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15.11.2016 18:52:19
[Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113071)
Samy
[b][Pflicht][/b]

Wu saß in der kleinen Kammer, die sie sich eben noch leisten konnte und führte den Pinsel übers Papier. Sie war konzentriert dabei, die Mantras zu zeichnen, aber nicht so in Gedanken versunken, dass sie die Stimmen und Schritte nicht überhörte, die sich näherten.

Eigentlich war es keine Kammer, nur ein mit schweren alten Vorhängen abgeteilter Bereich in der alten Schuhmacherwerkstatt des alten Lui Bay. Aber es war günstig und der alte alleinstehende Schuhmacher konnte das wenige Geld der Miete brauchen. Außerdem liebte Wu den Geruch des Schusterleims, schlief sie doch jahrelang als Kind in der Werkstatt des Waisenhauses in Yao Sai.

Sie legte den Pinsel genau in dem Moment zur Seite als die Besucher vom alten Liu durch den Vorgang geleitet wurden. Es waren eine alte Frau, ein junger Mann und eine junge Frau. Alle hatten die gleichen Augen, also eine Familie.

Förmliche Grüße wurden ausgetauscht, der alte Liu brachte sogar etwas Tee. Wu machte sich eine gedankliche Notiz, Teeblätter für den alten im Dojo zu kaufen, als Dankeschön.

Nach den Begrüßungen stellte sich schnell heraus, weswegen die Familie zu ihr, der Wenshu-Schülerin gekommen war: der Mann der älteren Frau, der Mutter, war kürzlich zu seinen Ahnen gereist und nun gab es Streit um das Erbe.

"... ehrenwerte Priesterin .... mein Sohn hier erbt alles, aber er möchte seiner Schwester nichts für ihre Mitgift abgeben." "Das stimmt nicht, es ist einfach nicht genug Erbe da um sie auszuzahlen und das Geschäft weiter zu führen." "Ehrenwerte, was sollen wir tun? Was sagt die Himmlische Ordnung dazu?"

Wu nahm einige der von ihre den weiten Weg mitgebrachten Bambusrollen zur Hand und überflog einige der Texte. "Die Ordnung der 10.000 Dinge bestätigt, dass das Erbe allein der Verwaltung des Sohnes obliegt. Doch die Gesetze der Familie besagen, dass eine junge Frau ihre Mitgift zusteht. Und es ist wirklich nciht genug an Geldmitteln für beides da?" "Nein."

Wu sah einige Zeit durch das kleine staubige Fenster nach draußen. Wie sollte sie entscheiden?

Sie wählte die Orakelknochen und warf sie. Dann wandte sie sich zur Familie um und fällte ihr Urteil: "Wenn ein Schiff in der Kälte des Nordwindes festsitzt und alle zu erfrieren drohen, ist es der sichere Untergang, das Schiff selber als Feuerholz zu verwenden um sich zu Wärmen. Denn ohne das Schiff kann niemand überleben. Daher bestimme ich, dass das Erbe weiter dazu genutzt wird, das Geschäft zu halten. Allerdings geht der Teil des Geschäfts, der der Mitgift entspricht, an die Tochter über. Der Mann, den sie erwählt, wird damit Teilhaber des Vermögens, dass euch alle ernährt. So arbeitet alle zusammen wie die Mannschaft eines Schiffes um erfolgreich zu sein."
15.11.2016 19:00:15
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113072)
Samy
[b][Freiheit][/b]

Wu zog ihre Robe aus und die alte Kleidung an, von der sie sich die ganze Reise über nciht trennen wollte. Jedes Loch und jedes Naht hatte sie mehrmals genäht und wieder genäht. Sie packte ihren Rucksack und den Affenstab und eilte nach draußen.

Schnellen Schritts durchquerte sie die Gassen und Plätze der Stadt um das östliche Tor zu erreichen. Kaum war sie hindurch begann sie zu laufen, dann zu rennen. Frei, endlich. Sie sprang einfach so auf die Brüstung einer Brücke und balancierte darauf an einem langsamen Hinkarren voller Möbel vorbei. Sie nutze den Stab um über eine efeubewachsene Brüstung zu springen und rannte über die Hügel vor Mirhaven. Sprang, balancierte, sützte und raffte sich wieder auf. Flog mit dem Wind und rannte durch kleine Bäche.

