08.02.2018 11:51:25 | [Nutmeg] Kuemmelbaecker (#123856) |
-Depp- | Der Morgen war noch jung, als sich die Tuer des Rathauses oeffnete und der Tormit hinein trat. Recht zielstrebig trat er dort durch den Gang, den Blick so etwas umher wandern lassend, ueber die anwesenden Angestellten, bis er in Richtung Buergerbuero und Buergerregister abbog. Freundlich wurde der oder die Angestellte, die dort gerade Dienst hatte, mit einem guten Morgen begruesst. Er machte wohl keinen Hehl daraus, dass er mit einem Anliegen kam, und kam auch ohne grosse Umschweife auf die Sache zu sprechen: Er suchte die Familie eines Verstorbenen, oder in diesem Fall eines zur damaligen Zeit vermisst Gemeldeten. Der Name war Wilfried Kuemmelbaecker, und nach dem Wissensstand des Waechters sollten die verbliebenen Angehoerigen noch in Mirhaven wohnhaft sein. Er hatte in dem Jahr, das der Tormit dank des Eherings benennen konnte (und 50 Jahre zuruecklag), geheiratet, und sollte Kinder haben. Verschwunden sei er nach seinem Wissensstand vor etwa 20 Jahren - der genaue Zeitraum sei aber noch zu pruefen. Und nachdem die Informationen soweit geteilt waren, bat er den oder die Angestellte dort, in dem Buegerregister nach der Familie zu suchen, deren Namen und die aktuellen Anschriften derer herauszufinden. Fuer jemanden, der dort arbeitete, war dies sicherlich um einiges schneller und erfolgsversprechender, als wenn er sich selbst durch die Akten wuehlen muesse, merkte er gegenueber dem Angestellten mit einem kleinen Schmunzeln an. Er wuerde derweil selbst versuchen, mehr in den Akten der Stadtwache ueber das damalige Verschwinden heraus zu finden. Und sofern sich der Angestellte des Rathauses tatsaechlich zur Hilfe in der Angelegenheit bereit erklaerte, bedankte sich der Tormit vielmals - und wohl auch ehrlich - bei ihm oder ihr und versicherte, spaeter wieder zu kommen. Sollte sich derjenige, mit dem er da sprach als widerspenstiger erweisen, suchte er eben selbst. [spoiler]Ggfalls moechte sich Tharona hier angesprochen fuehlen und das uebernehmen. [/spoiler] Spaeter am Tag trat trat der Webel mit einem leisen Seufzen die Stufen in die die staubigen Archive hinab, die Schraube an der kleinen Oellampe drehend, um ihr etwas mehr Saft - und der Umgebung etwas mehr Licht - zu verleihen. Still wanderten seine Augen ueber die einzelnen Kisten mit den Aufschriften der Jahre, die je weiter man zurueckging immer spaerlicher ausfielen. Bis er schliesslich an den Kisten angekommen war, die etwa 20 Jahre zuruecklagen. Zwei Jahre plus, zwei Jahre minus, nur um den Zeitraum etwas zu erweitern. Vorsichtig hang er die kleine Lampe an der Regalhalterung auf, und zog schliesslich die erste Kiste aus dem Regal, den Staub von dieser pustend - und der darauf folgende Husten merkte schnell an, dass das eine bloede Idee war. Begleitet von einem leisen Brummen und einem abschliessenden Niessen schob er den Deckel von der Kiste, liess die Augen kurz ueber die Akten wandern, und zog schliesslich die Erste hinaus. Kurz flogen die Augen ueber den genannten Fall und die Namen in diesem, dann wurde sie wieder zugeklappt und zurueck gesteckt. Die Naechste genommen, gleiches verfahren. Und die Naechste. Und die Naechste. So suchte er dann eine ganze Weile, Akte um Akte, Kiste um Kiste, auf der Suche nach damaligen Vermerken zu dem Verschwinden von Kuemmelbaecker. Sofern sich jemand aus dem Rathaus fuer die Suche bereit erklaert hatte, kehrte er am Nachmittag nochmals dort ein, mit einer kleinen Kiste in der Hand. Er lauschte den Ergebnissen, oder Nicht-Ergebnissen, die man ihm dort mitteilen konnte, und bevor er ging reichte er die Kiste mit seinem erneuten Dank an den hilfsbereiten Angestellten weiter - und derjenige konnte sich dann mit einer Flasche gutem, sembitischen Wein einen schoenen Abend machen. |
