06.02.2019 15:25:30 | [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126857) |
Lyraee | Ich hatte einen sonderbaren Traum. In diesem Traum war es Nacht. Und der Regen, der das Wasser in Pfützen kräuselte, trommelte auf die Dachschindeln der Häuser, auf die Strohdächer der Schuppen, glänzte auf den Brettern der Steege und Brücken, auf den Decks der Boote und Schiffe, auf dem Stein des Pflasters. Dort, mitten auf der schmutzigen Straße zwischen aufgeschwemmten Pferdeäpfeln und einem schiefen Laternenpfosten, schimmerte und glänzte etwas, das kein Wasser oder Regen war. Es war ein Edelstein, ein Rubin. Wunderschön und makellos – wären da nicht die Sprenkel frischen Blutes gewesen die an ihm hafteten, ihm an Glanz raubten, sodass anfängliche Bewunderung dem Entsetzen weichen musste. Es war kein Traum. Selten war es ihr schwerer gefallen aufzubrechen, die schöne Schimmelstute zu satteln und los zureiten, nicht wissend was sie des Wegs erwarten würde, aber immer entschlossen sich ihm zu stellen. Pandaemonias Schritte waren federnd, weit ausholend und anmutig wie eh und je, frei und fröhlich trugen sie ihre Herrin voran. Lueith wäre zu solch beschwingten Schritten nicht im Stande gewesen. Sie saß im Sattel, ritt reglos und wie betäubt. Was ihr bevorstand, das wusste sie auch diesmal nicht – doch heute war das kein Grund für Lust und Verzückung des Reisen und des Abenteuers. Denn ihr Herz fühlte sich wie in kalte Eisenbänder gespannt an. Sie wagte nicht einmal einen tieferen Atemzug denn dann, dachte sie, würde es durch die bloße Bewegung zerquetscht und zermalmt, bis in ihrer Brust nichts mehr übrig wäre als ein Brocken Eis und Stahl. Lueith beugte sich vor, spornte Pandaemonia durch einen Schrei zu schnellerem Lauf an. Die Stute flog dahin wie der Sturm. In der letzten Etappe ihrer Reise, die durch eine kurze Rast markiert war, suchte sie sich einen Ort, den sie nutzen konnte für... wofür? Für das Gedenken an Maeralya? Die Reverie? Einer Anrufung? Einem Zauber, um Gwynnestríi zu kontaktieren? Um sich vorzubereiten für das, was bevorstand? Jedenfalls nicht für ein Gebet, nein. Gewiss nicht. Ihre Gebete wurden nämlich nicht erhört. Von keinem der Seldarine, niemals, jemals. Nicht damals, nicht heute. Nie. Und aus diesem Grunde wäre alles, wirklich alles sinnvoller als zu beten. Sie stand, in Mondlicht gebadet, auf dem Gipfel einer Anhöhe, eine kleine dunkle Gestalt mit wehendem weißen Haar. Und sie kniete nieder – um zu singen und zu beten. [center][i]Oh! Wie Gold fallen die Blätter im Wind, lange Jahre zeitlos wie die Schwingen der Bäume! Die langen Jahre sind vergangen Wie rasche Schlucke des süßen Mets In den hohen Hallen jenseits des Westens Unter den blauen Gewölben Arvandors, worin die Sterne zittern beim Gesang ihrer Stimme, heilig und königlich. Wer nun soll nur den Becher für dich füllen? Denn nun hat die mystische Seherin, die Dame der Träume, die Königin des Mondes und der Sterne ihre Hände wie Wolken gehoben, und alle Pfade sind tief im Schatten versunken. Und aus einem grauen Lande kommend, liegt Dunkelheit auf den schäumenden Wogen zwischen uns, und Nebel deckt die Edelsteine von Arvandor auf immerdar. Lebewohl! Vielleicht wirst Du den Mondsichelhain finden. Ja, gewiss wirst Du ihn finden. Lebewohl![/i][/center] |
06.02.2019 23:07:27 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126859) |
Lyraee | Den Morgen darauf übergab sie Wind und Magie flüsternd ihre Worte, auf dass sie den Geist der Elfenschwester erreichen mögen. [center][color=#585858][i]"Gwynnestrii, Windmaid, es ist Schreckliches geschehen. Ich muss dich treffen, bitte finde mich so bald du kannst."[/center][/color][i] [spoiler]via Zauber: Verständigung[/spoiler] |
07.02.2019 13:32:16 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126860) |
Durgarnkuld | Der melodische Gesang wurde vom Wind aufgenommen, hinaufgetragen zum so fern anmutenden Mond. War dies die Ferne zwischen den Göttern und den Sterblichen? Zu hoch droben in ihren himmlischen Sitzen, als dass sie das Leid hier unten je verstünden? Zu vermeintlich erhaben, um sich den stummen Tränen eines einzelnes ihrer Kinder anzunehmen? Einzig die kühlen Strahlen des Mondes waren zu dieser harten Stunde die Antwort. Sie allein überbrückten jene Distanz, flossen reich, überreich aus der schmalen Sichel hinab, ein nimmer endender Strom von Licht, das einen jeden traf, Schuldige wie Unschuldige gleichermaßen. Mit Lueiths Nachricht, die sie dem Wind anvertraute beflügelt von den Wogen der Magie, war es zunächst wie der Ruf in eine tiefe Schlucht. Unermessliche Tiefen, der stetige Nachhall der eigenen Worte. Zäh, peinigend behäbig verklangen ihre Worte, gar Flehen zur Schwester. Und als es selbst für elfische Begriffe bereits lang geworden war an der Zeit, da nahm der Wind zu, ein rauschendes Heulen, von böser Vorahnung bereits gepackt, als die Windmaid sich wie immer - diesmal nur wohl von weit her auf ihrer Suche - blicken ließ. [spoiler]Gerne dann IG :laugh: [/spoiler] |
11.02.2019 16:59:52 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126880) |
Lyraee | Sie hatte die Reverie genutzt um ihre Gedanken zu sammeln. Schmerzhaft durchzuckt von Blitzen von Bildern und Erinnerungen jeder Art und Farbe. Die lautlosen Tränen, die ihr aus den offenen Augen liefen bemerkte sie, wie meist in ihrer Reverie, nicht doch als sich die Gefühle langsam beruhigten und sich das Chaos der Gedanken entwirren konnte, machte die Trauer endlich Platz, gab Raum zum Atmen und zum Überdenken wie die Dinge anzugehen waren. [b]Elboria[/b]. Nach Gwynnestrii war es die Seldarelle und der Rat, die informiert werden mussten über das, was einem Kind der Gemeinschaft Elborias geschehen war – und dass sich der Sache angenommen wurde. Nach ausreichender Obduktion und Wiederaufbereitung durch Ferdinand sollte Maeralyas Leiche nach Elboria überführt werden. Auch das sollte der Gemeinschaft die Möglichkeit geben, angemessen um das Kind Elborias zu trauern. Linderung verschaffen... vielleicht. Natürlich kreisten die Gedanken auch wieder und wieder um das schreckliche Verbrechen selbst. Sie dachte an die letzten mit Maeralya verbrachten Momente und Ereignisse. Worte, die Gefallen waren, Menschen die ihnen begegnet waren... sie suchte und kramte in ihren Erinnerungen nach Auffälligkeiten, Ideen... Da war der gemeinsame Abend, nur wenige Tage bevor das Unsägliche geschah. Maeralya wollte endlich kennen lernen, was die Menschen glücklich machte, wie sie feierten, ihre Kultur lebten... und überhaupt wollte sie am liebsten auch alles jenseits davon kennen lernen, jede Facette. Die Erinnerung hatte nichts mehr von ihrer Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Nichts mehr von dem unternehmungslustigen Aufgekratztsein Maeralyas, das Lueith in ihren Bann zog. Nein, die Erinnerung war schwer und dunkel. Bedrückt, schwarz und grau eingefärbt. Im Hintergrund schwebte der einzelne Ton einer tiefen, dröhnenden Glocke oder eines Gongs unaufhörlich und enervierend ins Ewige verzogen - als Lueith endlich ihre Stimmen hörte, die Worte die gewechselt wurden: [i]Lasst uns die Stadt erkunden! Wo willst du denn als erstes hin, Maeralya?[/i] Sie war so bestimmt und entschlossen - obgleich es wahllos schien, wie sie sich im Kreise drehte wie ein Brummkreisel um dann mit ausgestrecktem Fingerchen genau auf das Bordell auf der anderen Seite der schmutzigen Straße zu zeigen. [i]Dann machen wir das![/i], hörte sie sich selbst sagen. Warum auch nicht... warum nicht... was soll passieren? Wir sind doch bei ihr. [i]Tanzen! Wollen wir auch mal?![/i] Dreufangs Blick war kritisch, unruhig, suchte bei Lueith nach einem Zeichen, das Ganze zu unterbinden. Aber Lueith sagte nichts und ließ die jüngere Schwester die Theke und die Tanzbühne erklimmen. Soll sie doch tanzen! Das macht ihr Freude! Verschafft ihr Glück. Warum nicht? Was soll schon geschehen? Wir sind doch bei ihr. Ein Tanz auf der Bühne im Lotus, frei und fröhlich. Elfisch, unschuldig, unbefangen und darum wohl sinnlich, bezaubernd, überirdisch schön. Die Bordellschankstube vibriert vor dröhnendem Geschrei, Pfiffen, Musik und Rufen. Tanz! Tanz Maeralya! Sei frei! Maeralya tanzt. Und Lueith erwacht. Vielleicht wurde der Täter dort auf sie aufmerksam... Da war ein Kerl – einer von vielen gewiss -, die Augen glänzten vor Lust, sein Münzsäcklein war armselig dünn aber als er den Weg zu Maeralya aufnahm war er zielstrebig und entschlossen. Bis er auf Dreufang stieß. Er verzog sich wieder und das war es dann - vielleicht aber auch nicht. Wir sollten ihn ausfindig machen. Oder zumindest die [b]Frau an der Theke im Lotus[/b] befragen. Nicht nur nach diesem einen Kerl. Genauso wie [b]Ludwig[/b]. Lueith senkte ihren Blick auf den [b]Rubin[/b] in ihrer Hand. Er glänzte satt und schillerte brillant, tiefrot selbst im schwachen Licht der Dämmerung. Einfach wunderschön. Aber Lueith bedachte den kleinen Schatz in diesem Moment nur mit leidenschaftsloser Leere... Da waren Spuren von Beschwörungs-, genauer Teleportations- und Hervorrufungsmagie. Die Steine wurden in ihren Bauch hinein'teleportiert', spekulierte Lueith, wodurch die Bauchdecke des zierlichen Körpers wortwörtlich aufgeplatzt war. Das würde wohl teilweise zu den von Ferdinand genannten Wunden passen. Die Münzen hatte man ihr vermutlich einfach in den Rachen gestopft, bevor oder nachdem ihr die Kehle aufgeschnitten worden war. Sie schloss die Finger wieder zur Faust und um den Edelstein. Sie war soweit den auch von Ferdinand vorgeschlagenen Zauber [spoiler][url=http://www.d20srd.org/srd/spells/analyzeDweomer.htm]Zauber analysieren[/url][/spoiler] auf den Stein anzuwenden. Nur der Vollständigkeit halber – um nichts zu übersehen. Und [i]irgendetwas[/i] stimmte mit diesen Steinen definitiv nicht. Lueith wartete nicht länger, sondern nahm sich kniend, ein aufgeschlagenes Buch und einen Grafitstift im Schoß, die von Gold umfasste Saphirlinse zur Hand, hielt sie sich vor die Augen und blickte auf den bläulich verfärbten Anschein des Rubins, flüsterte die initiale Formel und konzentrierte sich. "Nun komm schon. Offenbare mir dein Geheimnis." |
12.02.2019 22:43:14 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126892) |
Durgarnkuld | Als Botschafterin mit einem wichtigen Anliegen hatte Lueith keine Schwierigkeiten von der Seldarelle und dem neueren Rat empfangen zu werden. Erschütterung zeichnete sich auf den sonst erhabenen Mienen ab - der Verlust eines der Kinder Corellons war eine unsäglich tiefe Wunde, jeder einzelne verloschene Stern, der vor seiner Zeit verglühte. Aber die Königin der Elfen war eine starke Führerin. Sie sicherte der jungen Klingsängerin die Geldmittel zu, um die Kosten des Kelemvortempels zu tragen, auf dass Maeralya so viel Würde zukomme wie möglich. Der Transport werde ebenso aus der Kasse der Elfengemeinschaft getragen. Vallendar würden Lueith begleiten, um für den Tag der Abreise eine angemessene Prozession zu stellen. Ferner begehrte die Seldarelle zu wissen, wie der Kenntnisstand in der Angelegenheit sich entwickelte - wann Lueith Zeit fand, ihr und der Gemeinschaft insgesamt damit, neue, einschneidende Erkenntnisse mitzuteilen, so wünschte sie Nachricht. Eigens dafür wurde ein prächtiger Blaukehl-Hüttensänger gebracht, der ohne Käfig auf den schlanken Finger der Königin flog. Ein paar geraunte Worte und er würde sich auf Lueiths Schulter setzen - und ihre Nachricht tragen. Sicher etwas altmodisch im Vergleich zur Magie, aber womöglich war die Königin zuweilen auch zu abgeschirmt für magische Nachrichten. Das kleine Kerlchen hörte auf den Namen [i]Cinnaess[/i]. Nach Lueiths Vorsprechen wurden weitere Anwärter für den Tag abgewiesen. Aus den wundervollen Gärten der Elfenkönigin erklangen die [url=https://youtu.be/iMyo8I8AKmY]trauernden Gesänge[/url] der Hochwohlgeborenen. Lieder voller Sehnsucht - in diesem Fall nach dem verlorenen Kind, der verlorenen Unschuld, der Sehnsucht nach jenem Ort, wo man sich wiedersehen werde: in den heiligen Waldungen Arvandors. Lueith erinnerte sich, dass an dem Abend [b]Eva[/b] Dienst am Ausschank des Lotus gehabt hatte. Sie hatte öfters um die Zeit ihre Schicht und man konnte ihrer sicher währenddessen oder danach habhaft werden. [spoiler]Gern IG, bei Bedarf ansonsten hier im Forum :) [/spoiler] Zum Verdruss der Silberelfe enthüllte selbst der mächtige Zauber, den sie sprach, absolut keinerlei inhärenten magischen Eigenschaften des [color=#8d1d2c][b]Rubins[/b][/color]. Wenn man natürlich von dem poetischen Zauber seines Glanzes, seines Schliffs und anderem Trara absah. Sie war sich sicher - der Zauber hatte gewirkt. Sie hatte keinen Fehler gemacht. Wenn nicht die Steine selbst magisch waren ... dann hatte es wohl andere Bewandtnis mit dem eigentümlichen Gebaren der Steinchen. Denn sie hatte natürlich Recht. [i]Irgendetwas[/i] stimmte nicht, [i]irgendetwas[/i] war faul. An allem einfach. Aber auch ein negatives Ergebnis war immerhin ein Ergebnis. |
13.02.2019 21:10:55 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126897) |
Lyraee | [color=#8d1d2c][b]Der Rubin[/b][/color] Lueith fluchte im Stillen, kniff die grünen Augen zusammen, als sich das Geheimnis hinter dem Edelstein ihrem Zauber nicht offenbarte. "Ich bin noch nicht fertig mit dir." Sie notierte sich das Ergebnis ihres Aufwands mit gleichmäßigen, kantigen mit energischer Hand geschriebenen Runen, die unmissverständlich die Stimmung ihrer Verfasserin wiedergaben, in ihr Büchlein. Mit wachsender Ungeduld ließ sie die Fingernägel rhythmisch gegen den Kristall ticken und dachte nach. Verzauberte Schlösser voller singender Teekannen, frivoler Staubfeudel, oder angriffslustiger Garderobenständer kamen ihr in den Sinn... Gegenstände, die kein Eigenleben führen sollten, es aber dank oder leider der Magie wegen dennoch taten. Ja, davon hatte sie schon gelesen und gehört. In diesem besagten Märchen aber waren die Gegenstände verfluchte Menschen. Verwandelte Personen. Verwandelt... Ob die Edelsteine gleichfalls von einer Verwandlung betroffen waren? Manch Magiebefähigter vermochte solche Spielereien in die Tat umzusetzen. Aber wenn dem so war, müsste dem Rubin doch der wirkende Verwandlungszauber anhaften, oder verloren sich die Spuren der Magie, sobald der Gegenstand seinen neuen Zustand, seine neue Form angenommen hatte? Und selbst wenn es keine Spuren zu finden gab, welche Befehle führten die edlen Klunkersteinchen dann aus? Was war ihr Zweck? Vielleicht rief sie der Besitzer heimlich wieder zurück, hatte niemals wirklich vor seinen Schatz sich in alle Winde verstreuen zu lassen? So grübelte sie noch eine Weile weiter, erwog und verwarf diese oder jene Idee und machte sich vorerst auf den Weg zurück nach Mîrhaven. Den schönen [i]Cinnaess[/i] in ihrer Begleitung. Dabei achtete sie auch auf das 'Verhalten' des Rubins in ihrer Wamstasche. [spoiler]Eva dann gerne mal ig :) [/spoiler] |
14.02.2019 07:29:39 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126898) |
