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27.11.2017 16:54:45
Ahnenforschung leicht gemacht (#122687)
bergatroliet
Eines schönen Tages - so schön ein Tag in Mîrhaven eben sein konnte, wo sich fast täglich die Himmelswasser über der Stadt ergossen - an dem es sowohl der Terminkalendar der Stadtangestellten Tharona Myr, als auch der des viel beschäftigten Kelemvorpriesters und designierten Advokaten Ferdinand von Erleneberge zuließen, traf man sich im Archiv der Stadt.
Bewaffnet mit einer Liste voller 'Schuberts', die bereits vor langer Zeit in das Reich Kelemvors eingegangen waren, erhoffte man sich Informationen zur Großmutter einer gewissen Tethyri zu finden. Eben jene Großmutter war die Tochter zweier dieser Schuberts gewesen.

Das Vorhaben war denkbar einfach - sofern man beim Wälzen uralter Register längst Verblichener von einfach sprechen konnte. Zunächst galt es die Namen von der Liste im archivierten Teil des Bürgerregisters der Stadt wiederzufinden und dann über eben jenes Verzeichnis die Namen etwaiger Familienmitglieder (vor allem Kinder) herauszufinden. Auf diese Weise konnten sie zum einen Tharonas Urgroßeltern identifizieren und dann, wenn sie ihre Großmutter Tanna gefunden hatten, vielleicht auch mehr über sie in Erfahrung bringen.

Beim Anblick der vielen Regale im Archiv entfuhr Tharona ein leises Seufzen, das von einem Heben der Mundwinkel kontrastiert wurde. So viele Akten. Bloß gut, dass Ferdi - wie sie den Kelemvoriten natürlich nur in seiner Abwesenheit nannte - und sie bereits ein paar Namen und einen ungefähren Zeitraum hatten, um die Suche einzugrenzen. Im Geiste die Herausforderung annehmend, näherte sie sich dem passenden Regal und griff das erste in Frage kommende Verzeichnis heraus.

[i][color=#004080]Wie gut, dass Rumms mir das Ablagesystem erklärt hat...[/color][/i], dachte sie noch, als sie den Wälzer zum nächsten Tisch schleppte, um sich dann mit Ferdinand an die Arbeit zu machen.
12.12.2017 21:55:39
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#122940)
citlali
Tharona und Ferdinand hatten ja schon einige Namen aus den geisterhaft wohlgeordneten, "düsteren" Büchern über die Verstorbenen der letzten 150 Jahre gesammelt und Tharona hatte sie niedergeschrieben. Irgendwo dazwischen konnten Verwandte der gesuchten Tanna Schubert sein, zumindest ihre Eltern, wenn man zusätzlich davon ausging, dass diese sie nicht in zu frühen Jugendjahren bekamen.
Über die Großmutter war neben ihrem Namen noch bekannt, dass sie auf Amdir vor ca. 107-110 Jahren geboren und aufgewachsen war und es mit 18-20 Jahren verlassen hatte.
Schubert war sicher kein seltener Name, aber lang war die Totenliste vermutlich auch nicht.

Wieder einmal bedauerte Ferdinand es, dass Bories unbedingt ein Kind in die Welt hatte setzen müssen, er hätte den beiden sicher viel Suchen erspart.
Aber, Tharona arbeitete ja praktisch dort und beide hatten Zeit mitgebracht, vorerst.
Dann ging die Suche nach den Schuberts los...hoffentlich waren nicht genau die wichtigen Einträge der Flut einst zum Opfer gefallen.
Der Kelemvorit überlegte sich, wie sie die Suche am besten aufteilen könnten...das ging wohl nur, wenn mehrere Bände/Ordner infrage kämen. Ansonsten könnte höchstens jemand bei allen Schusters unten anfangen, und der andere oben.
12.01.2018 15:54:14
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#123322)
bergatroliet
Nach einer Weile des Stöberns, entwich Tharonas Kehle ein leises, triumphierendes "Ha!". Sie schob den dicken Schinken auf dem Tisch etwas zu Ferdinand hinüber, den Zeigefinger als Markierung an die Stelle haltend an der ein Ehepaar Schuberts (eins der vielen) nebst Nachwuchs vermerkt war.

