14.07.2018 16:08:00 | [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#125982) |
Durgarnkuld | Nach dem letzten Gespräch mit Ny'ara machte sich Seamus zu den sieben genannten Elfen auf. Das soziale Umfeld, in dem der vermisste Elion aufgewachsen war und immer wiederkehrte, könnte immerhin Hinwiese dazu liefern, wer es auf ihn abgesehen hatte. Ihn und diese unbekannte kleine Gestalt. Erste Anhaltspunkte waren die Sonnenelfen, die seine Mutter namentlich genannt hatte. Vielleicht stand jemand der Sieben mit dem alten Sonnenelfenhaus ja in Verbindung. Ob es der anliefernde Jäger war oder die Blumenmaid, die Schneiderinnen ... wer auch immer. Seamus fackelte auch nicht lange, sondern kam, sobald er die jeweilige Person ausfindig gemacht hatte, rasch mit der Sprache raus, dass der Sohn von Ny'ara vermisst wurde und jeder Anhaltspunkt von entscheidender Wichtigkeit sein konnte. Wann sie ihn das letzte Mal gesehen hatten, wie er gewirkt hatte, ob er mit irgendwem sprach oder stritt, an ungewöhnlichen Orten gewesen war. Alles konnte helfen. Für die Gefährten hatte er im gemeinsam bezogenen Mietshaus in einer Abstellkammer von Frau Kuchen ein [url=https://i.pinimg.com/originals/1b/ee/18/1bee186259a794beec537c19e6e29fcd.png]erstes grobes Sozialumfeld aufgebaut[/url], an den man sich abmühte. Tharona fragte in der Hohenbrunner Siedlung nach, ob die kleine Gestalt aus dem Verlies womöglich zu ihnen gehörte. Zumindest in Elboria wurde kein Kind und auch kein Hin- oder Gnomenhändler vermisst. Um bei dem altehrwürdigen Sonnenelfenhaus aufzuschlagen, war es besser, wenn Lueith sich dessen annahm. |
15.07.2018 10:18:29 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#125984) |
bergatroliet | Tharona mochte die Hohenbrunner. Halblinge und Gnome waren zwei aufgeschlossene und herzliche Völkchen und die Kochkunst der ersten war natürlich unübertroffen. Bei einem ihrer Besuche im Lager der Hohenbrunner (die auch immer gut waren, ihr Hin zu üben) hörte die Stadtangestellte sich einmal bei den kleinen Leuten um, ob in letzter Zeit jemand von ihnen vermisst wurde. Auch ob es Gnome und Halblinge gab, die sich öfter mal nach Elboria aufmachten und von ihrer letzten Reise noch nicht zurückgekehrt waren. Und wenn es sich anbot, blieb sie auch um beim Essen machen und Essen essen zu helfen, Geschichten auszutauschen oder die Kinder mit ihrem Flötenspiel zu bespaßen. [spoiler]Hab's der Übersicht halber nochmal hier gepostet. Der Beitrag im Hohenbrunnforum kann dann ignoriert werden[/spoiler] |
17.07.2018 10:33:44 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#125988) |
bergatroliet | Im Rathaus versuchte Tharona außerdem die Adressen von Hans Blattgrün und - so vorhanden - Malina herauszusuchen. Auch diese beiden sollten noch zu Elion und seinem Verschwinden befragt werden. Grade seine Verlobte Malina mochte vielleicht das ein oder andere beitragen können, einen wichtigen Hinweis liefern, der sie dem Vermissten näher bringen konnte. So sie fündig wurde, heftete sie zwei kleine Notizen mit den Adressen an die entsprechenden Stellen der Ermittler-Pinnwand in Frau Kuchens Besenkammer, sodass Dreufang wie besprochen mit seinem Bruder im Geiste - dem Hans - sprechen konnte. |
01.08.2018 17:16:24 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126030) |
