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24.06.2018 16:59:22
Fedriger Kuschelwuschel (#125836)
Durgarnkuld
[url=https://youtu.be/3sI8Invo3Yc?t=5m26s]Mal sehen was passiert, wenn ich meine Hand in den Schnabel …[/url]

Gemeinsam waren sie zusammengekommen, hatten die dichten Wälder passiert, blind und desorientiert sich führen lassen bis zum heiligen Hain, der verborgen und behütet inmitten der unberührten Natur lag.
Gleichsam waren sie wieder auseinander getreten, jeder auf seinen Pfad, seiner Pflicht folgend.
Aber das Versprechen, das sie erhalten hatten, wurde gehalten.
24.06.2018 16:59:45
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125837)
Durgarnkuld
Tage waren ins Land gezogen, als [b]Nujaima[/b] wie sooft in ihrer Hafenstube hockte und einen zermatschten Daumen pflegte. Womöglich war es an der Zeit, dass natürliche Selektion endlich Handwerker ohne Daumen zur Welt brachte, sooft wie es Ärger mit diesen Dingern gab.
Sei's drum.
Es war schon spät, als der letzte ihrer Pflegefälle sich verabschiedete - und ihr von seiner Frau Grießbrei zusicherte, damit sie und ihre Gäste gut versorgt seien die nächste Zeit - und sie endlich Feierabend machen konnte. Nicht, dass sie je so etwas festes hatte. Aber zumindest war es für heute genug gewesen. Seit der ganzen Valvec Geschichte waren die Menschen aufgeregter und angespannter. Die Stimmung ließ sich mancher Stunde, manchen Ortes fast mit einem Messer schneiden.
So aber nicht an diesem Abend, dieser Stunde. Kaum war die Heilerin aus der Stube getreten, bemerkte sie die Aufmerksamkeit, die auf ihr lag. Ein Blick nach links. Keiner mehr zu sehen. Einer nach rechts. Nur ein Besoffener, der in die nächste Gasse torkelte. Schließlich ein Blick nach oben.
Auf einem vorstehenden Balken des Dachs hockte eine ihr bekannte Waldelfe, die sie mit schief gelegtem Kopf wie ein neugieriger Zaungast beäugte - und ein strahlendes Lächeln schenkte, sobald sie entdeckt worden war.
Anmutig und schier schwerelos, mit der schneidenden Schärfe einer Feder kam Gwynnestriï neben Nujaima auf dem Boden auf und schenkte ihr jene Art wissenden, geheimnisvollen Lächelns, wie es Elfen zu gut beherrschen. Sie sprach kein Wort des Grußes, hielt sich nicht mit Förmlichkeiten und hohem Gehabe auf.
Leises Klingen und Klimpern hatte ihr Aufsetzen begleitet. Die Schamanin wurde sich der Zimbeln und kleinen Glöckchen an Händen und Fesseln der Waldhüterin gewahr, als diese bereits nächstens mitten auf der schmuddeligen Menschenstraße anfing zu tanzen, einladend immer wieder Nujaima entgegen.
Die übermenschliche Grazie des hehren Volkes war dabei für ein, zwei Herzschläge schier fesselnd, überwältigend, gleich wie empfänglich man für deren Gebaren normalerweise war. Aber es war einladend, offen in den Bewegungen. Kein höfischer, zu fremder Tanz, sondern etwas in der Art, wie die Gur es vom Fahrenden Volke her gut genug kannte und verstand. Mit einem Mal war auch Mattigkeit und Müdigkeit von ihr gewichen, die so ein langer Tag mit sich brachte, an Nerven und Geduld zehrte.
[url=https://youtu.be/03rx2S6TVo4]Sollte sie sich darauf einlassen, wäre es ein gegenseitiges Befruchten, eine Empfänglichkeit, ein Klimpern und Klingen, das sich verwob zu etwas … magischem.[/url]
Auf dieselbe Art wie sie rätselhaft einfach erschienen war, war die Waldelfe auch irgendwann wieder verschwunden, wie verschluckt vom Erdboden.