[i][color=#004080]"Ich glaube, das sind sie... Rodewin und Ida Schubert, eine Tochter,
Tanna. Das sind sie bestimmt."[/color][/i], Tharona vermochte es nicht, ihre Freude über den Fund zu verbergen als sie mit leuchtenden Augen von den Namen zu Ferdinand hinübersah.

[i][color=#004080]"Vielleicht könnten wir herausfinden, wo sie begraben sind, oder wo sie einmal gewohnt haben. Geschwister scheint Tanna nicht gehabt zu haben. Zumindest sind keine weiteren Kinder aufgelistet."[/color][/i] Noch einmal fuhr ihr Blick aufmerksam über die wenigen Zeilen, die dort zu ihren (vermutlichen) Vorfahren notiert waren, ehe sie ihren Blick gespannt auf den Kelemvorpriester richtete.
17.02.2018 19:28:35
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#123988)
citlali
Ferdinand blätterte noch durch die staubigen Bücher als Tharona ausrief. Dann beugte er sich auch über ihre gefundene Stelle und las die Zeilen selbst noch einmal. War noch mehr notiert als die 3 Namen?
"Gleich beide, Glückwunsch. Ich denke auch nicht, dass "Tanna" in der Namenskombination häufig ist. Steht vielleicht noch der Mädchenname der Mutter dabei? Je mehr Information desto besser. Wer weiß, welche lebenden Verbindungen Ihr noch finden könntet. Ansonsten lasst uns sehen, was der Eintrag in den Totenbüchern aussagt, und wenn uns dies alles nicht weiter bringen sollte, vielleicht ja noch in der Sankti Novem-Halle, falls sie dort geheiratet haben."
Ferdinand wollte aber wie gesagt vorher zuerst das Rathaus genug durchsucht wissen, vielleicht stand der Wohnort ja auch im Geburtenregister, im Kataster...
Den Beisetzungsort konnten sie danach immer noch recht schnell in Erfahrung bringen, außer die damaligen Schreiber waren von Jergal verflucht worden.
19.02.2018 15:58:18
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#124047)
bergatroliet
Der Mädchenname Ida Schuberts war als "Kessler" mit aufgeführt. Ebenso die Geburtsdaten des Paares, sowie der Tochter und ein Hochzeitsdatum. Demnach hatte Rodewin im Alter von 21 Jahren die damals 18-Jährige Ida geehelicht, ein paar Jahre später kam dann Tanna zur Welt. Wären die beiden noch am Leben würden sie bereits über 100 Winter zählen.
Und als Tharona den Finger, der als Markierung gedient hatte, wegnahm, sah man unter etwas, das vielleicht ein Teefleck sein mochte, tatsächlich auch eine Adresse. Keine üble Gegend, nahe des südlichen Stadtkerns - dort wo heute hauptsächlich die Mittelschicht ansässig war.
Ein Blick in das aktuelle Register verriet, dass das Haus immer noch bewohnt war. Allerdings hieß die Familie, die nun dort lebte weder Schubert, noch Kessler. Eine nähere Verwandtschaft war somit also zumindest unwahrscheinlicher.

[i][color=#004080]"Nach lebenden Verwandten kann ich auch alleine suchen - dann müsst ihr nicht weiter hier im Archiv versauern."[/color][/i] meinte sie mit einem leichten Schmunzeln. Lieber wollte sie die Totenbücher nach der Begräbnisstätte ihrer Urgroßeltern durchsuchen.
Und sofern Ferdinand nicht darauf bestand noch weiter zu suchen, räumte Tharona die Akten in Windeseile wieder ein und schleifte - im übertragenen Sinne - den armen Kelemvoriten in den Tempel, um die Bücher dort zu durchstöbern.

