jaulenden Katzen in der wohlhabenden Oberstadt.
Der Quell fand sich für die aufmarschierenden Herzogswachen im Hause des gutbetuchten Händlers Rimbaud, das regelrecht belagert wurde und überquoll vor – Katzen.
Sein Tod machte bald schon die Runde auf den Straßen und wurde wenig später offiziell bekanntgegeben. Nach einem Mörder wurde offenbar noch gefahndet.
Gerüchte gingen in den Straßen um, dass in jener verhängnisvollen Nacht, da der Mond so vollmundig am Himmel gestanden hatte, gelbe Augen von den Dächern herab starrten, blutige Krallen gespreizt und das Fauchen einer unheilvollen Kreatur die Nacht durchbrochen hatte.
Dass ein Schiff noch in der Nacht, bevor das Durcheinander mit dem Katzenjammer geklärt werden konnte, aus dem Hafen verschwand und die bei Rimbaud bekanntlich nächtigende Schönheit Jásime Zia-Sepret aus Mulhorand spurlos verschwunden war, befeuerte die Spekulationen umso mehr.[/quote][/spoiler]

Wo ein Aufgebot von Wachen waren, gab es auch immer Schaulustige. Darunter befand sich an diesem Tag auch Kamilah, die sich nach einer Weile des Beobachtens eine vorzugsweise jüngere, unerfahrenere Wache herauspickte und auf diese zuging. Sie versuchte die Wache in ein Gespräch zu verwickeln und etwas darüber herauszukitzeln, was vorgefallen war. Gab es einen Mord? Ohje! Ist dieser Rimbaud in der Stadt bekannt? Hatte er Hinterbliebene? usw.
Wenn die Wache oder jemand höherrangiges sie unweigerlich wegscheuchte, würde sie die obligatorische Visitenkarte mit dem Hinweis hinterlassen, dass man mit ihr bei Bedarf bestimmt schneller und unkomplizierter als mit der Magierzunft arbeiten könnte.
17.11.2020 22:12:05
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128464)
Durgarnkuld
Normalerweise war der Zugang zur Oberstadt nicht unbedingt einfach (zumindest bisher). Stärkere Kontrollen, Gesindel wurde draußen gehalten.
Bei dem Durcheinander hatte Kamilah sogar Glück, dass sie sich unauffällig reinschmuggeln konnte und den Auflauf an Wichtigtuern begutachten.
Zu jung und unerfahren sahen die Wachen nicht aus. Einige waren sicher erst mit der neuen Nation hier zu ihrer Berufung gekommen, aber ein Senior Wächter hatte wohl alles gut im Griff, dass Kamilah eher schroff abgewimmelt wurde.
Dass es einen gewaltsamen Todesfall gab, das konnte sie schon rauskitzeln.
Bei einer gut betuchten (und beleibten) Frau, die sich das ganze mit pikiert gespitzten Lippen und gekrauster Nase, als hätte sie einen üblen Geruch dort stecken, besah, konnte die junge Magierin aber einige ihrer Fragen und auch einen Werbezettel loswerden (die Wache nahm keinen an – im Umdrehen begriffen konnte die Tay noch ein abfälliges „Heckenmagierin“ gemurmelt hören).
Der Rimbaud gehörte zu den Kreisen, die Geld hatten. Und damit natürlich in einer jungen Nation auch viel Einfluss. Wie sonst baute man denn auch ein Herzogtum auf. Womit genau er sein Geld verdient hatte, war dafür wohl weniger bekannt. Da er hier oben lebte, musste er aber natürlich ein sehr ordentlicher Mann gewesen sein. Zweifellos.
Seine Frau war schon vor Jahren gestorben und er ein Einzelgänger, auch wenn das „kleine“ Laster mit der Vorliebe für junge Frauen kein großes Geheimnis war. Aber wer das Geld hatte, konnte sich ja ein paar Geliebte ruhig halten.
Mit mehr Aufmarsch an Gardisten würde die Traube sich dann verlieren. Und es besser Zeit für Kamilah zu verschwinden, bevor man sie genauer ins Auge fasste.

Begleitet wurde die ganze Begegnung natürlich vom Mauzen und Kreischen dutzender Katzen, die aus dem Haus kamen oder dort auf Simsen thronten.

Grade als der junge Forschergeist schon den Platz räumen sollte, kamen einige Herzogsgardisten aus dem Haus. Zu viel konnte sie nicht aufschnappen, aber eines dann doch.
[i]So viele verdammte Katzen … und da drin sind auch Haufenweise zerfetzte Ratten![/i]
17.11.2020 23:22:18
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128465)
Lisk
Bislang hatte er die Oberstadt weitestgehend gemieden, doch auch Raúl ließ sich von dem Katzenjammer und Wachaufgebot dazu verleiten dieses Mal einen Umweg vom Hafen zur Stadtmitte zu marschieren. Beiläufig nickte er Kamilah zu, die er zwischen den Schaulustigen erblickte, ehe er dann allerdings doch recht rasch weiterzog, nachdem er sich einen groben Überblick über die Situation gemacht hatte.

