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18.05.2017 16:23:36
[RP] Die abgegebene Urne (#118460)
Skyrider
Die Urne, die Mael nach Elboria brachte

Nach dem Gespräch mit Thalia ging Kyara durch Elboria zum Tempel. Dort angekommen suchte sie den kleinen Raum auf, von dem sie wusste, dass dort die Urne aufbewart wurde, die Mael an Thalia übergeben hatte. Und genauso war es auch, die Urne stand vor dem Fenster auf einem Tisch.

Mit leiser Stimme sprach sie mit der Urne: „Uluvathae… dein Wunsch war es also das du hier auf Amdir deine letzte Ruhe finden willst. Esse‘amin Kyara. Ich werde dafür sorgen, das dein Wunsch erfüllt wird.“

Dann begann sie damit, die Urne zu untersuchen. Erst einmal suchte sie nach Fallen an der Urne, dabei ging sie sehr vorsichtig zugange, ihre Fingerfertigkeit, wie ihr Geschick waren dabei sehr hilfreich.
Denn immerhin war dieser Perendan Mael, ein vollkommen Unbekannter und nicht selten, waren gerade die Mischlinge voller Hass gegenüber jenen, die vollkommen waren, im Gegensatz zu ihnen.
Und noch dazu gab es keinen Beweis dafür, dass sich in der Urne wirklich Asche befand. Zum anderen, dass es sich um die Asche eines Elfen handelte und ob die ganze Geschichte von Mael, dass es die Asche seines Onkels sei, der Wahrheit entspricht.

Nach der Untersuchung, sollte sie die Behauptungen bestätigen, würde sie nachsehen, ob Magie. an der Urne zu finden war und wenn ja, um welche es sich handelte (Magie entdecken und Identifizieren).
Sollte auch das keine nennenswerten Erkenntnisse bringen, würde sie sich im Schneidersitz hinsetzen, die Urne vor sich, zwischen ihren Beinen und legt die Hände darauf. Nun versank sie, da sie es ja gewohnt war, recht schnell in ihrer Meditation, und versuchte zu dem Verstorbenen Kontakt aufzunehmen, sollte er, wie sie vermutete, mit seiner Urne mit gereist sein.

Wenn nicht, dann würde sie versuchen ihre Göttin um Informationen über jenen zu geben, der von Mael hier nach Elboria gebracht wurde und ob es wirklich ein Elf war.
20.05.2017 17:53:37
Aw: [RP] Die abgegebene Urne (#118490)
Amilcare
Die Urne selbst bestach durch Schlichtheit und offenbarte erst bei einem zweiten, genaueren Blick durch Elfenaugen, dass sie tatsächlich ein Werk aus der Hand eines, zweifelsohne elfischen, Meisters war. Ihre Form wirkte mehr gewachsen denn gefertigt, was nach elfischen Maßstäben wohl nicht außergewöhnlich war, und auch wenn sie sich wohl sicherlich öffnen ließ, so besaß sie doch keinen offensichtlichen Übergang oder Deckel. All die Zeichen, die in ihr Äußeres eingearbeitet waren, wirkten nicht so auffällig wie Einkerbungen und ähnliche Dinge, so diese von Menschenhand angefertigt wurden. Es war eher eine Art Verschmelzung, die das Auge hier zuließ, als wären auch eben jene Symbole, die fast ausschließlich die Symbole der Seldarine darstellten, mit der Urne in Form gewachsen.

Fallen fand Kyara keine, zumindest keine, die mit Augen, Geschick und Tastsinn entdeckt oder ausgelöst werden konnten. Dafür fand sie in den Symbolen der Seldarine weitere kleine Einkerbungen, winzige Schnitzereien. Elfische Schriftzeichen, so konnte sie fühlen, die wohl in ihrer Gesamtheit Gebete an die Götter ihres Volkes darstellten und ihr wohl, dank ihrer Profession, bekannt sein dürften. Selbst mit bloßem elfischen Auge waren sie kaum auszumachen, nur zu erspüren, so als hätte der Handwerker nicht nur dem Auge, sondern auch einem anderen Sinn schmeicheln wollen.