Daanik | [b]Piep[/b] "De Salazzar mein Name, der jetzt jedoch nicht von Belang ist werter Meister Larr-son. Nun, warum suche ich euch auf und möchte eure sicherlich wertvolle Zeit in Anspruch nehmen? Ganz einfach! So ganz einfach ist es doch nicht wie ihr selbst als Auserwählter, den die Muse geküsst hat wisst. Hm, nein, nein, nein. Begabter wäre hier vielleicht besser. Ja, ich denke ja, Begabter, dem Name nach zu urteilen kommt er nun mal aus dem Norden." Nun, warum trete ich vor euch in Erscheinung und möchte eure sicherlich wertvolle Zeit in Anspruch ..." "Señorita de Salazzar?" Klingt es gedämpft durch die Tür. An der Tür klopft es. "Hier ist das Zimmermädchen. Ich möchte gerne das Zimmer aufräumen." "Könnt ihr nicht zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen? Gerade bin ich mit einer wichtigen Angelegenheit beschäftigt." Für einen Moment ist es still, die Notwendigkeit der Angelegenheit scheint hinter der Tür verstanden worden zu sein. Oder doch nicht? "Entschuldigt, das habt ihr vorgestern und gestern ebenfalls gesagt. Bitte nur einen Augenblick, ich muss meinen Pflichten nachkommen. Meine Aufgaben werde ich zügig erledigen. Versprochen." Wieder Stille. "Kommt herein. Eine wohlverdiente Unterbrechung kann nicht schaden, ein wenig Ablenkung. Mitnichten soll es nicht an mir liegen, dass es Anlass zum Tadel an der von euch geleisteten Arbeit gibt." Wo sie da war, konnte es nicht schaden ein wenig zu plaudern über dieses und jenes. Faviola bat zu berichten über die Ereignisse in diesem Städtchen, Tratsch und Klatsch, selbstverständlich auch über den Fürsten. Man war viel zu wenig an der frischen Luft, ebenfalls zu wenig unter den Leuten, es gab so viel zu tun. Wichtiges. Und so berichtete die junge Frau während sie Ordnung in die Stube brachte. Nicht ganz abgeneigt, allein schon um die für hiesige Verhältnisse seltsam anmutende Señorita betrachten zu können. Die kunstvoll bemalten Hände, so etwas hatte sie schon gesehen am Hafen. Die deutlich mit Schminke hervorgehobenen Gesichtskonturen und Augen. Hatte sie doch nicht nötig in ihrem Alter? Die golden bestickte Gewandung die vollkommen den Körper bedeckte und sogar im Zimmer versteckte sie unter einer Kopfbedeckung ihr Haar. Die neugierigen Blicke sind Faviola nicht entgangen. Warum nicht ein Entgegenkommen? „Möchtest du vielleicht das ich dir eine Rose auf den Handrücken zeichne?“ Mit einer Mischung aus Faszination und Skepsis, betrachtet sie die Hände, welche ihr die aus der Fremde entgegenstreckte. „Ein anderes Mal vielleicht, ich muss noch einige Zimmer putzen und außerdem … schickt sich das nicht.“ Mit einem Augenzwinkern und einem freundlichen Lächeln verabschiedete Faviola das Zimmermädchen, welches schnell, fast fluchtartig, das Zimmer verließ. „Meister Larr-son entschuldigt mich bitte, es scheint noch nicht die Stunde gekommen zu sein wo sich unsere Wege kreuzen.“ In Gedanken verloren, verfolgte ihr Blick die Passanten auf der Straße vor ihrem Fenster. Etwas von dem, was das Zimmermädchen zu erzählen hatte, kreiste in ihrem Kopf. [quote]… man hatte die Leiche einer jungen Elfe entdeckt. In ihrer Kehle soll gar ein ganzer Pfropfen von Gold gewesen sein, wie einige Augenzeugen zu berichten wussten. [/quote] Einbildung, eine innere Stimme oder Worte die sie zu glauben hörte, vielleicht wussten es die Götter was das Vögelchen dazu trieb sein Nest zu verlassen. |
25.02.2019 17:31:41 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126938) |
Nutmeg | [b]Und in Mirhaven....[/b] ... im fliederfarbenen Luxus-Loft in Frau Kuchens Miezhaus würde sich Bethsaba nach Maeralyas Tod in ihren Büchern vergraben. Ihre erste Anlaufstelle war da nicht wie sonst das Grimoire der sembischen Hexe, sondern ungeliebtere und bisher weniger beachtete Bücher über Kulte, Riten und Religionen Faerûns. Sie ging die paar Werke, die sie ihr eigen nennen konnte, durch, aber diese waren vermutlich zu oberflächlich um etwas Verwendbares zu finden. Nachdem ihre eigenen Bücher abgegrast waren, lieh sich die Hexe im Tempel so viele Werke zu Kulten und Religionen aus, wie ein geneigter Träger tragen würde können. Und sogar in der Magierakademie würde sie suchen - wenn auch das Gefühl der magischen Bücherratte sie schaudern ließ. Als wäre sie ein verstaubter alter Magier! Doch über das Recherchieren, dem Suchen nach etwas, was auch nur ansatzweise dem ähnelte was man mit Maeralya gemacht hatte, vergaß sie manchmal sogar das Essen oder futterte (wenn auch eine Dame wie sie ja nie [i]futterte[/i]) einfache Kost beim Lesen in sich hinein. Alles was irgendwie an das Grauen erinnern würde, wurde notiert und die Bücher mit Lesezeichen und Pergamentstreifen an den relevanten Stellen markiert. Nach Blinkys Tod gesellte sich die Hexe gar des öfteren zu Oscar dem Reithund. Auch wenn sie bekanntlich der ultimative Katzenmensch war, wollte sie den Hund doch nicht leiden sehen. Mit kleinen Häppchen wurde er gefüttert, sollte er das Essen nicht von sich aus verweigern. Gestreichelt wurde er, und sie redete ihm gut zu. Verweigerte er das Essen, wandte sie Magie an, umschmeichelte den Geist des Hundes bis er frass. Und dann ging sie wieder lesen um etwas zu diesen Monstern zu finden...nichts anderes konnte die beiden Kinder getötet haben, sollten der- oder diejenigen auch humanoide Form haben. Nach einer Weile des frenetischen Suchens lag die Hexe grübelnd eines Nachts noch wach, und ging im Kopf den Fundtag Maeralyas und die Botschaft von Blinkys Tod durch. Die blauen Katzenaugen der Sembierin verengten sich, als ihr ein vielleicht absurder Gedanke kam. Aber war nicht das meiste, was ihr so den Tag über einfiel, irgendwie absurd? Sie verließ auf leisen Katzenpfötchen die Wärme des Bettes und ließ Ferdinand und die Katzen weiterschlafen, während sie über den Gang zurück in ihren eigenen Loft huschte. In ihrem weitläufigen Zimmer suchte sie sich zuerst ein paar Tonkabohnen und zermöserte diese zu feinem Staub. Das nach Vanille duftende Pulver wurde in ein Räucherwerk gekippt und schon bald wehten die beruhigenden, seelisch erwärmenden (und aphrodisierenden) Schwaden durch den Raum. Gekleidet in ein feines Nachtgewand aus dünnem Stoff setzte sie sich im Schneidersitz vor die Räucherschale und schloß die Augen. Und dann meditierte sie. Oder eher, sie versuchte es - normalerweise meditierte sie ja beim Patience legen, doch dieses Mal war eben einfach...anders. Sie hatte dieses [i]Gefühl[/i] gehabt beim Fund von Maeralyas Leiche. Kurz war es nur gewesen aber auf gewisse Art doch vertraut. Genauso wie für diesen kurzen Moment hatte sie sich gefühlt, als Sharindlar ihr geholfen hatte. Und so ging die Hexe in sich und suchte tief drin, da wo angeblich kein Herz schlug, nach diesem [i]Gefühl[/i]. Sie konzentrierte sich ganz darauf, wie es gewesen war. Was es bedeuten könnte und murmelte dabei die Worte, die Tork ihr gesagt hatte. Sie passten bestimmt eigentlich gar nicht...aber wen kümmerte das schon, wo sie es doch allein für sich versuchte? Vielleicht, so hoffte sie, würde sie mit einem ganz klaren Kopf wieder ganz andere Ideen und Zugänge haben. Und so, durch die Tonka-Schwaden hindurch, flüsterte sie ihr Mantra für diesen Moment. [b]Sharindlar kaglem a gulm = Sharindlar kaglem a taerin.[/b] |
26.02.2019 12:43:26 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126947) |
Durgarnkuld | Die Selgaunterin hatte sich einiges vorgenommen. Neben der Suche nach Kulten und Sekten, waren da noch die markanten [b]Gemmen[/b], die sie einer genaueren Untersuchung unterzogen hatte. Als Händlerin - Händlerin aus Sembia wohlgemerkt - und mehr noch, einem Handelshaus wie den Genevas, die sich auf Luxus verstanden und auch Geschmeide im Sortiment hatten, fielen ihr in einer ruhigen Stunde bei eingehender Betrachtung und Vergleichen ein paar nennenswerte Eigenschaften durchaus auf, die gar nicht magischer Natur waren. Die einzelnen gesicherten Steinchen wiesen, wenn man sich auskannte und mit ein paar Werkzeugen genauer begutachtete, eine Signatur auf. Einen charakteristischen Schliff, eine bestimmte Technik wie die einzelnen Facetten eingearbeitet worden waren, wie die Brechung des Lichts erreicht wurde. Bei einigen der Steine erkannte die Hexe sogar, dass sie ursprünglich wohl bereits bearbeitet gewesen waren, bevor sie nachgeschliffen wurden, um sich dem Muster des mutmaßlichen Täters einzufügen, seinen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch wenn Bethsaba diese Feinheiten mit der Zeit erkannte, konnte sie den Schliffstil nicht direkt zuordnen. Womöglich wäre da einer der Juweliere eine Anlaufstelle, die den Schliff als unverkennbar feststellen mögen. Der [b]Reithund Oscar [/b] nahm die Gesellschaft gerne an - auch wenn die Nixenhexe sicher viel zu sehr nach Katze duftete. Die empfängliche Intuitivwirkerin spürte deutlich die Schwade der Trauer, die über dem treuen Hund und seinem geschundenen Reiter hing. Abermals ein Beweis dafür, dass Liebe auch mit dem Tod nicht endete - lediglich eine andere Klangfarbe annahm. Zunächst würde er nur wenig fressen, hatte er auch merklich schon abgenommen, was dem kräftigen Reithund sichtlich nicht gut zu Gesichte stand. Den hexenhaften Einschmeichlungen konnte er sich aber kaum erwehren und würde sogleich auch ausgehungert beginnen zu schlingen und sich zu stärken, die feuchte Hundeschnauze an der Hand, die ihn fütterte, zu reiben. Vielleicht lag etwas Trost darin, zu wissen, dass ein so treuer Reithund auch über den eigenen Tod wachen würde - womöglich war deswegen der Totengott der Halblinge ja ein schwarzer Hund? Anders als die Katzen, die sicher sie und Ferdinand ohne Zurückhaltung einfach essen würden. Die Suche in [b]obskuren Kulten, Sekten und Splittergruppen der Anbetung[/b] erwies sich als sehr langwierig und zermürbend. Sicher gab es einige Werke im Tempel - insbesondere zu bekannten Feinden der Heiligen Neun und ein paar Dämonen- oder Teufelskulten, die von heiligen Streitern ausgehoben wurden - aber es blieb natürlich die Perspektive von Außenstehenden. Mit ein paar bemerkenswerten Ausnahmen, so eine Seele aus den Fängen solcher Kulte gerettet werden konnte und von den Erlebnissen berichtete. Teils waren aber sicherlich auch diese Berichte übertrieben, überzeichnet oder genau das Gegenteil - untertrieben, um die eigene Schuld zu mildern. Nichtsdestotrotz wurde die Sembierin durchaus fündig. In der Magierakademie konnte sie ebenso einige Werke entleihen, auch wenn die aufgrund der vorherigen Zurückhaltung in Sachen Beschwörung, nicht sonderlich gut aufgestellt waren zu den Kulten um Externare und Unholde. Zumindest nicht offen zugänglich. Mitunter fand sie da, mal ausführlicher, mal knapper, mal vertrauenswürdiger, mal spekulativer: Einträge zu einem gewissen [b]Prinz der Dämonen[/b]. Sonderlich verbreitet schien die Anbetung dieses Ungeheuers nicht unter den ‚zivilisierten’ Völkern (aber wie Bethsaba bereits festgestellt hatte: wie zivilisiert war so ein Monster, das heranwachsende Jugendliche derart ausweidete?). Zu seinen Anhängern gehören aber wohl nach bisher gesammelten Berichten Verrückte, Masochisten und Psychopathen, die Blut und Seelen ihrem finsteren ‚Gott’ opfern. Manche Fanatiker sollen gar derart krank sein, dass sie über zwei oder mehr Persönlichkeiten verfügen - womöglich eine Erklärung, warum so viel Gold und Brillanten bereitwillig ausgelegt wurden, aber auch versteckt, zum Raub offenliegend, aber dann das Weite suchend? Allerdings gab es keine nennenswerte Verbindung zwischen diesem Prinzen und Geschmeide. Dann war da noch der [b]Dunkle Prinz[/b]. Die Selgaunter Hexe hatte sicher schon in Gerüchten von ihm gehört, stammen doch aus den äußerst fleischlichen Verbindungen mit ihm die meisten Nachreden, dass Hexen ihre Macht von Dämonen und Teufeln erhielten. Bethsaba fand grausige Beschreibungen verschiedener Opferszenen, die meist jedoch äußerst perverse, sexuelle Noten in sich bargen - etwas, was den vorliegenden Fällen gänzlich mangelte. Als die Herzdame Mîrhavens sich einiger Teufelskunde zuwandte, wurde es etwas vielversprechender - zumindest nach langer Suche, die enthüllte, dass es mehr als einen mächtigen Teufel gab, der Anbetung erfuhr. Passend war der Name dieses Monsters [b]Mammon[/b], ein Patron der Selbstsucht, Gier und des Verlangens, der Schätze und Reichtum sowohl schätzte als auch von ihm erhofft wurden für getreue Dienste. Opfer an diesen Teufel erfolgten mit vergoldeten, juwelenbesetzten Klingen auf prächtigen Altären. Bethsaba fand aber keine Nennung, dass Opfer mit Edelsteinen vollgestopft wurden oder den Flammen übergeben wurden. Der [b]Fürst des Siebten[/b] Kreises der Höllen genoss wohl relativ viel Anbetung, doch waren die Berichte hier spekulativer und schwerer zu deuten. Sicher war man sich, dass er der Arglist und Gewalttätigkeit nahe stand, wie zwei Seiten einer Münze - was sicher auch erklärte, warum man weniger definitive Informationen hatte bei einem Teufel der Arglist und Tücke. Seine Opferungen galten aber ebenso lebendigen Leidtragender und waren äußerst brutal, blutig und sadistisch, nachdem die ahnungslosen Opfer zuvor mit List und Tücke in die Falle gelockt wurden. Der Mangel an Abwehrspuren an den vorliegenden Opfern sprach für ähnliches? Der [b]Fürst Canias[/b] stand nach Berichten in intensiver Beziehung zu schrecklichen Feuern und Holocaust Opfern, aber dort spielten Gemmen zumindest nicht bekanntermaßen eine größere Rolle. Zuletzt gab es natürlich dann den großen Teufel, der, an den jeder denkt, wenn man von Teufelsanhängern spricht, den man auch einfach den [b]Prinz des Bösen[/b] nennt. Allzu viel fand sich zu dem Kult nicht, auch wenn er mutmaßlich der größte war - aber deswegen war er vielleicht auch der erfolgreichste und bisher weniger durchdrungen von erfolgreichen Gegenmaßnahmen durch die Kräfte des Lichts. Anhänger dieses Urbösen waren jedoch häufig sehr mächtig, einflussreich und vermögend. Also etwa wie jeder zweite Sembier. Solche Personen hätten zumindest Zugang zu den nötigen Ressourcen für die vorliegenden Morde. Dann gab es natürlich noch die ‚legitimen’ Götter, die mit grausigen Opferzeremonien dafür sorgten, dass sich die Sterblichen entmenschlichen. [b]Tyrannos'[/b] opferte man ebenfalls vernunftbegabte Wesen, die zuvor gefoltert, geschändet, gedemütigt wurden und die Furcht vor dem wahren Herren der Welt zeigten. Allerdings fügten sich die dabei zugefügten, überlieferten Wunden nicht wirklich dem Fallbild ein. Kleinere Opfergaben an die [b]Unglücksmaid[/b] wurden auch den Flammen übergeben, doch fand Bethsaba zu Beshaba keine Einträge, die von so großen Opferungen sprachen. Aufgrund der Vergangenheit, war [b]Cyric[/b] natürlich ebenso denkbar als ein Meister von Lug und Trug und undurchsichtigen Plänen und Ränken sowie eindeutigem Wahnsinn, der blutige Opfergaben bereitwillig annahm. Es gab noch wesentlich mehr Bücher, wesentlich mehr Einträge, das Meiste davon noch viel phantastischer und teils so detailliert, dass es zweifelhaft war, ob ein Außenstehender je so viel in Erfahrung gebracht hat über die dunklen Riten der Finsternis. Andererseits traute man es einem jeden Gott auch mehr als zu, dass er über solche barbarischen Blutopfer Herr war. Sicher war, dass dies keine vollständige Liste war und in jeder Kultur, unter jedem Volk noch andere Aspekte verehrt werden konnten, unter anderen Namen oder ganz anderen Mächten, die sich in einer Bibliothek der Neun gar nicht fanden oder mit denen sie bislang nichts zu tun gehabt hatten. Die besinnlichen Düfte umwölkten zur nächtlichen Sitzung die Sinne der Hexe, betörten die Nase, beschworen sanfte Röte auf die Wangen ob der treibenden Kräfte, die mit den Bohnen in Verbindung gebracht wurden. Sie erinnerte sich an jene Flüchtigkeit des [b]Gefühls[/b] sehr gut, konnte sicherlich auch in dem aufkommenden Mantra eben jenen Zustand wieder heraufbeschwören. Doch war es mehr Erinnerung, denn Kundgabe der Göttin? Nach Stunden der Konzentration war sich Bethsaba zumindest sicher, dass sie es sich nicht eingebildet hatte. Es war [i]echt[/i] gewesen, das flüchtige Aufflammen im Herzen. Die Annahme dieses unschuldigen Elfenmädchens war richtig, mehr noch: sie war wichtig. Die Blinkys zweifellos auch. Als die Nixenblütige die Augen wieder öffnete, nicht durch göttliche Offenbarung erhellt, fand sie ihr Fenster offen stehend. Sie hatte es gar nicht bemerkt gehabt, auch wenn die Kühle bereits in das Zimmer floss und sich ausbreitete, zu sehr war sie versunken gewesen. Eigentlich war sie bestimmt eine recht aufgeräumte Person - zumindest, wenn es das Geschäft betraf. Daher war es wunderlich und wundersam, dass sich aus ihren Korrespondenzen (waren die nicht in einer Schublade gewesen?) letzte Abrechnungen fanden, die vom Winde direkt vor sie geweht worden waren. Erfolgreiche Geschäfte mit den paar vernünftigen Zwergen, die ihre erlesenen Produkte gekauft hatten, allen voran natürlich der glatzköpfige Tork, der obenauf lag. |