Allerdings blieb es nicht bei diesem einen Besuch. In beständiger Unregelmäßigkeit kehrte sie wieder, um die Gur mal auf dem Weg nach Hause, mal von der Heilstube, mal bei den Höfen abzufangen und in selber Manier wieder den Ritus einzuüben. Das begleitende Tanzen und Klimpern, dem Nujaima auch ihren kehligen Gesang beisteuern könnte.
24.06.2018 17:00:06
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125838)
Durgarnkuld
Die Flüchtlingslage machte [b]Tharonas[/b] Arbeit chaotischer und laufwendiger denn je. Aber der Hauptstädlerin war weder Chaos noch Laufen ein Graus, weshalb sie entgegen wahrhaftiger Bürokraten in diesen Zeiten aufblühen vermochte.
Sie war gerade auf dem Rückweg von einigen Hin, die Fragen bezüglich der - für sie absolut nicht nachzuvollziehenden, unnötig komplexen - Bürokratie gehabt hatten, als sie neben dem fröhliche Spiel und Treiben der Kurzen den Laut einer Flöte vernahm. Keine Flöte wie sie sie sonst gehört hatte. Bezaubernd, berauschend brandete der Klang an ihr Ohr, das sich von fliehendem Puls sogleich rötete, derart belebend war jener fremde und doch irgendwie vertraute Klang, der lockte und fortstieß zugleich.
Nicht lange mochte sie da suchen, um Gwynnestriï auf dem Ast eines nahen Baumes hocken zu sehen. Ein heiteres Blitzen in ihren Augen begleitete das Spiel ihrer Flöte, die Tharona bereits zuvor aufgefallen war.
[img size=250]https://i.pinimg.com/564x/5e/e5/c9/5ee5c985b223033f5635a961294e1492.jpg[/img]
Umsäuselnd, zugleich aufreizend wie einlullend, umspülte die eindeutig elfische Melodei die Tethyri und lud zum Einstimmen ein. Öfters hatte sie ja ihre Flöte auch dabei, bei einem Treffen mit munteren Halblingen hatte es sich heute auch angeboten.
Fröhlich wippte die Waldelfe mit den langen Beinen auf ihrem Ast, während sie die Flöten-Kollegin anstiftete einzustimmen in den Elfenklang. Markant elfisch war jene Weise, durchzogen von Sehnsucht, Melancholie, Stolz und Frohsinn, alles in einem geschickten Flickwerk aus Tönen verwoben bis daraus die Identität eines Volkes und einer Lebensweise wurde.
Sollte sich die Hexe auf das gemeinsame Spiel einlassen, verband sich dies zu einem Flirren der Laute, einem geflochtenen Strang von Magie - bis die Waldhüterin auch ebenso unvermutet verschwand wie sie gekommen war. Nur das glockenhelle Lachen im Rauschen des Baumes hallte noch nach und ließ die Ahnung zurück, dass dies wirklich eben geschehen war.
Jene eigenwilligen Besuche wiederholten sich die nächste Zeit. Mal hockte die Flötenspielerin einfach frech auf einem Dach der Gassen, die Tharona passierte, mal erwartete sie sie auf einem Zierbaum des Zwischenviertel nach der Arbeit, um das gemeinsame Spiel zu verfeinern.
24.06.2018 17:00:26
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125839)
Durgarnkuld
Weniger sesshaft war da [b]Lueith[/b], die einige Zeit nun in Elboria wieder zugebracht hatte als frischgebackene Botschafterin der Elfenkönigin - nicht zuletzt aufgrund der Nachforschungen wegen des entführten Halbelfen.
Aber spätesten zur Seereise zog es die Klingsängerin ja doch wieder fort, fort auf Reisen den Getreuen, die sie nie verließen oder im Stich ließen.