Maidhion Ineskarel war der Name des scheinbar verstorbenen Onkels, zumindest vermochte Kyara diesen Namen an anderer Stelle an der Urne erkennen. Die Schriftzeichen in Espruar waren wie die Symbole der Götter gefertigt und schienen von derselben Hand zu stammen.
Hier vermochte Kyara tatsächlich, dank ihrer Zauber, Magie zu erspüren. Von dem Namen des Toten ging ein schwacher Schutz gegen Böses aus. Der Zauber selbst war wohl einst stärker gewesen und diente zweifelsohne dem Schutz der Überreste vor Unbill während der Reise, zumindest ließ sich dies vermuten. Dies konnte gedanklich mit der Einäscherung verbunden werden, da diese von ihrem Volk wohl oft dann vollzogen wurde, so der Tote durch eine böse Kraft zu Grunde ging. Es war wohl die einfachste aller Vorkehrungen, um der Dunkelheit nicht zu gestatten ihre gierigen Klauen nach etwas auszustrecken, das ihr nicht zustand.

Keinem der anderen Symbole und Schriftzeichen wohnte Magie inne, auch wenn eines der Symbole fehl am Platz wirkte. Dieser Rune, Symbol oder was auch immer es war, fehlte die Genauigkeit, die liebevolle und über Jahre hinweg ausgeübte Hingabe der anderen. Sie war nicht hässlich, nicht nach menschlichen Maßstäben. Aber ihr Meister besaß eine andere Hand als der ursprüngliche Künstler. Sie brachte eine gewisse Unruhe in das Bild und wirkte recht auffällig, nun da sie diese betrachtete. Sie war schön, eine andersartige, seltsame Schönheit, gleichzeitig abstoßend und anziehend. Es war auch schwierig zu sagen, ob es sich dabei um nur ein Symbol oder mehrere handelte, so fließend waren die Übergänge in den miteinander verschlungenen Formen. Jenachdem welche Sprachkenntnisse Kyara besaß, vermochte sie dieses seltsame Symbol zu entziffern.
Es gab jedoch noch mehr innerhalb dieses Symbols. Eine unterbrochene Linie war eingeschnitzt, die sich bei genauerem Hinsehen als stilisiertes Schwert entpuppte, in der Mitte gebrochen. Darunter fand sich das Wort "Volk" in der elfischen Sprache. Schwert und Wort waren leicht zu übersehen, trotz ihrer, im Vergleich zum Rest, plumpen Art, da das fremdartige Symbol ganz und gar Augen und Geist einzunehmen schien, wenn man es betrachtete. Magie war hier aber trotzdem nicht zu finden.

Eine geisterhafte Präsenz gab es wohl nicht, zumindest vermochte Kyara nichts dergleichen wahrzunehmen. Womöglich weilte der Tote bereits in Arvandor und genoss die Vorzüge des Nachlebens, so es sich bei den Überresten tatsächlich um einen Angehörigen ihres Volkes handelte. Auch ihre Göttin schien zu keiner Antwort bereit, zu keiner direkten. Aber sie war zweifellos da, nichts an der Urne schien dies zu ändern. War es bereits Vollmond?
Es mochte andere Mittel geben, so Kyara die Meditation abbrechen würde. Es gab Zauber und Rituale, die weiter vordringen konnten. Abhängig von ihren Mitteln und ihrem Können war wohl die einzige Frage, die sie hier begrenzen mochte, wie weit sie zu gehen bereit war? Was genau suchte sie?
[i]"Was genau suchst du, Geliebte?"[/i]
Eine helle, klare und angenehme Stimme sprach zu ihr, dort, wo sie saß, mit geschlossenen Augen in ihrer Meditation versunken. Es war keine der rauen Stimmen der Menschen, sofort konnten ihre Ohren das Angenehme darin mit ihrem Volk verbinden, obgleich sie männlich war. Aber drang sie an ihre Ohren? Das war wohl schwer zu sagen, denn sie hörte sie, auch wenn es sich anfühlte, als würde die Stimme aus ihrem Innern dringen. Auch sollte sie das Gefühl beschleichen, dass die Stimme gehen würde, so sie die Augen öffnete.
03.06.2017 10:12:34
Aw: [RP] Die abgegebene Urne (#118826)
Skyrider
Ihre Finger fuhren immer wieder über die Zeichen, welche sie auf der Urne fühlen konnte, selbst jetzt in ihrer Meditation. Kurz war sie über die doch sehr vertraute Ansprache erstaunt. Doch sie saß ja im Tempel, mehr Sicherheit konnte es in Elboria eigentlich nicht für einen Elfen geben. So hielt sie die Augen geschlossen und lauschte auf die Stimme. "Maidhion?" fragte sie dann vorsichtig. Inzwischen hatte sie einige Elfen an die Grenze von Arvandor begleitet und an einen der Seldarine oder gar Corellon selbst übergeben, auch wenn es sie eher ein "fühlen" war. Denn nach Arvandor kam keiner. Wer einmal Arvandor betreten hatte, konnte von dort nicht mehr fort. Deshalb konnte Kyara auch nur bis zu dieser Grenze, doch das war für sie normal und sie freute sich darauf eines Tages ebenso nach Arvandor zu gehen, doch sie hoffte, dass dieser Tag noch in weiter Ferne lag.