01.03.2019 13:43:02 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126960) |
Lyraee | [b]Zurück in Mirhaven:[/b] Lueith hielt sich mit beiden Händen die vom feuchten Wind zerzausten Haare fest, sie trat an die Balustrade der Treppe. Die vom Wind getriebene Brandung brach sich donnernd am Ufer, aus den Klüften zwischen den Felsen schossen immer wieder weiße Schaumfontänen empor. Es dämmerte der Abend bereits und im Biergarten des Drachen entzündete eine Magd die Fackeln, die diesen, noch eher spärlich besetzt, in orange-gelbes Licht tauchten. Die Elfe ging die steinernen Stufen zum Strand hinab, Sand knirschte leise unter den Sohlen ihrer Lederstiefel. Sie hatte im ersten Moment nicht darüber nachgedacht, wohin es sie trieb, doch als ihr Blick auf das kleine Bänkchen traf, fiel ihr ein, dass sich [i]Maeralya[/i] hier während ihrer Zeit in Mirhaven aufgehalten hatte. Mit Ludwig. Vielleicht nicht direkt hier, vielleicht auch doch. Lueith wanderte langsam über die kleine Unebene des Sandes. Schaummützen drängten sich am Ufer, aufgeschwemmte Algen klebten am Fels. Sie nahm Platz auf der kleinen Bank. Und verweilte. [color=#8d1d2c][b]Der Rubin[/b][/color] Seither hatte sie ihn mit sich herumgetragen ohne wirklich auf weitere Auffälligkeiten gestoßen zu sein (?). Sofern sich die Gemme überhaupt noch in ihrem Besitz befand und sich nicht schon dem mysteriösen Verschwinden ihrer Geschwister angeschlossen hatte, behandelte sie den Rubin von nun an nachlässiger. Ließ ihn, in Mirhaven wieder angekommen, in einem kleinen Schächtelchen auf dem Kaminsims stehen. Hin und wieder einen Blick hineinwerfend ob und wann der Edelstein die Gelegenheit zur "Flucht" ergriffen hätte. Fehlte er tatsächlich eines Tages im Schächtelchen, so bedachte sie den genauen Fleck mit ihrem blau leuchtenden [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/arcaneSightGreater.htm]Arkanen Blick[/url], warf sogar gezielt einen [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/dispelMagic.htm]Bannzauber[/url] darauf und wartete ab, was geschah. Auch wenn das Vorangegangene ohne Ergebnis blieb - sie hatte dem Rubin lange und intensiv genug Aufmerksamkeit geschenkt, einen hinreichend starken Kontakt gehabt, brachte für ihn im Gedenken an [i]Maeralya[/i] und ihren schrecklichen Tod mehr als ausreichend Emotionalität auf, um eine empathische Matrix zu entwickeln, die das [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/discernLocation.htm]magische Aufspüren[/url] dieses speziellen Rubins im Gewebe ermöglichen sollte. Wenn er denn, wie die anderen Edelsteine auch, entschwunden war und sie sich für die magische Verfolgung entsprechend vorbereitet hatte. |
01.03.2019 18:32:49 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126962) |
Durgarnkuld | So ein schöner Strand, wenn die letzten Strahlen der frohen Sonne ihre Finger nach jungen Liebenden ausstreckte, war zweifellos genau das, was das junge Sangestalent geliebt hatte. Lueith konnte förmlich ihre Anwesenheit an diesem Ort spüren. Ihre schlanken Beine, die in nackten Füßchen mündeten, die über die Dünen trippelten, fast einluden doch über die anrollenden Wellen selbst zu tänzeln. Der reißende Wind schien die klangvolle Stimme der Verstorbenen mit sich zu tragen, aber doch gepaart mit dem Rauschen der Wasser halb zu verschlucken. Sicherlich nur Einbildung … ein Gebilde aus Verlust, Frust, vielleicht auch Schuld. Das kam nicht selten vor, nach so unvermittelten Gewalttoden. Nur eine Einbildung. [color=#8d1d2c][b]Der Rubin[/b][/color] war in der Tat weiterhin ein Objekt der Faszination, Forschung und Frustration zugleich. Solange die Klingsängerin den betörend anzusehenden Stein in ihrem Gewahrsam gehabt hatte, war er völlig unauffällig gewesen. In Elboria hatte sie ihn sogar, je nachdem wie nachlässig sie gewesen war, sogar offen herumliegen lassen können, ohne dass irgendetwas bemerkenswertes geschah. Also absolut verdächtig! Mit ihrer Ankunft in Mîrhaven blieb der Stein gleichsam still und unscheinbar (so unscheinbar ein unschätzbar wertvoller Klunker der Größe und des feinen Schliffs als unscheinbar gelten mochte natürlich). Zumindest machte er in der Schachtel über dem Kamin keine direkten Sperenzchen. Das heißt bis zu einem Abend. Das Wetter hier an der Küste war stets rauer, die Häuser der Menschen wenn auch nicht minderwertig, so doch eben anders gebaut als die Behausungen in Elboria, wo das Klima milder, gütiger zu den Kindern des Elfenvaters war. Ob des Lueith selbst fröstelte oder Dreufang ob der Kälte motzte - oder auch Frau Kuchen dazu anhielt, noch einmal etwas Holz knistern zu lassen, um das restliche Mietshaus nicht auszukühlen - es fand sich, dass an diesem Abend ein kleines Feuerchen brannte, um gegen die letzten Finger des Winters die Verheißung des kommenden Sommers zu stellen. Die Magierin öffnete gerade wieder das Schächtelchen, das von außen völlig intakt aussah, um nach dem Kleinod zu sehen, da fand sie - es selig dort auch ruhen. Welcher unselige Geist Lueith geritten haben mochte, ihre Hand glitt in die Schachtel, befühlte den Rubin sorgsam, hielt ihn ans Licht, das vom Kamin ausging, um die zahlreichen Brechungen zu betrachten. Sicher hatte sie dies schon öfters getan, wobei die Rädchen im Kopf ratterten, versuchten auszumachen, [i]was[/i] so besonders war an diesen Edelsteinen. Gerade wollte sie den Rubin wieder sorgsam in die Schachtel stecken, da fühlten sich ihre Finger flutschig an, als hätte in ein ganzes Butterfass gepackt. Sogleich flutschte der Stein bereitwillig in die Flammen, zwischen die aufgeschichteten Scheite. Nun, einerlei - der Rubin würde sicher ein paar Augenblicke einem einfachen Kaminfeuer standhalten können. Sei es, dass Lueith sich mit Magie schützte, das Feuer rasch löschte oder gar aus Reflex direkt hineingriff, um ja den mörderischen Stein nicht zu verlieren: er war weg! Ein Griff, ein zweiter. Sie mochte den ganzen Kamininhalt auf dem Boden ausgießen, alles durchsieben. Der Stein wart fort. Auch wenn der Rubin sich anders verabschiedet hatte, als vielleicht erwartet, sprach Lueith ihre vorgemerkten Zauber sogleich. Der Bann trug schon wie bei Ferdinands Versuch damals keinerlei Früchte. Der Stein war also nicht etwa nur verborgen oder ähnliches. Der Arkane Blick verriet aber noch Spuren - Spuren von Teleportmagie. Ganz ähnlich dem Moment, als sie Maeralya noch untersucht hatte. Umso besser, dass sie ihr Ass im Ärmel hatte. Ein unsäglich mächtiger Zauber der Wahrsagerei. Der Rubin war der Köder gewesen, ihr Band der Magie würde die Angelschnur sein, um des dreisten Räubers habhaft zu werden. Konzentriert versank die junge Kriegselfe in das Intonieren der Magie, spürte das Gewebe sich formen, mit jeder Silbe ihrem Willen sich fügend. Was waren schon zehn Minuten, da sie lange nicht weitergekommen war? Und doch fühlten sie sich zäh an, als wollten sie nicht vergehen. In der Magie durfte man nicht schludern und so half es auch nichts, schneller zu sprechen. Konzentration, Gesten und Worte mussten in Harmonie stehen. Nur noch zwei Silben … Und da ward es geschafft! Das letzte Wort gesprochen. Lueith spürte das leichte Prickeln, als sich die Magie entfesselte. Ein klein wenig Stolz mochte immer mitschwingen bei Magie dieses Kalibers. Sie war weit gekommen. Womöglich mochte sie die Augen schließen, um den Fluss an Informationen besser zu empfangen. Und fand Schwärze vor. Gar nichts. Kein Flattern der Lider mochte da helfen, kein Lauschen in die Stille des Raumes. Sie war sich sicher, dass sie keinerlei Fehler begangen hatte. Sie war akribisch gewesen. Präzise. Und doch enthüllte der Zauber, dem sich kaum ein Schutz entgegenstellen konnte, keine Antworten. Sie war sich wohl bewusst, was für Gegenmaßnahmen es gab, um dem Zauber zu entgehen. Ein mächtiger Wirker könnte Gedankenleere gewirkt haben. Ein Zauber, der sich auch in ihrem Arsenal befand, aber ebenfalls einen immensen Machtgrad mit sich führte. Oder aber … Oder aber eine göttliche Präsenz vereitelte ihren Erfolg. Beides schauerliche Vorstellungen. Und auch wenn diesmal erneut ihr Ergebnis negativer Natur war, war es doch klarer, womit sie es zu tuen hatten. |
01.03.2019 18:35:34 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126963) |
-Depp- | Nach dem ersten Besuch in der Arena und ihrem Plausch mit Klaas, geschah es nun immer oefter, dass man die hochgewachsene Untherin in der Arena aufschlagen sah. Die ersten Tage verweilte sie noch eher allein an der Theke, goennte sich das ein oder andere Teerbier, wie der Schankwirt es ihr vorgestellt hatte, und lies den Ort erstmal weiter auf sich wirken. Oder eher die Menschen, die diesen Ort besuchten. Welche der Gesichter sah man immer wieder zusammen und welche konnte man so als festere Grueppchen herausfiltern. Innerhalb dieser Grueppchen, wie schienen die Verhaeltnisse untereinander und die Wirkung nach aussen zu sein. Wer waren die, die offen und laut schienen. Wer die, die sich eher zurueckgezogen und fuer sich bewegten. Und wer waren die, die von allen eher gemieden wurden. Immer mal wieder ging ihr Weg auch von der Theke Richtung der Arena, um sich dort die Faustkaempfe und die Kontrahenten zu besehen - und natuerlich ebenso jene, die den Schlagabtausch von den Raengen verfolgten. Auch hier versuchte sie ein erstes Muster zu den Personen auszumachen. Schliesslich, nach den ersten Abenden und einem langsamen warm werden an dem Ort, versuchte sie an den darauf folgenden Abenden nach und nach die ersten Kontakte in der Arena zu knuepfen - oder zumindest ein paar Gespraeche hier und dort zu ueberhoeren. Zunaechst vor allem mit den Gruppen, die aufgeschlossener, oder zumindest ohne blutvergiessen zugaenglich wirkten. So fand sie sich rein zufaellig einfach mal neben solch einer Gruppe, die gerade ein Kampfspektakel verfolgte, ein. Feuerte den Mengen entsprechend die Kaempfer an. Und versuchte schliesslich mit demjenigen, der von dem Grueppchen da neben ihr stand, ueber den laufenden Kampf ein erstes Gespraechsthema zu finden. Was war das fuer ein Haken gewesen! Bei einem anderen Grueppchen stolperte sie in ihrer jungen Unbedachtheit natuerlich [i]vollkommen unabsichtlich[/i] in einen der Kerle, die gerade mit vollem Krug von der Theke zurueck kamen. So ein Mist. Da musste sie sich wohl erstmal entschuldigen, und den armen Burschen auf einen neuen Humpen einladen. Vielleicht kam man so ja auch ins Gespraech. Bei einem anderen Grueppchen sass sie an einem Abend am Nebentisch, genoss ihr Bier, und versuchte einfach ein paar Fetzen des Gespraeches am Nachbartisch mit aufzufangen. Und sollte sich an einem anderen, volleren Abend eine aufgeschlossen wirkende Gruppe finden, wuerde sie einfach ganz salopp anfragen, ob sie sich auf den freien Platz zu ihnen gesellen koenne. Sollte sich so das ein oder andere Gespraech auftun, begann sie zunaechst mit den Leuten ueber alltaegliche Dinge zu plauschen. Die Arena und die Wettkaempfe dort - Klaas meinte Bernd waere ein ganz Grosser? Auf wen koennte man noch so wetten? Wer waren die Favoriten der Gespraechspartner? Und gab es neben der Arena noch andere Hafenspelunken, die einen Besuch wert waeren? Und der Hafen an sich, wie war es hier so? Gab es irgendwas, dass sie als Neuling hier wissen sollte, um nicht den falschen auf den Fuss zu treten? Was trieben die Leute mit denen sie sprach so, um sich ihr taegliches Feierabendbier zu verdienen? Konnten sie ihr vielleicht einen guten und billigen Schlafplatz empfehlen? Und gab es irgendwas Interessantes in letzter Zeit? Ganz normaler Plausch eben, ohne grosse gezielte Fragen zu den Themen, die sie eigentlich interessierten. Zumindest nicht so lange, bis das Thema von jemand anderem angerissen wurde, oder es passend gewesen waere, eine Anmerkung zu den mit Edelsteinen gefuellten Toten zu machen. Sollte sich solch Moeglichkeit ergeben, sperrte sie an der Stelle die Lauscher mehr auf, hoerte den Gespraechen zu und - sofern sie selbst in die Gespraeche involviert war - versuchte sie mit ein paar kleineren Rueckfragen hier und dort antworten zu erhalten. Wie standen die Leute zu der ganzen Sache?. Was hatten sie so mitbekommen, was erzaehlte man sich so auf der Strasse zu den Vorfaellen. Kannte irgendwer, irgendwen, der wen kannte, der was gehoert oder gesehen hatte? Waren ein paar der Leute zum Tempel oder der Wache gegangen, mit Steinen, die sie gefunden hatten? Und dort auch ausreichend verguetet worden, oder war man unzufrieden? Wie war die allgemeine Stimmung zu der Sache? Sollte sie dazu gefragt werden, machte die Untherin an der Stelle keinen Hehl daraus, dass sie selbst in einen der Toten gelaufen war, wie der gerade von der kurzgeratenen Waechterin abtransportiert wurde. Und auch, dass sie die Edelsteine gesehen haette, und die irgendwie komisch waren. Eben das, was sie auch zuvor dem Schankwirt schon so erzaehlt hatte. ---- Ein paar wenige Tage nach der Lieferung des Strassenjungen an sie, schlenderte die Untherin tagsueber ein wenig durch die Hafengassen, auf der Suche nach eben jenem Jungen. Nachdem sie den Priester die letzten Tage nicht erreicht hatte, war es schlussendlich die gnomische Waechterin gewesen, die fuer den Stein bezahlt hatte - und nun gedachte die Frau wohl, dem Jungen sein Geld auszuzahlen. So sie ihn fand, wurden ihm die Goldstuecke auch dementsprechend uebergeben - genau der Wert, den die Gnomin ihr dafuer gegeben hatte. Kinder beklaute sie anscheinend schonmal nicht. [spoiler] Ich hab das aus Zeitgruenden mal zusammen gefasst und hier rein gepackt, hoff das ist okay [/spoiler] |
01.03.2019 18:55:18 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126964) |
Nachtengel | Meree hatte gerade ihren Dienst beendet als sie auf Ari traf. Natürlich nahm sie den Edelstein entgegen und bezahlte dafür einige Goldstücke. Sie umklammerte den Edelstein feste. In der Wache schaute sie ihn genauer an und schaute auch nach den gewohnten Blutsprengsel. Anschließend sicherte sie auch diesen Stein und tat ihn zu den anderen. |