Der Verheißung getreu, dass sie [i]sie[/i] finden werde, tauchte aber auch unverhofft einfach Gwynnestriï bei der Magierin auf, als die gerade Pandæmonia trocken rubbelte von einem stürmischen Ritt. Ohne ein Wort legte die Waldhüterin Hand an, schenkt dem Grauschimmel ein wärmendes Lächeln, was sich selbige auch gerne gefallen ließ, wie auch die die Berührungen und Hilfe beim Trocknen.
Während sie so selbstverständlich der jungen Silberelfe bei der Versorgung ihrer Stute half, erhob sie die klare, helle Stimme zu [url=https://youtu.be/7xpyuTRmyKM]zum Gesang.[/url]
Eine alte Elfenweise über einen längst vergangenen König und dem Kampf gegen die Finsternis - die sie wie ein Fluch heimsuchte, seit so langer Zeit. Einem Licht, das auch heute dem hehren Volk Mut machte, leuchtete ohne Flackern. Erfüllt von der Sehnsucht jene Tage ins Heute zu tragen, aber doch der Zuversicht, wenn auch mit stillen Tränen in den Augen, dass strahlende Tage noch da folgen mochten.
Lueith hatte bereits der jüngeren Schwester lauschen dürfen bei ihrem Vortrag, doch dieser war wie das Aufquellen einer frischen Frühlingsbrise im Busen, erfüllte er mehr als nur die Ohren - auch Herz, auch Seele. Wahrhaft magisch. So mochte es vielleicht gar einschüchternd zunächst sein (als hätte das die junge Silberelfe je abgehalten!), aber gleich wann sie es wollte, ob sie es wollte - die Waldelfe setzte nicht ab, sang weiter, einladend und auffordernd einzustimmen.
Sollte die Magierin dem Folge leisten, würde ein Duett erwachsen, wo je einer die herzzerreißende Trauer mehr einfing, sich ihr hingab, während die andere das Licht wieder, einem funkelnden Glühwürmchen gleich, in Händen barg, um den Ausgleich zu schaffen. Auf und nieder, schlicht in lebhafter Dynamik sollte es erklingen bis Gwynnestriï ebenso plötzlich verschwand wie sie gekommen war, als hätte sie den nächsten Windstoß genommen und sich aufsetzend davon gemacht.
Aber auch dies sollte nicht die letzte gemeinsame Stunde sein. Gleich wo Lueith lagerte, allein oder in Begleitung, nahe der Stadt des hehren Volkes, auf Abenteuern, immer fand sie die Waldhüterin so mühelos, dass es einem fast fliehende Angst in freiheitsliebende Herzen treiben konnte. Wie Lueith es von ihrer einstigen Lehrmeisterin kannte, kehrte die Waldelfe sogar mit einem elfischen Hofklinge in ihr Lager ein und forderte die Klingsängerin zu jenem gerühmten Singen der Klingen auf. Sollte auch der Trauerton erschallen und beider Gesang untermalen - nein, nicht nur untermalen. Vervollständigen.
24.06.2018 17:02:09
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125840)
Durgarnkuld
Eine jede sollte so lernen, je auf ihre Weise, je auf ihre persönliche Art, wie jener sicherlich magische, aber eben vor allem so früh zu erlernende Bann erfolgen sollte, der den Wahnsinn aus Leere zu Fülle, aus aufbrausendem Sturm den Einkehr der Stille werden ließ. Sollte der Klang Eingang finden in ein junges Herz, vermochte er womöglich auszurichten, was Magie und Stahl sonst nur aufs letzte Blut konnten - wenn überhaupt.
29.06.2018 18:19:36
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125897)
Lyraee
[quote="Durgarnkuld" post=125839]Weniger sesshaft war da [b]Lueith[/b], die einige Zeit nun in Elboria wieder zugebracht hatte als frischgebackene Botschafterin der Elfenkönigin - nicht zuletzt aufgrund der Nachforschungen wegen des entführten Halbelfen.
