01.10.2016 11:01:04 | [Julia] Von Straßen und Gassen (#111892) |
Pusteblume | [i][b]Die Geschichte eines Waisenkindes[/b][/i] Seit sie denken konnte, war siein Pfelegefamilien und später im Waisenhaus Mirhavens untergebracht. Jene, die dort vorbeischauten kannten sie sicher. Sie war still, alleine, suchte kaum Kontakt. Sie war genügsam und brauchte nur wenig. Nicht selten war sie verschwunden, ausgebrochen, kam wieder oder musste bei der Wache abgeholt werden. Unzählige Mal wurde sie belehrt nicht mehr abzuhauen, ihre Finger bei sich zu behalten, doch irgendwie war es schwer sie zu belehren Es stand ihr nun frei zu gehen, auch wenn Adam sie sich lieber da behalten hätte, aber was sollte er schon machen. Er konnte sie nicht anketten... |
02.10.2016 08:00:04 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#111907) |
Pusteblume | [i][b]Angekommen auf der Straße[/b][/i] Sie hatte noch Kontakte nach draußen, daher ging sie etwas umher und beobachte. Einen kannte sie.. ein Mann nahe der Fleischerei. Er stand dort immer und rauchte Pfeife. Er hatte einen Jungen und drei Mädchen, die für ihn erbettelten, teilweise was gestohlen hatten. Er behielt den größten Teil davon für sich aber sicher gab es über ihm in der Hirachie jemand anderes, der seinen Teil forderte, doch er war fair. Er hatte Regeln, die jeder kannte und man trug die Konsequenzen, die auch jeder kannte, wenn man gegen seine Regeln verstieß. Man gab ihm das Geld und er gab einem Kleidung.. oder Brot.. manchmal auch andere Dinge, wenn man etwas brauchte. Sie hatte keine Lust zu betteln. Das war nicht ihre Art. Sie nahm sich das Geld und erbat es nicht. Auf dem Markt waren es ein paar kleine Taschendiebstehle, ein enttäuschender Diebszahl eines Münzbeutels am Hafen und ein sehr lokrativer Raub eines gut gefüllten Beutels von einem Händler am Hafen. Julia gab sich nicht immer Mühe sich zu verstecken. Sie hatte ein Allerweltsgesicht und keinen Widererkennungswert. Und wenn sie jemand widererkennen sollte.. na dann haute sie eben ab. Sie lieferte das Geld immer ab und kassierte Schläge, dass ihr Gesicht geschwollen und blutig war. Sie hatte zwei Regeln gebrochen. Sie hatte etwas aus dem Beutel genommen und man spricht nicht mit der Wache. Und sie sprach mit Rashal und ging sogar mit ihm mit. Rashal war nett, wie Adam. Anders nett, aber nett. Beide hofften wohl, dass sie sich fängt, waren bereit zu helfen und beide wussten was sie tat. Obwohl sie nicht glaubte, dass sie das Ausmaß wussten und den tiefen Morast wirklich kannten, in dem sie jetzt schon feststeckte. Einfach aufhören? Etwas anderes machen? So wie die Frau meinte... Soetwas geht nicht. Auch das war eine Regel und die Straße hat überall Augen und Ohren. Überall... |
24.10.2016 11:42:13 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#112320) |
Pusteblume | [i][b]Die Nacht[/b][/i] [i]Ein eher dicker Mann kam auf sie zu. "Julia.. Juuuulia..." Sprach er langezogen. "Meine kleine Julia." Julia schaute auf und im selben Moment rammte sich der Mann einen Kochlöffel in den eigenen Bauch. Das Blut spritze Julia entgegen. "Julia.. Essen ist fertig, meine kleine Julia", Sprach der Mann, dem nun bereits Blut aus dem Mund lief und der begann mit dem Löffel die eigenen Innereien aus dem Bauch zu kratzen. "Erledige die Schlampe!", kam diesmal eine andere Stimme. "Na los, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit. 1000 Münzen für ihr Leben!" Der dickere, blutverschmierte