Nutmeg | Seamus würde von allen Elfen, bei denen er vorstellig wurde, freundlich begrüßt werden. Der erste Eindruck: keiner schien Menschen zu verachten oder kühl im Umgang mit ihm zu sein. Seien es die Schneiderschwestern, die Bäckerin, die Blumenelfin oder gar der Jäger, den Seamus wirklich nur durch Glück! in der Stadt auffand - man plauderte, wirkte interessiert...und dann nur noch verwundert bis schockiert, dass Ny'aras Sohn verschwunden sein sollte. Elion war ein guter Junge, darin waren sich alle einig. Na gut, er hatte den Makel eines Halbelfendaseins und, darin war man sich auch einig, das war eben nicht wirklich leicht. Aber er hatte das Beste daraus gemacht. Lebte in den beiden Welten und wirkte in beiden sicher. So ein Exemplar wie ihn, das fand man nur selten. Das letzte Mal gesehen worden war er von den Sieben an unterschiedlichen Orten. Am Markt, die Auslagen einer Kräuterfrau betrachtend. In den Schlossgärten mit seiner Mutter am Abend spazierengehend. In der Schänke, trinkend und elfische Reiselieder (und menschliche Liebeslieder) singend. Gestritten hatte er sich mit keinem, er war eigentlich immer ein gutgelaunter Zeitgenosse, so wie sie ihn in Elboria erlebten. Keinerlei Gram, selbst gegenüber denen nicht, die doch mal ab und an eben etwas Spitzes von sich gaben. Die Familie Dirthaltin kannte natürlich jeder, aber keiner sah eine besondere Verbindung zwischen Elion und diesen. Es war eben eine stolze Familie, reich und alt. Und Elion war halt das Gegenteil. Was sollten diese beiden Pole miteinander zu schaffen haben? ~*~ Tharona würde von den gastfreundlichen Hin gebührend empfangen und bewirtet werden. Man musizierte mit ihr, lud sie zum Wildschweinbraten ein und machte spontan einen Märchenabend für die Kinder (und die im Herzen Junggebliebenen). Im "Hohenbrunn" vor der Stadt konnte man es sich gut gehen lassen. Nur - vermisst wurde keiner. Zumindest nicht direkt... Es gab den Timotheus, der hatte sich schon lange nicht mehr blicken lassen. Er war eher in den Wäldern zuhause, hatte eine kleine Hütte im Silberwald. Meist kam er zumindest einmal im Mond vorbei und verbrachte ein paar Tage bei seiner Schwester Gunhilde Sonnenblum und ihrer Familie. Aber nun war schon seit längerem nicht mehr gesehen worden. Nach dem schönen Tag in Hohenbrunn würde Tharona aber dann wohl wieder Bücher wälzen müssen im Rathaus. Und da auch schnell fündig werden. Hans Blattgrün wohnte laut dem Verzeichnis im Ankergässlein 7. Malina Wildfang, die war nicht zu finden. Aber dafür gab es eine Maria Wildfang - die einzige Wildfang, die Tharona auffinden konnte. Auch diese wohnte im Hafen, In der Bilge 2 war die Adresse. Und so konnte Tharona erfolgsgekrönt zumindest diese beiden Adressen an die Ermittlertafel pinnen, nachdem sie ihr Tagwerk verrichtet hatte. |
24.09.2018 07:59:05 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126285) |
Lyraee | An der Tafel in Frau Kuchens Abstellkammer wurden ergänzende Informationen angebracht: [b][u]Haus Dirthaltin:[/u][/b] [*]sehr altes Haus, seit Gründung oder kurz nach Gründung Elborias auf Amdir ansässig [*]stolz, traditionalistisch (Sonnenelfen eben...) [*]Mitglieder sind angemessen in Tempel oder Stadtdiensten vertreten [*]streng geführtes Haus (Bediensteten wie Mitgliedern gegenüber) [u]Lage: [/u] [*]Nahe des Palastes [*]ziemlich 'abgeriegelt', Fremde haben nur sehr eingeschränkt Zutritt [*]Keller vorhanden (mutmaßlich vom Vestibül aus zu erreichen, evtl. auch Zugang von außen? -> Ael'asar) [u][b]Kordul Dirthaltin:[/b][/u] [*]Patriarch des Hauses [*]ehemaliger Ratsherr [*]im Volk eher unbeliebt [*]lebt sehr zurückgezogen [*]mit der offenen Politik der Seldarelle ist er nicht zufrieden [u][b]Nat'har Dirthaltin[/b], der mich empfangen hat:[/u] [*]Enkelsohn Korduls [*]Anwärter Vallendár [*]zu Bannitlithar wird eine "flüchtige Bekanntschaft" bestätigt [*]auf Elion angesprochen