07.07.2016 09:43:02 | Von Spiegeln und Schatten (#109865) |
-Depp- | Gemaechlich trat er an dem Fischstand vorbei, nickte dem Gehilfen der Kapitaenin, der dort gerade mit Braten beschaeftigt war, zu, und bog kurz dahinter ins alte Fischerufer ab. Zwei unsichtbare Augenpaare beobachteten still seine Bewegungen; wie seine Augen ueber des Haus der jungen Halbelfe wanderten, die Blumenkaesten neben der Haustuer, die einfache Holzbank, und die Schrift auf dem Tuerschild. Ein sachtes Laecheln bildete sich kurz, doch seine Schritte bogen nicht ab, sondern folgten weiter der Gasse in Richtung Arena und Docks. Ein Augenpaar in seinem Ruecken, eins mit Blick durch das Fenster des Hauses, das sein Ziel werden sollte. Nur noch wenige Schritte trennten ihn von der Tuer, als ein unbehagtes Gefuehl in ihm aufkam. So hielten seine Schritte inne, helle Augen wanderten die Gasse entlang, wanderten gen des kleinen Abhanges zur Arena, in Richtung der Lagerkisten, zu den Hauserecken und hinauf auf die Daecher - doch blieb ihm der Ursprung des Unbehagens verborgen. Doch das Gefuehl blieb, wie als koennte er die Augen fuehlen, die ihm beharrlich folgten. Sacht schuettelte er den Kopf, versuchte den Gedanken zu vertreiben. Wahrscheinlich hatte er bei all dem Trubel der letzten Tage nur mal wieder schlecht geschlafen. Und so setzte er seinen Weg fort, schob nur Herzschlaege spaeter die Tuer zu dem Schrein auf, und trat in den halbdunklen Raum, dessen Ende vom Kerzenlicht des Altars erhellt wurde. Langsam, wie eine kriechende Kaelte, lief ihm ein Schauer den Ruecken hinunter. Irgendetwas stimmte nicht. Unruhiger wanderten seine Augen durch den Raum - hatte sich dort etwas in den Schatten bewegt? Der Ruf nach dem Priester fand keine Antwort, als er dem unguten Gefuehl folgend zu dem Rapier an seinem Gurt griff. Doch zu viel kam er da nicht mehr. Kurz zuckte sein Ohr noch, als den leisen, Luft schneidenden Laut hinter sich vernahm, und er drehte sich bereits in jene Richtung, als die zwei Klingen ihn schmerzhaft in seinem Ruecken trafen. Rote Fluessigkeit faerbte seine Kleidung, als er mit schmerzverzerrten Lauten nach vorn stolperte. Eine kleine Bewegung war es gewesen, und er konnte froh sein ueberhaupt noch zu stehen. Wenn man das, was er gerade tat, denn stehen nennen wollte. Doch blieb keine Zeit fuer Debatten ueber Wortwahl. Mit raschen, geschmeidigen Bewegungen bewegte sich die schattenhafte Gestalt durch den Raum, kaum auszumachend, und immer wieder schien sie mit den Schatten selbst zu verschmelzen. Zwei kurze Klingen glaubte er kurz auszumachen und.. eine Frau? Dann war das Bild schon wieder verschwunden. Unter Anstrengung, als der Schmerz vom Ruecken her in seine Arme zog, hob er das Rapier an, waehrend sich die andere Hand auf die rotgefaerbten Stellen legte. Gerade rechtzeitig sorgte das sanft blaeuliche Licht, das von seiner Hand ausgehend in ihn eindrang, fuer etwas Linderung. Leise klirrten die beiden Schlaege der Gestalt, die sich wieder aus den Schatten perlte, gegen das Rapier, und schon war sie wieder verschwunden. Definitiv eine Frau. Jede der Bewegungen, die sie sichtbar getan hatte, zollte davon, das sie sicher wusste was sie tat. Die Bewegungen grazil, gezielt, und sie selbst viel zu schnell wieder in den Schatten eingetaucht, als das Angriffszauber auf sie fertig gewebt werden koennten. Erneutes Klirren, als sie diesmal schraeg hinter ihm auftauchte, und er gerade noch so die Schlaege von sich ableiten konnte - doch war sie schon wieder verschwunden, bevor der Gegenschlag sie getroffen haette. Ein weiteres Mal klirrte es noch, bevor sich die Spiegelbilder seiner Gestalt fertig geformt hatten. Wenige Herzschlaege dauerte es nur, bis die ersten paar schon wieder verschwunden war. Doch