Aber spätesten zur Seereise zog es die Klingsängerin ja doch wieder fort, fort auf Reisen den Getreuen, die sie nie verließen oder im Stich ließen.
Der Verheißung getreu, dass sie [i]sie[/i] finden werde, tauchte aber auch unverhofft einfach Gwynnestriï bei der Magierin auf, als die gerade Pandæmonia trocken rubbelte von einem stürmischen Ritt. Ohne ein Wort legte die Waldhüterin Hand an, schenkt dem Grauschimmel ein wärmendes Lächeln, was sich selbige auch gerne gefallen ließ, wie auch die die Berührungen und Hilfe beim Trocknen.
Während sie so selbstverständlich der jungen Silberelfe bei der Versorgung ihrer Stute half, erhob sie die klare, helle Stimme zu [url=https://youtu.be/7xpyuTRmyKM]zum Gesang.[/url]
Eine alte Elfenweise über einen längst vergangenen König und dem Kampf gegen die Finsternis - die sie wie ein Fluch heimsuchte, seit so langer Zeit. Einem Licht, das auch heute dem hehren Volk Mut machte, leuchtete ohne Flackern. Erfüllt von der Sehnsucht jene Tage ins Heute zu tragen, aber doch der Zuversicht, wenn auch mit stillen Tränen in den Augen, dass strahlende Tage noch da folgen mochten.
Lueith hatte bereits der jüngeren Schwester lauschen dürfen bei ihrem Vortrag, doch dieser war wie das Aufquellen einer frischen Frühlingsbrise im Busen, erfüllte er mehr als nur die Ohren - auch Herz, auch Seele. Wahrhaft magisch. So mochte es vielleicht gar einschüchternd zunächst sein (als hätte das die junge Silberelfe je abgehalten!), aber gleich wann sie es wollte, ob sie es wollte - die Waldelfe setzte nicht ab, sang weiter, einladend und auffordernd einzustimmen.
Sollte die Magierin dem Folge leisten, würde ein Duett erwachsen, wo je einer die herzzerreißende Trauer mehr einfing, sich ihr hingab, während die andere das Licht wieder, einem funkelnden Glühwürmchen gleich, in Händen barg, um den Ausgleich zu schaffen. Auf und nieder, schlicht in lebhafter Dynamik sollte es erklingen bis Gwynnestriï ebenso plötzlich verschwand wie sie gekommen war, als hätte sie den nächsten Windstoß genommen und sich aufsetzend davon gemacht.
Aber auch dies sollte nicht die letzte gemeinsame Stunde sein. Gleich wo Lueith lagerte, allein oder in Begleitung, nahe der Stadt des hehren Volkes, auf Abenteuern, immer fand sie die Waldhüterin so mühelos, dass es einem fast fliehende Angst in freiheitsliebende Herzen treiben konnte. Wie Lueith es von ihrer einstigen Lehrmeisterin kannte, kehrte die Waldelfe sogar mit einem elfischen Hofklinge in ihr Lager ein und forderte die Klingsängerin zu jenem gerühmten Singen der Klingen auf. Sollte auch der Trauerton erschallen und beider Gesang untermalen - nein, nicht nur untermalen. Vervollständigen.[/quote]

Überraschen konnte Gwynnestriï ihre elfische Schwester nur beim ersten Besuch und Aufeinandertreffen. Mit weit geöffneten, wachsamen Augen beobachtete Lueith das Tun der Waldhüterin der Smaragdenklave sehr genau, als sie ihre geliebte Grauschimmelstute mit dieser großen Selbstverständlichkeit berührte und mitversorgte. Vermutlich war es aber genau diese, welche Lueith beruhigte und Vertrauen und Wohlwollen nicht nur in Pandæmonia weckten. Die Silberelfe widersprach nicht, protestierte nicht sondern nahm die Hilfe schweigend an. Und die Stille hielt an, als sie sich gemeinsam um das Pferd kümmerten, um einen Moment wortloser Verbundenheit elfischer Gemeinschaft zu durchleben, die Lueith für sich selbst bereits verloren glaubte. Erst Gwynnestriïs hoher, erhabener Gesang durchbrach das Schweigen, drängte sich in Lueiths Sinne und Fühlen wie die ersten Feuerfühler einer hochstehenden Sommersonne in einen abgedunkelten Raum. Hell, heiß und sich in vom aufgewirbelten Staub pulsierenden Lichtstreifen über den Boden, den Grunde ihrer Seele, ergießend. Und zunächst zog sie sich zurück in den ruhenden Schatten, hüllte sich in das Schweigen zusammengebissener Zähne ohne sich gänzlich verschließen zu können.