Statt sich nun weiter am Tatort herumzutreiben zog es ihn wie meistens wenn er gerade in Valgard verweilte, in die Taverne an den Tresen, wo er sich wie immer eine Flasche Rum bestellte. Dieses Mal jedoch trank er nicht schweigsam für sich selbst, sondern bestellte zwei Becher dazu. Unter den üblichen Verdächtigen, die er bei Eyrick in der Vergangenheit wiederholt angetroffen hatte, und die ihn daher auch vom Sehen oder gar von einem Wortwechsel her kennen mussten, suchte er sich ein Gesicht aus, das bislang einem Mann in Tyrannenfarben gegenüber keine Abneigung hatte anmerken lassen und Tresengesprächen generell aufgeschlossen schien. Vielleicht fand er sogar jemand Altbekanntes aus Valvec wieder.

Dieses Mal würde er selbst Mitverbreiter eines Gerüchts werden, da er das soeben Gesehene und Erfahrene aus der Oberstadt seinem erwählten Trinkbruder (der natürlich mit dem zweiten Becher auch mindestens die Hälfte des Rums nach und nach eingeschenkt bekam) brühwarm erzählte und ähnlich wie Kamilah auf Wissen, aber eben auch Klatsch von dessen Seite aus hoffte.
Raúl war in erster Linie darauf aus, sich ein Bild von dem ermordeten Rimbaud zu machen: Was für ein Mann war er gewesen? Welchen Stand, aber vor allen Dingen welche Persönlichkeit hatte er? Dasselbe galt für die verschwundene Frau und das Verhältnis der Beiden zueinander.

Notfalls unternahm er mehrere Anläufe mit verschiedenen Gesprächspartnern, um sich ein grobes Bild von den Beiden machen zu können.

[spoiler]Diplomatie Wurf: 7 + Fertigkeit 20 = 27[/spoiler]
19.11.2020 14:39:19
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128468)
Durgarnkuld
Offen zeigten sich die Gäste nicht abgeneigt gegenüber dem Bekenntnis in Farbe. Auch die womöglich öfters gesichteten Besucher waren da keine Ausnahme. Wer etwas gegen den Tyrannen-Glauben hatte, behielt das wohl wohlweislich für sich und verbarg es gut.
Insofern hatte Raul keine große Schwierigkeit jemanden zu finden, solange er das richtige Klientel ansprach mit dem Rum. Raubeinige Söldner, hartgesottene Seebären, auch gut verdienende Arbeiter.
Valveccer gab es auch noch einige, die hier einkehrten. Jene würden mit dem ehemaligen Ersten Templer je nach Vergangenheit sicher auch einen Bechern.

Bei der Klatsch und Tratsch Ecke konnte sich Raul austoben und die Kunde noch rascher verbreiten. Zweifellos wusste bald ganz Valgard somit davon.
Was den alten Rimbaud anging, gab es eher fragmentarische Überblicke.

Er musste irgendwoher Rang und Namen haben, immerhin hatte er ja in der Oberstadt gelebt.
Andererseits hielt er sich doch eher zurück und war selten in der Öffentlichkeit groß aufgetreten.
Er war reich gewesen, das war sicher.
Einige munkelten, dass er dem Herzog gar seine Burg bezahlt hätte und daher Ansehen und Schutz genoss.
Blind war er, das schon seit Jahren.
Und die Frau, die war verstorben, da war er noch ein junger Spund gewesen!
Händler war er. Oder Geldverleiher?
Einen erlesenen Geschmack an Frauen, den durfte man festhalten. Exotisch, aufreizend. Verschwendung, wenn er die nicht einmal mit seinen Blicken bewundern konnte!

Über die Schönheit Jásime gab es weniger zu berichten. Einige dachten, Rimbaud hätte sie eigens aus Mulhorand oder einer ähnlichen Nation einschiffen lassen.
Andere meinten, sie wäre auf der Durchreise gewesen und hätte sich von ihm (oder eher seinem Geld) bezirzen lassen.
Gesehen hatten sie nur wenige.
Ein Kapitän, mit dem Raul becherte, geriet aber ins Schwärmen für diese verschleierte Frau, der die Unnahbarkeit einer lauernden Räuberin anhaftete. Verführerisch und zugleich gefährlich auf eine Art, die man schwer fassen konnte. Eine wahrhafte Femme Fatale!
19.11.2020 16:00:21
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128469)
Chocobo
Nachdem sie so unhöflich aus der Oberstadt verscheucht wurde, verfolgte Kamilah aus Neugier noch einen anderen Ansatzpunkt.
Sie marschierte zum Hafen und fragte sich nach einem Hafenmeister durch oder hielt einfach nach einer Person mit wichtig aussehenden Hut Ausschau. Sie wollte versuchen, jemand mit Zugang zu Hafenlogs um den Finger zu wickeln, sei es mit einem sympathischem Lächeln oder ein paar Goldmünzen unter der Hand. Wenn das gelänge, würde sie sich danach erkundigen, welche Schiffe in der Nacht bzw. am Morgen abgelegt hatten und wo sie hinwollten. ((Diplomatiewurf: 12 Details:[1d20+11 (1)]))
Das alles, ohne den Mord oder die mögliche Verbindung zu erwähnen, aber da das Gerüchtelauffeuer wie mit Öl angefacht rumging, konnte man es sich sicher zusammenreimen.