Mann richtete nun den Blick auf Julia und trat weiter auf sie zu, während er noch an dem eigenen Fleisch herumkaute. Er hob den blutigen Kochlöffel und rammte... Da umfing sie Dunkelheit. Es war kalt. Sie war allein. Sie war nass und die Kleidung getränkt in Blut. Der Geruch von Tod und Blut lag in der Luft und sie sah nur Dunkelheit. Weniger als das. Es war pure Schwärze, die sie umgab und die sie fast zu erdrücken schien. Sie rang nach Luft und fasste sich an den Hals. Sie konnte nicht atmen, sich nicht bewegen, wie in einem Gefängnis aus bloßer Dunkelheit. Eine eher bedrohliche Stimme hallte in ihrem Kopf: "Julia... Julia... ich kann dir helfen. Ich kann dir helfen. ich kann dir diese Angst nehmen. Verbünde dich mit mir! Verbünde dich mit der Nacht und du wirst mächtiger werden als.." Die Stimme brach ab und eine neue tat sich auf. "Lerne, mit wem du dich anlegst, Kleines und von wem du dich besser fern hältst. Lerne schnell oder stirb." Mit einem mal sah sie rote Haare und das Gesicht von Vintar tauchte vor ihr auf. "Julia, ich hatte dich gewarnt. Jetzt komm'. Wir gehen nach Hause." Er reichte ihr eine Hand und lächelte sorgenvoll zu ihr herab. Sie streckte sich etwas, um nach der Hand zu greifen, doch anstatt, dass sich ihre Finger um Vintars Hand schlangen tat sich vor ihr nur der eigen Blutige Armstumpf auf, ohne eine Hand daran.[/i] Julia öffnete die Augen. Es war kalt und nass und das fahle Mondlicht drang durch eine kleine Öffnung unter den Felsvorsprung. Sie blutete, lag in ihrem Blut und zitterte. Das Gesicht was bleich, aber glühend heiß und die Augen glasig. Sie hatte Angst. |
24.10.2016 19:43:10 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#112335) |
Pusteblume | [i][b]Ein Verbündeter[/b][/i] Der Heiltrank entfaltete langsam seine Wirkung, wenngleich sie sich sofort nach dem Trinken übergeben hatte.. Erneut Blut spuckte und so ein Teil des Tranks auch wieder verloren ging. Es reiche aber um zu stehen.. zu gehen und sich zurück in den Norden zu schleppen. Angst und Wut, Hass auf sich selbst, spiegelten ihre Gefühlswelt wieder. Sie war dumm gewesen. Dumm und naiv, was sie schon ihr ganzes Leben lang war. Schlagfertigkeit und geschickte Finger reichten bisher, um sich im Weisenhaus oder auf der Straße zu behaupten, doch Magier, Kampf, Illusionen.. das war eine andere Welt. Eine, in der sie nicht mehr gewann. Nicht, wenn sie so ängstlich und zerbrechlich war wie jetzt und sie hasste sich noch mehr dafür, dass sie diese Angst verspürte. Sie war allein, völlig allein udn sie würde immer wieder allein sein. Das einzige, was sie immer wieder umgab, waren Dunkelheit, der Regen, die Nacht und Schmerzen. Sie würde dieses niemals loswerden. Was nützte es also weiter gegen die Schmerzen anzukämpfen. Warum nicht einfach loslassen? Es wäre ein Schritt.. ein Schritt und nur noch die Krähen würden sich an ihrem leblosen Körper auf den Klippen erfreuen. Ein Schritt in den dunklen Abgrund. Sich fallen lassen... sich dem Schmerz, der Nacht und der Einsamkeit ergeben. Sie konnte sie nicht bekämpfen, es verfogte sie. Zu spingen hieße zu fliehen, einen Ausweg zu suchen, wo keiner war, denn auch der Tod verhieße ihr nur erneute Verzweiflung in der Leere. Es gab einen weiteren Weg. Sich der Nacht ergeben... nicht fliehen, nicht kämpfen, sie zum Verbündeten zu haben. Die Angst, den Hass, die Verzweiflung zuzulassen. Ein Schritt.. nicht in den Abgrund, sondern in ein anderes Dunkel, auch wenn es ihrer Seele kosten würde. |