Sie hätte bestimmt vergessen rechtzeitig vor Sonnuntergang umzukehren. Aber in der Nähe der südlichen Kreuzung sprang plötzlich ein wilder Mann, halb Mensch halb Tier aus dem Gebüsch und an ihr vorbei. Das erinnerte sie daran, dass sie die Insel noch lange nicht kannte und vorsichtig sein musste.

Als die Sonne den Horizont erreichte kam sie auf dem Wagen des Bauern Jokel nach Mirhaven zurück. Gerade noch rechtzeitig um im Dojo einige Teeblätte rzu kaufen und zurück zur Schister in den Gassen der Shou zu bringen.
15.11.2016 19:19:57
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113073)
Samy
[Pflicht & Freiheit]

Der frühe Abend war Zeit für einen gemeinsamen Tee mit dem Alten Liu, dann zog Wu sich zurück in ihre "Kammer", setzte sich auf den Boden und begann mit etwas, das für sie beides war: Pflicht und Freiheit zugleich.

Sie entzündete eine kleine Dufttschale und als der Duft den kleinen Raum hinter dem Vorhang erfüllte konzentrierte sie ihre Atmung und sammelte mit ihren Handbewegungen die magische Energie der Welt in sich. Bewegung = Energie, Energie = Magie. Soweit Magie ohne Bewegung zu wirken war sie noch lange nicht. Und neben der Bewegung, im richtigen Moment, der richtige Ton, der richtige Laut, das richtige Wort.

Sie spürte die Magie in sich, sie spürte einen Hauch der Freiheit.
15.11.2016 19:44:10
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113074)
Samy
[b][Vor 15 Monden - Wenshu-Kloster am Fuß des Hungshan-Berges, Kao Shan-Provinz, Präfektur Yao Sai][/b]

Auf dem steinernen Hof des Kloster knieten die 500 jungen und altne Mönche des Klosters und verneigten sich vor dem kaiserlichen Eunuchen, der in Seide und Goldbrokat gehüllt auf den obersten Stufen zum Heiligtum saß.

Von weiten konnte man nicht erkennen, welcher Mönch Mann oder Frau, Junge oder Mädchen war, denn allen waren ihre Haare rasiert und alle trugen dieselber sandgelben Leinenroben. Irgendwo darin saß Wu neben ihren Freun Ying und hörte den kaiserlichen Erlaß, den der Hofeunuche vortrug. Ying musste lachen bei der hohen piespigen Stimme des Hofbeamten und Wu stieß ihn an: "Hör auf." "Ich kann nicht, er klingt wie eine zirpende Grille." Nun musste auch Wu lachen und beide wurden erst durch einen Hieb des immer miesgelaunten Lehrers Sam'y, der mit seiner zischenden Stimme ihnen sogleich eine Nachtschicht in der Küche verordnete.

Nun konzentrierte Wu sich wieder auf den Erlass des Kaisers, oder besser auf die dunklen Gestalten neben dem Eunuchen, den gefürchteten Schwarzen Adepten des Hofes. Der Erlaß war eh jedes Jahr gleich, der Sohn des Himmels dankte den Göttern und Ahnen und .... moment ....

".... ist der Sohn des Himmels besorgt darüber, dass viele Kinder des Drachens nach Westen und Süden zogen und fern der Gesetze und Ordnung der 10.000 Dinge leben. Daher verfügt der Sohn des Himmels, dass ein jedes der 13 Klöster des Doa je 13 Mönche in die fernen Lande der Barbaren zu senden hat, um den dort fern des Jadethrons lebenden Shou mit den Gesetzen und Weisheiten des Drachenreiches beizustehen. Jedes Kloster, dass dem Willen des Kaisers nicht nachkommt, wird bestraft werden. So lautet die Verfügung des Kaisers."