Denn sie hörte zu.
Und nach einer schier endlosen Weile und dem hartnäckigen, freundlichen Beharren Gwynnestriis stimmte die Mondelfe endlich mit ein. Nicht verschüchtert oder gehemmt erwuchs so das träumerische Duett zweier Elfinnen.
Der kleine Eulenbär, von Lueith meist nur [i]Morko'elle[/i] - Bärchen genannt, bekam das Lied von nun an öfter zu hören (mal ein- und mal zweistimmig) in seinem Schlaf des Wachsens und der Erwartung auf das kommende Leben jenseits seiner Eierschale...
01.07.2018 12:31:56
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125918)
bergatroliet
[quote="Durgarnkuld"]Die Flüchtlingslage machte Tharonas Arbeit chaotischer und laufwendiger denn je. Aber der Hauptstädlerin war weder Chaos noch Laufen ein Graus, weshalb sie entgegen wahrhaftiger Bürokraten in diesen Zeiten aufblühen vermochte.
Sie war gerade auf dem Rückweg von einigen Hin, die Fragen bezüglich der - für sie absolut nicht nachzuvollziehenden, unnötig komplexen - Bürokratie gehabt hatten, als sie neben dem fröhliche Spiel und Treiben der Kurzen den Laut einer Flöte vernahm. Keine Flöte wie sie sie sonst gehört hatte. Bezaubernd, berauschend brandete der Klang an ihr Ohr, das sich von fliehendem Puls sogleich rötete, derart belebend war jener fremde und doch irgendwie vertraute Klang, der lockte und fortstieß zugleich.
Nicht lange mochte sie da suchen, um Gwynnestriï auf dem Ast eines nahen Baumes hocken zu sehen. Ein heiteres Blitzen in ihren Augen begleitete das Spiel ihrer Flöte, die Tharona bereits zuvor aufgefallen war.

Umsäuselnd, zugleich aufreizend wie einlullend, umspülte die eindeutig elfische Melodei die Tethyri und lud zum Einstimmen ein. Öfters hatte sie ja ihre Flöte auch dabei, bei einem Treffen mit munteren Halblingen hatte es sich heute auch angeboten.
Fröhlich wippte die Waldelfe mit den langen Beinen auf ihrem Ast, während sie die Flöten-Kollegin anstiftete einzustimmen in den Elfenklang. Markant elfisch war jene Weise, durchzogen von Sehnsucht, Melancholie, Stolz und Frohsinn, alles in einem geschickten Flickwerk aus Tönen verwoben bis daraus die Identität eines Volkes und einer Lebensweise wurde.
Sollte sich die Hexe auf das gemeinsame Spiel einlassen, verband sich dies zu einem Flirren der Laute, einem geflochtenen Strang von Magie - bis die Waldhüterin auch ebenso unvermutet verschwand wie sie gekommen war. Nur das glockenhelle Lachen im Rauschen des Baumes hallte noch nach und ließ die Ahnung zurück, dass dies wirklich eben geschehen war.