04.03.2019 12:26:32 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126976) |
Durgarnkuld | Tatsächlich musste Meree, wollte sie dem Wert so eines Klunkers gerecht werden, einige dutzend und aber dutzend Münzen zahlen - und nicht nur Gold, auch gutes Platin. Immerhin waren es wahrhaftige Meisterstücke edelster Gattung, deren geschätzter Wert sich rasch auf vierstellige Beträge erstreckte. Und damit fanden die Münzen ihren Weg zum guten Querty, der Massari noch ein paar gute Hinweise der Straße mitgab - sowie die Zusicherung, dass er andere Straßenkinder darauf aufmerksam machen würde. Sicher war, dass man ihn nie wieder abgerissen herumlaufen sehen würde. Er war ja nunmehr reich genug, um ausgesorgt zu haben. [quote]Meree kannte sich gut aus, zudem schaute sie im Melde und Handelsregister nach und machte sich im Hafen kundig um [strike]Jens[/strike] Teryl den Fischbräter zu finden um ihn mit Hochwürden und Beth auf zu suchen. Vielleicht fand sie den Bräter auch mit Hilfe ihrer Nase.[/quote] Teryl war wohl ein einfacher Mann - ins Handelsregister als Brater von Fisch hatte er sich jedenfalls nicht eintragen lassen. Aber Meree fand mit etwas Suchen heraus, dass er am Fisch-/Räucherfleischstand gewisse Nachtschichten übernahm und dies sicher die beste erste Anlaufstelle war. _______________________ Massaris Unternehmungen derweil waren langfristiger Natur. Um sich wirklich in die Arena, den Hafen einzufühlen, würde sie sicherlich noch einige Monate hier verweilen, ja leben müssen. Das hieß aber keineswegs, dass sie nicht schon ein paar Ergebnisse sichern konnte. Klaas war immer für gute Kundschaft zu haben - treue noch dazu. Und als die Untherin dann öfters ihr schmackhaftes Teerbier schlürfte, wurde sie da schnell in den gern gesehenen Kundenkreis aufgenommen. Die Arena hatte den typisch urigen Charme des Hafens. Es war zweifellos ein rauer Ort, wie der Hafen generell eben ein raues Pflaster war, aber man war offenkundig auf eine gewisse Sauberkeit bedacht. Nicht, dass der Boden wie geleckt aussah, so sehr liebten die Mitarbeiter ihre Stellen wohl auch wieder nicht - doch es wirkte nicht schmierig oder offen zwielichtig. Nach außen versteht sich. So begegnete Massari auch verschiedensten Leuten hier unten. Die Meisten waren in der Tat einfach Hafner. Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld, die nach getaner, schweißtreibender Arbeit hier Dampf abließen, Frust ertränkten oder einfach nur einen angenehmen Ausklang des Abends ersehnten. Da waren also Tagelöhner, Festangestellte, auch einige Seefahrer, die regelmäßig Mîrhaven ansteuerten. Gemein hatten sie vornehmlich, dass sie eher der Unterschicht oder höchstens unteren Mittelschicht angehörten. Echte Kämpfer waren deutlich selten darunter, auch wenn Massari durchaus ein paar Söldner und Abenteurer zwischendrin auch ausmachte, die zu den wenigen ‚Einzelgängern’ gehörten. Die wurden nun auch nicht direkte gemieden, aber es gab deutlich eine Stufe zwischen den kampferprobten Klingenträgern, die auszogen und gegen Gold Monster oder Monster in humanoider Hülle erschlugen - und den einfachen Menschen, die sich nur ihr Hemd am Leibe leisten konnten. Massari wurde zweifellos auch so eingestuft mit ihrem Kettengeflecht und Speer - nicht zu vergessen ihres etwas fremdartigen Aussehens. Nicht ganz ein Fremdkörper, aber auch kein schuftender Tagelöhner, der Ladung löschte für den Broterwerb. Was an Dynamik rasch hervorstach, waren die ganzen Vereine, die sich um die verschiedenen Arenakämpfer scharten. Da konnte es mal heißer zugehen, wenn [i]Bernd der Blitz[/i] gegen den [i]Strammen Max[/i] antrat und sich die rivalisierenden Verehrer gegenseitig hochschaukelten. Aber auffällig war, dass es niemals, [i]niemals[/i] zur Eskalation kam. Hatte einer in der Gruppe ein Bier zu viel und drohte da die anderen anzupöbeln, regelten die Anderen das gleich selbst und sorgten dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam. Gerade im Schankbereich gab es aber alle möglichen Konstellationen, wie sie nicht undenkbar oder untypisch wären. Da saßen auch alte Knacker beim Bier, die ihrem Lebensabend entgegen sahen, junge Spunde voller Träume. Ein paar waren auch mal eher allein, aber offenbar kam man eher für Geselligkeit in die Arena. Unter dem tosenden Lärm der anfeuernden Rufe, dem Lachen, dem Singen, war es nicht unbedingt schwer sich an Gruppen auch heranzustellen und einige Wortfetzen mitzuhören. Das Meiste war eher belanglos. Gemecker über die Frau zu Hause, Bewunderung für die Kontrahenten, Beschwerden über die feinen Pinkel im Südviertel, Besorgnis über die neue Führung unter dem neuen Fürsten - gepaart mit zwiespältigen Meinungen über das Abtreten der alten Shar-Schlampe. Es war ein Pfuhl wo man Sorgen ertränkte und Hoffnungen verkörpert in den Leibern der Kämpfer aufstreben sah. Rasch bemerkte die Untherin bei ihren Annäherungsversuchen auch die vielfachen Schichten, die sich unter den Leuten noch auftaten. Da gab es in der Tat viele erzkonservative Arbeiter, deren frostige Ausstrahlung ihr sogleich klar machte, dass nicht sie, nicht ihre Kinder oder deren Kindeskinder hier je Fuß fassen würden. Sie waren keine Hafner und würden es niemals sein. Andere wiederum waren einer merklich (noch) Fremden skeptisch gegenüber, aber ließen sich mit einigen Freigetränken bestechen, um doch ein paar Worte zu wechseln. Wieder andere waren aufgeschlossener - sicher dem Umstand geschuldet, dass sie selber irgendwann hier Fuß gefasst hatten oder ihre Eltern. Solange sich Massari an den eigentlichen Ring hielt, da mitbrüllte, anfeuerte und lebhafte Begeisterung versprühte, kam sie auch gut ins kurzweilige Gespräch mit den Anhängern eines der Kämpfer. Viel mehr als oberflächliches Gerede war es natürlich nicht, aber vielleicht sah man sich irgendwann beim Bier doch wieder. Bei ihrer kleinen Aktion mit dem verschütteten Bier, geriet sie leider an einen der hartgesottenen Stinkstiefel, dessen Gesicht vor Zorn nicht erst rot, sondern gleich weiß wurde. Die Muskeln schwollen an, der Kiefer mahlte - aber anstatt Massari die Leviten zu lesen, warf er merklich einen suchenden, gehetzten Blick umher und grummelte nur, als er sich selbst einfach ein neues Bier ohne Einladung holte. Natürlich war sie bei der Gruppe da gleich unten durch. Wie Massari von einem weiteren Beobachter des Ganzen aber sogleich erfuhr, wollten auch die keinen Ärger - keinen Ärger mit dem [i]Lorne[/i]. Wollte schließlich keiner. Sie sollte sich also keinen Kopf machen, sondern lieber den nächsten Kampf genießen. Nach einer Weile hatte die Untherin auch ein gewisses Gespür - auch wenn das nicht immer untrüglich anschlug - welche Gruppen etwas aufgeschlossener waren. Als sie sich so salopp an eine Truppe heranmachte, war die gerade am Karten spielen. Und wie es der Zufall so wollte, fehlte merklich ein Mann, denn der Sitz war leer. Ein paar Blicke wurden erst gewechselt, aber wenn die kämpferische Frau denn gut genug (was sicher schlecht genug hieß) Karten spielte, so war sie gerne gesehen für den Abend. Es wurden Getränkerunden verteilt, viel geraucht, gelacht, Karten schnell gemischt und ausgeteilt. Die meisten waren mittleren Alters, allesamt Dockarbeiter. Massari kam in der Tat, wie sie im Verlauf des Abends dann hörte, gerade recht. Sie hatten vor ein paar Tagen erst ihren treuen Mitspieler verloren. Bronn war sicher schon längst auf dem Festland und lebte wie ein Fürst! Glückspilz der … Auch sorgsam dosiert fiel natürlich auf, dass Massari viele Fragen hatte und damit Frischfleisch im Hafen. Ihre Mitspieler waren aber auch Familienväter, keine Monster. Also bekam sie auch einige Antworten. Tatsächlich war der Tisch hier eine Besonderheit, hing jeder einem anderen Arenakämpfer an. Was ungewöhnlicher war, blieben doch manche fanatische Bewunderer lieber nur in ihrem ‚Verein’. Zumindest hier unten. Zu den größten zählten wie bereits bekannt [i]Bernd der Blitz[/i] und der [i]Stramme Max[/i]. Aber es gab natürlich noch mehr, viele auch aufstrebende Neuheiten, die so rasch von der Bildfläche verschwanden wie sie kamen. Der Räudige Ronny, Major Massaker, Haxen Harle, Der Cheffe, der Totengräber, Oger Bud, der Hordstampfer, der tassalanische Riese, der Koloss Kogan, der Explosive Bengel, das Kämpferduo Hammer&Amboss, der Hinreißende Henry Hue, Tollwut Dancho, der Unheilsbote, Doktor Doad, Bumm Bumm Bagdela, der Krasse Kowalski, Ein-Mann-Armee, Muhmach der Schlächter, … die Liste ging viel weiter. Selbstredend war die Arena ein sehr beliebter Ort zum Trinken und Plauschen. Lohnenswert abseits dessen war vielleicht noch das Lotus, da gab es auch einen Ausschank und gegen genügend Münzen konnte sich da Massari auch einen Hengst zum Einreiten sicher aussuchen. Der Eimer wurde mal genannt, aber die Meisten am Tisch würden den wohl nicht wirklich empfehlen. Selbst den einfachen Hafnern war der doch zu schmuddelig und zwielichtig - sollte es aber sehr knapp mit Münzen sein, konnte die Neue dort sicher auch ein Plätzchen zum Schlafen finden. Wenn sie das Blut und die Ratten nicht störten. Der Hafen war eben der Hafen - da gab es nicht viel zu sagen. Man musste manches auch einfach [i]erleben[/i]. Interessantes - nun, was hieß letzte Zeit. Los war ja immer was, irgendwie. Wenn Massari oft genug verlor, um nicht die Gunst in Unmut umschlagen zu lassen, hörte sie ein paar Takte zum neuen Fürsten, dem unrühmlichen Abgang seiner Schwester, dem Anschwemmen des Valvec Packs auf die Hauptinsel, die ungerechte Schere zwischen Arm und Reich, den harten Winter für die Landeier an den Höfen (wie mochte das die Ernte betreffen?), die seltsamen Kurzen vor den Mauern, … die Konstanten, die den Hafen eben immer bestimmten. Von sich aus sprachen ihre neuen ‚Freunde’ den Fall mit den Gemmen nicht an, aber sollte Massari mal beiläufig nach dem ersetzten Bronn fragen, würde sie ein wenig mehr erfahren. Er hatte einen bedeutenden Fund gemacht und war mit Taschen voller Edelsteine auf das nächste Schiff verschwunden. War aber noch so ehrlich gewesen einige Spielschulden hier vorher zu bezahlen. Die ganze Sache schillerte natürlich wie die farbenfrohen Edelsteine selber. Die Stimmung konnte zu dem Thema schnell mal umschlagen, über Wettern über die verdammten Pinsel im Süden, die sicher ihre perversen Orgien feierten und dann ihren Unrat hier im Hafen abluden, hin zu einfach pragmatisch oder abgestumpften Aussagen, dass man sich eben nimmt, was man kriegt. Es war nicht so, dass Massaris Mitspieler kaltherzig auf die Opfer spuckten, aber sie hatten Familien zu versorgen - viele andere hier auch. Meist mehr Kinder, als man durchfüttern konnte. Schlecht Bezahlung. Verzweiflung und Not, lange aufgestauter Frust und Missgunst, zu viel Ansehen von Ungerechtigkeit und Gewalt, all dies tat das Übrige, um einem geschenkten Elfengaul nicht ins Maul zu schauen. Mancher munkelte auch, dass die Steine verflucht seien, aber da schieden sich die Geister. Einige waren die Brillanten wohl daher schnellstmöglich los geworden, andere hatten noch von keinerlei seltsamen Vorkommnissen gehört und gaben daher auch nichts darauf bis ihnen selbst etwas zustieß. Was die Wache damit anstellte, war noch sehr offen. Die Tendenz war eher, dass die Leute am Tisch davon ausgingen, dass die Silberköter nur an der Leine der gut betuchten waren und dem Hafen nicht mal ein Aufblitzen von Wohlstand gönnten. Kam man aber mal wirklich zu den [i]Opfern[/i] zu sprechen, wurde es rasch brummiger, wortkarger. Väter, einfache Arbeiter waren nicht kalt gegenüber dem Mord. Konnten ja auch ihre Kinder ähnliches treffen. Es war schlimm keine Frage. Und wer das gewesen war, war ja auch eindeutig ein Schwein - wer stopfte schon Jungspunde voll wie gemästete Gänse? Der Tipp lag deutlich auf den reichen Fatzken. Und wenn man wirklich weiter dachte, waren die Spielpartner auch bald mürrisch, dass es die jungen Leute im Hafen bedrohen könnte. Bislang waren es ja einfältige, naive Außenseiter gewesen, aber wo sollte es schon aufhören? Das war ihre bisherige Ausbeute für die letzten Zehntage. Um sich wirklich tiefgreifender noch einzufühlen, vorzutasten, bedurfte es wie meist einfach mehr Zeit. Mehr Zeit bis man kein fremdes Gesicht mehr war und zum natürlichen Ambiente wurde. |
06.03.2019 22:29:20 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#126999) |
Daanik | [b]Welchen Mörtel nimmt man für Bücher?[/b] "allah yueynni" Seufzte Faviola schnell ein Stossgebet bevor sie die schwere Flügeltür öffnete. Nicht die Türme, nicht das Gebäude welches in seiner Pracht, jedenfalls für mirhavener Verhältnisse, deutlich aufzeigte wer hier residierte, jene die dort wirkten waren es. Doch nun mal hatte die Akademie die größte Bibliothek auf dieser Insel inne, wie Dreufang und Lueith versicherten. Auf der Suche nach dem Wissen über Rituale, Tiamat, würde vielleicht noch etwas Lyrik abfallen? Oder gab es hier doch eine Spur unabhängig von den Büchern? Und die Bestie lauert versteckt unter all den Gelehrten. Sie zieht seine Fäden, lässt die Puppen tanzen wie ein Marionettenspieler. Jetzt stand sie da im Foyer, beobachtete das Kommen und Gehen, das Treiben innerhalb der heiligen Mauern, um sich ein Bild zu machen. Es ist davon auszugehen, die Bibliothek, der Hort des Wissens, würde sich sicher einer gewissen Beliebtheit erfreuen. Bücher waren schon etwas Besonderes, sie wusste das für die Nachwelt Niedergeschriebene zu schätzen. Eines Tages, da war sie überzeugt davon, würde sie auch ein Werk für die Nachwelt hinterlassen. Nur, das viele Papier und jene die die Werke versuchten zu verinhaltlichen, neigten in Momenten des Studiums dazu, Töne zu verschlingen oder gar zu verbieten. Wie dieser Zauber - Stille-. Sicherlich kreiert von einem eigenbrödlerischen Bücherwurm, der genug davon hatte eine Mauer aus Büchern um sich herum zu stapeln. Im gewissen Sinne hatte sie bei dem Bild sogar ein wenig Verständnis dafür. Allein der Aufwand den man betreiben musste um solch ein Bauwerk aus Büchern zu mauern. Und was war wenn man ein Bedürfnis hatte? In einer solchen Wand aus Büchern eine Tür zu formen, sicherlich ein komplexes Unterfangen und es Bedarf Kenntnisse in der Kunst der Architektur. Man könnte auch ein Portal erschaffen, um sich aus dem eigens erbauten Töne schluckenden Verlies zu teleportieren. Setzt voraus die Bücher sind nicht behaftet mit Magie, welche eine unter Umständen eine Barriere schafft. Ein profaner Weg wäre eine simple Leiter. Eindeutig unter der Würde! Oder entstand der Spruch bei einem Duell von Barden? Die Konkurrenz mit einem Trick einfach ausschalten ..."Amüsiert musste sie Lächeln, als sie in Gedanken versunken durch die hohen Regale irrte. Wahrscheinlich in der Bibliothek. Durch lebhafte Fantasie von der Außenwelt abgeschottet, blind für die Umgebung, lief Faviola gegen jemanden." Excusado por favor. "Platze es aus den Träumen gerissen aus ihr raus." Ich, ich suche einen Bibliothekar ... einen Hüter des Wissens. |
07.03.2019 12:04:30 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127000) |