keinerlei Regung oder Interesse für dessen Verschwinden [b][u]Ael'asar:[/u][/b] [*]mondelfischer Diener im Haus Dirthaltin [*]Elions Verschwinden und Nyaras Kummer machen ihn sehr betroffen, er verspricht Informationen an mich weiterzuleiten, sollte er etwas darüber erfahren [*]jederzeit ein Treffen nach Feierabend in der Taverne Sain Amdir möglich Ama'teas Name ist um einen Nachnamen ergänzt "Bannitlithar": [u][b]Haus Bannitlithar:[/b][/u] [*]erst seit einer Dekade in Elboria ansässig [*]"neureich" [*]keine erkennbare Verbindung zwischen Dirthaltin und Bannitlithar abgesehen vom sonnenelfischen Hintergrund [u]Lage:[/u] [*]mehr gen Markt gelegen [*]Keller (bestimmt) vorhanden |
30.09.2018 16:08:43 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126327) |
Byra | Mit der durch Tharona verschafften Anschrift des Vaters bewaffnet, begab sich zur späten Stunde der in zweierlei Professionen tätige Dreufang zum Wohnsitz des Hans. Er hoffte, der fortgeschrittene Tag hatte Hans von der Arbeit am Hafen nach Hause kehren lassen. Auch ein feierabendliches Bier hatte der Söldner bei der Wahl des Zeitpunkts seines Besuchs miteinkalkuliert. In eine saubere, schlichte Tunika gehüllt und mit dem vertrauten Gewicht seines Schwertes an der Hüfte klopft der Söldner - weder zaghaft noch bedrohlich - an die Eingangstür des Hans. Hoffend, dass sich seine Planung als richtig herausstellte und man ihm öffnen würde, während sich über dem Hafen die Sonnenscheibe langsam senkte. |
09.10.2018 18:28:34 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126408) |
Nutmeg | Und Dreufang schien in der Tat Glück zu haben, als nur kurz nachdem er geklopft hatte die Holztüre knarzend aufging, zumindest einen kleinen Spalt. Ein älterer Mann schaute durch den Spalt auf den "Zöldner", und seine buschigen Augenbrauen hoben sich fragend. [b]"Ja? Bitte?"[/b] Merklich verwirrt schien der Mann von dem Besuch, aber immerhin knallte er Dreufang nicht gleich die Tür wieder vor der Nase zu. |
09.10.2018 18:47:49 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126410) |
Byra | Der Zöldner hielt sich nicht mit unnötigen Höflichkeitsfloskeln oder Finten auf, um dem älteren Mann irgendetwas zu entlocken. Mit schonungsloser Ehrlichkeit offenbarte er Hans den Grund seines Hiersein, ohne es dabei an der gebotenen Freundlichkeit und Anteilnahme mangeln zu lassen. [b]"n'Abend, guter Mann. Hans, nehme ich an? Mich nennt man Dreufang. Ich und einige andere suchen im Auftrag seiner Mutter nach eurem elfischen Spross."[/b] Dreufang verhehlte auch weiterhin nichts und breitete alle zusammengetragenen Informationen vor Hans aus; auch das eine Spur zur Arena und angeblichen Wettschulden führte. Ein Vater - selbst wenn er getrennt von seinem Sohn lebte oder ein Zerwürfnis zwischen ihnen bestand - hatte es verdient darüber Bescheid zu wissen und vielleicht vermochte gerade diese im Hafen so geschätzte Offenheit dem Vater hilfreiche Hinweise entlocken. Zumindest soweit diese unverblümte Offenheit nicht alte Wunden aufriss und das Gespräch der beiden abrupt mit einer zugeschlagenen Tür enden liess. |
18.10.2018 20:38:44 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126463) |
Nutmeg | Und Dreufangs doch recht schonungslose Eröffnung würde dem älteren Herren ein überraschtes Brauenheben, gepaart mit einem deutlichen Erblassen des wettergegerbten Gesichtes entlocken. Und dann würde er nach einigen Schrecksekunden Dreufang auch einlassen. ((machen wir lieber ig weiter :) Ich schreibe dir eine PM)) |
20.11.2018 19:44:54 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#126618) |