Und 500 Mönche senkten die Stirn auf den Boden und priesen den Kaiser.
15.11.2016 21:15:24
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113079)
Samy
[b][Reisküche des Klosters][/b]

Das Mondlicht fiel schräg durch die Holzfenster in die große, zu dieser Nachtzeit fast leere Reisküche des Klostern am Fuß des Huangshan. Man konnte nichts erkennen, nur zwei Schattenumrisse. Der eine wischte gerade mit einem Reisigbesen den Boden, der zweite Schatten dagegen saß auf einem Fass.

"Ying?" "Mh, Wu-chan?" "Ying, ich werde mich melden." "Melden wozu?" "Um in die Länder fern des Reichs der Mitte zu gehen."

Ein Besen fiel auf die steinernen Fliesen.

"Mach keine Scherze! Du bist wie ich nur Mönch der untersten Stufe. In die Ferne .... durch gefährliche Dschungel, über Berge aus schneidenden Eis, durch die alles verbrennenden Wüstens ..... das wäre dein Todesurteil, Wu."

"Ja, vielleicht." Nicht vielleicht, das ist sicher, also hör auf sowas zu sagen."

"Ying?" "Ja?" "Erinnerst du dich als wir beide hier ankamen und man uns Lesen lehrte? Wir beide trafen uns als wir in der Bibliothek unsere Hände zu ein und demselben Buch ausstreckten." "Natürlich weiß ich das. Die Reisen des Jao Pong in den Westen. Wir haben das Buch zusammen gelesen, immer und immer wieder. Wir sind zusammen durch die Berge gereist. Sind auf Pferden über das Meer aus Gras geritten." "Wie sahen die Berge der Roten Magier, ja. Segelten über die Innere See." "wir tranken Tee an den feuern der Gur und Abanazzi." "Wir folgten der Schlange und sahen das Meer der Schwerter." "Wir gingen über die Pflastersteine der Stadt an den drei Wasserfälle, ja. Wir reisten zusammen mit dem Wandernden Mönch durch die Lande im Herzen des Westens."

Die zwei Schatten saßen eng aneinandergelehnt auf dem Fass.

"Aber Wu, das alles waren nur Geschichten. Das Buch ist eine Legende. Es gibt diese Stadt nicht, es ist ein Märchen." "Und wenn nicht? Ying, ich will die Städte dort sehen. Die runden Türme, die Inseln im Meer. Es kann nciht alles Legende und Märchen sein."
"Aber dich erwartet nur der Tod dort!" "Und was erwartet mich hier? Ich bin eine Waise, niemand zahlt mir das Silber für die höheren Ränge. Ich werde hier leben und sterben ohne die Welt gesehen zu haben."

Schweigend umschlang das Licht des Mondes die beiden Schatten.

"Ying?" "Ja?" "Die Mondgöttin .... ob sie genauso hell leuchtet im Westen wie bei uns?" "Wu-chan ... ich weiß wirklich nicht viel über die Welt, aber eines weiß ich .... wo immer du bist wird die Mondgöttin so hell leuchten wie immer, nur für dich .. das weiß ich."
16.11.2016 19:13:12
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#113104)
Samy
[b][Pflicht][/b]

Die alte Wa führte Wu in ihre kleine Wohnung am Ende einer der Shou-Gassen. Wu blickte sich im Zwielicht der kleinen, schmutzigen Fenster um: die Kochstelle, Schlafmatten, ein Webstuhl. Keine Reichtümer, wie zu erwarten war. Als Neuling in der Kolonie hatte Wu auch nichts anderen erwartet, wer es sich leisten konnte würde die Priester und Magier der Stadt holen, nicht einen Neuling wie sie. Am Eingang saß der Enkel der Alten, Wu nickte ihm zu und reichte ihm ihren Wanderstab. "Pass bitte darauf auf."

Vor einem halben Jahr waren die Eltern des Kindes hier einer Krankheit erlegen, doch noch immer, so behauptete es zumindest die Alte, seinen ihre Geister hier und spukten umher. Eine Austreibung hatte Wu noch nie durchgeführt, sie hoffte das die Rituale und Formeln ihre Wirkung nicht verfehlen würden.