Durgarnkuld | Tatsächlich wurde Faviola sogleich als Fremdkörper erkannt und von den gestrengen Augen einer unmöglich alt anmutenden Bibliotheksdame ins Visier genommen. In der öffentlichen Bibliothek gingen auch belesene Bürger ein und aus, gebildete Jungspunde, prüde Alte. Es war unwahrscheinlich, dass sich je ein Hafner her verirrte, auch wenn ihnen die Hallen ebenso offen standen wie der Lyrikerin. Während Faviola so durch die Regale wanderte, fand sie das Bibliotheksangebot recht aufgeräumt vor, konnte bereits [url=https://www.amdir.org/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=32&id=37525&Itemid=128#37526]erste Blicke erhaschen[/url]. Schriftbilder, Sprachen, ja sogar wie erhofft gab es etwas Lyrik! Selbstredend war dies nur eine kleine Auswahl dessen, was zwischen den Bücherrücken sonst noch so schlummerte. Als die Calishitin dann versehentlich, so versunken in ihren Gedanken, gegen einen jungen, sommersprossigen Studenten stieß, errötete der gleich deutlicher und stammelte etwas verlegen - was nicht allzu lange anhielt, als die Bibliotheksdame, die jeden Schritt der Fremden aus scharfen greifvogelanmutenden (in der Art der Beobachtung, nicht der Form) beobachtet hatte, bereits auf klackenden Absätzen nahte und den stotternden Wicht mit einer knappen Geste der Autorität davonwischte, dass er fortstolperte. Ein mittellanger grauer Rock, weiße Bluse, ein Hals so faltig und ledrig, dass er genauso gut einer Drachenkröte hätte gehören können - wahrlich das Abbild einer Bibliotheksdame, die nichts in „ihren” Hallen duldete, was Chaos verhieß. Aus ihren wachsamen blauen Augen, die hinter der simpel gehaltenen Brille hervorblitzten, bemaß sie ihr Gegenüber. Dem Gesichtsausdruck nach war klar, dass sie Faviola für ein dummes Lieschen hielt. Schön anzusehen vielleicht, aber mit nichts im Oberstübchen. So schenke sie ihr nur ein verkniffenes Lächeln, wobei sie ihre irgendwie zu kurz geratenen Zähne präsentierte. Vielleicht mahlte sie so häufig vor Verdruss mit ihnen, dass sie sich wie bei Pferden abgenutzt hatten. [color=#E6E6FA][i]Ja?[/i][/color] schnarrte sie mit einer alles andere als melodischen Stimme, die merklich mehr die Stille willkommen hieß und damit implizit bereits gebot: Fasse dich kurz. |
10.03.2019 14:17:02 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127006) |
Durgarnkuld | Während [b][color=#7FFFD4]Lueith [/color][/b] und [b][color=#FF3030]Dreufang[/color] [/b] noch auf eine positive Regung seitens Evas hofften, kristallisierte sich die kommenden Tage klar ernüchternd heraus, dass diese nicht auftauchen würde. Sei es, dass das ‚Rücken stärken’ doch mehr Gerede war oder es andere triftige Gründe gab - zuweilen müssen doch die Berge zu den Propheten kommen, wenn die sich wieder einmal zieren. [b][color=#C6E2FF]Ferdinand[/color][/b] und [b][color=#D2691E]Tork[/color][/b] klapperten derweil die eingetragenen Sitze mîrhavener Zwerge ab. Der Totenpriester wurde im Bürgerverzeichnis durchaus fündig, auch wenn sie da einige Adressen abarbeiten mussten - Torks Füße würden sicher bald einer Gnomenmassage bedürfen. Die meisten Adressen waren aber glücklicherweise recht geballt zusammen, wie Zwerge sich in menschlichen Siedlungen doch meist als kleine Kommune organisierten. Ein paar lebten auch im Südviertel (die meisten arbeiteten jedoch nur dort), viele waren im Inter-viertel zwischen Nord und Süd. Ein paar auch etwas zerstreuter im Hafen oder hatten dort zumindest ihre Geschäfte. Auf ihrem gemeinsamen Pfad als ungleiches Priester Duo fanden sie auch durchaus einige verborgene Edelsteine, die zu Tork ‚sangen’. Nicht jeder war so betörend, dass es Tork die Sinne vernebelte, aber die zwergische Lust für die Schönheit von Gemmen und Geschmeide schlug da doch hoch - ein Rausch für einen jeden Zwergen! Was sich nicht einstellte, war etwa ein klares Muster, dass die Steine insbesondere in von Zwergen besiedelten oder begangenen Gebieten ausgestreut wären wie Köder. Zumeist fanden sie die Steine in einem Abflussgitter blitzen, in Ritzen geklemmt, wo man sich fragen mochte, wie sie dorthin gelangt waren, einige auch unter Schutt oder anderem Straßenmüll. Aber die Funde konzentrierten sich mehr auf den Hafen und sein Kerngebiet, weniger auf die Hauptsiedlungszentren der Zwergengemeinschaft. |
10.03.2019 16:37:59 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127007) |
Lyraee | Zwei Tage wartete Lueith ab. Vergeblich, wie sich zeigte. Dann machte sie sich auf, das ausbleibende Treffen selbst herbeizuführen. |
10.03.2019 23:00:10 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127008) |
Daanik | [b]Jaha ...[/b] Dem sommersprossigen Student, der wie ein eingeschüchteter Hund mit eingezogenen Schwanz davonzog, schenkte sie ein mitleidiges Lächeln. So dann widmete sie sich der Herrin über all die Bücher, die doch passend zum Amt, einen entsprechenden Eindruck vermittelte. Zu viele Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte, fernab des quirligen Lebens, eingesperrt hinter einer Mauer aus Büchern, hinterließ das Dasein in diesem Fall, seine Spuren. [i]Mit offenen Augen durch die Welt.[/i] Predigte sie vor nicht allzu langer Zeit dem mürrischen Held. So ermahnte sie sich in Gedanken, nicht selbst irgendwelchen Gebaren zu verfallen. "Werte Dame" Empfing sie die Bibliothekarin, bemüht einen respektablen Ton zu finden, nicht eingeschüchtert, aber auch nicht überheblich, denn sie hatte gerade ein Anliegen. "Mein Bestreben ist es, Werke, Niederschriften zu finden, über Rituale im Zusammenhang mit Edelsteinen. Sicherlich kann eine solch gebildete Frau wie ihr es seid, mir dabei weiterhelfen jene Werke zu finden?" "Ach entschuldigt." Oh Gott, hatte sie vergessen sich kurz zu fassen?" Mein Name ist Faviola de Salazzar." Der Stolz auf den Name war nicht zu überhören." Ich stamme aus Calimhafen, angehende Magistra der Akademie "alhilal aldhahabiu". Genau genommen soll ich der zweite Mudir der dortigen Bibliotheken werden. Deshalb führe ich eine Studienreise durch, bevor ich das Amt antrete. Bibliotheken deren Ruf über die Grenzen hinweg bekannt ist, sind mein Ziel, um meinen Wissensdurst zu stillen. Organisation, Katalogisierung, Pflege des Schrifttums.., ihr wißt schon. Denn wer soll sich damit besser auskennen, wenn nicht ihr?" Mit andächtigen, gleichfalls erwartungsvollen Blicken schaut sie zu der Dame, der alterwürdigen Kröte?. [spoiler] Diplomatie W20=12+6=18 Bluffen W20= 13+12=25 [/spoiler] |
11.03.2019 19:34:19 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127013) |
Durgarnkuld | Der Blick der scharfsinnigen Frau hielt ihr jüngeres Gegenüber länger noch festgenagelt auf ihre Eröffnung und den gesuchten Objekten der Begierde. Die schlichte Brille, gehalten an einer geperlten Kette, rückte sie zurecht. [color=#E6E6FA][i]Bibliothekarin Briskier.[/i][/color] Meinte sie knapp und hob eine schlanke Braue zunächst zweifelnd. Die blauen Augen glitten über die Haut und gesamte Erscheinung Faviolas, eher wieder skeptisch ob der Eröffnung sie stamme aus Calimhafen. Sogleich zückte sie einen Kohlestift - wie man es erwarten durfte hatte sie natürlich ein gestrenges Klemmbrett zur Hand - und kritzelte sich eine Notiz. Sicherlich würde sie nach jener angeblichen Akademie später noch fahnden. Wie sich die Geschichte aber zusammenfügte, gepaart mit einer wohlplatzierten Schmeichelei, schenkte sie der jungen Frau doch ein zartes Lächeln. Womöglich war es aber auch nur deshalb so zart und zerbrechlich, weil sie selten lächelte. [color=#E6E6FA][i]Ihr habt Eure Hausaufgaben gemacht, Fräulein Salazaar. Wir pflegen einen umfassenden Katalog zu den verschiedensten Themengebieten. Lasst mich Euch sagen - bei all den Nichtsnutzen an Studenten, mit denen Ihr es zu tun haben werdet, ist es nicht leicht, Ordnung zu wahren. Da hilft nur eiserne Disziplin und harte Liebe, Fräulein.[/i][/color] Nickte sie geflissentlich, dass der faltige Drachenkrötenhals wilde Gebirgsformationen im Zeitraffer bildete. [color=#E6E6FA][i]Wenn Ihr Einblicke in ein erprobtes System wie das unsrige wünscht, reicht einfach Eure Empfehlung der Akademie 'alhilal aldhahabiu'[/i][/color] leierte sie es fließend herunter [color=#E6E6FA][i]ein und ich führe euch herum. Was Rituale zu Edelsteinen betrifft … könntet Ihr spezifischer werden? Viele magische Riten erfordern nicht wenig Einsatz von Edelsteinen, meine Gute.[/i][/color] Dabei streichelte sie ein paar vergilbte Bücherrücken neben ihr, als wären es stille Liebhaber, die alle Antworten bereithalten, wenn man nur gewillt war, sich ihnen hinzugeben. |
23.03.2019 09:28:04 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127055) |
Daanik | [b]Register 58a27w2 oder so[/b] Es ist ein Gedanke den ich nachverfolge. Stellt euch vor, jemand begehrt die außergewöhnlichen Talente eines anderen. Möchte diese an sich reißen."Das Fräulein angehende Magistra winkelt ihre Arme an, ballt ihre Hände zu Fäuste und zieht diese ruckartig an sich ran, zur Verdeutlichung ihrer Gedankenwelt." Verzeiht meine ausschweifende Fantasie die meinem Alter geschuldet ist."Entschuldigt sie sich sogleich beflissen." Dies ist ein absurder Gedanke. Gleich der abstrusen Vorstellung: Mystra würde den Körper des Erzmagiers Elminster Aumar in den Körper einer Frau stecken." Kurz schüttelt die Calishitin den Kopf, als wolle sie das "verquerte" Konstrukt abschütteln." Wieder."Tadelt sie sich selbst. Was Faviola nicht davon abhält, ihren eigenen Redefluß einzudämmen." Sicherlich ist euch nicht das Geschehen über diese zwei Geschöpfe entgangen, welche im Nordviertel ihr Ende fanden."Wie sie es vorträgt, könnte sich die Vorstellung einschleichen: Nordviertel? War das anders zu erwarten?" Es wird berichtet, der Körper dieser jetzt nicht unter uns weilenden, sei voller Edelsteine gefüllt gewesen. Wie ein Füllhorn. Die Kehle der Frau, mit Gold ausgegossen." Ganz nebenbei erwähnt sie etwas von einem Begriff: Goldkehlchen. Für einen Moment lässt sie der Bibliothekarin Zeit das Vorgetragene sacken zu lassen, um gleich weiterzuführen." Jetzt frage ich mich, gibt es einen Zusammenhang zwischen den Personen und dem kostbaren Gut? Ein Ritual? "Eindringlich sieht sie die Hüterin des wahren Wissens an." Und wo sollte man eine Antwort finden, wenn nicht hier? In einer ausgezeichnet katalogisierten Bibliothek, derer [b]tadelloser Ruf[/b] und manigfaltiger Bestand zweifelsohne [b]den Biblothekaren zuzusprechen ist[/b]."Ein Hoch auf die Ordnung!" Einer Bibliothekarin wie euch, [b]Sayida Briskier.[/b] |
24.03.2019 17:18:24 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127063) |
Durgarnkuld | Brüskiert sah die Bibliotheksdame Briskier zunächst drein. [color=#E6E6FA][i]Wahrlich absurd, meine Teure.[/i][/color] schnarrte sie. [color=#E6E6FA][i]An unserer [b]ehrenwerten[/b] Akademie beschäftigen wir uns selbstredend nicht im entferntesten mit derlei absurden Ideen wie dem Diebstahl vermeintlicher Talente.[/i][/color] kräuselte sie die Stirn und verzog die Lippen beim Spitzen ihres nun auffällig kleinen Mundes. Kaum hatte Faviola begonnen über die Geschehnisse des Nordviertels zu berichten, erkannte sie mit jedem Satz, jedem Wort, jeder folgenden Silbe mehr und mehr, dass die gute Frau davon scheinbar keinerlei Kenntnisse hatte - dem Gesichtsausdruck nach interessierte sie dies aber auch nicht sonderlich. Der Gedanke schlich sich unweigerlich ein, dass die alte Frau ihre Zeit nur hier verbrachte und zu Hause bei Büchern und ein paar Katzen zu viel für das soziale Wohlsein. [color=#E6E6FA][i]Die angesehenen Absolventen unserer Akademie haben es auch kaum nötig, sich die Gnade und das Wohlwollen fragwürdiger Kräfte zu erkaufen, Fräulein. Mit derlei Ritualen beschäftigt man sich hier also wohl kaum.[/i][/color] Sie spitzte den Mund noch pikiert, bevor die butternden Worte der Calimhafnerin doch wieder den Stolz und Ehrgeiz der Bibliotheksfrau zu packen wussten. [color=#E6E6FA][i]Setzt Euch dort hin, ich werde sehen, was wir an Werken vorrätig haben. Aber macht Euch nicht zu große Hoffnungen. Sollte es kein arkanes Ritual sein, Fräulein Salazaar, - sofern es denn überhaupt eines ist - werdet Ihr womöglich nicht fündig.[/i][/color] Der gewiesene Tisch war in einer ruhigen Ecke der Bibliothek. Noch saß dort eine junge Studentin, die mit einem scharfen Blick der brüsken Briskier eilends anfing alle ihre sieben Sachen einzupacken und Faviola bereits Platz machte. Stöckelnden Schrittes entschwand die Alte für einige Zeit, um irgendwann mit ein paar Wälzern wiederzukehren. [color=#E6E6FA][i]Das Beste, was ich zu Eurem Gesuch aufzutreiben wusste. Kommt später zu mir und ich zeige Euch unser Katalogsystem.[/i][/color] lächelte sie ihr kleines Lächeln, das so selten zur Schau gestellt werden mochte. Die gesammelten Werke waren recht bunt in ihrer Thematik, wie Faviola rasch feststellte. Bei einigen handelte es sich in der Tat um [b]religiöse Artefakte[/b], die auch hier in der Akademie aufgeführt waren. Ein bestimmter Bernstein [i]Flammengeist[/i], der Tymoranern eine Reliquie war; ein obskures, edelsteinbesetztes Korsett, das einer finsteren Göttin Gerüchten zufolge geweiht ward. Und noch ein paar andere Kleinode, die religiöse Aspekte durchaus aufwiesen, aber primär aufgrund ihres legendären Artefakt Charakters hier gelistet wurden. Mit Opferungen hatten aber keine davon zu schaffen. In einem vergilbten Folianten, der offenbar erst kürzlich wieder ins offen zugängliche Sortiment aufgenommen wurde, fand die Bardin einige Hinweise zu teuflischen Aktivitäten und Kulten, die sich um Gold, Edelsteine und andere Wertsachen drehten. Sogenannte „Seelenernter” infiltrierten den Berichten nach zuweilen die nichts ahnende Gesellschaft und horteten in okkulten Tempeln sagenhafte Reichtümer an - bestimmt für den regen Ankauf von Seelen. Insbesondere Gold war eine beliebte interdimensionale Währung für den [b]Seelenhandel[/b]. Solche Seelenernter glichen in ihrer teuflischen Form in etwa humanoideren Satyren, wählten aber in Verkleidung die Gestalt attraktiver Männer von Stand oder verführerischer Femme Fatale. In einem frischeren Werk, das erst vor ein paar Dekaden aus dem Zwergischen übersetzt worden war, stieß Faviola auf die Erwähnung von [b]Gemmenmagie[/b], die in altehrwürdigen Zeitaltern von dem Stämmigen Volk intensiv gepflegt wurde und kürzlich wiederentdeckt ward. Ähnlich der Runenmagie oder dem Aufzeichnen von Zaubern auf magische Spruchrollen, speicherten die Edelsteine mächtige Zauber in sich und warteten wie Fallen nur auf den richtigen Moment, um loszugehen. Auch über [b]Organisationen[/b] gab es einige Berichte - wenn auch alle nur aus Außenperspektive und damit nicht allzu detailliert über die eigentlichen Tätigkeitsfelder. Tatsächlich stieß die Künstlerin hier auch über den Drachenkult, der mitunter Reichtümer anhäufte, um Drachenkandidaten für das künftige Untoddasein zu gewinnen und ihre Horte zu mehren. Andere beunruhigende Darstellungen wussten entlang der Drachenküste bis in entferntere Ausläufer nach Amn und die Herzlande von versklavten Schildzwergen, die hier und dort auffällig geworden waren (mitunter aufgrund recht aggressiven Paarungsverhaltens, wie es untypisch ist für die stämmigen Bartträger). Einer nicht näher eingegrenzten Entität lieferten sie insbesondere Gold und Informationen. Und dann gab es natürlich noch [b]unzählige Zauber[/b] - zu Faviolas Glück nur in einem Büchlein gelistet (vermutlich für praktische Logistik, wenn die Akademie bestimmte Kurse anbot und Material einkaufen musste). Edelsteine und auch Gold spielten in der Magie fast immer eine Rolle. Man konnte sogar geringere Drachen beschwören und mit einem angemessenen Hort überreden, einstweilen Dienste anzubieten. Ausführliche Darstellungen zu den Fällen, fand sie aber nicht. Zumindest nicht in der Schule der arkanen Künste. Dank der mittlerweile gleichgestellten Barden der Akademie gab es auch viele Legenden und Literatur abseits reiner Zauberformeln, aber insbesondere religiöse Praktiken fand man eher in Tempelvorräten - mit denen aber, wie die Bibliotheksdame der vermeintlichen Muldir in Ausbildung mitteilte, natürlich reger Austausch bestand, wenn es um Wissenserwerb ging und da sicher auch Werke einstweilen entliehen werden konnten. |