Unabhängig davon plante sie mit einem Wahrsagen-Zauber noch einen Schuss ins Blaue. Dafür würde sie beim nächsten Verbleib in der Mirhavener Akademie nachschauen, ob es dort einen für Novizen zugänglichen, passenden Spiegel als Fokus gab. Ein polierter Silberspiegel, 60x120cm, im Wert von 1.000 Gold musste es sein. Offensichtlich nichts, was die "Heckenmagierin" sich mal eben selbst besorgen und in ihre Besenkammer mit Bett hängen würde.
21.11.2020 10:51:06
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128473)
Mastermind
Nicht nur Kamilah schlug im Hafen auf. Auch Fabienne trollte sich unter die Bewohner des Hafens. Sie hatte erstmal kein konkretes Ziel, sie lauschte aber den Gesprächen, ob es irgendwann auch mal um den ermordeten Händler gehen würde. Er soll ein Goldverleiher gewesen sein. Vielleicht wusste man hier, bei den Ärmeren, ja zufällig etwas über den Toten und seine Geschäfte, war vielleicht sogar ein Kunde. Sie würde sich zumindest in Gespräche einklinken, wo immer möglich, um herauszufinden was man so über ihn zu erzählen hatte.
21.11.2020 15:25:05
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128474)
Durgarnkuld
Einen wichtigen Hut konnte [b][color=#FF4500]Kamilah[/color][/b] nach einer Weile durchaus finden. Und am Anfang ging alles auch durchaus ganz gut. Ein paar Worte hier, etwas bekundetes Interesse dort.
Leider kam mitten im Gespräch der Schwiegersohn des Hafenmeisters daher.
Ein Rashemi, haarig wie ein Bär.
Mit wüsten Beschimpfungen und aufgebrachtem Brustpelz stritt er mit dem Schwiegervater und abschließend wurde für die Tay nur noch gemauert. Münzen würden unter dem strengen Auge der Obrigkeit wohl auch nicht mehr helfen, das (vorerst) zu kitten.

Bei ihrer nächsten Rückfahrt oder -reise nach Mîrhaven war der Magierin jedoch immerhin mehr Glück beschieden. Zur Ausstattung der Akademie zählte natürlich auch solch ein Raum für Wahrsagerei und Hellseherei, der in den Studiengebühren inbegriffen war zur Nutzung.

[b][color=#8A2BE2]Fabienne[/color][/b] würde irgendwann sicher mal über Gemunkel und Getuschel stolpern. Allerdings war das Opfer in der Oberstadt wohl jenseits des armen Klientel hier gewesen. Zumindest war keiner hier Kunde und eigentlich kannte auch keiner jemanden konkret, der bei Rimbaud gekauft oder geliehen hatte.
21.11.2020 19:48:42
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128475)
Chocobo
Der nächste Schritt war damit klar. Kamilah trug sich in die Warteliste für den Erkenntniszauber-Raum ein und besorgte sich in der Zwischenzeit noch die nötigen Zauberkomponenten. Einen kleinen Umweg zu Schreinen von Mystra und Tymora (suck it, Beshaba!) machte sie auch, um einen Obolus dazulassen. Unter erschwerten Bedingungen konnte jedes bißchen helfen.

Als sie dann schlussendlich vor dem Spiegel saß, legte sie alles bereit: ein Fläschchen Salpetersäure, Döschen mit Zink- und Kupferspänen, ein Auge eines Raubvogels; und sollte alles gut gehen, für einen zweiten Zauber einen Kupferdraht. Ihr Notizbuch mit Zeichenstift lag griffbereit daneben.
Sie fing mit den Zauberkomponenten, die genauso gut in einem Hexenkessel Platz gefunden hätten, einen einstündigen Prozess zum Wirken von Wahrsagen ([url=https://www.d20srd.org/srd/spells/scrying.htm]Scrying[/url]) an.
Sie konzentrierte sich dabei auf alles, was sie über Jásime Zia-Sepret wusste oder zu wissen glaubte, was freilich nicht viel war - der Name, die Verbindung zu Rimbaud, das Erscheinungsbild einer attraktiven, jungen Mulanin, vielleicht eine Werkatze (das ist gemutmaßt und nicht gewusst). Es würde hoffentlich ausreichen, um den Zauber auf den Fäden des arkanen Gewebes in eine ungefähre Richtung zu senden.
((Willen gegen Spell-DC 19, aber sie kriegt +5 Willen weil Kami sie nur aus zweiter Hand kennt. Also effektiv DC 14, ohne weitere Umstände))
22.11.2020 12:22:12
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128479)
Durgarnkuld
Bestärkt von der kleinen Opfergabe an die lichten Göttinnen fand sich die Magierin aus Tayer Landen schlussendlich in dem Ausspähzimmerchen wieder.

