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25.10.2020 18:39:32
[Durgarnkuld] Das Tiefste Mysterium Bösaba (#128357)
Nutmeg
Nachdem die Reise in die heiligen Hallen Oghmas ohne Verluste überstanden war, nahm sich Bethsaba in der Meditation die Zeit, das Erlebte zu verarbeiten.
Zu beeindruckend war die Bibliothek des Gottes des Wissens gewesen, als dass diese nicht noch in ihrem Geiste nachhallen würde.
Sie hätte gerne mehr Zeit darin verbracht, doch das Weltentor hatte seinen eigenen Kopf.

Nachdem sie ihre persönliche Zen-Stimmung gefunden hatte, trank sie in Ruhe einen Schwarztee mit Sahne und Zimt und nahm das Buch, das sie Ogham stibitzt hatte zur Hand und strich über den Ledereinband.

[i]Der Fall Sembias[/i] - so war der Titel gewesen, der sich jetzt nur noch als unverständliche Hieroglyphen präsentierte.

Aber - der Fall eines anderen Sembias, in einer anderen Welt.
In einer Welt, in der Tyrannos weiblich war und in der eine Bethsaba für die Schwarze Fürstin Selgaunt eingenommen hatte.
Eine Parallelwelt, in der ihr Schicksal einen anderen Verlauf genommen hatte als hier.
Zu faszinierend war der Gedanke, dass es irgendwo eine Bösaba gab, als dass sie das einfach stehenlassen konnte.

Und so schlug sie das Buch auf und betrachtete den Inhalt. Auch auf den Pergamentseiten nur Hieroglyphensalat. Sharindlar sei Dank hatte sie im Schutze ihres Hauses mehr Zeit als in Oghmas Hallen, das "Tiefste Mysterium Bethsaba", wie das Buch es genannt hatte, zu ergründen.

So ging sie relativ banal zuerst vor und zauberte den Zungen-Zauber, welchen sie sich als Schriftrolle von der Akademie besorgt hatte. Vielleicht konnte sie damit sich schon etwas in die Materie hineinfuchsen.
27.10.2020 13:09:53
Aw: [Durgarnkuld] Das Tiefste Mysterium Bösaba (#128367)
Durgarnkuld
Unter leisem Knistern verzehrte sich die eingewobene Magie von der Schriftrolle, als sie den Zauber sprach, der ihr Zugriff auf – nun, theoretisch jede denkbare Sprache ermöglichte.
Allerdings bezog sich diese Macht mehr auf das orale Vergnügen und war auch mehr von der Tragweite der Stimme begrenzt als anderem.
Die fabelhaften Zeichen entschlüsselten sich Bethsaba nicht unmittelbar.

Beim Durchblättern fiel ihr jedoch auf, dass es ab und wann Darstellungen gab. Kunstvolle Zeichnungen, verschnörkelte Lettern. Vom Stil her erinnerte es an eine Hagiographie (oder Anagiographie als unheilvolle Bringerin der Knechtschaft?).
Abgebildet war eine etwas stilisierte Bethsaba, aber sie erkannte sich durchaus in dieser Frau. Wie sie ihren korrupten Cyric Bruder erschlug und die Schwarze Fürstin sie erwählte. Der dramatische Feldzug und die Belagerung von Selgaunt, das IHRER Faust nicht standhielt.
Sogar ihr Ross war ihr geliebter Goffredo.
Und der Feldzug zog sich über Condath bis zur Schwertküste, wo sie offenbar Tethyr gedachte im Vorbeiritt einzunehmen. Das Land ihrer Vormütter.
Leider blieb verschlossen, was die genauen Details ihres Lebens waren. Irgendwann tauchten einfach ein Duergar-Tork und Myrkul-Ferdinand in ihrem Leben auf. Letzterer merklich an einer kurzen Leine gehalten.
Die Geschichtsschreibung blieb wie Bösaba – ein Mysterium.
29.11.2020 10:58:44
Aw: [Durgarnkuld] Das Tiefste Mysterium Bösaba (#128503)
Nutmeg
Bei diesem anhaltenden Mysterium runzelte Bethsaba die Stirn.
Die Bilder zogen sie jedoch in ihren Bann und sie betrachtete jedes einzelne mit der größten Aufmerksamkeit.
Fast fröstelte es ihr, als sie darin nicht nur sich selbst, sondern Ferdinand, Tork und sogar ihr Schlachtenross Goffredo mit seiner wehenden Mähne entdeckte.

So half alles nichts. Sie stiefelte in die Akademie zu den Magiern und ließ sich eine Rolle des "Sprachen verstehen"-Zaubers anfertigen.
Mit einer Prise Ruß und einer Prise Salz bewaffnet, setzte sie sich in ihrem Schlafgemach in der Thensener Allee an ihren Schreibtisch, und legte das Buch behutsam vor sich hin, verstreute die beiden Prisen in die Luft und las dann die Worte von der Zauberrolle, um den Zauber zu wirken.

Und danach widmete sie sich der Lektüre über das Leben ihrer Parallelwelt-"Schwester".