24.03.2019 23:12:51 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127065) |
Ashes | Lange war es her, dass man das Tokken des Stabes von Tok hörte, aber da war es. Zwar war er lange nicht mehr auf Amdir, doch schaute er dennoch, ob er noch immer im geschlossenen Teil der Akademie willkommen war. Immerhin hatte er es der Dame Salazzar versprochen, dass er nach ein paar ihrer aufgezählten Dingen in den Büchern sucht. Sie sagte was von Bernstein, einem steinbesetzten Korsett einer Göttin und einem Seelenhandel, der wohl damit zusammenhängen soll. Dass das im Detail so nicht stimmte, weiß er noch nicht. Was soll er nur von ihr halten? Sie ließ sich nur all zu leicht in Panik versetzen, dachte nicht nach......nagut, das tat er selber scheinbar auch nicht unbedingt, so wie er seine privaten Informationen teilte und zu schwache magische Fallen in seinem Haus auslegte....sich nicht anständig auf eine Untersuchung eines magischen Fokus im Gebrauch vorbereitete, aber......wer bitte schön, kann keine Pinzette nutzen? Wie sehr konnte sie ernst genommen werden? Roan entschied sich dazu, ihr eine Chance zu geben, er kannte sie schließlich erst seit kurzem. Jedenfalls schaut er sich erst im offenen Teil bei den Legenden und Mythen um und dann schließlich näher in den Büchern mit magischem Gehalt, welche im geschlossenen Teil zu finden waren....sofern die Ordnung nicht geändert wurde. |
25.03.2019 15:26:46 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127068) |
Durgarnkuld | Roans Rückkehr wurde von vielen der liberal eingestellten jungen Studenten begrüßt. Während er durch die Gänge der Akademie schritt, kam mehr als ein Wissbegieriger auf ihn zu, fragte ihn wie seine Reise gewesen sei und sprach sich aus, dass kommende Kurse bereits ersehnt wurden. Auch die Kollegen, die damals nicht die Akademie im Stich gelassen hatten, hießen den Tok willkommen. Dass er länger weggewesen war, störte auf dieser Ebene zumindest wohl keinen sonderlich, waren länger Reisen für Magier ja nichts ungewöhnliches. Irgendeinen Mythos galt es immer zu erforschen und aufzuschreiben. Ob dies auch auf der höheren Ebenen der Fall war, blieb abzuwarten. Zumindest war Roan noch nicht aus den Verzeichnissen entfernt worden, sodass er für diese Stunde problemlos Zugang zu geschlossenen Bibliotheksbereichen bekam und auch nach gelagerten Artefakten schauen konnte. Zwar fand Roan sogar das Buch wieder, aus dem Faviola ihr Wissen bezog, allerdings stellte sich rasch heraus, dass diese Artefakte nicht in der Akademie selber gelagert wurden - lediglich Beobachtungen und gesammelte Berichte fanden sich. In anderen Werken - hier detaillierter, da nicht für den einfach zu verderbenden Studenten einsichtig - war dann die Gattung der Seelenernter beschrieben. Auch Falxugone genannt, erinnerten sie an eine Art teuflische Satyr. Der übliche Charme, der diesen Wesen zugesprochen wurde, behufte Füße, ein schuppiger Schwanz, Hörnchen und spitze Reißzähne, gepaart mit roten Augen. Gekleidet stets in edle Trachten unterwanderten sie öfters die Gesellschaft der Sterblichen und handelten wohl in der Tat primär mit Gold um Seelen. Allerdings legten sich auch Wert auf Diskretion, sofern ihre Art nicht offen geduldet wurde wie unter manchen Diktaturen, sodass ihr Äußeres dank Tarnung nicht auffiel. Die Aufmerksamkeit irgendwelcher Abenteurer, die mal wieder die Pläne durchkreuzten, versuchten sie eher zu meiden, als heraufzubeschwören. |
25.03.2019 21:53:57 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127071) |
Durgarnkuld | Aus den Nachforschungen von Meree und Ferdinand, zusammengetragen von Bethsaba - eine grobe Einordnung der Vorfälle / Juweliere & potentielle Hehler. [spoiler][img size=400]https://i.pinimg.com/originals/5b/c9/22/5bc9223179354675193df8ebf992fc4d.png[/img][/spoiler] ((man stelle sich die Karte größer, verwinkelter, etc. vor - kein Laden ist „exakt” an der Enginestelle so zu finden, nur für die Relationen mal hier festgehalten)) |
26.03.2019 11:33:32 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127072) |
Lyraee | Es war ein kalter, wolkenverhangener, trübsinniger Spätmorgen, fast Mittag. Die Kapuze tief herabgezogen stapfte Lueith durch den durchnässten, aufgeweichten Sand und die wie Bindfäden herabregnenden Tropfen. Sie ging wieder am Strand entlang und beobachtete die in gleichmäßigen Rhythmus sanft heranrollenden Wellen. Im Vergleich zu ihrem letzten Besuch zeigte sich das Meer zahm – was ihr nicht unbedingt lieber war. Auch der Küstenwind blies nur milde, zerstreute dadurch aber die dichten Wolkendecke nicht, die es seit der letzten Nacht unablässig auf Mirhaven herabregnen ließ. Sie würden Ludwig finden. Und das hoffentlich schnell. Sie war sich gewiss, Ferdinand hätte bereits alles Menschenmögliche in die Wege geleitet um seinen Novizen, dem Bruder im Glauben zu finden. Es musste schnell gehen und Lueith hatte keine wirkliche Ahnung, wo sie mit der Suche nach Ludwig beginnen sollten. Wiedereinmal würde sie sich auf die Magie verlassen müssen. Sie konnte der Magie vertrauen und den eigenen Fähigkeiten diese Kunst verlässlich zu beherrschen. Auch in diesem Falle stützte sich ihre Hoffnung auf den Einsatz von Kraft und Energie um in Mystras Gewebe zu forschen, nach Erkenntnissen und Wissen zu tasten, das eigentlich jenseits ihrer Möglichkeiten "zu Wissen" lag. Es ging weit darüber hinaus. Aber sie würde es erneut wagen. [i]Magie[/i], dachte Lueith, den Blick zum Himmel richtend und die Augen ob des Regens etwas zusammenkneifend, [i]ist ein Schlüssel, mit dem man verbotene Türen öffnen kann. Türen, hinter denen man die Wahrheit zu finden vermag, wenn man nur mutig und entschlossen genug ist. Das muss man sein, denn es können hinter diesen Türen auch Alptraum, Gefahr, unvorstellbares Grauen und zerstörerische Kräfte warten. Mächte des Bösen, die nicht nur den vernichten können, der die Türen öffnet, sondern die ganze Welt dazu. Die Magie ist Chaos. Heil und Verderben gleichermaßen Zustande bringend. Magie ist eine Kunst, eine große Kunst, mit der man schöne, unglaubliche und ungewöhnliche Dinge zu erschaffen vermag, wenn man sie beherrscht. Magie ist auch Wissenschaft. Um sie zu meistern genügen Talent und angeborene Fähigkeiten nicht. Anstrengende Arbeit und Studium, Disziplin und Ausdauer sind notwendig um das Wissen zu erwerben, die Grenzen des Geistes ständig zu erweitern. Magie ist Fortschritt. Aufwärts zum Besseren. Zu den Sternen. Doch alles hängt allein von dem ab, der sich der Magie bedient, wie und zu welchem Zweck. [/i] Von Zeit zu Zeit war es aber trotz allem die Intuition, auf die Lueith hörte. Wie im Tanze mit dem Schwert sich die Reflexe durchsetzen zu lassen ohne nachzudenken. Dem eigenen Muskelgedächtnis oder dem eigenen Bauchgefühl nachzukommen, noch bevor der Verstand begriffen und zerdacht hatte was geschah. Einfach TUN. So stand sie nun da und sah sich am Strand nahe dem Bänkchen um, lauschte in die Wellen die ihr einst Maeralyas Gesang vorgegaukelt hatten. Das goldene Kettchen in der Faust. [i]"Entul'naa, Sha"[/i] flüsterte sie im recht einseitigen Zwiegespräch. Ich bin zurück, Freundin. [i]"Au'soorer."[/i] Wieder als Suchende. Zu einer späteren Zeit würde sie wohl dem Tempel Kelemvors einen Besuch abstatten, auf der Suche nach Ferdinand. [Spoiler]Das wird dann ig bei Gelegenheit weiterverfolgt / in die Wege geleitet.[/spoiler] |
27.03.2019 16:45:35 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127075) |
citlali | Ferdinand bemerkte sicher schnell, dass Ludwig fehlte, denn nach dessen kurzer Auszeit wegen Maeralya hatte sich Ludwig gerade wieder in die Arbeit gestürzt. So fackelte Fedinand auch nicht lange und fragte zunächst bei Bruder Gwydion, dem Gärtner und Georg (und dem Tempelgeist) nach. Danach stattete er dem Haus der Sonnensteins einen Besuch ab und wenn die nicht da waren, ging er zu Willi bei den Ställen. Er versuchte heraus zu finden, wann Ludwig das letzte Mal von wem und wo gesehen worden war. Zudem bat er die Familie um einen besonders persönlichen Gegenstand von Ludwig und zudem noch Haare von ihm (sollte er nicht wegen der vorsichtsmaßnahmen des Tempels ohnehin welche haben). Sollte er keine anderen Hinweise haben, ging er sogar in den Wald zu der Stelle, wo Ludwig einst von Nixen entführt worden war und zu Ludwigs Stelldichein-Plätzen. Nach Oscars traurigem Fund (nach dem Ferdinand am liebsten selbst die Edelsteine angezündet hätte) war seine Suche umso verbissener, während er dennoch versuchte Ludwigs Eltern zu beruhigen. Schließlich war es Zeit es mit Magie zu versuchen...dann aber nicht mehr alleine. |
27.03.2019 17:31:56 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127076) |
Ashes | Und so beschloss sich der Magier dazu, wieder Metamagie zu lehren. Immerhin gibt es genug Situationen, in denen sich die Schüler wünschen werden, sie könnten ihren Zauber verlängern, verstärken, ihn ohne eine Geste ausführen oder Ähnliches. Immerhin nutzte er ja auch den geschlossenen Teil der Bibliothek und ihm wurde schon sehr schnell bewusst, den würde er öfter wieder brauchen. Für die jetzt anstehende Recherche wird sie aber vermutlich nicht von Nöten sein. Letztes Mal hatte er sich ja nach den Anhaltspunkten von Dame Salazzar gemacht, nun sucht er aber nach weniger als nach legendären Gegenständen, Drachen oder Göttern. Er suchte nach Dokumentationen ähnlicher Fälle. Vielleicht auch Anleitungen. Das "WAS" ist ihm bekannt. Nun wollte er mehr über das "WIE" erfahren. Der Täter bzw. einer der Täter kontrollierte die Steine und dem Zerspringen vor dem Hammerschlag nach zu urteilen, wusste er ganz genau, was um dem Stein herum geschah. Dass die Steine selbst ein Bewusstsein hatten schloss er einfach schonmal aus, da sie nicht magisch waren, was normalerweise Voraussetzung wäre......oder sollte es tatsächlich Ausnahmen geben? Jedenfalls musste ein Aufspür -oder Ausspähzauber im Spiel gewesen sein, damit der Fernsteuernde wissen konnte, was geschah. Und dann noch die maximale Reichweite. Er konnte aus der Ferne einen Stein zerspringen lassen. Entweder muss dieser Zerspringzauber eine hohe Reichweite haben oder aber ein anderer Zauber, wie der zum Ausspähen mussten in der Lage sein, die Entfernung für den anderen Zauber zu überbrücken. Was war mit Geistern? Konnten sie aus dem Äther heraus etwas derartiges bewirken. Ein Wirker in Äthergestalt kann es zumindest dann nicht sein, wenn er eine feindseelige Handlung ausgeführt hat, denn dann käme er unweigerlich aus dem Äther. Doch hätte er in dem Falle nicht direkt, sondern indirekt angegriffen, was es wiederum möglich machen könnte. Der Zauber ging ja auf den Stein und nicht auf eine Person. Was für Wege findet Roan in den Büchern, um einen solchen Effekt zu erzielen? "WER", ja das leidige "WER" ist schon etwas komplizierter. Hierbei durfte er sich nicht auf die Vorgehensweise versteifen. Nein es geht um Motiv und da würde er am liebsten zuvor nochmal mit den anderen Leuten reden....andererseits, zwei Sachen versucht er. Er sucht nach Rassismusmorden und Morden bzw. Tötungen im Zusammenhang mit Verführung zur Geldgier...oder anderen Wertgegenständen. Vielleicht gibt es sogar einen Fall, der beides verbindet. Etwas dürftig, aber naja, ein Treffen zwischen allen Beteiligten Ermittler ist eh geplant. Vielleicht ist es dumm nicht nachzufragen, aber irgendwie ging Roan davon aus, dass die Wache selbstverständlich in ihren eigenen Archiven danach suchen würden. Edit: Vielleicht sucht er ja auch auf die von Dame Salazzar erwähnte Gemmagie, welche sie aber leider nicht näher ausführte. |
27.03.2019 19:23:36 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127077) |
Byra | [b]Vor Glimmerbarts Geschäft[/b] Unterdessen verharrte der Söldner Dreufang weiter in einer schattigen und trockenen Ecke. Dort wo die frühjährlichen Regengüsse nicht hin reichten. Dort wo die Augen von Vorbeikommenden ihn im eiligen Streben den unnachgiebigen Witterungen zu entgehen, eher übersahen, als seine Anwesenheit zu hinterfragen. Der Söldner hingegen bemaß jeden Passanten aufmerksam, während er sich unter seinem dicken Wollumhang vor Blicken und Kälte sicher wähnte. Der besondere Fokus seiner Aufmerksamkeit lag auf dem Geschäft eines Zwerges mit dem Namen Glimmerbart, unweit dessen sich Dreufang aufgestellt hatte und nun die Bewegungen vor der Eingangstür verfolgte. Welches Klientel mochte wohl ein- und ausgehen, vermeintliche und tatsächliche dort versetzen und erstehen. Dreufang würde versuchen sich jeden einzelnen einzuprägen – und vielleicht waren auch einige ihm bekannte Gesichter darunter. Wie der Zwerg in den Besitz der Kette Maeralyas gekommen war, war die Frage die über seinen Beobachtungen schwebte – und zugleich der Wunsch den Kuriositätenhändlers vor den Greifern und Mördern zu schützen, denen bereits drei Seelen nachweislich zum Opfer gefallen waren. Wenigsten solang, bis er ihnen persönlich Rede und Antwort zu dem Kettchen der halbwüchsigen Elfe geben würde. |
28.03.2019 22:10:29 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127080) |