28.10.2016 19:24:48 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#112413) |
Pusteblume | [i][b]Feuer und Rauch[/b][/i] Langsam wurde ihr Kopf wieder klarer. Zwei geschlagene Stunden lag sie auf dem Boden neben dem Feuerkorb, sie war kreidebgleich gewesen und hatte gefroren und gezittert. Egal ob es etwas zum Rauchen oder zum Trinken war.. sie vertrug es einfach nicht. Als würde sich jede Faser ihres Körpers gegen den Rausch wehren. Sie war froh wieder zu sich zu kommen, nachdem sie sich endlich überwunden hatte sich zu übergeben. Nein.. Nie wieder. Lili und Camio hätten sie die zwei Stunden über vermutlich durchgehend ausgelacht... Etwas an ihm machte ihr Angst. Genauso an Lili.. etwas machte ihr Angst, aber sie konnte diese Angst nicht ganz zuordnen, nicht fassen. Genauso wie Valvec. Sie hatte die Stadt der Asche nun das erste Mal gesehen und diese Stadt bot Abgründe, die sie sich nicht einmal hätte vorstellen können. Und sie bot Möglichkeiten. War sie für soetwas bereit? Sie hatte ein halbes Vermögen, aus ihrer Sicht, damit gemacht, Taschen in Mirhaven auszuräumen. Sie... hatte Münzen, mit denen sie die nächsten Monate ohne Arbeit hätte überleben können... Das war doch so viel mehr ihre Welt. Warum also Valvec.. und ihr Drang an diesen Abgrund heran zu treten. Vielleicht nur um etwas zu spüren. Ihr war immer alles gleichgültig und egal. Was sollte ihr schon passieren? Sie spürte nichts. Keine Freude, keine Hoffnung, keine Wut und keine Liebe. Der "Abgrund" hingegen erweckte da eine Angst, die sie plötzlich aufblühen ließ. Wenn sie an die letzten Tage dachte, seit.. der Nacht. Sie spürte Angst, Eifersucht, Trauer, Verzweiflung.. und auf eine perfide Weise fand sie genau darin Trost dies zu spüren, als würde ihr jemand dann, aber nur dann, wenn diese Gefühhle hochkamen, einen Mantel um die Schultern legen, der ihr Trost und Geborgenheit spendete. Sie führte das Messer, mit welchem sie beiläufig spielte zu ihrem Arm und drückte es etwas auf die zarte Haut. Wenn dies also ihr Rausch war? Sie drückte fester und Blut trat unter dem Schnitt hervor. Sie blickte einen Moment darauf, dann drehte sie sich zur Seite und übergab sich erneut. |
03.11.2016 21:08:38 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#112635) |
Pusteblume | [b][i]Ein Ende[/i][/b] [i]Und es war vorbei. Mit einem Mal war das alles vorbei. Sie gingen getrennte Wege. Es war kein kleiner Streit, es war kein Murren, es... war ein Ende, auf eine Weise...[/i] *Es waren Tränen, die ihr über das Gesicht flossen und die sie immer wieder wütend wegwischte. Auf ihrem Weg trat sie gegen Herumstehendes und bewarf streunende Hunde mit Steinchen.* [i]Und die fühlte schuldig an diesem Ende. Schuldig und haltlos in der Nacht. Liliana war ihr Netz, ihre Sicherheit, ihr Haus geworden und nun war dieses Haus eingestürzt.[/i] *Sie rieb sich über die leicht schmerzende Schulter und verband sich den bludenden Arm mit einem Stück Stoff. Sie konnte nicht zurück zur Kanalisation.. nicht zu ihren Plätzen doch so wirklich wusste sie nicht, wo sie hin sollte, also verließ sie Mirhaven Richtung Lestrann und kuschelte sich in ihren Mantel im Schutz der verlassenen Miene.