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06.08.2017 12:05:15
[RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#120521)
Daanik
Da war er nun in Mirhaven. Mit der Hand strich sich Leucos den Pony nach hinten und beobachtete das Treiben am Hafen. Er lehnte sich mit seiner Schulter gegen ein paar übereinander gestapelte Kisten. Irgendwie musste er die Zeit überbrücken bis, so hoffte er jedenfalls, die Bewerbung bei der Silberwache positiv entschieden wurde. Sein Blick verlor sich in der Ferne. [i]Dieser Aidan sah schon schnieke aus in seiner Uniform. Auch wenn er das wegen seiner Angetrauten nicht zugeben will, ein Blickfang bei den Frauen war er sicher. Schon allein die stattliche Statur und der gestelzte Gang des Silberwächters, [/i] der Leucos Aufmerksamkeit nicht entgangen [i]ist Grund genug so manches Frauenherz höher schlagen zu lassen.[/i] Leicht hoben sich Leucos Mundwinkel. Er malte sich in Gedanken weiter aus wie so ein Tag als Silberwächter aussehen könnte. [i]Den ganzen Tag wichtig umherschauen, hier und da mal ein paar mahnende Worte aussprechen, gelegentlich ein paar betrunkene Streithähne zur Räson bringen, sollte doch ein leichtes sein. Und dann gab es noch regelmässig Sold.[/i] Nur zu gut wusste Leucos wie es ist, wenn Ebbe im Geldbeutel herrscht. Die Erinnerungen schweiften ab in die Vergangenheit und das Lächeln auf seinen Lippen erstarb. [i]Fernberg war ein verdammtes Drecksnest[/i]. "Scheiß drauf." Tuschelte er leise im brummenden Ton zu sich, stieß sich mit dem Fuß an der unteren Kiste ab, um dann weiter den Kai entlangzuschlendern.

Vielleicht gab es derweil hier am Hafen etwas Arbeit für ihn, zupacken konnte er und vor Arbeit scheute er sich auch nicht. Eine Kogge musste gerade angelegt haben. Die Matrosen vertauten gerade das Schiff, es herrschte Emsigkeit. Suchend blickte sich Leucos um, irgendwo musste er sein der Kapitän oder ein Lagermeister. Eine Hand legt er seitlich zum Mund und er rief laut."Hey ... wie sieht's aus, braucht'da jemanden der anpack'n kann?"
09.08.2017 20:09:20
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#120607)
Daanik
Er war wohl nicht der Einzige dessen Bestreben ist eine Arbeit für den Tag zu ergattern, musste Leucos schnell feststellen. Die Tagelöhner drängten sich am Kai und boten ebenfeils ihre Kraft für ein paar Kupferlinge feil, um am Abend für sich, manche für ihre Familien etwas zwischen den Kauleisten zu haben. Das Glück war nicht mit ihm. Jemand vom Schiff entschied mit "Du! Du! Du! ..." und einem Hinweis mit dem Zeigefinger auf den Auserwählten, wer die Glücklichen in diesem Moment waren. Der Rest konnte abziehen um vielleicht irgendwo anders einen kläglichen Lohn für Arbeit zu bekommen. Wenn sie da war die Arbeit. Manche Gesichter, jene die abzogen, spiegelten Hoffnungslosigkeit wider. Der tägliche Kampf um den kargen Lohn für körperlich schwere Arbeit machte mürbe und hinterließ seine Spuren. Der Rotschopf verzog enttäuscht seinen Mund als er sich ein Stück weiter zurückzog, um das Löschen der Ladung zu beobachten. Für heute hatte er beschlossen rumzugammeln. Zum Glück hatte er klingende Münzen in seinem Geldbeutel, wie er sich in Bewußtsein rief.