da war sie, ein kurzer Moment, den er nutzen konnte. Der Stoff der Ruestung der Schattenfrau schien zu reissen, als das Rapier an ihrer Flanke entlang schnitt, und er sah das dunkle Rot aus dem Riss hinaus quillen, bevor sie wieder verschwunden war. Die Bewegung eines Schattens neben ihn liess ihn sogleich wieder herum wirbeln. Bloede Entscheidung. Die Finte gefressen trafen ihn die beiden Klingen hart an dem Oberschenkeln, rissen durch Stoff und verteilten nur mehr dunkles Rot auf dem Boden, als seine Beine nachgaben. Dunkelheit kroch langsam von seinen Augenraendern in sein Sichtfeld, vermischte sich mit den Schatten, die die Frau hinterliess, als zwei weitere Schlaege ihn trafen. Der Blick streifte noch das Rapier, das ihm aus der Hand geglitten war, den rot getraenkten Boden, und ein letztes Mal die dunklen gekleidete Taenzerin der Schatten - bevor sie mit einem weiteren Schlag die Dunkelheit ueber ihn brachte. |
07.07.2016 10:58:42 | Aw: Von Spiegeln und Schatten (#109869) |
-Depp- | [i]"Es geht schon, wirklich.."[/i] sprach er mit einem halben Laecheln bei dem skeptischen Blick, mit dem seine Gefaehrtin die grauen Augen ueber die blau-gruen verfaerbten Flecken an seinem Oberkoerper wandern liess. [i]"Aber nur weil's schon geht, musst du trotzdem nicht draufdruecken, ne?"[/i] Fuegte er noch schnell an, das Laecheln schiefer werdend, und schliesslich in ein leises Lachen uebergehend, als sie demonstrativ begann mit zwei Fingern auf ihrem verschraenkten Arm zu tippen. Das leise Klopfen an der Tuer unterbrach jedoch, Blicke wanderten zu jener, und kurz darauf betrat der Mondelf mit einem Beutel in der Hand den kleinen Raum in der Taverne der Elfenstadt. Mit vorsichtigen Bewegungen wurde der Kristall aus dem Beutel auf den kleinen Schreibtisch gelegt, den sie fuer die Speicherung mittig in den Raum gestellt hatten. Waehrend sie noch das Vorgehen durchgingen, positionierten sich die beiden Arkanisten bereits an den Kopfenden. Der Spielmann hingegen schob seinen Hocker mit etwas Abstand vor die Breitseite des Tisches. Unruhe machte sich langsam in ihm breit, als er die schmalen Stoeckchen, mit denen er sonst seinen Trommelstand verpruegelte, aus dem Guertel heraus zog. Die letzten Tage der Vorbereitung waren besser gelaufen als er gedacht haette. Nie zuvor hatte er seine Lieder auf die Art spielen oder kombinieren muessen. Anfangs war er nichtmal sicher gewesen, ob das Ganze ueberhaupt moeglich war. Nur durch einen dummen Zufall kam ihm der Gedanke von der Laute abzulassen und die Lieder ueber die Trommelei zu spielen. Unterschiedliche Rhythmen, unterschiedliche Klaenge, und vier Moeglichkeiten sie zu spielen. Aber dennoch - soviel gleichzeitig, und all die Energien, die gleichzeitig gehalten werden mussten. Ob das wirklich eine sonderlich gute Idee war? Was, wenn er bei all dem die falschen Saiten im Gewebe anschlug? Oder den Rhythmus verlor? Einfach nicht alles gleichzeitig halten kon.. Das sachte Druecken seiner Schulter durch die schmale Hand riss ihn aus den Gedanken heraus. Seine hellen Augen folgten dem Arm und fingen kurz darauf die gehobenenen Mundwinkel ein, die sich auf dem Gesicht seiner Frau zeigten. Leise atmete er nochmals durch, um die Zweifel abzuschuetteln, bevor er leicht in Richtung der beiden Magier nickte. Ein sanftes Flirren erfuellte kurz darauf den Raum, als die drei die Magie, mit dem Kristall als Fokus, klingen liessen und gleichmaessig begann der staerkere Fluss der beiden Gelehrten in den Kristall zu fliessen. Im Gegensatz zu ihnen, die recht still und bedacht dort standen, kam Bewegung in den blonden Halbelfen, als er begann auf dem magiedurchstroemten Gewebe zu spielen. Keine Zeit mehr, sich Sorgen zu machen. Es musste jetzt einfach klappen. |