03.05.2017 11:37:49 | [SL Miri] Die Muellerstochter (#117948) |
-Depp- | Am fruehen Morgen wanderten die Gur und der Tormit ueber die Hoefe und peilten hier und dort ein paar der Bauern an. Primaer diese, die oftmals Geschichten zu erzaehlen hatten. Geschichten aus der Vergangenheit, die den meisten schon laengst nicht mehr bekannt waren, aber bei manchen an langen Winterabenden vor dem Kohleofen von dem Aeltesten an die Juengsten weitergegeben wurden. So erkundigten sie sich, ob manche der Bauern vielleicht noch Geschichten aus den Anfaengen der Hoefe kannten. Oder vielleicht Geschichten, die zu der Zeit zurueckreichten, in der die Hoefe noch garnicht hier standen. Sie haetten wohl mitbekommen, dass es vor vielen Jahren hier einen Todesfall gegeben haette - ein junges Fraeulein, anscheinend eine Muellerstochter, die angeblich durch einen Messerangriff ihr Ende fand. Vielleicht war dies ja eine der Geschichten, die ihren Weg durch die Zeit gefunden hatte. Spaeter am Tag, als die Sonne sich langsam hinter den Horizont senkte, wanderten die Beiden etwas abseits der Hoefe, an eine ruhige Stelle hinter dem See, nahe der alten Ruine der Muehle. Schnell hatte die junge Frau ein kleines Feuerchen entzuendet, ihren Kupferkessel sicher darauf platziert, und es dauerte auch nicht lang bis sich der kraeuterne Geruch aus Diesem erhob. Es zischte und dampfte, wie verschiedene Opfergaben ihren Weg in das Feuer fanden. Der Waechter stand recht nahe, sah ihr zu, in der Hand das Kleinod, das seit der ersten Begegnung mit der geisterhaften Praesenz in seiner Tasche verweilte. Als sie sich niederliessen, loeste er die Hand von dem Amulett und legte es neben das Feuer. Leise nun erklang die Trommel der Gur und begleitete ihren kehligen, fremdartigen Gesang. Begleitet von Beidem atmete der Tormit noch einmal tief ein, den Kraeutergeruch in sich aufnehmend, auf dass er seinen Geist loesen moege, und schloss die Augen. So verweilten Beide in der Nacht dort, die Gesuchte einladend... |
03.05.2017 23:34:28 | Aw: [SL Miri] Die Muellerstochter (#117987) |
Ashes | "Müllerstochter warum weinst du so?" (Zitat: Rumpelstilzchen) Es wurde wieder kalt, doch dieses Mal spürte es auch Nujaima. Vor ihrem inneren Auge konnten sie sehen, wie für sie die Grenzen von Raum und Zeit zu verschwimmen schienen. Noch immer wurde es kälter, als eine Gestalt durch den Waber kam. Schwarze, lange und vom Blut strähnige Haare zierten den Kopf des Mädchens. Sie spukte Blut, der Hals verletzt. Genauso durchstoßen wie auch ihr Unterleib. Sie versucht zu reden, doch kann es nicht und geht stattdessen dazu über, die beiden an der Schulter zu berühren. Kaum war dies geschehen, drangen scheinbar unkontrollierte Informationen in sie ein. Mal sahen sie einen Kindergeburtstag, es gab daher etwas schöneres als Haferbrei...einen richtigen Kuchen. Die Szene zeigte das Innere des Wohnhauses zur Mühle. Die zweite Szene zeigte, wie sie aus ihrem Grab erwachte...zumindest der Geist. Sie glaubte wohl lebendig begraben zu sein und schlug in Panik aus, als sie schließlich merkte, dass sie rausschweben konnte. Die Szene wechselte zu einem Streit zwischen ihr und einem Mann, welcher deutlich älter war als sie. Sie standen neben dem See wohl aus Zeiten bevor der Erdrutsch die Umgebung veränderte. In der letzten Szene hält sie im Wald Händchen mit jenem jungen Mann, dessen Bild im Medailon verharrt. Die junge Frau ließ sie beide wieder los und schüttelte verzweifelt den Kopf. Letztendlich nahm sie mit ihrem rechten Zeigefinger etwas von ihrem Blut auf und begann auf dem Boden zu schreiben. Ihre Berührung hinterließ keine Kuhlen, als ob sie nichts am Boden bewegen könnte, doch blieb ihr Blut daran haften und hinterließ eine rote Schrift: "Bitte helft mir. Noch kann ich mich nicht zur Ruhe begeben". Wie sonderbar, dass sie schreiben konnte. Noch sonderbarer war, dass die Schrift auf den zweiten Blick scheinbar aus wahllos aneinandergereihte Buchstaben bestand und es waren nichtmals viele verschiedene Buchstaben. |