Die Ladung hatte es in sich, große Kisten und pralle Säcke mussten von Bord. Die Gesichter der von noch vor kurzer Zeit so Glücklichen, verzogen sich vor Anstrengung unter der schweren Last. Obwohl Leucos ein Stück weiter entfernt war, hatte er das Gefühl er könnte den stechenden Geruch des Schweißes riechen der die Arbeiter umgab. Wieder verlor sich sein Blick, die Gedanken schweiften ab in seine Vergangenheit. In die Zeit, als der Acker in der fernen Heimat bestellt wurde, zogen sein Vater oder er abwechselnd den Pflug. Vieh hatten sie nicht um es einzuspannen. Sie hatten überhaupt nicht viel, eigentlich gar nichts, abgesehen von einer alten Kate mit einem Zimmer wo das ganze Familienleben stattfand. Das Land welches sie bearbeiteten war gepachtet. Die Pacht mussten sie entrichten egal wie die Ernte ausfiel. Also standen sein Vater und er bevor die Sonne aufging auf, kehrten Heim von der Arbeit als die Sonne langsam am Horizont untertauchte, um tagsüber zu schindern. In den Abendstunden schmerzten die Knochen und Glieder, doch das Essen welches zumeist aus Graupensuppe und Brot bestand, so fad es auch war, es schmeckte nach der Plackerei doppelt so gut. Zu gerne erinnerte er sich an seinen Vater. Das harte Leben auf dem Land tat seinem Humor keinen Abbruch. Mit seinen Scherzen zauberte er oft Leucos Mutter und Leucos selbst ein Lächeln auf den Lippen. Bei dem Gedanke an Suppe und Brot machte sich Leucos Bauch bemerkbar, er knurrte.

Irgendwo, hatte der Rotschopf finster in Erinnerung, gab es diese Bretterbude wo die Luft vom Fischgeruch erfüllt war. So tingelte Leucos durch die Gassen von Mirhaven um den grummelnden Magen zu befriedigen. Die Bude war gut besucht wie er feststellte, man empfahl ihm Stockfisch. Also sollte es Stockfisch sein! Sogar der heiße Feger von letztens, wie hieß sie nochmal, Bethsaba, kreuzte hier auf. Und das Beste an der ganzen Sache, der Wächter Aidan tauchte ebenfalls auf. Und er begrüßte ihn mit Anwärter. Mit hungrigem Magen denkt es sich schlecht, aber er hatte sich nicht verhört - Anwärter. Das Essen war vergessen, der Hunger auch. Morgen konnte der erste Tag bei den Silberwächtern von Mirhaven beginnen. Leucos war ganz aufgeregt.
22.08.2017 10:47:17
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#120855)
Daanik
Die ersten Tage in der Kaserne waren für den Rotschopf mit vielfältiger Arbeit gesegnet. Beschweren konnte er sich jedenfalls nicht über einen eintönigen Dienst. Leucos schaffte es auch innerhalb kurzer Zeit ins Fettnäpfchen zu treten. Einmal, weil er jemanden [i]Atze[/i] nannte als er nach dem Weg zum Lokus fragte. Die Konsequenz war, er dürfte selbigen putzen. Und ein zweites Mal als er zu spät zum Dienst kam. Was ihn ebenfalls zum Dienst an der allseits beliebten "Waffe" führte. Wobei besagte Waffe wieder der Schrubber war. Als Aidan von seinem Patrouillengang wiederkam, hatte er den Anwärter zusammengepfiffen, jedoch nicht allzu hart. Aber Leucos merkte dann auch, dass es ein zweites Mal tatsaechlich nicht vorkommen sollte. Weil dann würde es wohl richtig scheppern. Hoch und heilig versprach er dem Wächter Aidan, dem er als Anwärter zugewiesen wurde, dass es nicht wieder vorkommen würde.
Dann waren da noch die Akten die er sich zu Gemüte zog, Dienstanweisungen und ein Patrouillengang ebenfalls. Letzterer jedoch führte Wächter und Anwärter statt wie geplant in das Hafenviertel, zu den Höfen im Spliitertal. Sie halfen einem Bauern dessen Karren umgekippt war, aus einer misslichen Situation.

Und jetzt? Leucos war im Hafenviertel, in zivil. Zivil bedeutete soviel wie, sein roter Schopf war durch eine Wollmütze bedeckt. Er trug eine speckig graue Hose und ein Leinenhemd, welches der Hose im Zustand nicht nachstand. Im Hafen gab es einige Dinge zu erledigen. Nach einem kurzen Besuch bei der kleinen, dunkelhäutigen Frau - Nujama, stand Leucos am Kai, von wo er die angelegten Schiffe betrachtete. Und wie er so stand, vor einem Schiff wo man gerade dabei war die Ladung zu löschen, murrte ihn ein Mann an. "Willst du hier die ganze Zeit rumgammeln? Glaubst du, du wirst bezahlt für's Nichtstun?"
25.08.2017 16:44:06
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#120906)
Nutmeg
Der Mann schaute Leucos etwas grummelig an. Er trug ein altes, aber nicht allzu heruntergekommenes Hemd und eine einfache Stoffhose. Ein langer Seemannszopf hing seinen Rücken herab. Auf einer Wange trug er eine sichelförmige Narbe spazieren.