Durgarnkuld | In der Tat bemerkte [b][color=#C6E2FF]Ferdinand[/color][/b] recht rasch, dass sein Schützling verschwunden war. Die Eltern und Familie empfing den Totenpriester, nagende Sorge in den Gesichtern eingegraben. Zuletzt war Ludwig noch im Kelemvortempel gewesen, wo er sich um seinen Leidensgenossen Oscar gekümmert hatte. Nur eine Runde um die nächsten paar Häuserreihen wollten sie drehen, damit der Pelzträger mal etwas rauskam … wohin es die beiden genau verschlagen hatte, legte sich Ferdinand erst nach dem Aufspürzauber wohl nahe. Während [b][color=#00BFFF]Roans[/color][/b] Recherchen musste er sich durch zahllose Abhandlungen und Almanache wühlen. Glücklicherweise wusste er bereits als ein versierter Metamagie Wirker, dass es mit genügend Übung auch möglich war, die Reichweite von Zaubern zu modifizieren. Theoretisch war für die üblichen weitreichenden Zauber damit eine Entfernung bis zu einem Kilometer möglich - sofern der Zauber selbst nicht ohnehin schon grenzenlose Reichweite besaß. Die Frage des [i]Wie[/i] gestaltete sich als Mammutaufgabe. Die Art wie der Edelstein zersprungen war, erinnerte in etwa an Anwendungen von [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/shatter.htm]Zerbersten[/url] oder andere ähnliche Schallzauber wie etwa [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/shoutGreater.htm]Mächtiges Brüllen[/url] oder [url=http://www.d20srd.org/srd/spells/sympatheticVibration.htm]Harmonische Vibration[/url]. Die Art der Ausspähung war noch einmal kniffliger und ließ sich nicht schlussendlich mit Roans Wissensstand abschließen. Er fand aber in Sachen der Divination bei sehr eingehender Suche die Erwähnung vieler Zauber, die bisher grassierende Theorien in der Gruppe nährten. Einmal gab es [url=http://dnd.arkalseif.info/dndtools/spells/complete-adventurer--54/listening-coin--380/]Lauschende Münzen[/url], die zum Abhören genutzt wurden - war es denkbar, dass auch Edelsteine so bearbeitet worden waren? Allerdings müsste ihnen dann doch gewiss noch die gewirkte Magie anhängen, schließlich waren sie magische Sender. Ferner gab es noch Hellsichtmagie, die [url=http://dnd.arkalseif.info/dndtools/spells/underdark--34/portal-view--3494/]Einsicht via Portale[/url] bot - einseitige heißt das. Sofern die Edelsteine tatsächlich wie Portale funktionierten, konnte die fremde Präsenz so tatsächlich die Umgebung jederzeit im Auge haben. Eventuell war ein Zauber, der doch wieder in Richtung von Drachen und ihrer Horte führte, in der Sache noch einmal bekräftigender: [url=http://dnd.arkalseif.info/dndtools/spells/dragons-of-faerun--26/gem-tracer--1098/]Gemmensucher[/url] ermöglichte es den geschuppten Bestien ihre geliebten Edelsteine immer im Auge zu haben. Eine gänzlich andere Spur konnte Roan noch ausmachen, als er sich generell mit dem Bewusstsein von Wesen oder Gegenständen beschäftigte. Auf gewissen Ebenen wussten die dortigen Herrscher - wie etwa in abyssischen Schichten des Abgrund oder göttlichen Himmeln - stets darum Bescheid, wer sich dort aufhielt. Einige Dämonen und Teufel vermochten es Sterbliche anhand ihrer Gesinnung oder Berufung ausfindig zu machen und ihrer Anwesenheit klar. War es unwahrscheinlich, dass auch Monster und Wesenheiten der Berge und Tiefen, wo die Glitzersteine geschürft wurden, über so eine Art sechsten Sinn verfügten? Rassismus begegnete dem Magus überall. Mîrhaven war da keine Ausnahme. Auch wenn es keine nennenswerten großen Ausschreitungen in jüngster Vergangenheit zu finden gab, war Ablehnung und teils auch Hass gegenüber dem Anderen immer ein Begleiter menschlicher und inter-menschlicher Kultur. Nicht zuletzt mit dem Aufkommen der Halblingssiedlung gab es ab und an mal Reibungspunkte bei der Bevölkerung. Dabei konnte das Opfer solcher Hassverbrechen in der Tat ein Elf sein oder wie sooft Halborks - abscheuliche Tieflinge oder einfach Ausländer, eigenbrötlerische Zwerge oder aberwitzige Gnome. Es hatte sicherlich seinen Grund, warum diese Völker kleine Kommunen in Menschenstädten bildeten. Derart schlicht krasses Vorgehen wie in den jüngsten Fällen, konnte Roan aber nicht für Mîrhaven finden - zumindest nicht in der Zeitspanne und bei seinen Mitteln. In Sachen Verführung, insbesondere zur Gier oder Laster generell, gab es immer mal wieder Bezeugungen von Dämonen oder Teufeln, bzw. eher ihrer Anhänger, die derlei versuchten. Dem abgesägten Stadtrat, der als Teufelsanbeter verschrien war, wurde derlei als dem „Drogenbaron” gerne zuerkannt. Eine sehr kurze Abhandlung über die Wiederentdeckung von Gemmenmagie konnte Roan auftreiben - sie funktionierte wohl sehr ähnlich wie Runenmagie oder das Schreiben von Zaubern auf Rollen oder auch Tattoomagie. Zwerge und auch Gnome galten als die ersten Völker, die diese Kunst entwickelt hatten und erst in jüngster Zeit wieder aus alten Überlieferungen ergriffen. Eine Forschungsreise war da sicher lohnend. Derweil observierte [b][color=#FF3030]Dreufang[/color][/b] den Pfandleiher / Krämer / Hehler (?) Glimmerbart. Entgegen des Juweliergeschäftes, welches Bethsaba mit Tork besucht hatte, war die Architektur des fast auffällig unscheinbaren Ladens durch und durch menschlich und angepasst an die säumenden Häuser. Ein schmales, kleines Geschäft, einstöckig und trist im Stil und Farbe, teils mit losen Schindeln auf dem leicht abgeflachten Dach. Durch schmuddelige Fenster konnte man von der Straße einen Blick auf die Auslage an Gütern werfen, die niemals abgeholt worden waren und nunmehr zum freien Verkauf standen. Man konnte mit Fug und Recht alles als Plunder und Tand bezeichnen. Kaputte Spieluhren, gebrochene Harpunen, leere abgewetzte Schwertscheiden, unvollständige Werkzeugsets, gesplitterte Schilder, angelaufenes Besteck, rissige Vasen, lädierte Statuetten … die Liste ging ewig weiter, konnte man den Haufen Müll sich solange ansehen wie man wollte und fand doch stets eine neue Facette an Ramsch. Wann immer die Türe knarzend aufschwang und ein dumpfer Gong ertönte, um das Eintreten eines Kunden anzukündigen, erhaschte der Zöldner einen Blick auf Holztafeln, die von der Decke baumelten und die Hausregeln verkündeten: [b]KEINE MAGIE NIX ANFASSEN KEINE FRAGEN[/b] Entsprechend kamen auch wie zu erwarten keine sonderlich noblen Käufer oder Pfändlinge in das Geschäft. Manche wirkten offen zwielichtig und sonderbar, sahen sich viel zu häufig um oder hatten die Kapuzen so tief ins Gesicht gezogen, dass es ein Wunder war, dass sie nicht über die Eingangsstufen stolperten, während sie unter den Mänteln ihre Beute verbargen und gleichsam doch kundgaben. Die Meisten waren jedoch einfach arme Schlucker, die ihren Plunder hofften dort für ein paar Münzlinge zu verpfänden - womöglich eines fernen Tages wieder abzuholen. So oder so: allzu viele Kunden hatte Glimmerbart offenbar nicht, obgleich er bis spät in die Nacht im Laden war. Und als die Stunde gekommen war, da er aus seiner ‚Höhle’ humpelte und schlurfte, fixierten die verkniffenen Augen sogleich Dreufang auf seinem Wachposten. Argwöhnend schlug der Mietklinge Ablehnung entgegen. Man konnte sich die Gründe zweifellos zusammenreimen - war schlecht für das Geschäft, wenn Wegelagerer in der Gasse kampierten oder spionierten. Oder aber der Zwerg schätzte seine Privatsphäre generell hoch. Trotzdem ging schwarzbärtige Zwerg nicht hinüber, sondern brummelte nur vor sich hin, als er den Laden abschloss, was merklich ein paar Herzschläge zu lang dauerte - scheinbar hatte er sich an einer Hand verletzt, wie einige Bandagen zeigten. Die Erscheinung des Zwergen war auch recht bescheiden, trug er nur ein einfaches Wams, speckige Lederhosen, robuste Stiefel, die vielleicht so alt waren wie er. Der scheinbar wertvollste Besitz an der Person war eine glücksbringende Hasenpfote, die er am Gürtel baumelnd trug, bevor er sich aufmachte zu seinem Privathäuschen. Und in der Frühe kehrte er mit dem Krähen des Hahnes wieder in seinen Laden ein. |
31.03.2019 08:41:13 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127087) |
Ashes | Und so würde Roan seine "Erkenntnisse", wenn man sie so nennen wollte, mit den anderen beteiligten Leuten (SC) teilen. Er reicht sie dabei in schriftlicher Form in Handelssprache ein. Dabei warnt er davor, dass die Konfrontation mit Schallmagie nicht unwahrscheinlich ist, bedachte man das Zerspringen des Steins....eigentlich wäre es sogar ein raffinierter Schritt. Die meisten guten Schadenszauber arbeiten mit Feuer, so dass es generell nicht dumm ist, sich gegen Feuer zu schützen. Recht selten wurde mit Schall gerechnet. Er beschreibt den Edelsteinsucher-spruch wie auch den von Einsicht via Portale. Warum nicht lauschende Münzen? Weil dieser Zauber Spuren hinterlässt. Kann man Magie verdecken? Sicher, das ist möglich, jedoch schien es dem Magier nicht mehr von großem belang. Auch ist niedergeschrieben, dass der Spruch Gemsucher ursprünglich Drachenmagie ist. Heißt das nun, ein Drache sei mit dem Fall verwickelt? Keine Ahnung, wer weiß schon, wo die Steine ursprünglich herkommen, aber falls ja, so versteht sich der Drache wahrscheinlich auf Schallmagie und ist wütend. Sie hassen es, wenn man ihren Hort leerräumt. Beschrieb nicht Dame Geneva, Augen gesehen zu haben und zwar NUR die Augen? Ohne Wimpern, ohne Augenbrauen, ohne ein Stück Haut....wie sehr konnte man da sagen, um welche Spezies es sich handelt? Einzige Anhaltspunkte sind Pupille, Iris und Färbung des Augapfels generell. |
31.03.2019 11:16:15 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127088) |
Daanik | [b]Meine Freundin die Bibliothekarin[/b] Derweil sucht das Fräulein Salazaar die Bibliothek in der Akademie auf. Der Grund ihres Besuches ist, die Wächterin über das für die Nachwelt verewigte Wissen in persona Bibliothekarin Briskier. Persönlich hatte sie nichts gegen Drachenkröten oder ähnliches, deshalb machte sie der Dame ihre Aufwartung mit frischem Obst als Geschenk. Die Auswahl auf dem Markt war nicht groß, geschuldet der Jahreszeit die derzeit herrschte. So schummelte sie noch ein bisschen Gemüse unter. Alles nochmal gereinigt, poliert und selbstverständlich noch zwei frisch gestärkte, strahlend weiße Tücher hinzugetan. Mit beschmutzten Fingern die Schätze des Hortes verunreinigen, soetwas würde die Dame sicherlich missbilligen. In der Hoffnung an alles gedacht zu haben betrat sie die ehrwürdigen Hallen oder salopp gesagt, Die Bücherfestung. Ihr Weg führte sie direkt zu der Bibliothekarin, jedenfalls wo sie sich erhoffte sie anzutreffen. Mit einem freundlichen Lächeln würde sie sich bedanken wollen. Ein Hoch auf Struktur, Methode und Arbeitseifer. Falls sich die Dame ein wenig Zeit nehmen würde, um tiefer mit der neugierigen Bardin in ein Gespräch über Katalogisierung einzutauchen, würde ihr Faviola den Respekt erweisen, den Ausführungen, Wissensschatz und was da alles noch so anfällt, Interesse entgegen bringen. Und vielleicht könnte die Dame Briskier auch gleich ein Example ihrer Kunst des Bewahrens aufzeigen? Da bietet es sich doch an Nachfragen zu den Lesern selbiger Bücher deren Inhalt Faviola bei ihrem letzten Besuch "inhalierte" zu stellen. Selbstverständlich nur Namen oder ob die Vergabe von Leihgaben dokumentiert werden? Was für eine Frage! Sicherlich werden die Leser/Besucher dokumentiert, daran hegte Faviola keine Zweifel. Irrte sie sich? Je nachdem wie alles ausfällt und die Calishitin noch Zeit hätte, nahm sich Faviola vor die Verfasser der Werke festzuhalten und Verweise auf Personen. Seriositas, die Auslegung immer aus dem Auge des Betrachters. [i]Kopierte Erkenntnisse als seine eigenen Errungenschaften zu verkaufen?[/i] Für einen Atemzug leuchteten ihre blauen Augen erheitert auf. |
11.04.2019 19:11:20 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127116) |
Durgarnkuld | [b]Faviola[/b] hatte bei ihren Erkundigungen festgestellt, dass natürlich [i]alles[/i] katalogisiert wurde hier. Aber derlei Information war auch vertraulich. Die alte Drachenkröte nahm die eigenwillige Bardin einstweilen, solange sie sich geschickt anstellte, auch unter ihre Fittiche, um sie das Dokumentieren, Sortieren, Archivieren und alles dazugehörige vernünftig zu lehren. Allerdings beschlich Faviola das Gefühl, dass die Bibliothekarin in so ziemlich allem äußerst korrekt war. Das schloss zweifellos auch ihre Stellung in Calimshan ein, die sie angegeben hatte. Falls sie keine echten Dokumente vorzuweisen hatte, den Bluff noch elaborierter ausbauen wollte oder ins Reine kommen gedachte, war klar, dass früher oder später Nachricht vom Festland kommen würde, wie es um Faviola wahrlich stand. Den Zorn einer hinters Licht geführten Drachenkröte wollte man sicher nicht zu spüren kriegen. _____________________ Alles fand aber wenige Tage darauf [b]ein Ende[/b]. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, wie man sagt. Ein wahrlich abenteuerlicher Weg war es gewesen, den die Truppe auf sich genommen hatte. Festsetzen, vernehmen hatte man den mutmaßlichen Täter wollen (manch einer wohl sicher auch weit drastischeres) - wie die Macht der Magie enthüllte, wurde Ludwig in der Behausung eines Zwergen festgehalten. Doch als der Gesuchte im Laden nicht reagierte, griff man zur bewährten Axt, um sich Zutritt zu verschaffen. Ein verwahrloster Laden voller Ramsch, wie er Torks Barthaare zittern ließ: wie unzwergisch! Eine Schande für jeden ehrlichen Händler, jeden fleißigen Handwerker. Mit dem Fund eines geheimen Tunnels, der tief in die Eingeweide längst vergessener Tage führte, fielen den Helden jedoch die Schuppen von den Augen und offenbarten den wahren Charakter des unscheinbaren Krämerstübchens. Er war eine von Illusionen heimgesuchte Fundgrube der Kostbarkeiten! Dies war nur die erste solcher Überraschungen. Unentwegt stieg die Truppe hinab ins Herz der Schwärze, trotzte mechanischen und magischen Fallen bester Zwergenmanier, wo sich die Kunde über die Kultur des Stämmigen Volkes mehr als einmal als rettend erwies. Die Antwort auf alle Fragen war ein Gott: Abbathor. Vor ihm musste sich Tork verneigen, seine Treue still geloben in jenem Akt der Unterwerfung, um den letzten Aufzug offenzulegen. Wenig war allgemein bekannt, selbst unter Zwergen, was der Klerus des Wyrms der Gier eigentlich genauer trieb. Dieser Nacht wurde aus vagen Vorstellungen teils haarsträubende Gewissheiten. [b]Die Kammer des Gemmenschnitters[/b], wo er seine Opfer hergerichtet hatte, bereitete die Heroen auf das bevorstehende Grauen vor, zeigte einem jeden, wie viele Opfer noch zu erwarten gewesen wären - wie viele auch unbesungen blieben. Endlich wich die nagende Stille einem verzerrten Echo des rituellen Gesanges. Nunmehr zuckte der Schein von Feuer zur Begrüßung um die Ecke und vertrieb die bisher klamme Düsternis des unterirdischen Gemäuers. Je näher man dem Eingang zu einer gewaltigen Kaverne kam, desto auffälliger ward die Farbvielfalt des Lichtes, farbenfroh wie der Regenbogen, der auf den Topf voll Gold sich legt. In den dunklen Hallen der Tiefe lag verborgen eine vergoldete Kaverne. An den Wänden hingen rauchende Fackeln, Kohlebecken säumten einen von Brand geschwärzten Altar. Runenbemalte Säulen erstreckten sich bis zur Decke und glommen von magischen Impulsen getrieben. Im gesamten Raum türmten sich Berge an Gold, an Juwelen, an Schätzen hinauf bis zur Decke. Geschmeide fand sich zwischen den Münzen, Ringe und Amulette, Prunkpanzer und edle Mäntel, Zierklingen und Wandteppiche, Gemälde und Statuetten, Kerzenständer und teure Vasen, eine Höhle des Glimmerns und Glitzerns, Reichtümer jenseits der Vorstellungskraft manch gierigen Sembiers. Auch Kisten und Kästen stapelten sich, Regale mit Büchern und Buchführung, Register und Berichte feinsäuberlich an einigen Schreibtischen. Und im Zentrum all dessen ein Zwerg in purpurrot. Einen gewellten Zeremoniedolch schon erhoben, um Ludwig den Garaus zu machen. [img size=400]https://us.v-cdn.net/5019558/uploads/FileUpload/c5/243b6141748e753759bced6e167630.jpg[/img] [b]Ein harter Kampf entbrannte[/b], die Verbissenheit, der Zorn der Gruppe war über die Zehntage zu einer ehernen Lanze veredelt worden, die fest ins Herz der Korruption zu stoßen gedachte. Die Schätze eines Hortes von Abbathor betörten die Sinne, riefen mit ihren Verlockungen, drohten die Helden gegeneinander zu hetzen - nur knapp konnten sie dem Chaos und Schicksal eines Snorri entgehen, hatte die Einflüsterung von Reichtümern doch keinen Einfluss auf die Klingsängerin der Getreuen. Ein Versteckspiel entbrannte, erwies sich Xandur Glimmerbart gleichermaßen als mächtiger Vertreter seines Patrons als auch als begnadeter Schattentänzer, der mal hier abtauchte und dort auftauchte, um bizarre Wesenheiten aus flüssigem Gold auf die Gruppe zu hetzen. Heiß wie die Feuer der