* [i]Sie hatte viel gelernt, wenn sie an den Moment zurückdachte, wo sie Adam und Waisenhaus verließ, wie klein sie war und.. wieviel mehr sie jetzt konnte und wusste und dennoch war sie nun so unnütz und schutzlos, wie noch nie. Als würde nun alles von vorne beginnen, als wäre man einen langen Weg gegangen und dank einer Freundin ans Ziel gekommen und nun drehte sich die Zeit zurück und die Freundin war weg und.. man stand wieder ganz am Anfang des Weges, aber allein, während man zuvor getragen wurde.[/i] *Sie zitterte etwas und schloss die Augen im Sitzen, obwohl es eh nur Dunkelheit war, was sie umgab. Dann ließ sie sich nach hinten Fallen auf den kalten Boden und die Steine und sie schrie. Laut und hallend bis der Schrei verstummte erklang es durch die verlassenen Stollen* [i]Wohin ließ sich dieses Ende führen.. sie wusste nicht mehr, was als nächtes geschah, aber sie brauchte Pläne. Gute Pläne.. denn das Denken übernahm nun niemand mehr für sie. Sie verblieb allein in der Dunkelheit.[/i] |
30.12.2016 14:35:05 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#114622) |
Pusteblume | [center][u]Zeit zu gehen[/u][/center] Julia stand an den Klippen auf der Ascheinsel vor Valvec. Sie trug eine dunkle Rüstung. Ein Dolch an jeder Seite und Wurfmesser an verschiedenen Stellen versteckt oder eingenäht. Der dunkle Umhang wehte vom heftigen Wind getragen nach hinten weg und zerrte an den Schnallen. [b][i]Es war Zeit zu gehen.[/i][/b] [i]Liliana, ihr Schutz, ihr Fels, ihre Lehrmeisterin, ihre einzig wahre Verbündete ..nicht ihre Freundin, sondern vielmehr als das, ..ihre engste Vertraute, war gegangen. Ohne Abschied, ohne Trost oder Hoffnung. Einfach so. In der Stunde gegangen, wo Julia sie am dringensten gebraucht hätte.[/i] Zurückbliebe Erinnerungen und prägende Worte: [i][b]"Verbirg dein Leid und all deine Ängste im Schatten."[/b][/i] [i]Die Schatten für sich nutzen, war leicht gesagt, aber sich selbst darin zu verbergen und ein Teil seiner Seele, das was gut, was gnädig, was hilflos und ägnstlich war... also das Kind in sich selbst den Schatten zu opfern, allein um es zu schützen, um dessen nicht beraubt zu werden, war nicht nur riskant, es war harte Arbeit.[/i] Die Nacht um sie herum wurde dunkler, stiller und einsamer. Der Mond war verborgen hinter dichten Wolken und neben dem Wind und den brausenden Wellen unter ihr, die sie im schwarz der nächtlichen Schatten nicht sah, aber nur zu gut hörte, begann es nun auch noch zu regnen. [i]Doch es war Zeit zu gehen. Und deshalb musste sie es versuchen. Sie war allein. Wirklich allein. Nicht schutzlos, aber doch ausgeliefert und allein und sie wwusste, dass es zwecklos war jetzt zu versuchen ihr zu helfen oder sich Hilfe zu suchen. Die Angst allein vor dem, was dann passieren könnte, war viel zu groß.[/i] Julia blickte hinab in den Abgrund. Man erahnte die tosende Flut und die Wellen. Es wikte fast als würden die Wellen Schatten gegen die Klippen werfen, welche sich auftürmen, größer und größer werden. Als würden sich Schatten unter ihr auftürmen, wie zu einem unendlich tiefen Loch. [i]Es war Zeit zu gehen.[/i] [i] Wie verbirgt man einen Teil seiner Seele, wie kann man sicher verwahren und verstecken.. Man muss sterben. Es gab nur diesen Weg. Der Tod war der Ausweg. Der Tod war ihre Stütze. [/i] Julia breitete die Arme aus und schloss die Augen. Dann kippte sie nach vorne und fiel hinein in die wogeden und tosenden Schatten unter ihr. |
25.01.2017 21:07:11 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#115423) |