Er machte eine auffordernde Handbewegung gen einiger größerer Holzkisten.
Dann verengte er doch etwas die Augen, Leucos mal näher musternd. Nach kurzem Schweigen meinte der Seebär:
[b]"Oh, 'tschuldigung. Bist du nicht bei der Wache?" [/b]
Die Frage etwas unsicher stellend, kratzte sich der Seemann an der Nase.
26.08.2017 08:02:30
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#120928)
Daanik
"Brauchst dich nich zu entschuldig'n." Murmelte Leucos dem Seebären mit einem Lächeln zu. Unumwunden bestätigte er seine Zugehörigkeit zur Wache. Was sollte er auch lange rumeiern."Ja, is so." Sein Blick schweift zu den größeren Hozkisten, wobei Leucos im Plauderton fragt." Die Geschäfte brumm'n?." Sieht zurück zu dem Mann, und würde er auf ein Gespräch eingehen, zeigte sich Leucos interessiert darüber "Wo denn die Waren herkäm'n?" Nebenbei erzählte er, einige Zeit habe er in Searloon gelebt."Ne Ecke größer als Mirhav'n." Dort habe er auch im Haf'n geschafft "... Kist'n geschleppt, Säcke gebuckelt, na was man eb'n so macht um genug Geld zu hab'n, damit ab'nds was zum ess'n auf'm Tisch steht ..." Und jetzt, jetzt ist er bei der Silberwache gelandet. Wie eine Selbstverständlichkeit erklärt er "...wenn alles gut läuft, wird das Nordviert'l mein zugeteiltes Gebiet. Irg'ndwie kann man ja nich seine Herkunft so einfach abschütt'ln ... und will ich auch nich ..."
Während sie sich unterhalten, beobachtet er die Tagelöhner die sich abrackern, schaut dem Seebären gelegentlich in die Augen. Seine Hände hat er in den Taschen seiner speckig grauen Hose vergraben. Und irgendwie sieht Leucos gerade nicht so aus, als wäre er einer von der Wache, geschweige denn wie ein Pinsel.
01.09.2017 10:55:17
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121023)
Nutmeg
Der Seemann wirkte erleichtert, als Leucos so locker reagierte.

[b]Ja, läuft ganz gut für uns grad.[/b] Er deutete mit einem Daumen gen dem Schiff, auf dem er angeheuert hatte. Es war wohl die [i]Haifisch[/i].

[b]Wir bringen Waren aus Luiren her. Nahrungsmittel, weißte? Für die feinen Gaumen. Hehe. Und Bier! Die ham echt gutes Bier da. Na, mit Fressalien und Krams kennen sich die Minis ja aus, ne? Wenn auch mit nix sonst.[/b]

Auf Leucos' Erzählungen mustert er den Wachmann.
[b]Saerloon sagt mir nix. Hrm...wieso bist denn zur Silberwache? Wir könn'n hier immer gute Leute gebrauchen, is' doch besser als bei denen. Was meinste, kann dich ja unserem Kapitän mal vorstellen?[/b]
03.09.2017 11:52:17
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121055)
Daanik
"Auf'm Schiff, als Seemann?" Fragt er überrascht." Nee, is zwar gut gemeint aber mit der See hat ich bis jetzt nichts zu tun. Von daher, was wollt'da mit so'nem anfang'n mit'na Landratte"Er muss unwillkürlich schmunzeln." wie mich?"Er neigt den Kopf, linst dabei aus den Augenwinkeln zum Seebären. Dabei schiebt er die Wollmütze mit den Fingerkuppen hin und her, als wöllte er sich die Kopfhaut kratzen." Willst'de mich immer noch deinem Käpt'n vorstell'n?"
21.09.2017 15:46:12
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121384)
Nutmeg
Der Seemann schaute Leucos forschend an.
[b]Jeder fängt mal als Landlubber an, hä? Und du siehst ja kräftig genug aus... wie gesagt. Bei den Dosen, das ist doch nix.[/b]
Er klang da zweifelnd.