Nervenzehrend war der Eingriff in das Gewebe. Die Adern an ihren Schläfen pochten, während sie sich in tiefste Konzentration begab, begann das Gewebe zu zupfen und zu sortieren, auf der Suche nach einer Spur, einem Rückstand, der durch die dichten Maschen des magischen Netzes ihr Ziel endlich ausfindig machen würde.
Norden, Süden, Westen, Osten. Die magischen Fühler zuckten durch Mystras Gewebe. So viele Menschen auf einem Erdenball, so viele Möglichkeiten.

Die Minuten wurden lang und endlich reiften sie zu einer vollen Stunde.
Ein Blick in den magischen Spiegel.
Nichts. Nichts außer ihrem eigenen Antlitz natürlich.

Als es schon den Anschein hatte, dass die Zielperson tatsächlich einfach widerstanden hatte, wirbelten Schlieren in dem wertvollen Spiegel auf.
Es war reichlich verzerrt, verschwommen. Die Umstände der Bekanntschaft erschwerten den Kontakt. Aber mit mehr Konzentration konnte Kamilah doch etwas ausmachen.

Ein Schiff auf einer blanken Scheibe aus dunklem Nass. Irgendwo in der Ferne ein Streifen an Landmasse, unförmig und wabernd in dem magischen Kanal, den sie geöffnet hatte. Ein Sichelmond am Himmel, der das Deck in Selûnes Glanz hüllt.
Schattenhafte Matrosen sind in der unsteten Verbindung kaum mehr als Rauchfiguren.
Der Fokus liegt auf der Person, nach der gefahndet wird und die all dies sieht.
Die Züge der Mulanin sind leider ebenso unscharf, aber lassen eine Schönheit nichtsdestotrotz erahnen. Sie räkelt sich grade auf einer Art Sänfte, die hier an Deck herumsteht. Sie muss teure Tücher um sich gewickelt haben, die ihre Kurven so sehr verhüllen wie hervorheben.
Sie hat einen Anhänger um den Hals, der bei der Umdrehung der Fernkamera mehr ins Auge sticht. Ein Zwillingskleinod … irgendetwas mag daran das Interesse wecken, den Drang es näher zu begutachten, besser zu sehen.

Irgendetwas schien Jásime grade daran aufzuschrecken. Der Blick der verschleierten gelben Augen richtet sich direkt auf die Position des magischen Sensors, als blickte sie durch den teuren Spiegel selbst zurück zu Kamilah.
Mit einem Kratzen der langen, geschmeidigen Finger wirbelt das Bild im Spiegel erneut auf und der Spiegel wird blank.
22.11.2020 15:40:11
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128480)
Chocobo
Einen Versuch war es wert, dachte Kamilah bereits resignierend, als sich doch eine Verbindung offenbarte.
Schnell zog sie ihr Notizbuch vor sich, um alle Details festhalten zu können. Sobald klar war, dass die Gesuchte auf hoher See außerhalb jeder Reichweite war, wickelte Kamilah sich den extra bereit gelegten Kupferdraht um die Finger und begann einen Nachricht-Zauber (Message) zu wirken. Für arkane Meister war es ein leichtes, diesen Zauber durch solch eine Verbindung zu wirken. Für Kamilah war die Chance, dass überhaupt was durchkam, marginal besser als ein Münzwurf (55%).
Sie zeigte mit dem ausgestreckten Finger auf die Gestalt im Spiegel und begann hastig zu sprechen, gerade als sich ihre Augen traffen.
"Ich bin ein Feind vom Rattenkönig. Können wir uns treffen? Hinterlasst Nachricht am Mirhavener Anschlagsbrett für.. Feli Dae."

Ob die Nachricht durchkam und ob sie in ihrer Gänze gehört wurde, bevor die Verbindung durchtrennt war, das wissen wohl nur die Götter.
23.11.2020 12:36:40
[SL Durgi] Katzenjammer (#128483)
Kriegerin
[b]2020-11-23 POST Keara liebte die Oberstadt[/b]

Die Oberstadt Valgard war mit vielen anderen Dingen in ihrem Leben Ausdruck dessen was Keara erreicht hatte. Ihr Grundstück in der Oberstadt mit der immer erträumten wundervollen Aussicht, das Anwesen mit Turm in Planung (für das leider die Rohstoffe fehlten) und die unmittelbare Nähe zur Burg des Herzogs.

Der beschränkte Zugang zur Oberstadt tat ihr übriges. Keara genoss den privilegierten Zugang zu dem abgeschottenten Viertel, genoss einen Grossteil der Menschen schlicht hinter sich zu lassen, wenn sie durch die Tore der Oberstadt schritt.

EIN MORD hier oben in der Oberstadt dagegen bedrohte alles, war Ausdruck dessen, dass in der wohlgeordneten Welt der festen Strukturen, die Tyrannen so liebten und förderten eine Stellschraube nicht paßte. Ein Mord an einem Bürger in der Oberstadt entging daher Kearas Aufmerksamkeit nicht. Jedoch war die Ritterin nicht auf der Straße und lauschte oder in der Taverne und trank und lauschte, nein Keara ging direkt ins Gespräch mit den ihr bekannten Offizieren der Garde des Herzogs, vertiefte den Wunsch auf Zusammenarbeit, der Ihr nun als Ritterin von Valgard erst Recht in die Hände gelegt worden war. Dabei ging Keara höflich und respektvoll vor. Denn die Soldaten des Herzogs waren einerseits ihre Vergangenheit, aber gleichzeitig als Ritterin von Valgard auch Teil ihrer Zukunft. Gemeinsam beschützten sie die junge Stadt.