Sie wies die Alte an sich neben die Kochstelle zu setzen und begann in kleinen Schalen Rauchkräuter zu verbrennen. Als der Duft der Kräuter schwer im Raum hing postierte Wu sich in der Mitte und begann die heiligen Sutren zu rezitieren. Der schwere Duft, das Zwielicht und ihre eigenen nun montone Stimmung versetzten die Mönchin für Momente in Trance und dann spürte sie auf einem einen heftigen Schlag. Nicht körperlich, in ihrem Bewußtsein. wie sie es gelernt hatte wich ihre Geist erst zurück, dann konzentrierte sie ihr Bewußtsein und drückte gegen die Kraft zurück. Der Wettstreit dauert einige Momente die ihr wie Stunden vorkamen, doch dann gewann sie die Oberhand und der Druck verschwand. Sie öffnete wieder ihre Augen und blickte schweißgebadet umher. Es schienen nur Sekunden vergangen zu sein.

Die Alte blickte sie erwartungsvoll und zugleich etwas zweifelnd an. Für die Kupfermünzen hatte sie wohl mehr Sutren erwartet. "Die Geister sind fort für den Moment. Für einen Zehntag. Dann kehre ich zurück und vollende die Rituale, verstanden?" Die Alte nickte und Wu wandte sich zur Türe. Etwas war hier und sie fühlte Angst in sich aufsteigen. Hierbei brauchte sie Hilfe, jemand der sich mit Geistern besser auskannte als sie.

Als sie durch die Türe gehen wollte reichte der Junge ihr ihren Wanderstab zurück. Wu nahm ihn und wollte schon weiter gehen als der Junge sagte: "Sie haben sich bewegt vorhin." "Was?" "Die Affen auf deinem Stab. Als du die heilgien Worste gepsorchen hast, haben sie sich plötzlich bewegt." "Das .. war sicher nur eine Täuschung im Zwielicht eurer Kammer. Es sind nur Verzierungen auf einem alten Stab." Alles in Wu drängte fort und erst in der fischen, kalten Luft draußen beruhigte sie sich wieder.
18.02.2017 18:30:32
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#116072)
Samy
Nachdem Wu also nun ihre Aufgaben als Da'li der Shou in Mirhaven aufgeben musste, begann die junge Shou sich eine Runenwerkstatt einzurichten, um damit ihren weiteren Lebensunterhalt zu verdienen.
03.03.2017 19:10:54
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#116397)
Samy
Auszug aus dem Shanhaijing ??? - dem Buch der Berge und Seen:

[i]"... den Orden des Wenshu findet man im Wenshu-Kloster am Fuß des Hungshan-Berges, Kao Shan-Provinz, Präfektur Yao Sai. Wenshu war einst ein Sterblicher, der einem der 9 Unsterblichen diente und für seine Taten und seine Weisheit Erleuchtung errang und zum verehrungwürdigen Wesen erhoben wurde. Der Orden verpflichtet sich, den Lehren des Meisters zu folgen. Wie alle Klostergemeinschaften folgt der Orden dem "Pfad", auch wenn er dem "Weg" weniger misstraut als andere Orden.

Wenshu gilt als Gottheit der Weisheit, des Wissens, der Prophezeiungen und der Zauberei.
So wie Wenshu es lehrte, sollen die Mönche und Priester unauffällig im Hintergrund bleiben, dabei aber wachsam die Welt beobachten und bereit sein, einzugreifen wenn nötig. Der Schlüssel dazu ist die Erlangnung von Wissen und Erkenntniss, also der Weisheit. Die Mönche sehen sich als Beobachter und unauffällige Wächter, deren Handlungen kaum jemand bemerkt. Sie setzen ihr Wissen ein, um an der richtigen Stelle ein Rädchen im Lauf der Geschenisse anzuhalten oder in andere greifen zu lassen - indirekt und ohne groß sichtbar zu werden.

Man findet sie in jedem Dorf und in jeder Stadt, wie sie emsig Wissen ansammeln um zum richtigen Zeitpunkt richtig Handeln zu können. Darüber hinaus werden sie gerne als Wahrsager oder Zukunftsseher aufgesucht obwohl ihre Kunst eher darin besteht, einfach Dinge zu beobachten und dann Zusammenhänge und Entwicklungen zu erkennen, die den meisten einfach verborgen bleiben.