[b]Ne, wüsste nich', was mein Käpt'n mit dir sollte, wennde nicht bei uns anheuern willst.[/b]
29.09.2017 08:58:11
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121526)
Daanik
"Hm, schon klar ... "Leucos schnippt eine bunte Raupe weg, die irgendwie auf seinem Ärmel gelangte. "Ich denk bei den Blechbüchs'n bin ich gut aufgehob'n und vielleicht kommt der Tag wo ihr so'ne Blechbüchse wie mich gebrauch'n könnt oder auch umgekehrt. Schönes Schiff die [i]Haifisch[/i]." Seine Mundwinkel heben sich, mit einem breiten Grinsen schaut er den Seebären an. Das Grinsen in Kombination mit den feuerroten Haaren und den unzähligen Sommersprossen, lässt ihn für den Moment wie ein Lausbube erscheinen." Wo'de doch so'n gutes Gedächnis für Gesichter hast ..."
Sacht würde er dem Seebären auf die Schulter klopfen zur Verabschiedung. Die Hände dann in Hosentasche der speckig grauen Hose verschwinden lassen. "Wie sacht man so schön? Denn man tau."
03.10.2017 10:53:13
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121599)
Nutmeg
Der Seemann blickte Leucos zweifelnd an.
Dann hob er seine Pranke.
[b]Mach's gut. Vielleicht heuerste ja doch mal bei uns an.[/b]
03.10.2017 13:40:33
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#121616)
Daanik
Leucos verschwand in der Masse aus Tagelöhnern, Hafenarbeitern und Passanten, die den Kai zur nun angebrochenen Mittagsstunde bevölkerten. Irgendwo bei ein paar Kisten die an einem Lagerhaus standen, machte er halt. Dort lehnte er sich gegen und beobachtete Treiben unmittelbar am Hafen, genoß die wärmenden Strahlen des Spätsommers.
Was den Karl betraf hatte er ihn nicht vergessen, mehr zur Seite geschoben. Wie sagte die Gur - den braucht man nicht zu suchen, vierundelfzig Mal hat sie es dem Wächter gesagt. Warum, hat sie nicht. Aber irgendwas wird schon was dran sein. Wahrscheinlich war er tot, mutmaßte Leucos.
So lungerte er am Hafen rum an seinem freien Tag.
03.11.2017 19:55:17
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#122384)
Daanik
Der Sparfuchs

Tage später, Leucos verabschiedete sich bei Frau Kuchen und vom Mietshaus. Er packte seine sieben Sachen, vielleicht waren es realistisch gesehen auch 10 oder 12, jedenfalls packte er seine Habseligkeiten und zog um. Sein Ziel war das von ihm in nächtlicher Umnachtung angemietete Haus im Hafenviertel.

Die Nacht davor stapelte er die wenigen Münzen die derzeit in seinem Besitz waren von einem Haufen auf den anderen. Er starrte sie an, es wurden nur einfach nicht mehr, wie auch? Das mehr oder wenig freiwillig angemietete Haus, doch war es wohl vor Tagen noch sein Wille der es so wollte, war eine der Optionen schneller wieder liquide zu werden. Ein einfaches Rechenexempel. Ihm machte das Wenige was er wusste um den Ruf des Hauses nichts aus, der Grund warum niemand einziehen wollte. Man versicherte ihm einige Kinder hätten Mutproben gemacht indem sie das Haus betraten, sind aber genauso gesund wieder herausgekommen wie sie es betreten haben. Die Todesfälle in der Vergangenheit, der angeblich mordende Geist, schreckten Leucos nicht ab. Die Kinder hatte ja bewiesen, dass nichts an dem mehr war.

(( http://amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=14&id=121581&limit=6&limitstart=6&Itemid=128 ))

Frau Kuchen erklärte er natürlich, dass er den roten Salon nicht vergessen habe. Wenn er es sich leisten könne, kommt er wieder zurück, aber dann residiert er in dem herrschaftlichen Gemach.