Byra | Dreufang ergänzte die im Keller des Mietshauses ausgehängte Karte um einige weitere Punkte [ul][b][u]Hans Grünblatt[/u][/b] [li]Vater von Ellion[/li] [li]ehemaliger Jäger[/li] [li]wegen Alter und hinkendem Bein beschäftigt er sich nun mit Schnitzarbeiten für den örtlichen Schreiner[/li] [li]erhielt häufig Besuch von Ellion, der von seinen Reisen berichtete[/li] [li]berichtete davon, dass Ellion ein unwohles Gefühl in der Nähe einer Elfe beschlich; konnte die Elfe nicht unmittelbar als Ama‘tae benennen[/li] [li]Ellion ist ihm sonst als Frohnatur bekannt, die nie lange grämt[/li] [li]war ehrlich überrascht und emotional bewegt als ich ihm von Entführerung berichtete[/li] [li]wollte nach unserem Gespräch nach Elboria zu Ellions Mutter aufbrechen; für weitere Fragen kann man ihn dort finden[/li] [/ul] [ul][b][u]Arena (nicht geprüft und beruhend auf den alleinigen Aussagen des Vaters)[/u][/b] [li]es sind über Ellion keine Fehden oder Schulden bekannt[/li] [li]Ellions Besuche dort beschränkten sich auf Treffen mit Peter und Tim und als Zuschauer bei den Kämpfen[/li] [li]Ellion ist ein Anhänger des Kempen Bernd der Blitz[/li] [/ul] [ul][b][u]Peter und Tim (nicht geprüft und beruhend auf den alleinigen Aussagen des Vaters)[/u][/b] [li]Hafenleute, ungefähr in Ellions Alter[/li] [li]Freunde Ellions aus Kindertagen[/li] [li]anständige Leute, denen die Tat oder eine Beteiligung nicht zuzutrauen wäre[/li] [li]Ellion traf sich regelmäßig mit ihnen zum Umtrunk in der Arena[/li] [/ul] [ul][b][u]Jagdhütte im Silberwald (nicht geprüft und beruhend auf den alleinigen Aussagen des Vaters)[/u][/b] [li]Rückzugsort von Malina und Ellion[/li] [li]für Ortskundige leicht zu finden[/li] [li]Vater war noch nie dort, sollte aber auf Einladung hingeführt werden[/li] [/ul] [ul][b][u]Ama‘tae[/u][/b] [...] [li]auch der Vater hatte Kenntnis darüber, dass Ellion in ihrer Nähe „Unwohlsein“ verspürte[/li] [/ul] [ul][b][u]Malina Wildfang[/u][/b] […] [li]potentieller Aufenthaltsort: Jagdhütte im Silberwald[/li] [li]könnte Kenntnisse über mögliche Feinde besitzen, mit denen Ellion seine Eltern nicht beunruhigen wollte ? Verweis auf augenscheinliche Frohnatur[/li] [/ul] |
09.02.2021 17:49:26 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#128813) |
Lyraee | Ihr nächster Besuch in Elboria führte Lueith unter anderem auch wieder einmal zum Hort des Wissens der Elfenstadt: die Bibliothek und Akademie von Elboria. Man mochte die sprunghaften, in unvorhersehbaren Zyklen stattfindenden Besuche und Abstecher Lueiths mittlerweile vielleicht gewohnt sein – doch es ließ sich nie vorhersagen, welch Interesse die umtriebige Botschafterin (oder Vagabundin) diesmal gepackt hatte und in die Hallen von Labelas Wohlwollen führte. Dieser Tage interessierte sich für die Geschichte Elborias selbst. Genauer gesagt die Architektur der Stadt hatte es ihr angetan. Noch genauer die Bauweise des Palast- und Marktviertels von Elboria. Welches war das älteste Gebäude der Stadt, wen betraute man mit Stadtplanung oder verließ man sich auf die Intuition des Gemeinschaftssinns des Volkes, dass die Stadt im gemeinsamen Geiste zu einer funktionierenden Schönheit wachsen würde, ohne sie mit all zu beengender Rigidität in eine Spur zu drängen? Welcher Stil war hier verkörpert, wer war der Schöpfer und Kreateur der herrlichen Häuser? Welche Merkmale und Besonderheit trugen seine und ihre Handschriften, was war typisch und annähernd immer zu finden? Häufig wurde in elfischer Bauweise auch Magie eingewirkt und obwohl aus Marmor, Stein und Alabaster errichtet, waren die Paläste so