Und sollten der Händler Angehörige hinterlassen haben oder die Angehörigen der Geliebten des Mannes geistlichen Zuspruch oder ein offenes Ort brauchen, auch dafür war Keara als Klerikerin bereit. Ebenso falls eine Abschiedszeremorie für den Toten gebraucht wurde.
23.11.2020 18:37:25
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128484)
Durgarnkuld
Als Ritterin war es Keara gut möglich, Kontakt zu den entsprechenden Gardisten aufzubauen.
Allgemein hielt man die Kirche und die Herzogsgewalt schon ordentlich auseinander, aber solange die Garde einbezogen wurde in etwaige Ermittlungen und da keine Dinge auf eigene Faust liefen, wäre man wohl gewillt, ihr den derzeitigen Stand auch zuzuspielen.

Angehörige hatte der Verstorbene offenbar gar keine.
Was natürlich hieß, dass das Vermögen und Anwesen jetzt in herzöglichen Besitz überging.
Bei so einem schweren Geldverleiher eine beträchtliche Aufstockung des Finanzhaushalts zweifellos …
09.12.2020 14:06:18
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128525)
Chocobo
Nach ein paar Nachfragen in der örtlichen Bevölkerung von Mirhaven erfuhr Kamilah vom Sharess-Schrein und fand ihn schlussendlich tatsächlich in einer kleinen Nische mit Blick auf den Hafen.
Das war die offensichtlichste Lösung für das kleine Rätsel, also bereitete sie sich darauf vor, sich beim nächsten Vollmond dort auf die Lauer zu legen.
Sie überlegte, ob sie sich Rückendeckung holen sollte, aber sie wollte nicht den Anschein eines Hinterhalts erwecken. Und mit der Arroganz eines roten Magiers war sie davon überzeugt, sich mit ihren diversen Assen im Ärmel aus jeder kniffligen Situationen herausmanövrieren zu können.

Zum Treffen putzte sie sich magisch heraus, unter arkanem Auge sah man die Verwandlungsmagie an ihr. Mit Adlerpracht und diversen kosmetischen Zaubern kreierte sie keine Verkleidung, sondern eher eine "bessere" Version von sich selbst, um dem Auge einer Sharessjüngerin mehr zu schmeicheln. Die Haare mit mehr Glanz, die Nase gerader, die Lippen voller, die Kleidung edler und eine Figur betonend, die es ohne Magie nicht gäbe. Sie hatte nicht vor, irgendwen zu bezirzen, lediglich den ersten Eindruck zu kontrollieren und zu ihren Gunsten zu kippen.

Für den vorbeilaufenden Beobachter ergab sich damit das Bild einer jungen, attraktiven Frau, die am Sharess-Schrein Andacht hielt, was sicher niemanden weiter verwundern sollte. So wartete sie offen unterm Mondlicht, während ihr Wiesel im Gebüsch hockte um Nase, Augen und Ohren offen zu halten.
27.12.2020 18:16:43
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128583)
Chocobo
Wie es abgemacht war, suchte Kamilah den Diener von Jasmine auf, bzw. hinterließ diesem eine Nachricht, um das nächste Treffen anzuberaumen.

"Ich hab für die Sache ein paar mögliche Weggefährten, 3-4 gute Seelen aus Mirhaven, aber sie möchten erst selbst sehen, mit wem sie sich ins Boot setzen. Ihr bestimmt wieder Zeit und Ort. Meine Hausaufgaben hab ich auch erledigt.
~ K.A."
28.12.2020 12:29:45
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128585)
Durgarnkuld
Potifar saß mit einer stoischen Haltung immer im selben Eck des Silbernen Drachen – offenbar hatte er hier ausgeharrt bis die junge Magierin sich melden würde. Man mochte was meinen, dass er sich nie gerührt hätte. Aber anders als andere Türsteher war er immerhin ein vollwertiger Mensch (vermutlich).
So nahm er die Nachricht entgegen, nicht ohne Kamilah nochmal abschätzig zu mustern. Aber es war sicher, dass die Botschaft ihr Ziel finden würde.

Es dauerte wenige Tage bis Potifar Kamilah, als sie aus der Akademie von irgendeinem Experiment grade rauskam, abfing, um ihr ohne viel Federlesen die Antwort zu übermitteln.

[i]Beim nächsten Sichelmond im Badehaus. Ich habe gemietet für eine ruhige Unterredung.[/i]
[spoiler]((Termin suchen wir dann :) ))[/spoiler]
11.01.2021 13:02:56
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128645)
Chocobo
Kamilah setzte sich in ihrer angemieteten Besenkammer aufs Bett, um eine Nachricht an den Rattenkönig zu verfassen:
[i][color="blue"]"Ich habe Eure entlaufene Katze gefunden. Sie wird auf die Insel zurückgebracht. Wenn sie hier ist, will ich mich am [Vollmond] zum neuen verhandeln mit Euch treffen. - K.A."[/color][/i]
Kein Bitten, keine Höflichkeitsfloskeln. Es ist die Nachricht einer Person, die sich sicher ist, mit einer starken Hand an den Verhandlungstisch zu treten.