Jene eigenwilligen Besuche wiederholten sich die nächste Zeit. Mal hockte die Flötenspielerin einfach frech auf einem Dach der Gassen, die Tharona passierte, mal erwartete sie sie auf einem Zierbaum des Zwischenviertel nach der Arbeit, um das gemeinsame Spiel zu verfeinern.[/quote]

Mit einem neugierigen Funkeln in den Augen folgte Tharona jenem bezaubernden Flötenspiel, das neben dem leisen Rauschen in ihren geröteten Ohren bald alles war, was sie hörte. Als sie die Elfe schließlich auf dem Ast hocken sah - erwartet und doch unerwartet - hielt sie einige Herzschläge inne, um sich einfach von der Melodie umschmeicheln, sie auf sich wirken zu lassen. Lange musste Gwynnestrii jedoch nicht bitten ehe die menschliche Hexe ihre Flöte aus der Tasche zog und einstimmte, den Kopf im Rhythmus des eigentümlichen Liedes wiegend. Einige Takte brauchte es bis sie der fremden Melodie, die so widersprüchlich und doch harmonisch war wie vielleicht nur das Volk der Elfen selbst, ein Flickwerk wie ihre eigene Heimat und ihre Lieder, folgen konnte und die Klänge der beiden Flöten - so unterschiedlich wie ihre Spielerinnen - zu einem Duett sich verbanden.
Unwillkürlich floss neben den Tönen ihres Instrumentes mit der Zeit auch ein Teil ihrer Magie in das Duett der Flöten ein, schwebte säuselnd, lebendig, die markante Melodie untermalend zwischen der Hüterin und ihr in der Luft; verband sich mit den Fäden, die Gwynnestrii selbst dazu webte bis das glockenhelle Lachen sie verabschiedete. Eine Weile noch lauschte Tharona dem Echo des gemeinsamen Spiels in der Luft und dem Gewebe ehe sie mit einem zufriedenen Lächeln den Heimweg antrat.

In der Zeit nach jenem ersten Besuch hielt sie Ausschau nach der Elfe. Öfter ließ sie den Blick in Bäume schweifen, die sie passierte oder lugte nach den Dächern in den Gassen des Hafens. Häufig grüßte sie nur eine leere Dachrinne oder ein Spatz auf einem Ast, aber wann immer Gwynnestrii tatsächlich auf sie wartete, hatte Tharona ihre Flöte griffbereit am Gürtel und ließ sich mit einem lebendigen Glanz in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen erneut auf das gemeinsame Spiel ein.

Nach einigen dieser magischen 'Probestunden' mit Gwynnestrii klopfte die Tethyri schließlich an Lueiths Türe, um deren Schützling auch diesen Teil des gemeinsamen Liedes, des gemeinsamen Zaubers, hören zu lassen.
11.07.2018 13:06:32
Aw: Fedriger Kuschelwuschel (#125974)
-emptySoul-
[quote="Durgarnkuld" post=125837]Tage waren ins Land gezogen, als [b]Nujaima[/b] wie sooft in ihrer Hafenstube hockte und einen zermatschten Daumen pflegte. Womöglich war es an der Zeit, dass natürliche Selektion endlich Handwerker ohne Daumen zur Welt brachte, sooft wie es Ärger mit diesen Dingern gab.
Sei's drum.
Es war schon spät, als der letzte ihrer Pflegefälle sich verabschiedete - und ihr von seiner Frau Grießbrei zusicherte, damit sie und ihre Gäste gut versorgt seien die nächste Zeit - und sie endlich Feierabend machen konnte. Nicht, dass sie je so etwas festes hatte. Aber zumindest war es für heute genug gewesen. Seit der ganzen Valvec Geschichte waren die Menschen aufgeregter und angespannter. Die Stimmung ließ sich mancher Stunde, manchen Ortes fast mit einem Messer schneiden.