08.02.2018 13:23:03 | Aw: [Nutmeg] Kuemmelbaecker (#123859) |
bergatroliet | Wie es der Zufall so wollte, tat an jenem Morgen, als Aidan das Bürgerbüro aufsuchte, Tharona gerade einmal ihren Dienst im Rathaus. Als er sie ansprach, legte sie die Formulare, die sie eben noch sortiert hatte direkt beiseite, erwiderte seinen freundlichen Gruß mit einem ebenso freundlichen Lächeln, das weder übertrieben noch aufgesetzt wirkte und lauschte dann zunächst aufmerksam seinem Anliegen. Schon während seiner Ausführungen nickte sie wissend. Auf seinen Wink hin, dass sie vermutlich schneller beim Durchforsten der Akten war, schmunzelte sie keck. [i] [color=#004080]"Keine Sorge, Herr Feldwebel. Ich habe selbst schon Ahnenforschung betrieben in diesem Archiv - und da hatte ich keinen vollständigen Namen oder ein Heiratsdatum. Wenn sie noch in Mîrhaven leben, finde ich diese Leute schon."[/color][/i] Letzteres betonte sie mit einem etwas ernsthafteren Nicken, das suggerierte, dass Aidan sich in der Sache auf sie verlassen konnte. Ihre meerblauen Augen musterten den Tormiten dann noch einmal kurz von oben bis unten, ehe sie seinem Blick wieder begegneten. [i][color=#004080]"Scheint dringend zu sein, hm? Wenn ihr später noch Mal deswegen vorbeikommen wollt, meine ich."[/color][/i] Und ob Aidan das nun bejahen oder verneinen - oder überhaupt mit einer verbalen Antwort würdigen würde - würde Tharona ihm versichern, dass sie sich gleich daran machen würde. Sobald der Wächter sich also verabschiedet hatte, suchte Tharona das Archiv auf, das ihr ja inzwischen bestens bekannt war. Systematisch schritt sie die Regale ab, griff die Akten unter 'K' heraus, die zu dem angegebenen Jahr passten und machte sich dann durch die Urkunden und Register hinweg auf die Suche nach den Kindern (und Enkelkindern - die konnten ja auch schon erwachsen sein, wenn der Mann vor 50 Jahren geheiratet hatte) von Wilfried Kümmelbäcker. Was sie fand (also Namen und Adressen) notierte sie in ordentlicher Schrift auf einem frischen Stück Pergament. Und falls die Register es hergaben, notierte sie auch die Berufe, Geschäftsadressen wo es sie gab sowie den Familienstand und etwaige Kinder. Als Aidan am Nachmittag zurückkehrte, fertigte Tharona gerade mit einem jungen Paar irgendeinen Antrag ab. Nachdem sie die beiden lächelnd verabschiedet und die Papiere abgelegt hatte, schob sie Aidan das Pergament mit allem was sie so in den Akten hatte finden können über den Schalter (oder entschuldigte sich falls sie nichts hatte finden können - wobei ihr das schon seltsam vorgekommen wäre). So oder so sagte sie ihm auch mit einem sachten Lächeln, dass er jederzeit auf sie zukommen könne, wenn er mal wieder Informationen aus dem Archiv benötigte. Über das Geschenk war sie sichtlich überrascht. [i][color=#004080]"Oh? Seid ihr immer so großzügig, wenn jemand seine Arbeit macht?"[/color][/i], fragte sie mit einem amüsierten Schmunzeln, bedankte sich dann aber brav und mit sichtlicher Freude in den Augen. Falls Aidan noch in Hörweite war als sie die Kiste öffnete (da konnte sie sich einfach nicht helfen - man war eben neugierig), rief sie ihm mit einem Schmunzel-Lächeln und einem amüsierten Funkeln in den Augen nach, ob er zufällig Gerbera möge. [spoiler]Danke für den Hinweis :) Was Tharonas Funde im Archiv angeht, müsste natürlich jetzt ein SL übernehmen[/spoiler] |
08.02.2018 13:54:47 | Aw: [Nutmeg] Kuemmelbaecker (#123861) |