Pusteblume | [u][center]Mir graut vor meinem Schatten[/center][/u] [i]Es ist in Ordnung.. atme.. langsam.. ruhig. Atme durch. Bleib kontrolliert.. bleib konzentriert. Behalte deine Ordnung. Es ist alles gut. DU hast es unter Kontrolle.[/i] *Julia schrie mit einem Mal auf und schlug so fest sie nur konnte mit der linken Faust gegen die steinerne Mauer und Wand im Schatten. Dann sackte sie zusammen krümmte sich, auch vor den Schmerzen, die von den nun geprellten Knochen der Hand ausgingen* [i]Lili... du hast Lili. Es wird alles gut werden. Sie passt auf dich auf. Sie ist zurpck und sie wird dich beschützen. Du wirst dich nicht verlieren! Du wirst kämpfen.. und die niemals einfach fallen lassen. Kämpfe verdammt nochmal! Julia, steh auf![/i] *Sie schloss die Augen und wischte die Tränen weg, dann öffnete sie diese wieder und erhob sich langsam* Es war vieles zu tun. |
19.02.2017 10:56:54 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#116085) |
Pusteblume | [b][u]Ein Neuanfang?[/u][/b] Sanya hatte recht und Hark auch. Und Aidan, Lili.. Roan.. sie alle hatten recht. Sie alle waren größer, erwachsener und hatten Vorstellungen vom Leben und waren sich ihres Handelns bewusst. Sie wussten für sich was Gut und was Böse ist und konnten damit arbeiten. Sie konnten Verantwortung übernehmen und.. Helden sein. Manche von ihnen im stillen. Unscheinbar und ohne das es jemand mitbekam und andere ganz offensichtlich. Und das kuriose war: Sie wollten keine Helden sein! Und eben das machte sie dazu. [b][i]Und ich? Ich möchte eine Heldin sein. Ich möchte in dieser Welt irgendwo wichtig sein. ich möchte eine Rolle spielen.[/i] [i]Und mit jedem Schritt, mit dem ich genau das versuche zu sein, zerbricht mein Weg. Mit jedem Schritt, den ich mache, um eine Rolle zu spielen zerbricht eine Freundschaft oder zerbreche ich.[/i][/b] Sie wollte doch einfach nur gebraucht werden! Aber man brauchte sie nicht. Und dabei hatte sie ja eigentlich alles. Brauchte man Kontakte zum Untergrund des Hafens so wandte man sich im stillen an Neetya und Hark. Wolle man an die Arena oder den Lotus so waren Anvia und Sanya die Ansprechpartnerinnen. Wollte man etwas über Magie wissen so ging man zu Roan und wollte man zur Wache, dann ging man zu Aidan. Wollte man.. sonst etwas, oder etwas über Valvec wissen ging man zu Lili, denn sie wusste sowieso alles. Ja.. sie alle spielen eine Rolle, hatten jemanden mit dem sie das Bett teilen und reden konnten und waren wichtig für das gesamte Gefüge.... und Julia kam darin nicht vor. ....und noch schlimmer: Wann immer sie versuchte eine Rolle zu übernehmen stieß sie vermeintlich jemand anderen vom Thron, bekam Ärger und ließ es wieder sein. Sie alle hatten Aufgaben. Und Julia hätte nun doch einfach davon profitieren und still sein können, denn sie kannte schließlich alle diese Leute und ihre Aufgaben. Warum.. dann dieser Drang auch eine Aufgabe zu haben und etwas besonderes zu sein? Besonders zu sein brachte sie bisher immer nur in Schwierigkeiten. Ob als Werkzeug der Drow, "Agentin" für den Hafen, Vertraute der Elfen.. und sogar als ganz besondere Freundin hatte sie versagt. [b][i]Was also bleibt mir? Ich kann lesen, schreiben und rechnen. Ich bin geschickt mit den Fingern und im Klettern und habe genug Freunde, wenn sie denn noch Freunde sind, um für jede Situation einen Ansprechpartner für eine Lösung zu haben. Ich.. habe vielleicht sogar eine Arbeit. Ich kann Bürgerin der Stadt sein und ich habe gerade genug erlebt, um noch zu leben, aber Gut und Böse dennoch zu trennen. Was also brauche ich denn noch?