feingliedrigen, filigran äthersich... wie genau verband man bei der Errichtung von Elborias schönen Vierteln die Gabe Corellons mit den handwerklichen Wundern des hohen Volkes? Welche Schutzmagie boten vielleicht die Häuser selbst, oder hatte man sich ganz auf die Hochmagie des Mythals verlassen? Mit solchen und weiterführenden Fragen tastete sich Lueith geduldig und nach und nach immer weiter heran, von Schrift und Buch zu Traktat und gebündelten Notizen, von Kundigen zu Gelehrten... soweit es sie eben führte - um hoffentlich früher oder später tatsächlich an Pläne von Elborias Erbauung oder gar einzelner Hauspläne zu geraten, sollten diese in den Archiven der umfangreicher Bibliothek denn zu finden sein. Vielleicht mochte ihr das Glück Haelas ja auch in diesen Tagen lachen, auch wenn es beileibe keine konventionelle Schlacht war, die Lueith mit ihrem Tun vorbereitete... |
14.02.2021 15:37:47 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#128847) |
Durgarnkuld | Seamus derweil hatte zweierlei im Auge. Der Totenpriester hatte die Wichtigkeit der Verlobten mehrmals betont gehabt. Nach einigem Kramen in seinen wirren Zetteln und noch wirrerem Geist fand er wieder die Adresse: nicht der Verlobten, die ja zurecht Wildfang hieß, aber dafür der Schwester Maria. Er würde mit seinem Sonnenscheinchen an der Hand einmal dieser Tage bei ihr anklopfen, sollte sie noch dieselbe Adresse haben. Vielleicht erinnerte sie sich an ihn – zumindest strubbelte er seinen roten Schopf, der ja sicher Verbinden würde bei Rotschöpfen dieser Welt!, lächelte sie an und stellte sich noch einmal vor. Er war so in der Gegend gewesen mit Annabell und musste wieder an den Fall denken … wenn er denn eintreten dürfe, auf einen Plausch, fragte er nach Maria Wildfangs Befinden. Erzählte etwas von seinen Allüren als (Zieh)Vater, der Stand im Hafenviertel allgemein. Irgendwann lenkte er dann noch einmal auf Malina. Sie sollte damals die Insel verlassen haben, daran erinnerte er sich. Hatte sie Briefkontakt zu ihrer Schwester? Oder war sie wirklich nach Elions Verschwinden auf Dauer fort? So oder so fragte er noch einmal nach der gemeinsamen Hütte im Walde. Wenn die Schwester nicht wüsste, wo die genau ist, dann vielleicht niemand. Ein wichtigerer Besuch war allerdings der Zweite. Da die Handelsschiffe derzeit spärlicher eintrudelten, war der Handel auf der Insel umso wichtiger. Ein guter Vorwand, um mal wieder nach Elboria zu reisen. Seamus vergaß nie die kleinen Leute. Ob es der arme Kutscher der Reichen Schnöselfrau seiner ersten Anreise nach Elboria gewesen war, oder eben die trauernde Mutter eines Halbelfen. Er hatte Kontakt gehalten, so gut es eben ging. Hoffentlich war sie demnach nicht zu überrascht, als der Tethyri mit Kiebitz Tattoo dann einmal wieder an ihre Pforte klopfte, einige Besorgungen für das Handelshaus im Schlepptau. Der Schwarze Barde wollte sehen, wie sie sich schlug dieser Tage. Der letzte Besuch war auch etwas her. Und auch wenn es dank der nunmehr verstrichenen Jahre sicher ein schwacher Trost war, würde er ihr eines versichern, was er damals mit Tharona versprochen hatte. Sie würden nicht aufgeben. Sie hatten jeden an Bord geholt, den sie kannten, der ihr Gewissheit geben würde. |
14.02.2021 16:23:22 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#128848) |