-Depp- | Ein Mundwinkel hob sich ein kleines Stueck an bei der Frage nach der Dringlichkeit. [i]"Nicht tot oder lebend dringlich, nein. Ich habe Dinge einfach gern direkt erledigt, bevor sie herumliegen und einstauben."[/i] Und ihre Versicherung liess die ernste Miene einen Moment ein Stueckweit aufweichen, als er sein Haupt neigte. [i]"Seid bedankt, Fraeulein Myr. Wir sehen uns dann spaeter. Gutes Gelingen Euch."[/i] Damit verabschiedete sich der Tormit dann auch fuers erste, nur um am Nachmittag wiederzukommen. Geduldig wartete er, bis Tharona das Paerchen verabschiedet hatte, und gruesste sie erneut in aller Hoeflichkeit. Mit einem Dank - entweder fuer die gebrachten Informationen oder fuer den Versuch, diese zu finden - nahm er diese dann an. Auf ihre Frage nach der Grosszuegigkeit huschte ein kleines Schmunzeln ueber seine Zuege, gefolgt von dem Schuetteln seines Haupts. [i]"Nein. Aber genau genommen machtet ihr _meine_ Arbeit, und habt mir den grausigen Teil der Buergerlistenforschung erspart."[/i] Der Ton verriet wohl deutlich, dass der Webel derlei nicht als die Erfuellung sah, und so klang er durchaus aufrecht, wie er weitersprach. [i]"Insofern, habt Ihr meinen Dank. Vor allem, wenn ich mit derlei Anliegen in Zukunft wiederkommen darf."[/i] Einen kurzen Moment schwieg er, wie er einen Gedanken zu verfolgen schien, nur um daraufhin mit einem kleinen Schmunzeln anzumerken. [i]"Nun, wo ich darueber nachdenke.. Boese Zungen wuerden es wahrscheinlich Bestechung nennen."[/i] So verliess er sie dann auch - zumindest bis zum Ausgang, wo ihr Ruf ihn noch ereilte. Mit Irritation auf seinen Zuegen sah er ueber die Schulter zu ihr zurueck, fuer einige Herzschlaege, in denen er zu ueberlegen schien. Dann legte sich die Irritation, wie er die Tuer zum Gehen oeffnete. [i]"Das vermag ich nicht zu sagen, Fraeulein. Ich habe keine Ahnung, was eine Gerbera ist. Werde mich erkundigen und Euch antworten."[/i] Und damit hob sich seine Hand noch zum Abschied, und kurz darauf war er aus der Tuer verschwunden. |
09.02.2018 10:29:47 | Aw: [Nutmeg] Kuemmelbaecker (#123870) |
bergatroliet | Die Stadtangestellte schmunzelte ein wenig bei der Antwort und nickte dann - irgendwie wohl auch beruhigt. [i][color=#004080]"Das kann ich gut verstehen. Ich lass auch nicht gerne was liegen."[/color][/i] Sie lachte ein wenig bei seinem Ton, der sein Grauen über die Recherchearbeit im Archiv verriet und erwiderte sein "Bestechungsschmunzeln" mit einem eigenen. [color=#004080][i]"Das dürft ihr nicht so eng sehen - wir müssen schließlich zusammenhalten. Arbeiten ja beide für die Stadt und die Bürger hier."[/i][/color] Tharona musste sich ein Schmunzeln verkneifen als der aufrechte Wächter sie so irritiert ansah. Seine Antwort entlockte ihr ein weiteres, leises Lachen, wobei sie ihm zunickte und verabschiedend die Hand hob. Sie hatte ohnehin nicht damit gerechnet, dass Aidan der geheimnisvolle Blumenritter war, aber fragen kostete ja nichts, dachte sie bei sich, als sie den Wein wieder behutsam in seiner Kiste und jene dann sicher unter ihrem Tisch verstaute. |
18.02.2018 15:37:50 | Aw: [Nutmeg] Kuemmelbaecker (#124016) |