[/i][/b] Sie brauchte Prinzipien. Für sich und unabhängig von anderen. Prinzipien an die sie sich selbst zu halten hatte und die ihren Freunden klar waren. Das zumindest sagte ihr Aidan. Und vielleicht musste sie sich eben damit abfinden, nichts besonderes zu sein. Keine Rollte zu haben und Ansprechpartnerin zu sein. Sie hatte ja bereits Glück.. sie war von der Straße losgekommen und hatte Menschen, die sich um sie sorgten. [b][i]Ich würde gerne mehr sein, als das. Aber ich kann es eben nicht.. oder noch nicht. Vielleicht, muss ich einen Schritt zurück treten und eben warten. Mich entwickeln. Und nicht mehr helfen oder wichtig sein wollen. Auch wenn es mich für eine Weile sicher traurig machen wird. Vielleicht ist eben dies die Konstante im Leben.[/i][/b] |
22.03.2017 21:54:27 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#116772) |
Pusteblume | [b][u]Zu Hause[/u][/b] Sie hatte versucht in Valvec eine Aufgabe und Freunde zu finden. Sie hatte versucht im Süden Mirhavens und im Lager eine Aufgabe und Freunde zu finden. Sie war kläglich gescheitert. Niemand hatte Schuld daran. Nur sie selbst. Und bei all ihrer Suche hatte sie vollkommen übersehen, dass doch im Hafen jene Freude waren, die von Beginn an zu ihr standen. Vertraute, die für sie da waren, für die sie wichtig war. [i]*Julia stand mit einem Sack ihrer Habseligkeiten aus dem Drachen und einem Kündigungsschreiben an die Fame Geneva in der Hand vor dem Tunnel zum Hafen.*[/i] Ich bin zu Hause. Aber.. Ich bin gewachsen. [i]*Dann ging sie los*[/i] |
02.05.2017 16:48:34 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#117919) |
Pusteblume | [b][u]Von Straßen und Gassen[/u][/b] *Vollkommen entnervt sicherte Juia die Tür ihres kleinen Verschlags im Kanal* Sie wusste nicht wer es war, doch wurde die Tür aufgebrochen und das Zimmer durchwühlt. Immerhin.. sie hatte festgestellt, dass man sich erst am Schloss versuchte, doch hatte sie es so gut gesichert, dass am Ende offensichtich nur ein Beil half, die Tür zu zersplittern. Sie war nicht so dumm, dort etwas von Wert zu lagern, aber dass sie dort eben keine Ruhe hatte, das war es, was sie störte. Es war also der Hafen, der sie nun wieder hatte, ob man es dort wollte oder nicht. Sie hatte eine kleine Arbeit bei Tiavin, Schulden bei Maria, aber.. nun,. immer hin nicht mehr bei der Wache oder dem verdammten Tampel. Und sie war zurück in der Finstergasse. Wo es ihrer Meinung nach Veränderungen brauchte.. und darüber galt es nachzudenken. In jedem Fall brauchte sie dort erst einmal wieder einen Namen und den galt es sich zu erarbeiten. Es galt die jugendlichen Stümper zu beeindrucken... was nicht schwer war, aber dann doch, wenn man dafür nicht sofort wieder in Taschen greifen wollte. Doch.. sie hatte Ideen. *Julia betrachtete die Tür des Verschlags und seufze* Nein.. so würde es nicht halten. Vielleicht brauchte sie eben doch eine Falle, dass der nächste, der versuchte die Tür zu erschlagen selbst einen Schlag bekam. Hmrpf.. |
02.05.2017 20:14:15 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#117925) |