Doch nun war hier diese Urne und die Stimme. Sie wusste ja nicht einmal, ob sie gemeint war. Sehnanine hatte ihr bisher keine Zeichen geschickt, die sie mit dem Elfen oder der Urne in Verbindung bringen würde. Das war aber genau der Haken mit dieser Seldarine. Ihre Botschaften zu entschlüsseln war oft nicht leicht, vor allem weil sie, als Priesterin, nie wusste, war es die Vergangenheit, die Gegenwart oder gar die Zukunft, die sie da sah, hörte, fühlte. Bruchstücke, Bilder, Gefühle, durcheinander gewirbelt, als habe sie jemand in die Wäscheschleuder gesteckt und so schnell an der Kurbel gedreht, wie es nur ging.

Doch nun saß sie da, ihre Finger erkundeten einmal mehr die Rillen und Zeichen. Sie wartete auf eine Antwort der körperlosen Stimme.
09.06.2017 02:37:00
Aw: [RP] Die abgegebene Urne (#119019)
Amilcare
[i]"Es ist nicht so, dass mein Herz nach der alten Freiheit verlangt. Ich habe bei dir Freiheit jenseits dessen gefunden."[/i]

Eine frische Brise wehte Kyara ins Gesicht, ohne zu schrecken. Sie konnte Salz auf ihren Lippen schmecken und ein wohlklingendes, rythmisches Rauschen hören.

[i]"Nach Norden, Geliebte. Nach Norden. Dort wo sich ein Schatten über unsere Geschwister gelegt hat. Einst fürchteten wir uns nicht vor der Dunkelheit. Nur vor der mondlosen Nacht. Ich weine um mein Blut, Geliebte, und um jene, die ihre Hände darin wuschen."[/i]

Die elfische Stimme war angenehm und Kyara wusste sofort einzuschätzen, dass der Mann, dem sie einst gehörte, wohl über Anziehungskraft jenseits der gewöhnlichen verfügte. Sie vermochte das heraus zu hören. Keinem König gleich, mehr einem Berater, der in besagter mondlosen Nacht trotzdem das Licht der Götter sah und nicht nur den Weg für sich fand, sondern ihn zusammen mit den Verlorenen beschritt. Aber er antwortete scheinbar nicht ihr.

Etwas zischte an Kyaras Ohr vorbei und beendete den Eindruck des Meeres, der sie zuvor umgab. Das Zischen war vertraut, aber dennoch verstörend. Manche Dinge waren nur erschaffen worden, um Leben zu beenden. Und manche Dinge sangen dabei, wenn sie die Luft durchschnitten.


Ein erneutes Rauschen drang an ihre Ohren, begleitet von Rascheln und vertrautem Knarzen. Lebendes Holz das im Wind wiegte und des Windes sanfte Berührung der Blätter. Es war warm und in einiger Entfernung konnte sie den Schrei eines Falken hören. Es gab gar keinen Tempel, in dem sie saß. Nur den Wald und alles, was sich darin befand.