Nutmeg | [b]Tharona[/b] Tharona würde zielsicher die Akten zu "K" finden, und - Bürokratie und Ordnung sei es gedankt - dann auch recht zügig einen Abschnitt zu den Kümmelbäckern finden. Das sagte Tharona zumindest auch schon einmal, dass die Kümmelbäcker wohl eher reich denn arm waren, immerhin trug man seine Brut im Hafen nicht immer im Rathaus ein, oder viel zu spät, wenn man überhaupt genau das Geburtsdatum wusste... Bei den Kümmelbäckern war aber alles ganz ordentlich und sorgfältig verzeichnet worden, über Generationen hinweg. Und da fand sie auch den Wilfried. Würde er noch leben, wäre er nun wohl stolze 74 Jahre alt. Vor 50 Jahren hatte er Anna Jungrose geheiratet, und war mit ihr vom Elternhaus (Lange Gasse 8) in ein eigenes Haus gezogen (Drachenstraße 10). Ziemlich nah der Stadtmitte, im schon besseren Teil der Stadt. Wilfrieds Beruf war als "Gewürzhändler" angegeben - fast ganz dem Nachnamen getreu. Drei Kinder waren dann auf die Welt gekommen. Zuerst Robert, der Älteste. Der lebte ebenfalls laut den Akten in der Drachenstraße 10, zusammen mit seiner Frau und einem Sohnemann, der nun selbst bereits 20 Sommer zählte. Sicherlich waren dies die Erben des Geschäfts, denn sowohl bei Robert als auch Sohn Kurt war ordentlich "Gewürzhändler" als Beruf angegeben. Die Tochter von Wilfried und Anna, Susanne, war mittlerweile 45 Jahre alt und hatte einen gewissen Andreas Spielfreund geheiratet. Susanne schien ihrem Mann wohl bei dessen Handwerk zu helfen - er war Instrumentenbauer. 5 Kinder - Irene, Hans, Lukas, Marie und Lydia - waren aus der Ehe hervorgegangen. Wo die Kinder lebten, war nicht verzeichnet, Susanne und Andreas lebten aber in der Flötengasse 3. Peter war der jüngste und letzte Sohne von Wilfried und Anna. Als der Vater starb, war auch er schon erwachsen gewesen, und zählte nun 40 Winter. Er war wenn man nach den Akten ging, wohl der Unstete in der Familie. Drei Frauen hatte er schon geehelicht. Die erste war ihm zusammen mit dem Kind im Kindbett verstorben. Von der zweiten Frau, so war es vermerkt neben deren Namen, Josephine Goldblatt, war er vor die Tür gesetzt worden, weil er "in der Ehe mit vielen Frauen Unzuckt getrieben habe". Die aktuelle Ehefrau, Desiree, wohnte mit ihm zusammen in der Würfelgasse 31, im Hafen. Sein Arbeitsstand war als Tagelöhner angegeben. Kinder schien es keine zu geben. ~*~ [b]Aidan[/b] Aidan würde wohl in den Archiven der Wache länger suchen müssen. Vor 20 Jahren war die Aktenführung wohl noch nicht so weit wie heute, viele Wächter damals konnten vermutlich nicht richtig lesen und schreiben und waren eher Männer fürs Grobe. Man konnte froh sein, dass sich in der Hinsicht doch etwas getan hatte in diesen Jahrzehnten... Aber dann würde er doch fündig werden. Eine dünne Akte war es nur. Ganz verstaubt und vergessen lag sie da, zwischen vielen anderen verstaubten und vergessenen Akten. Sicher waren nicht alle davon gelöst worden damals, oder es wurde nicht alles richtig aufgeschrieben. Als Aidan die Akte öffnete, kroch ihm erst Staub in die Nase und brachte ihn zum Niesen. Dann würde er eine sehr unordentliche, stellenweise unsichere Schrift sehen, von einem Wächter A. Knopf - wenn Aidan im Geiste die Wächter durchging, dann wäre Wächter Knopf wohl nicht mehr bei der Wache und entweder im verdienten Ruhestand oder selbst schon verstorben. Der Name sagte ihm jedenfalls spontan nichts. Es stand nicht viel darin. Die Witwe, Anna, wäre auf die Wache gekommen, und hätte das Verschwinden ihres Mannes gemeldet. Einen Tag vorher war er spazieren gegangen und nicht wiedergekehrt. Sie hatte Wächter Knopf die Route gesagt, die ihr Gatte immer abging, Kümmelbäckers Lieblingswanderroute. Knopf war mit Wächter Jokel und Wächter Traub den ganzen Weg abgegangen, mehrmals. Sie hatten nichts gefunden. Befragungen waren wohl keine durchgeführt worden, es waren keine vermerkt. Man hatte dann wohl eine weitere Suche veranstaltet, die ebenso erfolglos war. Irgendwann war nur noch, in anderer Handschrift, vermerkt worden: [i]Vermutlich verstorben oder die Insel verlassen.[/i] |