Nutmeg | [color=#7FFFD4][b]Lueith[/b][/color] war wie immer in den Hallen der Bibliothek Elborias willkommen und fand natürlich auch problemlos Zugang zu den Büchern, die sie einsehen wollte. Das älteste noch stehende Gebäude war wohl in der Tat der Palast, auch wenn er beständig ausgeweitet und renoviert worden war. Die anderen Häuser im Marktviertel waren im Laufe der Jahrhunderte neu gebaut oder ganz entsorgt worden, so dass vieles nicht mehr dem Ursprung gleichen mochte. Es gab keinen wirklichen Stadtplaner, man vertraute auf den elfischen Gemeinschaftssinn, das elfische laissez faire und das elfische Verständnis von Ästhetik. So fügte sich alles zusammen ohne dass jemand in seiner Freiheit eingeschränkt war. In diesem Viertel vermischte sich sonnenelfisch-pompös-grandioser Stil mit den leichteren, verspielteren Strukturen ihrer Mondgeschwister. An den meisten Häusern waren kunstvolle Statuen in den Gärten oder an den Häusern direkt zu sehen - zu Ehren der Götter, der Natur und auch Elborias selbst. Obwohl hauptsächlich Marmor für die Anwesen der Reichen verwendet worden war, waren sie in der Tat so filigran und delikat wie Tortenkreationen und ließen die Schwere menschlicher Prunkbauten vermissen. Die Magie spielte dort ebenfalls eine Rolle - man verließ sich nicht auf den Mythal, sondern webte wohl individuell Schutzvorkehrungen in das Gebäude ein. Das eine paranoide Haus, das andere weniger. Vertreten war die Nutzung des Gewebes jedoch überall im Viertel. Die Namen derer, die für die Erscheinung der Häuser verantwortlich zeichneten, waren nie einheitlich - mal war es der Patriarch oder die Matriarchin des Hauses selbst, die entworfen hatte, wie es aussehen sollte. Mal waren es externe Künstler, jedoch niemand der besonders beim Studieren der Dokumente auffiel. Was jedoch auffiel war, dass sich ein Name immer wiederholte - wohl der Baumeister, der nachdem das Anwesen auf dem Zeichenbrett entworfen worden war die Vision mit seinen Mannen in die Tat umsetzen musste: Inglor Ondo'her. Nach einigem Suchen fand Lueith wohl auch diverse Pläne von Elboria, wie sich die Stadt im Laufe der Zeit verändert hatte. Baupläne zu einzelnen Häusern fehlten jedoch. Als [color=#ADD8E6][b]Seamus[/b][/color] nach dieser langen Zeit bei Maria auftauchte, würde er erst einmal verwundert angeschaut werden. Recht schnell jedoch erinnerte sich die Frau an ihn und bat ihn herein, sicherlich vor allem weil er seinen Sonnenschein Annabell dabei hatte, der ja bekanntlich jegliche Türen und Herzen öffnen konnte. Die beiden plauderten über Alltägliches, während Seamus Bier und Kuchen kredenzt bekam. Ja, Maria hatte brieflichen Kontakt mit Malina. Malina hatte sich in den letzten beiden Jahren ein neues Leben in Chult aufgebaut, wo sie ihr in unregelmäßigen Abständen von Fort Beluarian aus schrieb. Auf die Frage nach der Hütte konnte Maria jedoch nur bedauernd verneinen. Irgendwo im Wald, in der Nähe des Sees. Mehr wusste sie nicht. Weniger angenehm, weil viel emotionaler und trauriger, war der Besuch bei Elions Mutter. Seamus spürte sofort, dass die Frau selbst langsam die Hoffnung aufgegeben hatte, nach Jahren ohne Nachricht ihres Kindes. Sie berichtete auch - und die Tränen flossen ihr dabei über die Wangen - dass sie selbst noch einmal gesucht hatte, und wieder und immer weiter. Aber keine Spur ihres Jungen. Niemanden mehr, den es interessierte. Ganz zögerlich, nachdem Seamus sein Versprechen wiederholt hatte, nickte sie. Niedergeschlagen und emotional am Boden - aber vielleicht hatte der Schwarze Barde doch ein kleines Fünkchen Hoffnung wieder entfacht. |
06.04.2021 17:41:50 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#129204) |