Unterwegs durch die Gassen Richtung Hafenviertel, sinnierte er über die Worte der harten, doch fairen Lehrerin. [i]Ich würde mir einfach für Euch wünschen, dass Ihr als Wächter auch wie ein Wächter handelt. [/i]Die Verordnungen für Silberwachen und Stadtbedienstete kannte er, das Gesetzesblatt ebenso. Klar und deutlich war da alles niedergeschrieben. Nur wo lag der Fehler in seinem Verständnis? Er war wirklich kein Rechtsgelehrter, musste er sich eingestehen. Deshalb beschloss er nochmal alles auf Herz und Nieren zu überprüfen. Vielleicht sogar die Fürstin anschreiben? Immerhin stand da - Das Wohl der Fürstin garantiert auch gleichzeitig den Erhalt der Stadt und des Volkes. Viel wusste er nicht über seine Herrin, abgesehen von ihrer schlüpfrigen, doch wohl unglücklichen Geschichte die im Volk umherging, ihren nicht unbeachtlichen Vorbau wie man gleichfalls sagte und der Auseinandersetzung mit den Orken. Er könnte auch nochmal mit der Lehrerin sprechen, die hat immer eine Antwort, dessen war er sich sicher.

Nach dem Weg durch etliche Gassen, irgendwo in einer die mit Einbruch der Dunkelheit jede Nacht vereinsamte, war er angekommen. Leucos schob seine Hand in die Hosentasche und wurschtelte den Schlüssel zu seinem neuen Domizil heraus. Einiges musste gemacht werden, fasste er kurz für sich zusammen. Wobei, er wollte sich sein neues Heim nicht schlecht reden.
31.12.2017 12:34:50
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#123125)
Daanik
Mondläufe

Es gab einiges zu tun. So schön es sich auch anhörte, sein Domizil, war es doch eine heruntergekommene Bruchbude. Das Holz der Fenster wurde lange nicht behandelt, die Feuchtigkeit verrichtete ihr Werk. Das Resultat, die Fensterrahmen waren verzogen und es zog wie Hechtsuppe. Die Dachrinnen waren verstopft, das Dach nicht dicht, so hielt Feuchtigkeit über die Jahre Einzug in das Haus. Schöne Scheiße, aber nichts was nicht zu retten wäre.

Im Dienst bei der Silberwache ließ sich der Rotschopf freiwillig die Nachtdienste zuweisen. Seine Kameraden waren nicht undankbar deswegen, gab es zum einen jene die eine Familie hatten und deswegen nicht undankbar waren wenn Leucos den Dienst tauschte. Andere hingegen war der Dienst am Tage einfach angenehmer. Der Silberwächter genoss es bei Nacht durch die Gassen des Hafenviertels zu patrouillieren, wenn die Betriebsamkeit des Tages im Nordviertel verebbte. Er lauschte dem Hall der Schritte in den vereinsamten Gassen, tauchte in den dunklen Schatten der Häuser, beobachtete von der Strasse die Menschen in ihren Stuben, soweit ihm ein Einblick möglich war. Und natürlich übte er die Aufgaben aus, für die ein Wächter zuständig ist. Es galt dafür zu sorgen, das Recht und Ordnung nach den Gesetzen Genüge getan wird, sei es auch manchmal nur durch bloße Präsenz eines Silberwächters mit starren, mürrischen Blick.

Auf der Wache gab es Schnittpunkte mit jenen die ihn kannten. Gesprächig war Leucos nicht, aber auch nicht unhöflich, ein Gruß, ein kurzes Nicken und er ging weiter seine Dinge zu verrichten. Gleiches spielte sich auf der Strasse ab, begegnete er einem Bekannten. An der Fischbude erschien er nur, wenn sein Weg ihn an selbiger vorbeiführte. Gelegentlich besuchte der Rotschopf bei den Gefängniszellen seine Kameraden um Karten kloppen zu wollen, wenn sich die Möglichkeit ergab. Witze unter der Gürtellinie dürften auch nicht fehlen.