Pusteblume | [b][u]Finstergasse[/u][/b] Sich einen Namen zu machen war eine Sache und mit auch nur kleinen Aktionen würde sie es sicher schaffen.... doch wie es dann weitergeht, das war eine ganz andere. Julia setzt sich an den Tisch in ihrem Verschlag, mit einer heruntergebrannten Kerze und einem alten, kratzigen Stift auf nassem Pergament begann sie zu schreiben. [quote][u][i]Meine Grundsätze[/i][/u] * Vertraue niemandem, außer Lili und dir selbst. * Beschütze den Hafen und deine Freunde, notfalls mit allen Mitteln. * Greife niemals unüberlegt zu Waffe. * Eine Waffe sollte immer der allerletzte Ausweg sein. * Keine Alleingänge. * Bleib du selbst. [/quote] *Sie setzt ab und betrachtete es. Es war ausbaufähig aber ein Anfang. Dann setzte sie erneut an. Sie hatte ein paar Gedanken und es schadete ja nicht, diese einfach einmal aufzuschreiben.* [quote][u][i]Kodex der Finstergasse[/i][/u] * Sprich mit niemandem über die Finstergasse. * Vertraue deiner Gruppe. * Höre auf deine Anführer. Im Zweifel gilt ihr Wort. * Bestehle niemals Arme, Bettler oder Kinder. * Handle mit Verstand und nicht aus Wut. * Töte und verletze niemanden. * Gehe kein Risiko. * Verrate niemals den Hafen und die Finstergasse. * Teile deinen Gewinn wie auch den Verlust. * Hilf den Gefassten. Sie sind immer noch einer von uns. [i]Was man nicht für das notwendigste im Leben braucht wird in eine Kasse eingezahlt. Die, die keinen Erfolg haben oder im Gefängnis sind, denen wird damit geholfen. Wer etwas braucht, der darf um Geld aus der Kasse bitten. Gestohlene Waren gehen immer direkt an die Anführer. Jene suchen den Hehler im Pfuhl auf. Der Gewinn geht in die Kasse. Um einen Hehler zum Festland wird sich bemüht.[/i][/quote] Es waren ein paar Ideen, mehr nicht. Nur Ideen. Und lange betrachtete Julia das Pergament, ehe die Kerze erlosch und ihr damit auch die Sicht nahm. "Einfach ein paar Ideen. Mal sehen, was daraus wird." ...flüsterte sie noch, ehe sie sich trotz der kaputten Tür schlafen legte. |
03.05.2017 07:08:28 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#117933) |
Pusteblume | [b][u]Weiterführende Überlegungen[/u][/b] Sie war noch nicht so weit und vermutlich interessierte es eh kaum einen, was sie da erarbeitete, geschweige denn, dass es möglich war Regeln.. einen Kodex irgendwie einzuführen und durchzusetzen. Und dennoch saß sie wieder an dem alten Halzfass im Verschlag und brütete über den Aufzeichnungen. Lili hatte recht. Für das einfache Gemüt, das Fußvolk so einer Organisation waren die Rehgeln vielleicht passend, aber auch da galt es noch ein paar Änderungen vorzunehmen. Für die höhere Ebene, eben genau für jene, die sie als Freunde verstand und auf deren Mitarbeit sie bei.. nun.. nennen wir es... "größeren Projekten" hoffte; jene würden sich durch hirachische Regeln wohl eher abschrecken lassen. Und da setze sie wieder mit der kratzigen Feder an. Es waren immer noch nur Ideen, in einem laufenden Prozess. [quote]Es braucht zwei Ebenen: [i][b] 1. Die Kinder, Jugendlichen und Banden der Straße[/b][/i] ** klare Strukturen ** klare Regeln ** Hirachie (Siehe das erste Schreiben) [b][i] 2. Die Verantwortlichen[/i][/b] ** Gemeinsames Vorgehen ohne klaren Anführer ** Der, an dessen Idee gearbeitet wird, ist der Verantwortliche für das Projekt ** Keine klaren Regeln, eher ein Grundsatz: "Baue keinen Mist" ** Größere Projekte[/quote] Julia betrachtete das Niedergeschriebene. Erneut... es sind Ideen, ja, sie sind ausbaufähig. Dann schoss ihr ein anderer Gedanke quer und Lilis Worte kamen in wieder in Erinnerung: Es muss dem Hafen und dem Norden der Stadt etwas nützen! Es muss die Situation besser machen. Jene Banden und Jungs, die sie zu beeinflussen vermochte, ihre Situation würde sich verbessern. Sie bekamen Struktur und eine Rolle der Mitarbeit. Lange starrte sie das Blatt an, ehe sie nur noch wenige Worte, schrieb. Eher, um die Gedanken nicht zu verlieren. [quote]* Ein Nutzen und Mehwert für die Menschen. * Umverteilung von Waren. * Gemeinsame Kasse ist ein Anfang * Wird es größer, dann eine Abgabe, an jene, die es brauchen. * Ich brauche nicht viel. Ich gebe gern.[/quote] |