Ihr Abwarten und Beobachten bringt ihnen den Ruf ein, die Welt und deren Probleme nicht ernst zu nehmen, unnahbar und unhöflich zu sein. Wenn sie aber den Zeitpunkt zum Eingreifen erkennen, handeln sie energischer und zielgerichteter als die meisten anderen.

Ihr Zeichen ist das der (Drachen)Schildkröte, ihre Farben silber und Aquamarin.

Ihre Gebote lauten: beobachte und sei wachsam. Suche nach Wissen und allen Neuen, verbreite was du weißt und unterrichte die anderen darin - direkt oder indirekt. Stelle dich gegen Ignoranz, Dummheit und wilden Aberglauben. Verbreite keine Unwahrheiten sobald du diese erkannt hast."[/i]
17.08.2020 17:54:17
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#128128)
Samy
[i]Das Spiel der morgendlichen Sonnenstrahlen auf der Decke über ihrer Schlafstatt weckte Wu aus ihren Träumen auf.
Sie merkte gar nicht, wie sie die Traumlande verließ. Aber irgendwann war ihr bewusst, dass sie wach lag und nach oben starrte. Dias Farben und Formenspiel der Sonnenstrahlen tanzten wie auf einer Wasserfläche umher. Es war, als sehe man von unten nach oben auf eine Wasserfläche hinab .. hinauf?
Wu begann sich der Magen zu drehen und sie beschloß, dass es Zeit war, endlich aufzustehen. Sie strampelte sich von der Bettdecke frei, sicher nciht sehr würdevoll aber da sie eh alleine lebte, konnte es ja niemand sehen. Aber es regte sich dann doch etwas in ihr und sie sprang urplötzlich in einer fließenden Bewegung nach aus dem Liegen nach vorne auf und aus dem Bett. Erst als sie das linke Bein sicher aufsetzen wollte nach dem Sprung merkte sie, das Bein war noch halb im Bettzeug verknotet und wollte anders als der Rest von ihr jetzt noch nicht das Bett verlassen.
Mit einem lauten Rums landete Wu vor ihrem Bett auf dem Boden.

Etwas später und etwas rampnierter als sie es wollte tapste sie zum Spiegel über der Waschanrichte. Da es jetzt mit der Eleganz am Morgen auch schon vorbei war, tauchte sie einfach ihren Kopf samt Haare in die Schüssel voller frischem Wasser. Und wenn schon alles egal war an diesem Morge, warum nicht einige Zeit lang mit dem Kopf unter Wasser in der Waschschüssel unanständig blubbernd das Wasser überall hin rausschwappen lassen.

Kurz darauf starrte ein zersaustes und zerzotteltes Ungeheuer Wu aus dem Spiegel heraus an. Anstatt sich jetzt zu kämmen und in Form zu bringen zog das Ungetüm eine Schnutte und machte eine Grimasse nach der anderen. Dann bemerkte es die rote Blume hinter sich.

Moment, rote Blume. Wu dreht sich um, aber es gab hinter ihr keine rote Blume im Raum.

Wu starrte wieder zum Spiegel und hinein. Da war wieder eine rote Blume hinter ihrem Kopf.

Wu drehte sich um, aber da war keine rote Blume.

Wu schaute in den Spiegel, da war eine, gleich hinter ihrem kopf ... Moment. Etwas war nciht richtig ... gleich hat sie es. Ihre Hand geht nach oben und fährt sich durch die Haare. Die Blume zittert mit.

Wu starrt in den Spiegel.

....
....
....

"Ach nö? Nicht euer ernst, oder?"[/i]
24.08.2020 17:24:05
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#128146)
Samy
...
09.04.2021 14:03:28
Aw: [Wú Hóu] Pflicht und Freiheit (#129231)
Samy
((Hier in Manga, der zeigt, wie Wu die Welt - und die Geister darin - sieht: https://www.carlsen.de/taschenbuch/ghostly-things-1/978-3-551-76353-2 ))