Das Geld welches er der Geneva schuldete zahlte er zu den vereinbarten Terminen ab. Wobei er sich nicht persönlich bei ihr meldete, sondern die geschuldete Summe zum vereinbarten Termin Frau Kuchen übergab, mit der Bitte - das Geld Frau Geneva zu übergeben, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Seine Sparsamkeit zahlte sich aus, eigentlich könnte man behaupten, er sei knausrig, vor allem zu sich selbst. Nur manchmal, da zog es Leucos in das Freudenhaus. Für irgendwas waren sie ja da - die Freudenmädchen, hatten sie doch ihre Existenzberechtigung? Auf geistige Getränke die den Verstand benebelten konnte er verzichten, auf eine komfortable Behausung ebenfalls, ebenso auf üppige Mahlzeiten, nur nicht auf üppige Rundungen des weiblichen Geschlechts. Es hatte seine Vorteile das Geschäft für den betörenden Duft der Frauen, sie wussten was sie tun, es war unverbindlich und Leucos entschied.
23.01.2018 06:35:14
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#123607)
Daanik
Es änderte sich nicht viel im Ablauf seines Tages. Tagsüber schlief er, beschäftigte sich mit den notwendigen Reparaturen an seinem Domizil, nachts schob er seinen Dienst im Nordviertel und manchmal ging er in den Puff.
An einem Tag erzählte er einer der Dirnen von Parok, seinem Freund der im Wald von Cormanthor fiel. Leucos war sich selbst nicht bewusst, warum er sich dieser Frau gerade anvertraute. Sie hörte ihm zu, schenkte ihm ihre Aufmerksamkeit, verständnisvolle Gesten wie ein leises Seufzen oder ein Lächeln. Irgendwie hatte Leucos gerade das Gefühl, gut bei ihr aufgehoben zu sein, abgesehen von den Qualitäten ihres eigentlichen Handwerks die er nun wahrlich nicht anzweifelte. Stillschweigend sah dann Leucos zu ihr rüber. Die Farbe ihrer Augen konnte er im schummrigen Licht nicht erkennen. Ihr Körper hatte die ausgeprägten Konturen einer Frau, eines Menschen, so wie er es mochte. Ihre Haut war weich und samtig.

" Scheiß drauf." Mit einem Ruck erhob er sich von der Bettstätte, machte sich daran anzukleiden. Sie gab ihm alle Zeit. Bevor er ging, klopfte er gegen den Türrahmen zur Verabschiedung, auch ihr Honorar hatte er nicht vergessen. Alles hat seinen Preis. Das Geld lag auf der Waschkommode. Ein paar glänzende Münzen tat er zu der üblichen Summe für ihre Dienste hinzu. Wo sie waren und wer sie war, war er sich bewusst, glaubte er zu wissen.

"Man sieht sich."
01.04.2018 22:17:58
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#124738)
Daanik
[b]Wie gewonnen, so zerronnen[/b]

Befehl ist Befehl, keine Grundlage um zu diskutieren, Sinnhaftigkeit oder Zweifel anzumelden. Der Gedanke wäre ihm nicht in den Sinn gekommen.
Wie im letzten Befehl angewiesen, lieferte Leucos Uniform, Abzeichen und das vermisste Auge in der Wache ab.

Amüsant war es schon für den Rausgeschmissenen. Das Eigentliche welches er mit dem Auge zu tun gedachte, scheiterte an der nicht folgenden Reaktion auf seine Anfrage. Damit war der Anstoss und die daraus folgende Entlassung aus dem Dienst, ein Resultat für - NICHTS.

Sein Schwert und den Schild übergab er gleichfalls. Das eine von einem Webel, das andere von einem Hauptmann der Silberwache. Ein sauberer Schlußstrich.

[b]Tja, und was jetzt?[/b] Genug Zeit hatte er um darüber nachzudenken. Ein paar Münzen die sich noch in seinem Besitz befanden, würden Leucos über die nächste Zeit retten. Solange konnte er sich den Kopf darüber zerbrechen.
27.10.2018 12:57:20
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#126500)
Daanik
[b]Alles oder Nichts[/b]

Nach Monden zurück in der Stadt die ihm kein Glück gewähren zu scheint. Immer wieder bestätigte sich das Gefühl, mal schleichend, dann wieder überwältigend, sich in seinem Kopf manifestierend.
Es musste etwas geschehen. Höhen und Tiefen in des Rotschopfs Leben, verloren was er liebte, Kälte in seinem Herzen gewonnen. Seine Seele verdorrt. Selbst der, der einst seine Krallen danach ausstreckte, schien das Interesse daran verloren zu haben. Zu widerlich der Geschmack, zu bitter die Würze der Zerwürfnisse des Besitzers. Der kleine Funke, ein Lichtblick der Leucos beflügelte, drohte durch Enttäuschung zu verblassen.