[i]"Du darfst diesen Weg nicht mehr gehen. Aber ich werde dich trotzdem begleiten."[/i]

[i]"Warum? Willst du mich aufhalten?"[/i]

Die zweite Stimme, die antwortete, war nicht elfisch. Ein Mann, vermutlich menschlich. Für einen Menschen war seine Stimme irgendwann einmal angenehm gewesen, aber Dinge, die sich die Menschen oft im Übermaß antaten, hatten sie verändert. Andere Dinge auch. So wie Asche, die noch warm war und ein einstiges Feuer vermuten ließ.

[i]"Nicht deinetwegen. Meines Blutes wegen. Anders als die Klinge im Dunkeln sehe ich es und leugne es nicht."[/i]

Antwortete der Elf dem Menschenmann und es lag Trauer in seinen Worten. Eine Trauer die sich auch schwer auf Kyaras Herz legte, so als wäre es ihr Gewand.
Dann drang ein Lachen an ihr Ohr. Dann noch eins. Es waren Frauen und es war kein gutes Lachen. Die Luft um sie herum erwärmte sich. Nein, es war viel mehr als würde sie anfangen zu brennen. Als würden zuckende Flammen mit dem boshaften Gelächter tanzen und nach ihrem Fleisch gieren. Sie ahnte den Schmerz, den sie ihr bereiten mochten, wenn es dazu käme, spürte ihn aber nicht. Aber sie spürte, wie der Wald starb. Wie er nicht nur verschwand, sondern qualvoll zu Grunde ging.
Als eine Hand sich auf ihre rechte Schulter legte, erstarb das Lachen und die Hitze schwand. Die Stimme, die dann an ihrem Ohr flüsterte, war jedoch eine jener, die gelacht hatten. Sie gehörte einer Frau, einer wunderschönen Frau. Das spürte Kyara sofort, warum auch immer. Aber ihre Schönheit war nicht die ihres Volkes und vielleicht nicht einmal die des Menschenvolkes, dem sie angehörte.

[i]"Mein Blut, nicht deines."[/i]

Und Kyara spürte, wie die Finger sich zu Klauen wandelten. Wie sie schmerzhaft in ihr Fleisch drangen. Es wäre kein Frevel nun die Augen zu öffnen und aus dem Nebel zu treten. Keine Scham für die Flucht vor dem Schmerz und der erneut aufkommenden Hitze. Eine Hitze, die nicht nur in der Luft lag, sondern auch durch ihre Finger aufstieg, die nachwievor über die Zeichen der Urne glitten.
21.06.2017 20:48:59
Aw: [RP] Die abgegebene Urne (#119410)
Skyrider
Kyara war von der Stimme fasziniert und lauschte ihr aufmerksam. Ihr war klar, dass dieser Elf nicht mit ihr sprach. Denn es wäre doch recht unhöflich mit ihr so vertraut zu sprechen.

Doch als die zweite Stimme hinzukam, veränderte sich Kyaras Haltung, wer sie dort Meditierend sah, würde glauben, sie würde deutlich Trauer empfinden, dass ging so weit, dass sich eine Träne aus ihrem rechten Auge löste und einige Male würde man sie schwer schlucken sehen. Auch ihr Atem ging etwas schneller.

Sie durchlebte es alles... und am Ende, am Ende spürte sie die Klaue in ihrer Schulter und sie öffnete mit einem Ruck die Augen um sich wieder ins hier und jetzt zu begeben, doch ihre Hand ging sofort zur Schulter und tastet danach, wie weit ihre Vision ist nun getragen hatte.

In Gedanken ging sie noch einmal durch, was sie eben gehört hatte und gefühlt. Erschauderte leicht und sah erneut auf die Urne, die nun ruhig vor ihr stand. Sie würde den Überbringer der Urne aufsuchen. Sie musste mehr erfahren... bis dahin würde sie die Urne zur Verschlusssache erklären und keiner sollte sie anrühren. Sie nahm sie auf und stellte sie im Tempel wieder auf eine der Tische, welche dort standen. Sie schrieb eine Notiz für jeden der sich er Urne nähern würde, dass keiner die Urne berühren dürfe oder gar wegbringen oder ähnliches und setzte dann ihren Namen darunter.

Dann würde sie der Hohepriesterin bescheid geben oder ebenso eine Nachricht hinter lassen, dass die nach dem Neffen des Verstorbenen suchen würde, weil ihr dies nicht so ganz geheuer vorkam.