Sie faltete die Nachricht zusammen, schrieb [i][color="blue"]R.K.[/color][/i] oben drauf und legte sie als ein kleines, verschnürtes Päkchen neben ein großes Stück Käse nahe dem Mauseloch, das vom Boten des Rattenkönigs genagt wurde.
Dann wartete sie ein paar Tage ab, ob die Nachricht verschwand und eine neue auftauchte.
16.01.2021 13:02:32
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128661)
Durgarnkuld
Es dauerte nicht allzu lange, nachdem Kamilah ihren Köder ausgelegt hatte. Die Nachricht samt Käse verschwand und neuere Kratzspuren von kleinen Füßchen legten nahe, dass es von einer Ratte verschleppt worden war.
Nach etwas Bedenkzeit – oder einfach dem Versuch der starken Verhandlung mit dem langen Arm zu begegnen – saß irgendwann in dem Zimmerchen, das die Tay in Valgard bezog, eine recht fette, hässliche schwarze Ratte auf ihrem Kopfkissen, als sie zurückkam. Die arglistigen Augen funkelten die Magierin noch einmal an, als sie von der Schlafgelegenheit sprang und sich wieder verziehen wollte. In den Stoff ihrer Laken war die Antwort gebissen worden.

[color=#B22222][b]Ich warte.[/b][/color]
19.01.2021 13:49:16
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128687)
Chocobo
Gold, soviel Gold! Einen ganzen Beutel voll und noch ein paar handvoll in den Hosentaschen und ihrer Umhängetasche. Sie hatte sich in Mirhaven als erstes ein Zimmer im Drachen genommen und die Beute dort hin geschleppt. Wahrscheinlich hatte sie mehr vor sich, als sie bisher in ihrem Leben aufeinmal besessen hatte. Ferdinand hatte keine Zeit verloren, sie noch auf dem Müllberg daran zu erinnern, dass die Kirche Spenden annahm, also konnte sie leider nicht alles behalten. Dennoch spielte sie kurz im Kopf das Szenario durch, in dem sie einfach mit der gesamten Ausbeute durchbrannte.

Aber dann begann sie, Hartgold von Schmuck zu sortieren, und den Schmuck noch mal in leicht zu veräußernde und besondere Stücke. Das Hartgold wurde durch Sieben aufgeteilt für Bethsaba, Ferdinand, Jasmine, Potifar, jeweils die beiden geretteten Damen und Kamilah. Sie bevorteilte die anderen bei der Verteilung und nahm sich den kleinsten Teil, da ihr noch der Schmuck blieb.

Sie wusste nicht, wie heiß der Schmuck war, aber so oder so, würde der erstmal eine ganze Weile liegen bleiben. Sie würde sich in der Zwischenzeit vorsichtig nach einem Hehler in Mirhaven umhören, bei dem sie es über längere Zeit in Umlauf bringen konnte, als eine Art stetiges Einkommen. Alles auf einmal veräußern wäre sicher ein Leuchtfeuer, egal wo sie es macht.

Ein oder zwei Edelsteine wurden für teure Zauber zurückgelegt.

Alle Siegelringe, offensichtlichen Erbstücke oder anderen Stücke mit identifizierbaren Merkmalen wurden auch beiseite gelegt. Falls man die Besitzer ermitteln konnte, ließen sich damit vielleicht ein paar kleine Gefallen verdienen, oder man könnte die Siegelringe für Fälschungen benutzen.

***
Sie folgte Jasmines Angebot, sie noch mal im Badehaus zu treffen, für einen angeregten und innigen Austausch. Sie brachte die versprochene Flasche Wein mit und hinterher huschte sie mit roten Ohren und verschmitzten Grinsen unter Potifars strengen, wissendem Blick davon.

***
Sie benutzte ihren Anteil vom Gold, um sich eine Wohnung im Mietshaus in Mirhaven anzumieten. Endlich nicht mehr das Geschnarche und nächtliche Gefurze im Schlafsaal der Akademie ertragen müssen.
Valgard mied sie in den kommenden Tagen, nur ein kurzer Besuch, um Frankie, ihre Hybrid-Katze umzusiedeln und ein loses Ende bei Fabienne abzubinden. Sie steckte kurz den Kopf zu Arkanistin Finsterbuschs Mephitenhaus rein, um sich vielleicht ein Buch über Mephiten oder Spiegelmephiten im speziellen auszuleihen und versicherte, dass sie noch an der Sache arbeitete, dann war sie für die nächste Weile weg, bis sich etwaiges Chaos gelegt hatte.
24.01.2021 16:18:33
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128717)
Durgarnkuld
Kamilah hatte in der Tat reiche Beute gemacht. Obwohl in ihre Taschen nicht der gesamte Reichtum des Rattenkönigs gepasst hatte und man offenkundig auch nicht zu viel Zeit damit vergeuden wollte, nach jedem kleinen Brillanten sich durch Unrat und Dreck zu wühlen, war die Ausbeute sehr beachtlich.
Trotz Aufteilung auf alle Beteiligten blieben da für die Tay stattliche 15.000 Golddrachen. Beziehungsweise solch ein Sümmchen überschlagen in Platinwyrme, Golddrachen, Silberornos, Edelsteinen und anderen Dingen von Wert, die man hatte einstecken können.