Seine Entschädigung für die geschuldete Miete, nannten sie das Geld. Dass [url=https://amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=36&id=125518&limit=6&limitstart=18&Itemid=128]die Münzen Leucos nicht gehörten[/url] spielte in diesem Moment keine Rolle. Gleichfalls, dass der sich angeeignete Betrag zu hoch für die ausstehende Begleichung der Schulden war, indiskutabel. Er konnte von Glück reden, dass sie ihn nur windelweich schlugen. [i]Tymora scheint einen Sinn für schwarzen Humor zu besitzen[/i], warf sie ihm wohl doch eine Almose zu - sein Leben.
Die offene Tür seines Domizils, Unachtsamkeit, der verlockende Klang der Einnahmen der Fischer, lockten die Hyänen an. Etliche Prellungen, blaue Flecken und eine Leere, waren der Abschiedsgruß. Immerhin ist jetzt die Miete bezahlt und einen, aus Leucos Sicht stattlichen Obolus für den Aufwand, strichen sie auch ein.

Tagelang drehte sich alles in seinem Kopf um den Gedanke, wie er seine Mission zu einem erfolgreichen Ende bringen konnte. [i]Es wird ihm nicht wehtun[/i]. Redete er sich ein. Wer sich in einem solchen Viertel niederlässt, hat genug um etwas abgeben zu können. Freiwillig wollte ja niemand! Mit seiner Bitte um Unterstützung war Leucos ja nicht weitergekommen. Die Götter schienen blind für jemanden wie ihn, jeglicher Couleur. Und die Verkünder ihrer Dogmen liessen ihn das spüren, stellte er für sich fest. Doch Dinge von gestern, jetzt heißt es handeln. [url=https://amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=58&id=124197&limit=6&limitstart=6&Itemid=128]Der erste Schachzug[/url] war getan.

Ein Bauer, ja, das war er gewesen. Ein gekaufter Soldat? Geprägt durch die Vergangenheit unbestritten. Meinetwegen auch räudiger Söldner, gar gedungener Mörder, vielleicht ein Urteil gesehen aus den Augen einiger stiller Beobachter. Die anstehende Karriere war [b]etwas Neues[/b], abgesehen von einigen Ausrutschern die mehr oder weniger kläglich endeten. Genau genommen gab es da auch Missverständnisse. Wie die Geschichte mit dem Auge, welches er eigentlich nie gestohlen hatte. Mitgenommen in dem Anliegen zu helfen den Fall aufzulösen, der Gerechtigkeit Genüge tun. Seine Hilfe wollte man aber nicht, stellte sich im Nachhinein raus, wie man dem damaligen Wächter klipp und klar verdeutlichte.

Die valvecer bzw. valgarder Fischer hingegen, gaben ihm ihre Stimme. Sie waren ja auch keine Pinsel! Auch war er einer von ihnen, einer aus dem einfachen Volk.

Im Schutz der Dunkelheit strich der Rotschopf tagelang durch Mirhaven, kontrollierte das [url=https://amdir.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=58&id=124197&limit=6&limitstart=6&Itemid=128]kleine Ästchen[/url] ohne sich lang an dem Ort aufzuhalten. Die Aufmerksamkeit anderer brauchte er nicht. Gleichfalls beobachtete er die ehemaligen Kameraden aus der Silberwache im Südviertel, studierte die ihm nicht fremden Abläufe. Sicher ist sicher. Ebenfalls beobachtete er den für ihn ersichtlichen Alltag der Bewohner anliegender Häuser. Wann verlassen sie die Häuser, kehren wieder Heim? Sicherlich gibt es da einige Konstanten?

Die Gegend studierend, Möglichkeiten in Gedanken durchexerzieren, um wieder Ideen zu verwerfen. Da ist eine gewisse Unsicherheit, die es durch Gedankenspiele auszumerzen galt. Immerhin war sein Ziel das Haus eines Magiers. Mit dem Gedanke an Magier assoziierte der Rotschopf gleich Maalthiir. Ein kalter Schauer lief über Leucos Rücken. Zu viel gesehen, selbst im Sog mitgerissen. Doch den hier schätzte Leucos vollkommen anders ein, der hier war ihm nicht unsympatisch. [i]Er wird es schon verknusen. Doch verdammt, was erwartet mich da?[/i]
11.11.2018 14:03:35
Aw: [RP] Der Rotschopf und die Arbeit (#126571)
Daanik
[b]Was nimmst du'n für'n Zeug? 11.11.[/b]

Während der Rotschopf folgende Worte niederschreibt, verzehrt er genüsslich, süßlich duftendes Backwerk kugelrunder Natur.