07.12.2017 11:21:51 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#122850) |
Pusteblume | [b][i]Sie war zurück.[/i][/b] Das allein war schon fast eine Meisterleistung, wenn man in Betracht zog, wo sie war und was sie dort gemacht hatte. Sie war nicht weniger verspielt zurückgekommen und Trug die Narben der Vergangenheit, wenn auch unsichtbar auch immer noch mit sich. Doch sie war etwas ruhiger geworden. Ein wenig gesättigter und erwachsener. Nicht nur äußerlich, sondern vor allem auch innerlich. Das Kind von früher konnte sie immer noch gut spielen, wenn sie es mal brauchte, doch jetzt konnte sie vernünftig sein, wenn sie es wollte. Sie hatte ihre Kontakte, ihre Netzwerke, ihre Freunde und Pläne verloren. Das alles galt es sich neu aufzubauen - Ohne auf das Netzwerk einer guten Freundin zurückzugreifen. Sie war auf sich gestellt. Ein Einschleichen war nicht mehr möglich. Das gute widerum war, sie war neutral. Sie konnte nun neutral sein. Sie konnte an sich selbst denken. Es gab für sie keine Seiten mehr, kein klares Gut und Böse. Es gab sie und die anderen. Und die anderen konnten sehr vielfältig sein, wie sie selbst. In dieser Planlosigkeit freute sie sich über jedes schöne Gespräch, jeden guten Rum, über ein Lächeln von alten Freunden und darüber, dass sie es während der Reise geschafft hatte an eine beträchtliche Menge Geld zu kommen. Sie musste nicht jeden Tag um das Überleben kämpfen und wenn doch, so war es kein Kampf mehr, sondern ein Spiel voller Leichtigkeit. Und.. umsomehr, in dieser Zeit der Restrukturierung ihres Daseins, freute sie sich über diese Nachricht die sie bekam. Eine Nachricht mit einer klaren Aufgabe. Es passte zu ihrem Spiel, wenngleich es kein leichtes war. Sie hatte sich an die Klippen nahe der Mauer gesetzt und ließ die Beine Baumeln. Dann begann sie zu schreiben, in Stichworten, wie eine Einkaufsliste: [quote] - Tiefling - Elf - Feuergenasi - Halbling - Gnom - Ork - Halbork [/quote] Sie wusste bereits womit es losgehen würde. Nur was wie.. daran galt es noch zu pfeilen. |
12.12.2017 07:35:27 | Aw: [Julia] Von Straßen und Gassen (#122920) |
Pusteblume | [b]Die Sammlung I[/b] Sie betrachtet die zwei Phiolen vor sich mit der dicklichen, roten Flüssigkeit darin. Dann machte sie zwei Haken auf ihrer Liste. Sie hatte eine Pfeilwunde davon getragen und ihr wurde bewusst, dass dieser Auftrag kein Spaziergang war, wie sie anfänglich dachte. [i]Ein Ork und ein Halbork waren nur der Anfang.[/i] Sie betrachtete die weiteren leeren Phiolen daneben. [i]Sie war so nah dran gewesen, so nah und dann wurde sie unterbrochen. Eine Unterbrechung, die alles viel schlimmer machte. Man misstraute ihr, nun noch mehr als sonst. WObei sich ihr der Gedanke aufdränge wieso man ihr so sehr misstraute. Ja, man misstraute ihr zurecht, aber dennoch musste es einen ursprung haben. Gab es Gerüchte über sie? Erzählte man schlecht über sie? Wer? Trat sie falsch auf vor jenen, von denen sie dachte, es wären Freunde oder zumindest Tolerierende? Nun.. unabhängig davon ging das Spiel weiter. Es gab viele leere Phiolen, die es zu füllen galt. Ohne Tote.. wobei orks nicht zählen. Ohne Leid, ob gewollt oder ungewollt. Das war nie ihre Absicht gewesen.[/i] |