Joe | Nach dem Gespräch mit Lueith und Dreufang kehrte Dialya nach Elboria zurück. Den ganzen Weg über dachte sie über das Gesagte und die Pläne nach. Sie beschloss. sich Zeit zu lassen, da das Verschwinden von Ellion schon eine Weile zurück lag. Als sie durch das Stadttor trat, hatte sie noch immer den üblen Geruch des Heerlagers bei Telodur in der Nase. In ein hübsches Kleid geschlüpft schlenderte sie durch Elboria und betrachtete dabei die Häuser zwischen Marktplatz und Palastviertel. Bei jenem, welches ihr Lueith deutlich beschrieben hatte, schaute sie genauer hin und bewunderte die prachtvollen Verzierungen und Statuen, an denen sich der Efeu entlangschlängelte. Das musste das Gebäude der sonnenelfischen Familie Bannitlithar sein, dachte sie. Am späten Vormittag suchte sie sich einen Platz am Markt aus, aus dem sie das Haus und dem Weg dorthin gut im Blick hatte und baute dort zwei Staffeleien auf und ein paar ihrer älteren Werke, zum Beispiel ein springender Wal im Meer oder ein halb verfallener aber prunkvoll gestalteter Tempel des Corellon aus vergangenen Tagen. Sie mischte ihre Farben an. Für einen Moment schloss sie die Augen und kramte in ihren Erinnerungen nach Motiven. Dann begann sie mit ihrer Arbeit und malte die weithin berühmte magische Mondbrücke, welche beide Stadtteile von Silbrigmond miteinander verbindet. Zwischendurch porträtierte sie Kinder oder Elfen, welche Interesse an ihr und ihren Werken zeigten und kam mit ihnen ins Gespräch. Dabei behielt sie immer wieder das zuvor erkundete Sonnenelfenhaus im Auge. So versuchte sie, in den nächsten Tagen etwas mehr Aufmerksamkeit als Künstlerin ihres Volkes zu erlangen, in der Hoffnung, dass sich dies in Elboria herumsprach und auch bis zur Familie Bannitlithar vordrang. Am Abend des ersten Tages schrieb sie noch einen Brief an Seamus und bat um ein Treffen am Brunnen von Mirhavens Marktplatz. ((Fortsetzung folgt)) |
07.04.2021 21:48:08 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#129215) |
Durgarnkuld | Seamus bereitete natürlich einen Zettel mit möglichen Themen für den nächsten Akt-Kalender vor, den Dialya für ihn malen könnte. Dass das Treffen anderer Natur war, würde sich dann noch herausstellen! |
15.04.2021 16:11:51 | Aw: [Nutmeg] Der verlorene Sohn (#129249) |
Joe | Zur Mittagsstunde betrat Dialya fernab des Krieges im Zwergenreich in Elboria die Taverne. Sie bestellte sich etwas zu trinken und eine fleischlose Mahlzeit. Da nicht viel los war, verwickelte sie den Wirt in ein zwangloses Gespräch und zeigte ihm einige Zeichnungen, welche sie am Vormittag angefertigt hatte. Langsam lenkte sie das Gespräch zum Wohnviertel zwischen Markt und Palast, auf die teilweise prunkvoll verzierten Gebäude und auf die dort wohnenden Elfen. Dabei beschrieb sie geschickt das Haus, welche ihr Lueith beschrieben hatte. Beiläufig würde sie folgendes im Gespräch erfragen. - Welche Familie wohnt denn dort, wie heißt die edel und überaus hübsch aussehende Elfe, welche dort scheinbar wohnte - wie angesehen das elfische Haus sei und ob es herausragende Dienste für Elboria leisten durfte - ob er wisse, wer dieses Haus erbaut hat und wer dort wohl vorher lebte - ob er die Familie, welche dort lebte gut kenne und er sie als Malerin empfehlen könne. Denn sie gab vor, höchsten Respekt vor den sonnenelfischen Geschlechtern zu haben und deren einzigartige Schönheit auf Leinwand für die folgenden Generationen verewigen zu wollen. Dabei zeigte sie ihm weitere kleinere Portraits und hoffte, den Wirt beeindrucken zu können. Anschließend kehrte sie zurück zu ihrem Platz und beendete eine angefangene Arbeit über die Wasserfälle Elborias im Lichte eines Vollmonds. Dabei malte sie einen der Fälle so, als würde ein Einhorn durch die Gischt des gefallenen Wassers zu erahnen sein. |