Dazu kam dann noch der mehr oder weniger heiße Ware, die Kamilah peu à peu loswerden konnte und damit einen recht passablen Lebensstandard plötzlich auf längere Zeit aufrecht erhalten konnte. Magische Experimente wären immer noch recht kostspielig abseits des Arkanen Ordens, aber für das normale Auskommen war sie nicht mehr arm wie eine Kirchenmaus und konnte sich auch den lebenserheiternden Luxus leisten, ohne zu bangen um ihre Finanzen.
Nach etwas Umhören im Hafen, wofür sie wohl in die Eingeweide mal klettern musste. Sei es in die Arena, ins Lotus oder den Blutigen Eimer – mit etwas schurkischem Charme wurde sie an einen gewissen Heggard in der Tischlergasse verwiesen. Der nannte einen Gemischtwarenladen sein Eigen. Sicher nur Fassade für heiße Ware.
Dort würde sie ihre Beute loswerden können in kleinen Schüben.

Klare Siegelringe gab es ein paar, vielleicht ein halbes Dutzend. Auch ein paar Broschen und Haarnadeln und anderer Tand für Reiche, der an Erbstücke erinnerte.

Der Badeabend würde sich für eine neugierige Kamilah zweifellos als sehr bereichernd erweisen, auch wenn der gestrenge Leibwächter sie nur mürrisch ansah.

Zuletzt konnte Kamilah eine allgemeine Abhandlung über Mephite von Cruella ausleihen, die weiterhin über ihrem geliebten Cocoboro nachtrauerte.