Berge sollte das Metall des Rausches zum Totengräber der Gefährten werden. Doch jedem der Ungetüme konnte Einhalt geboten werden und auch die letzten Schatten vermochten Glimmerbart nicht vor dem Richturteil der übrigen Morndinsamman zu bewahren. Von unerträglich heißem Dampf verflüssigt, blieb nichts als eine Pfütze und sein perverser Dolch zurück - und der gefundene Hort tief unter der Erde. ___________________ Und Zeit mochte sich der Verbund ungleicher Genossen nehmen, war die Schlacht von Anstrengung und Verletzung gezeichnet und der Abstieg hatte Stunden verschlungen - würde sicherlich gleichsam Stunden verzehren. Wer die Kammer näher studierte, konnte sich an den Kleinodien mehrere Jahrhunderte ergötzen. Schätze sowohl von der Insel als auch jenseits derer hatten hier ihr Heim gefunden. Womöglich war der Zwerg und seine Vorgänger reicher als die Herzöge, die Fürsten und Könige, die auf der Insel weilten. Einigen Aufschluss mochten die sehr detaillierten Geschäftsbücher liefern, die sich in dem Heiligtum fanden. Viele reichten auch noch weiter zurück als der jetzige Glimmerbart, doch wurde der zwergische Dialekt irgendwann zu archaisch, um ihn noch zu entziffern. Wunderbar anzusehen war ein [b]kunstvolles Relief,[/b] welches den Blick schon beim ersten Eintreten fangen vermochte. Bei genauerer Betrachtung konnte allen voran Ferdinand erkennen, dass hier die Geschichte um Snorri erweitert wurde. Die schöne Sune wurde dargestellt - ja, tatsächlich Sune! -, wie sie durch die schönen Winkel der Welt spazierte bis sie da zu einer atemberaubend schönen Schärpe kam, die von der Hand hoher zwergischer Götter stammt, die sich gegenseitig gerade beglückwünschten und auf die Rücken klopften, Bierkrüge hoben und sich feierten. Offenbar gefiel der Göttin der Schönheit das Werk der Zwerge so sehr, dass sie es erstehen wollte. Kein Gold und kein Reichtum war da genug - in züchtiger Manier ging Sune auf den Bildern mit je einem der Zwergengötter fort, einer nach dem anderen. Zu welchem Zweck blieb wohl der Phantasie überlassen, auch wenn die Zwerge danach rotbäckiger dargestellt wurden. Schließlich zog Sune mit der Schärpe freudig davon - und hier fällt erstmals dem geneigten Betrachter eine gebückte, hakennäsige Gestalt auf, die sie bereits von Anfang an verfolgte. Abbathor. Auf weiteren Schliffen in das Gestein sieht man wie er ihr die Schärpe raubt und diese letztlich ihren Weg zum einstigen Helden der Zwerge, Snorri, findet. In Kisten und Truhen fanden sich, allesamt gekennzeichnet, Lieferungen an Waffen und Rüstungen oder auch Werkzeugen, bestimmt für zweifellos ruchlose Kundschaft. Auffällig war darunter eine steinerne Truhe mit dem Letter [i]M[/i] aus dem Espruar Alphabet. Aufgewuchtet enthüllte sie ein schwarzes Samtbett, auf dem eine Waffe mit markantem Axtblatt, einzigartig in diesen Teilen der Welt, geruht haben musste. Unter den übrigen Schätzen fand jeder ein paar interessante Schmuckstücke, die doch wie für einen gemacht aussahen oder wie Teile vergessener Artefakte, die zu neuem Glanz erstrahlen könnten. Bergen konnte man so viel wie zu tragen war. Und mehr würde sich auch nicht bergen lassen. Kaum hatte der letzte die unheiligen Hallen verlassen, den Aufzug in die Kaverne der Morndinsamman genommen, erschütterte ein Beben die Eingeweide der Erde. Felsen regneten prasselnd auf die ausgezehrte Gruppe, Rumoren des Felsens dröhnte in den Ohren. So war der Weg zurück, Stunden hatte er bereits gekostet, ein Wettlauf mit den einstürzenden Bauten altehrwürdiger Zeitalter. Ein Blick zurück in die Götterhalle zeigte wie Abbathor als erster von der Wucht des Berges zerschmettert wurde und auffällig scheinbar unberührt Dumathoîn in all dem Wüten höher aufragte. Das Wertvollste liegt im Verborgenen - und es soll auch verborgen bleiben. Das Giftgaskarussell erreicht, genügte glücklicherweise ein erneuter Anruf auf Zwergisch, um die Maschinerie in Gang zu setzen. Und Tork hatte vorsorglich einige Hämmer mitgeführt, sodass keiner den Erstickungstod fürchten musste. Endlich, nach einer schieren Ewigkeit, konnte auch der letzte seinen Kopf durch die Luke im Boden strecken, um wieder in dem Laden aufzuschlagen. Begrüßt wurden sie nicht nur vom jungen Morgen, sondern auch einer Versammlung von Zwergen. Bethsaba und Tork bekannt darunter der gute Brommbart. Alle hatten sie Werkzeuge wie Waffen in der Hand, brummelten und grummelten die Köpfe zusammengesteckt, als da auch die Helden sich zeigten. Zwerge standen eben zusammen und als die Türe brutal eingeschlagen vorgefunden worden war, stand außer Frage, dass sie sich zusammenrotten und Ausschau hielten, was vorgefallen war. Sollte man erklären, was passiert war und wie, wie alles zusammenhing, fiel betretenes Schweigen über die Rotte. Entsetzt waren viele, andere zornig, einige sogar so schockiert, dass sie keinen rechten Gedanken dazu äußerten. Letztlich kam aber die Bitte auf, dass die gerechten Rächer den Täter nicht öffentlich machten. Es gab Geheimnisse, wie sie unter Zwergen üblich waren, und solche, die äußerst unzwergisch waren. Keinem war wohl dabei, so etwas totzuschweigen, aber viele der Handwerker befürchteten Pogrome gegen ihre Gesellschaft hier, Ächtung und Sabotage. Es wäre in der Entscheidungsgewalt jedes Einzelnen, wie sie verfahren wollten. |
15.04.2019 21:16:34 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127128) |
Lyraee | Lueith konnte, bevor sie gezwungen waren die einstürzenden goldenen Hallen des Abbathori zu verlassen, einige der Bücher mit denen der Zwerg auf die eine oder andere Weise kürzlich gearbeitet hatte an sich nehmen – und deren peniblen Durchforstung widmete sie sich in den Tagen nach ihrem aufreibenden Abenteuer in den Eingeweiden der Erde unter Mirhaven. Sie war glücklich über die Möglichkeit sich von den Ereignissen abzulenken - indem sie sich tiefer in sie hineingrub. Obschon es ihnen gelungen war Maeralyas Mörder ausfindig zu machen und ihn zu töten, verspürte sie keinen Frieden nach der Sache – eher im Gegenteil. Noch umtriebiger als sonst drängte und verlangte es sie nach Antworten auf so viele Fragen. Entsprechend arbeitswütig stürzte sie sich kopfüber in die Auswertung der Schriften. Seite für Seite. Und sie fertigte eine Zusammenfassung der relevanten Informationen, welche sie den Gefährten des Unterfangens zur Verfügung stellte: [u]Vier Geschäftsbücher, kategorisiert:[/u] - Unterreich - Zhentarim - Sargh - "M" [u]Liturgisches Buch:[/u] - Riten + Litaneien Abbathors [b][u]Inhalte:[/u][/b] [u]Unterreich:[/u] Ein sorgfältig geführtes Handelsregister mit Aufführungen seltener Erze, Edelsteine und besten zwergischen Werkzeugen sowie einigen Waffen aus den Metallen der Tiefe. Aufgeführte Handelspartner umspannen Gedankenschinderkolonien, Grauzwerge Klans, verschiedene Drowhäuser – einige davon dem alten Valvec verbunden. Ein kurzer Abschnitt umfasst die Lieferung einiger Menschen an: "Derro" - eine knappe Notiz ist angefügt - "Zu wahnsinnig für gute Geschäfte." [u]Zhentarim:[/u] Ein sauber geführtes Handelsregister mit Listen seltener Waffen und Artefakte an Agenten des Schwarzen Netzs. Zu einigen Kunden zählten auch Turhain (oder vielmehr einige seiner Handlanger), andere aufgeflogene Köpfe in Mirhaven – und viele mehr noch, die nie aufgedeckt wurden und hier nur mit Codenamen versehen sind. [u]Sargh:[/u] Ein akribisch geführtes Handelsregister über Lieferungen und Verkauf von Waffen, Rüstungen, Munition und anderen Kriegsgütern. Die Datierungen reichen mehrere Dekaden, zuweilen gar Jahrhunderte zurück und zeugen von einem regen Handel mit verschiedenen Ork-Klans, die kamen und gingen. Einige mögen noch bekannter sein, andere sind bereits vergessen oder scheinen nicht zu den üblichen Orks der Nebellande zu zählen. Auffällig sind immense Verkaufszahlen zur Zeit des letzten mirhavener Kriegs mit den nördlichen Stämmen. Wie es aussieht belieferte der Zwerg die Stämme mit hochwertigen Zwergenwaffen für die Kriegsanstrengungen. [u]"M":[/u] Geschäftliche Transaktionen mit einer gewissen „M“ (der Letter entstammt dem Espruar Alphabet). Informationen und Artefakte wurden dort rege gehandelt, viel floss auch Gold. An vielen Punkten macht der Zwerg Anmerkungen, die an ein Tagebuch erinnern: [b]Datum des Vulkanausbruchs:[/b] Warum?! Abbathor versagt die Gunst eines Zeichens? Der Himmel sollte schwarz sein vor Asche und Tod und der Große Meister frohlocken! Habe ich nicht getreu genug gedient? [b]Datum ein paar Wochen vor dem Auftauchen des Aschewandlers:[/b] M ist ein seltsames Spitzohr – seltsamer als die meisten. Aber das Gold stimmt. Auch wenn mir schleierhaft ist, warum sie das verfluchte Teil den Orks überlässt. [b]Datum zur Zeit der Morde:[/b] M hatte einen interessanten Gedanken – für ein Spitzohr. Vielleicht bedarf es drastischerer Opfer. Ihr Dunst soll zum Himmel steigen und ihn verdunkeln! Sie hat bereits perfekte Opfer für mich gefunden. [u]Riten + Litaneien Abbathors:[/u] Ein großer, uralter Foliant, der dem abgegriffenen, wenn auch gepflegten Zustand nach, bereits mehrere Generationen an Besitzern gehabt haben muss. Verschiedene Gebete an den Wyrm der Habsucht finden sich zwischen den Seiten, die (un)heiligen Namen des Zwergengottes, die Dogmen und Satzungen. Eine Seite wurde in der letzten Zeit offenkundig öfters aufgeschlagen und präsentiert mit Abbildungen und präzisen Angaben, die korrekte Vorbereitung der Opfer, wie sie zuletzt in Mirhaven auftauchten. Der eigentlich annuale Opferritus schimpft sich Abbathors Börse. Nach der Füllung des Opfers – aufgeführt werden verschiedene gefällige Wesenheiten, allesamt primär Feinde der Zwerge, doch reicht es auch bis zu Elfen hin – wird die Opfergabe eigentlich auf dem Altar gänzlich verbrannt. Sofern die Gabe Abbathor genehm ist, stibitzt sich der Gott die Opfersteine und -münzen aus der „Börse“ in sein Götterreich. Was als gutes Omen gewertet wird. [spoiler]((Texte zum Inhalt der Bücher zitiert nach Durgarnkuld :) ))[/spoiler] |
24.04.2019 21:59:17 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127144) |
Lyraee | Der Blaukehlen-Hüttensänger namens [i]Cirnaess[/i], der seit ein paar Zehntagen durch Mirhaven flatterte, bekam endlich die Nachricht für die Elfenkönigin zugesteckt, derer er harrte. Auf dem feinsten (in diesem Falle damit auch 'leichtesten', um das Vogelbeinchen nicht unnötig mit Ballast zu beschweren) Papier in Lueiths Besitz, schmal und länglich sodass es sich leicht zu einer kleinen Rolle drehen ließ, notierte sie ihre kurz gehaltene Nachricht. Wie von ihrer Hand gewohnt zeigte sich dem Leserauge ein energisch geführtes, ordentliches und schön anzusehendes Schriftbild elfischer Worte und Lettern: [quote][center][color=#585858][i]Verehrte Königin Marwaen, es ist gelungen den schlimmen Tod unserer Schwester Maeralya aufzuklären und den schändlichen Verbrechen die dem Mord an Maeralya leider vorangingen und auch nachfolgten ein Ende zu setzen. Maeralya war nicht das erste und bei Weitem nicht das einzige Opfer dieser blutigen Reihe an Untaten. Ich möchte, um die Überführung ihrer Leiche und die Umstände ihres Zutodekommens zu besprechen, nicht weiter das Papier strapazieren, sondern gerne persönlich Rede und Antwort stehen. Lueith[/center][/color][i][/quote] [spoiler]Sollen wir da ein ig-Treffen machen? Oder möchtet ihr das ggf. anders abwickeln? Im Zuge dieses Termins würde man auch gern mit Gwynnestrii sprechen. :)[/spoiler] |
03.05.2019 21:15:18 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127156) |
Lyraee | [spoiler][img]http://vignette.wikia.nocookie.net/forgottenrealms/images/3/37/Espruar_chart_by_drowelfmorwen-d5h1mwj.jpg[/img][/spoiler] |
10.05.2019 21:10:56 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127172) |
Lyraee | Einige Wochen später und für Jahre in der Zukunft noch, sollen am Friedhof Elborias und auf einem Hügel vor der Elfenstadt zu Ehren der geliebten Elfenschwester Maeralya Vergissmeinnicht und Maiglöckchen wachsen, ihrer Schönheit und ihrem Fehlen gleichermaßen zum Gedenken. [url=https://imgbb.com/][img]https://i.ibb.co/ctfmZCn/Blumenstr-u-chen.jpg[/img][/url] [spoiler]Auch hier nochmal Blümchen verteilen. :D Du hast der Quest mit dem Abschiedsspiel eine versöhnliche, stimmungsvolle Würde und einen schönen Abschluss verliehen. Vielen lieben Dank für den tollen Support, Durgi! Großes Danke auch an alle Mitspieler, die dabei waren. :)[/spoiler] |
11.05.2020 22:07:15 | Aw: [Durgarnkuld] Tränen der Elfen; Maeralyas Tod (#127907) |
Lyraee | Ein Jahr später... ...besuchten Dreufang und Lueith die Orte des Gedenkens der elfischen Freundin wieder. Lue schaute schon von weitem lange auf den kleinen Hügel, der hübsch war. Jetzt, im lebendigen und sonnigen Frühling kurz nach Grüngras, leuchteten die damals gepflanzten Blümchen, die ausgesät und sich ausgebreitet hatten. Der Hügel war davon gänzlich überwuchert, duftete. Elboria gedachte dem Elfenmädchen mit kleinen Gaben. Schieferplatten, kleinere magische Lichtspiele, Kerzen, Blumen. Was, als strahlende und unschuldige Blütenpracht im Frühling, könnte Maeralyas fröhliches, junges Wesen auch besser symbolisieren? Sie ging zu dem Grabhügel, kniete sich hin, genauer gesagt, fiel sie auf die Knie. Sie beugte sich tief vor, fast berührte sie mit der Stirn die Blumen, als sie einen kleinen Kranz von Verbenen und Klee niederlegte. Lueith kniete lange, sehr lange auf dem Hügel, weit herabgebeugt. Erst schweigend, dann bewegten sich ihre Lippen in lautlosen Worten. In ihrer Reverie und Erinnerungen an das Elfenmädchen versunken. Und irgendwann, Melodie und Worte schlichen sich wie von selbst über ihre Lippen... erhob sie sich, und mit ihr auch ein leiser Gesang. Kein Requiem, sondern eine Weise, die in der elfischen Art nicht Lamento und Trauergesang war, sondern Hoffnung und wehmütige Erfüllung in sich trug, die der Wandel des Sterbens mit sich brachte. Arvandor erwartete die Elfen, wenn sie durch den Tod dort einst einkehren sollten. Eine Heimat, am Ende einer Reise. Und der Beginn von etwas Neuem. Dort sollten sie sich alle wiedersehen. Und in Elboria, begannen sich Stimmen ihrem Gesang anzuschließen, in Worten die jedem Elfen geläufig und lieb waren. Lueith zuckte innerlich heftig zusammen, doch dann ließ sie die Seelenberührung zu, auch wenn es ihr dabei fast das Herz zerriss. Nichts konnte der schönen Stimme Maeralyas gleichkommen. Doch irgendwie war es Lueith, als würde sie in diesem Moment doch mitsingen... [url=https://youtu.be/x7M5ZqFSynQ] ~ Tesseina. ~[/url] Es sei, dass der Abendstern über dir leuchte. Und es sei, dass dein Herz treu bleibt, wenn die Dunkelheit kommt. Einsam ist dein Weg, und dein Zuhause oh so fern. [i]Mornie utúlië[/i] Finsternis naht Glaube, und du wirst deinen Pfad finden. [i]Mornie alantië[/i] Die Nacht ist gekommen In dir lebt das Versprechen fort. Es sei, dass der Abendstern über dir leuchte. Und es sei, dass dein Herz treu bleibt, wenn die Dunkelheit kommt. Einsam ist dein Weg, und dein Zuhause oh so fern. Mögen die Schatten verfliegen, möge deine Reise dich in das Licht des Tages führen. Mögest du am Ende der Nacht dich erheben und die Sonne finden. [i]Mornie utúlië[/i] Finsternis naht Glaube, und du wirst deinen Pfad finden. [i]Mornie alantië[/i] Die Nacht ist gekommen In dir lebt das Versprechen fort. |