[spoiler]Mir fällt grade auf, dass ich mich mit den Daten ein bisschen vertan habe - wäre die Oma vor 107-110 Jahren geboren, wäre sie bei Tharonas Geburt ja schon über 80 gewesen.. :lol: Tun wir einfach mal so als hätte ich die richtigen Zahlen genannt :whistle: [/spoiler]
25.03.2018 21:01:54
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#124515)
citlali
Also hatten sie eine "ordentliche" Laufbahn. Ferdinand stellte das allerdings nicht laut fest, zumal es ihm allein als Kelemvorpriester wohl ziemlich egal war wie es um die Heirat stand. Aus Gewohnheit notierte er sich die Daten ebenfalls mit und nur Tharonas Hinweis riss ihn aus der automatischen Planung, die gar nicht nötig war. Er nickt ihr langsam zu. "Ihr habt Recht. Es geht dann nicht mehr um irgendwelche Befugnisse und Ihr kommt ja inzwischen hier alleine besser zurecht."
Kaum kam er "mal wieder" aus dem Tempel raus, war er wieder dort und widmete sich erneut den Büchern. Womöglich war eine gewisse [i]geist[/i]esgegenwärtige Gestalt nicht unfroh darüber wieder aushelfen zu können. Allerdings musste sich Tharona dann auch nochmal spöttisches Geflüster der Katze antun. Die Einträge in der Liste der Toten zu finden, sollte nun ziemlich leicht sein, da sie ja die Namen schon aus diesen entnommen hatten und so die Reihenfolge der gestorbenen Schuberts kannten. Vielleicht half auch das visuelle Gedächtnis die Seiten, auf denen Ida und Rodewin standen, wieder zu finden. Da die beiden offenbar nicht arm gewesen waren, könnte neben der Bürgerhalle auch ein gesonderter Platz auf dem Friedhof, auf einem anderen Grundstück oder gar eine Gruft in Frage gekommen sein.
Waren die beiden zusammen beigesetzt worden?
29.03.2018 13:06:01
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#124596)
bergatroliet
Mit einer Mischung aus Freude, Sympathie und Mitleid verfolgte Tharona wie die Totenbücher sich von Geisterhand bewegt aus den Regalen schoben. Diesen Fluch zu brechen - das stand auch noch auf ihrer Liste... aber für den Moment musste das warten.
Mit der Katze lieferte sie sich, je nach Hartnäckigkeit des Geistes, ein reges Wortgefecht, das für Ferdinand natürlich recht einseitig klang. Spöttische Bemerkungen, ein Aufschnaufen, ein spitzer Kommentar der Hexe und schließlich die leise "Drohung", dass sie den Fluch hier und jetzt auf die Probe stellen könne - nur um zu sehen, ob der Katzengeist dann endlich sein vorlautes Maul halte. So wirklich genervt schien sie bei all dem allerdings nicht, es war eher eine Art heiterer Entrüstung. In der Hinsicht war sie abgehärtet, konnte man den Eindruck gewinnen. Vom Austesten des Fluches durch ihre Bannmagie sah sie innerhalb des Tempels natürlich auch ab. Vorerst.

In der Tat zeigten die entsprechenden Einträge in den Totenbüchern, dass das Ehepaar Rodewin und Ida Schubert gemeinsam beigesetzt worden war. Er war jedoch, wie es meist der Fall war, einige Jahre vor ihr verstorben. Als gemeinsame Ruhestätte hatte sich das Schusterpaar, das zu Lebzeiten wohl nicht am Hungertuch hatte nagen müssen, einen Platz auf dem Friedhof ausgewählt - unter freiem Himmel, sozusagen.
23.04.2018 12:57:33
Aw: Ahnenforschung leicht gemacht (#125138)
citlali
Ferdinand forderte irgendwann die Katze auch auf entweder "laut" zu reden oder die Schnurrhaare still zu halten, bevor sie noch etwas positive Energie zufällig in ihre Richtung bekommen würde. Der Geist hingegen wollte wissen, was Tharona denn gegen den Fluch aufzubieten habe. Es gäbe nichts Schlimmeres als mit dem Idioten Sonnenstein hier gefangen zu sein. Offenbar hatte es der Geist zu gut.
Letztendlich wurde es ihr aber zu langweilig und sie verschwand von einem Moment auf den anderen, wie eine richtige Katze.

Bei den Kelemvoriten war es sicher üblich, Grabplätze lange bestehen zu lassen, bis die Erde die Gebeine wirklich zurückgenommen hatte. Man konnte dennoch prüfen, ob das Grab noch gepflegt wurde, auch wenn die Kelemvoriten ebenso kein Grab verkümmern ließen. Er prüfte also zunächst nach, ob noch jemand für die Pflege bezahlte. Danach konnten die beiden die Reihen abgehen und mit eigenen Augen sich davon überzeugen, ob es jemand tat, und was der Grabstein besagte.