[quote]Tagebucheintrag den 11.Tag Ukthar 13xx

Nun, dieser Traum der sich mir in einem Schläfchen kurz vor der Mittagsstund aufdrängte, ist es wert niedergeschrieben zu werden. Wann wird einem schon die Ehre zuteil an den Visionen der Erhabenen die über uns wachen, uns ihren Segen geben sowie richten, teilzuhaben?

Von Müdigkeit übermahnt, genehmigte ich mir ein Nickerchen. Kaum schloss ich meine Augenlider, sah ich mich selbst in einer Sphäre aus hellen Nebelschwaden schweben. Ein Gefühl von Ausgeglichenheit legte sich wie Balsam auf meine Seele. Silbriges Licht durchbrach den magischen Dunst, formte aus Imaginäres eine strahlende Gestalt durch Licht und Schatten. Es hatte etwas Erhabenes an sich, zugleich wirkte die Umgebung in ihrer weißen Farbe so rein, unschuldig und unverfälscht. Unmittelbar neben der Erscheinung bildete sich ein Wirbelwind, gewaltig, sogleich unbeständig, sich immer wieder verändernd in seiner Struktur. Und doch konnte ich das Wesen erkennen welches sich vor meinen Augen mir darbot, ein riesiger Hund dessen Schwanz dem einer Ratte ähnelte. Die Gestalt aus Licht und Schatten tätschelte den Kopf des Hundes, der aus seinen rot glimmenden Augen dankbar nach oben sah.

"Du bekommst noch dein Spielzeug." Sprach jener zu dem Tier aus Unbeständigkeit. Seine Stimme klang weise, dennoch trug sie die Poesie eines Schalks in sich. Den ungeduldigen Hund besänftigt, wandte er sich an mich. Güte sprach aus den dunklen Augen.

"Leucos, ich darf doch Leucos zu dir sagen?" Wohl im geistigen Einvernehmen, ohne dass ich einen Laut des Zugeständnisses von mir gab, führte er fort. "Finde zu dir, mache mit deinen inneren Zerwürfnissen Frieden. Gehe hinaus in die Welt, begegne dort den Wesen, in deinem Herzen und deinem Handeln mit Hochachtung und Respekt." Die riesige Zunge des Hundes die einer sich windenden Made glich, glitt zwischen den Lefzen hervor und als ob er die Schwere und Bedeutung eines jeden Wortes unterstreichen wollte, nickte er mit einem tiefen Grollen.

Wieder schien er meine Gedanken zu lesen, so folgte ein freundliches Lachen, dann die Antwort auf meine Frage. "Wir selbst haben auch mit uns Frieden geschlossen, Streit welchen wir seit Äonen hegen beigelegt. Die Schwestern der Schöpfung welche einst einen tiefen Graben zwischen sich gezogen haben, sind jetzt in Liebe vereint, über eine Brücke der Vernunft zueinandergekommen." Ein Augenzwinkern begleitet von einem stürmischen Heulen." Blut ist doch dicker als Wasser."

"Ach apropos Schwestern, leider würde ich noch länger mit dir reden wollen Leucos, doch sie haben alsbald zu einem Umtrunk eingeladen. Der schwarze Fürst hat die Herrin der Feste gebeten eine prächtige Feier auszurichten. Muss immer gleich übertreiben der Schelm. Ich glaube er hat ein Auge auf die Fürstin geworfen, hatte schon immer eine Schwäche für feuerrote Haare." Worauf sich die Gestalt von Leucos abwendet, gefolgt vom Hund. "Er will auch nicht mehr der schwarze Fürst genannt werden, sondern der Fürst der Weiße." Spricht er, während der Nebel sich träge auflöst. Tosend fegt der Unbeständige los zum schimmernden Horizont, die Worte seines Begleiters schallen ihm durch den Äther hinterher. " Lass die heile Hand des alten Mannes in Ruhe. Dein Spielzeug bekommst du noch Kezef, der Wachsame wollte noch einmal einen Blick auf die Klinge des Schwertes werfen, damit du dich beim Spielen nicht verletzt!"

Im Trudel durch den sich auflösenden Schleier, wachte ich auf.
[/quote]

Angewidert verzieht Leucos das Gesicht, spuckt den Bissen auf den Boden seines Domizils. "Welcher Idiot hat'n da Mostrich reingetan!?"