So aber nicht an diesem Abend, dieser Stunde. Kaum war die Heilerin aus der Stube getreten, bemerkte sie die Aufmerksamkeit, die auf ihr lag. Ein Blick nach links. Keiner mehr zu sehen. Einer nach rechts. Nur ein Besoffener, der in die nächste Gasse torkelte. Schließlich ein Blick nach oben.
Auf einem vorstehenden Balken des Dachs hockte eine ihr bekannte Waldelfe, die sie mit schief gelegtem Kopf wie ein neugieriger Zaungast beäugte - und ein strahlendes Lächeln schenkte, sobald sie entdeckt worden war.
Anmutig und schier schwerelos, mit der schneidenden Schärfe einer Feder kam Gwynnestriï neben Nujaima auf dem Boden auf und schenkte ihr jene Art wissenden, geheimnisvollen Lächelns, wie es Elfen zu gut beherrschen. Sie sprach kein Wort des Grußes, hielt sich nicht mit Förmlichkeiten und hohem Gehabe auf.
Leises Klingen und Klimpern hatte ihr Aufsetzen begleitet. Die Schamanin wurde sich der Zimbeln und kleinen Glöckchen an Händen und Fesseln der Waldhüterin gewahr, als diese bereits nächstens mitten auf der schmuddeligen Menschenstraße anfing zu tanzen, einladend immer wieder Nujaima entgegen.
Die übermenschliche Grazie des hehren Volkes war dabei für ein, zwei Herzschläge schier fesselnd, überwältigend, gleich wie empfänglich man für deren Gebaren normalerweise war. Aber es war einladend, offen in den Bewegungen. Kein höfischer, zu fremder Tanz, sondern etwas in der Art, wie die Gur es vom Fahrenden Volke her gut genug kannte und verstand. Mit einem Mal war auch Mattigkeit und Müdigkeit von ihr gewichen, die so ein langer Tag mit sich brachte, an Nerven und Geduld zehrte.
[url=https://youtu.be/03rx2S6TVo4]Sollte sie sich darauf einlassen, wäre es ein gegenseitiges Befruchten, eine Empfänglichkeit, ein Klimpern und Klingen, das sich verwob zu etwas … magischem.[/url]
Auf dieselbe Art wie sie rätselhaft einfach erschienen war, war die Waldelfe auch irgendwann wieder verschwunden, wie verschluckt vom Erdboden.
Allerdings blieb es nicht bei diesem einen Besuch. In beständiger Unregelmäßigkeit kehrte sie wieder, um die Gur mal auf dem Weg nach Hause, mal von der Heilstube, mal bei den Höfen abzufangen und in selber Manier wieder den Ritus einzuüben. Das begleitende Tanzen und Klimpern, dem Nujaima auch ihren kehligen Gesang beisteuern könnte.[/quote]

Die erste Reaktion der Gur war ihr Markenzeichen beinahe: Sie zog die Nase etwas kraus als man da so in ihren Feierabend platzte und der Rum noch etwas unerreichbar blieb für heute.
Allerdings währte die der Gur so ureigene Skepsis nicht wirklich lange und die kleine, dunkle Frau ward angesteckt vom Tanz der Elfe und wahrscheinlich von der Elfe selbst auch.

Es dauerte ein paar Herzschläge lang bis die Schrittfolge saß, und noch ein paar Herzschläge länger, bis die Gur dabei nicht mehr denken musste und die Füße die Abfolge wie von selbst tanzten.
Das Klingeln und Klimpern der Elfe mischte sich mit dem der Zigeunerfrau … jedes Mal auf's Neue, sobald Gwynnestriï auftauchte und zum magischen Tanz einlud.
Und schon bald konnte man neben Zimbeln, Glöckchen und kleinen Schellen auch die Stimme der Gur hören die sich durch die Gassen oder das Land trug.