Ein interessanter Fund war allerdings noch die Krone des Ratterichs.
Prunkvoll, viel zu prunkvoll. Hässlich irgendwoher, trotz des Reichtums. Aus Gold gefertigt mit Saphiren, Rubinen und Smaragden besetzt. Einige davon würde man auch als Fokus sicher rausbrechen können.
Aber am womöglich interessantesten war eine kleine, nachtschwarze "Murmel", die an der Innenseite in einer Einkerbung eingesetzt war und so versteckt vor neugierigen Blicken.
25.01.2021 09:23:42
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128728)
Chocobo
Wie ein schatzbesessener Halbling hielt Kamilah die schwarze Murmel aus der Krone in ihren Händen. Welche Geheimnisse konnte sie offenbaren? Was war dem Rattenkönig so wichtig gewesen, dass es niemand wissen durfte? Sie zögerte nicht lange damit, zu versuchen die Erinnerungskugel zu aktivieren. Zu groß war die Neugier.
26.01.2021 12:51:07
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128732)
Mastermind
Der Gestank vom brennenden Müllhaufen lockte eine Calishitin an. Sie wusste sofort wo sie hin musste, als sie den Gestank vernahm. Als sie am Ort des Geschehens ankam, verdunkelte sich ihr Blick. Konnte es wirklich sein das das passiert war, war sie schon ein paar Mal in ihrem Geist durchgespielt hatte? Den ganzen Müllhaufen mit einem Feuerball hochgehen lassen? Und das dann auch noch ohne sie?
Sie begann auf dem Müllhaufen nach Spuren zu suchen. Vielleicht Blut, vor allem aber nach Fußspuren die zum Müllhaufen hin oder weg führen würden, und woher diese kamen. Aus Richtung Valgard? aus Richtung Südküste? oder etwa aus der Höhle nebenan? während sie sich umsah, wuchs der dunkle, bittere Hass in ihr weiter an. Gut verstaut in ihrer Seele, neben all den anderen finsteren Erfahrungen. Eine weitere Patrone im Revolver, der irgendwann losgehen würde.
Zumindest galt es im Moment einen positiven Nebeneffekt zu nutzen: die Höhle mit dem Zugang in die Unterstadt war frei.
27.01.2021 14:28:11
Aw: [SL Durgi] Katzenjammer (#128741)
Durgarnkuld
[b][color=#FF4500]Kamilah[/color][/b] tauchte mit Erfassen der von Shar-Schatten verschlungenen Murmel ab in die Tiefen einer Erinnerung … die Welt um sie verschwamm, als die Perspektive sich ändert.
Der liebliche Geruch von Müll steigt in die Nase. Eine wilde Mischung aus vergärenden Essensresten, Nachttopfinhalten, Schlachtabfällen und wundersamen Tinkturen, die aus dem Zunftgebäude unsachgemäß entsorgt hier landeten. Das Kratzen von kleinen Pfötchen war zu hören, das Schmatzen und Balgen, das Quietschen und Nagen.
Ratten.
Unzählige Brüder und Schwestern um sich versammelt, wetzt die schwarze Ratte mit dunklen Knopfaugen, deren Reflexion ab und wann in zerbrochenen Spiegeln und Gläsern aufschimmert, durch den Müllberg und sucht sich die besten Brocken heraus. Mal verheddern sich Schwänze, mal passiert man die heftigen Rammeleinlagen untereinander, um neue Ratten in die Welt zu setzen.
Endlich erreicht sie einen Hügel abseits des geschäftigen Trubels der Rattenplage. Mehrere unbeschriftete Phiolen und Glasbehälter liegen hier herum, bilden eine Suppe aus grüner Flüssigkeit und blauer, roter und orangener, verschiedenste Zaubertränke und Elixiere, die eine unvorhersehbare Mischung bieten.
Die anderen Ratten meiden diesen Sud und auch in der Erinnerung steigt der scharfe Geruch unangenehm in die Nase. Das Schnurrhaar zittert, aber unerschrocken trippelt man näher. Vorsichtig, tastend und prüfend wird die Zunge ausgestreckt, um ein paar Tropfen aufzulecken. Das schwarze Fell steht sogleich in Schauder von Ekel ab, als wellenartige Krämpfe durch den kleinen Leib zucken. Das Quietschen in der Ferne wird dumpfer, unwirklicher, als ermattet der Träger der Erinnerung sich abseits auf eine Anhöhe kämpft. Ein Ausblick auf die junge Nation Valgard mit den Feuern und Lichtern, dem Abklingen der Arbeit für den Abend. Und [i]Verstehen[/i] zuckt durch die Hirnwindungen plötzlich hindurch. Namen von Orten, Personen … Zusammenhängen. Der Kopf pocht, die Sicht ist noch etwas unscharf, aber der erste Funken von Ambitionen hungert nun im Herzen, statt nur im unersättlichen Bauch.
Grade orientiert man sich noch mit dieser neuen Sicht auf die Welt, urtümlicher Schrecken die junge Nacht verhüllt. Eine Präsenz findet sich neben dem Ratterich ein. Gewaltig, unwirklich, unfassbar. Hoch wie ein Haus, voll Kraft, die von unheiligem Ursprung zeugt. Eine Gestalt zu erhaben und schrecklich, um sie mit dem einfachen Gemüt einer intelligenten Ratte zu erfassen, ein Schatten des puren Terrors.
[b][color=#483D8B]Ich sehe das Lodern in deinen Augen. Den Hunger nach dieser Stadt des Mülls, des Drecks.[/color][/b]
Tief wie der Abyss donnert die Stimme wie ein Gewitter über den Ratterich, der sich ergeben und zitternd niederwirft. Aber die Worte – die Worte stoßen auf Verstehen. Ungekanntes Verstehen. Und so öffnet sich ein Knopfaugen, als der Hunger geschürt wird.
Langsam bewegt sich der Berg aus schattenhafter Urmacht hinab, reicht eine Hand und auf der: eine kleine Krone. Grade groß genug für einen Rattenkopf. Prunkvoll und geziert von edlen Steinen.
[b][color=#483D8B]Ich verspreche dir, König zu sein über diesen Haufen von Abschaum. Sie sollen alle dir zu Füßen knien. All die Valveccer.[/color][/b]
Eine Mischung aus ausgespiener Verachtung, Hass, Ingrimm und lockender Verführung, Betörung bei dieser Stimme, die die Worte spricht … irgendwie verzogen, seltsam, die Laute verworren. Falsch.
Die gelblichen Schnurrhaare zittern noch einmal, als der Ratterich, eine einfache Ratte ohne Stammbaum, ohne Herkunft, ohne Besonderheit sich aufbaut und nach der gereichten Krone greift.
Alle würden sie knien vor dem König.

Damit löst sich der Schleier vor den Augen, als die Murmel den Geist freigibt.

[b][color=#8A2BE2]Fabienne[/color][/b] fand mit ihren Kenntnissen der Spurensuche nichts, was mehr auf die Auseinandersetzung hier genaueren Hinweis lieferte. Sei es der Regen, der felsige Untergrund, ihr Mangel an Erfahrung in diesen Belangen … ob hier eine Armee aufgekreuzt war, ob es rivalisierende Patrone gewesen waren oder nur eine Laune der Natur, das ließ sich nicht mehr feststellen.
Der verkohlte Haufen an Müll hatte auch restliche Schätze zerstört oder zu sehr verunreinigt, um noch brauchbar zu sein. Tote Ratten fand man noch teilweise, Knochen lagen herum oder waren von Flammen sogar zu Asche verbrannt worden.
Auf dem Weg zur nahen Höhle, hörte man es aber wieder quietschen. Ratten lebten dort noch zur Genüge. Eine Brutstätte an Krankheit, wenn man sich nicht wappnete.
Sollte die Sharitin alle Vorkehrungen treffen oder sich im Nachhinein reinigen und für einen dunklen Höhlenausflug bereitmachen, stellte sie fest, dass die Höhle nur eine Höhle war mit winzigen, eben Ratten-großen, Schweizerkäse-Zugängen irgendwo tiefer noch. Ob die in die Unterstadt überhaupt führten, war ungewiss. Und für Menschen auch gar nicht gangbar.
Aber schließlich hatte der Rattenkönig auch nie einen eigenen Zugang versprochen gehabt.